Am Samstag, dem 27. August 2022, hat die römisch-katholische Pfarrei Lippa ihr Kirchweihfest mit viel Freude, Sonnenschein, Wärme und guter Laune begangen. Die Organisation des diesjährigen Festtages war sehr umfangreich und bezog sowohl die Gläubigen des Ortes, die Kinder der Gemeinde, die weiter oder näher von ihrer Heimat weggezogen sind, aber auch Gäste aus Arad, Sanktanna, Temeswar, Rekasch und Detta ein. Das Programm begann um 8 Uhr mit dem Empfang der Tanzgruppen und der Blaskapelle in der Pfarrei und im Hildegardis- und Jakobushaus der Caritas-Lippa. Kurz nach 9.30 Uhr startete der Umzug vom Hildegardis-Haus und vom Jakobus-Haus mit dem Gefolge der teilnehmenden Ensembles: Banat-JA aus Arad, Banater Rosmarein aus Temeswar, das Deutsche Tanzensemble aus Sanktanna, Banater Kranz aus Temeswar, Edelweiss aus Detta, mit der Blaskapelle aus Rekasch, mit Pfarrer Ioan Cădărean, Herrn Edwin Zaban, Kirchweihvater und anderen Gästen. Die Schar zog zum Haus des Ersten Kirchweihpaares, Thomas-Richard Unterweger und Martina Nenadov in der Temeswarer-Straße, wo alle etwas von den Leckereien aßen, die die gastfreundliche Familie vorbereitet hatte. Hier trug Thomas Unterweger den Kirchweihspruch vor, band die Kirchweihflasche an den Dachvorsprung des Hauses und es folgten einige Tänze. Der Festzug mit Musik, dem ersten Kirchweihpaar, dem Rosmareinstrauß und dem kleinen Ttachtenpaar, zog unter Blasmusik zur Kirche.
Um 11.00 Uhr begrüßte Pfarrer Ioan Cădărean, Seelsorger von Lippa und Neudorf, den Festzug, die Stellvertreter der staatlichen Verwaltung, die Gäste und nicht zuletzt die Gemeinde und die Organisatoren, die freiwilligen Helfer des Festes. Florin Fabius Pera – Bürgermeister von Lippa, Ioan Lăpădat – stellvertretender Bürgermeister, Adrian Antoche – Leiter des Kultur-Sport-Büros und Vertreter des Gemeinderates von Lippa, sowie Dr. Johann Fernbach, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, Adelheid Simon, geschäftsführende Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Arad, Dr. Imogen Tietze, Vertreterin der Caritas St. Gerhardus, Lippa, Dr. Claudiu Călin, Diözesanarchivar des Bistums Temeswar, Vertreter der Pressestelle der Diözese sowie der deutsch- und rumänischsprachigen Print- und audiovisuellen Medien in Temeswar und Banat.
Sowohl in seiner Einführung als auch in seiner Predigt betonte Pfarrer Cădărean die spirituelle und gemeinschaftliche Rolle der Kirche, des Ortes der Anbetung, des Hauses Gottes unter den Menschen, eines Ortes mit einer altehrwürdigen Tradition, der mit viel Mühe und Opfern von den Gläubigen und ihren Hirten im Laufe der Jahrhunderten erbaut wurde, als Ausdruck eines tiefen Glaubens, der Verbindung zwischen der menschlichen Seele und dem Schöpfer, aber auch als Gegenwart Gottes unter den Menschen, als Pforte des Himmels, die denjenigen offen steht, die den Ruf annehmen, Christus auf dem Weg zum himmlischen Paradies zu folgen.
„Die Kirche ist das Haus Gottes und zugleich die Gemeinschaft der Gläubigen, die Gemeinschaft des Liebesbündnisses der Gläubigen untereinander, der Gläubigen mit dem lieben Herrgott. So werden die Gläubigen zu lebendigen Steinen, die den geheimnisvollen Leib Christi aufbauen, wie der hl. Apostel Paulus sagt. Deshalb sind die Kirche und die Gemeinschaft untrennbar miteinander verbunden“.
Die Heilige Messe wurde in deutscher und rumänischer Sprache gefeiert, die musikalische Umrahmung erfolgte durch den Kantor und Organisten der Pfarrei Lippa, Stefan (István) Strenger, und eine kleine, aber lebendige Chorgruppe. Die gesungenen Stücke wurden aus dem Repertoire religiöser, römisch-katholischer, deutschsprachiger Musik aus dem Banat ausgewählt, ebenso wie Marienlieder und Teile des Deutschen Hochamts „Hier liegt vor deiner Majestät“ MH 560 von Michael Haydn.
Nach dem Hochamt führten die Paare einen kurzen Tanz vor der Kirche auf, auf den Stufen der Kirche wurde ein großes Jubiläumsfoto gemacht, und anschließend zog der Kirchweihumzug durch die Straßen der Stadt zum Hildegardis-Haus der Caritas Lippa, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Um 16 Uhr kehrte die Prozession zur römisch-katholischen Kirche von Lippa zurück, wo die Kerwei-Traditionen aufgeführt wurden: die Versteigerung oder Verlosung schön verzierter Kirchweih-Weinflasche, und die (symbolische) Verlosung des eigens mitgebrachten Festtagsbocks. Es gab Tänze, Kirchweihsprüche, Gedichte und Witze, die für eine festliche Stimmung sorgten. Ab 17.30 Uhr zogen der Umzug und die Musik durch das Stadtzentrum, vorbei am alten türkischen Basar, einem Wahrzeichen von Lippa, zum Freizeit- und Unterhaltungszentrum der Stadt Lippa (ehemaliges Armeehaus), wo ein reichhaltiges Kulturprogramm und ein Abendessen stattfanden. Dort begann um 20 Uhr der lang erwartete Kerweiball.
Die Tradition, die bekannte „Kerwei: Rückkehr zur Tradition“ in der römisch-katholischen Gemeinde Lippa zu veranstalten, wurde auch in diesem Jahr mit einer besonderen Ausgabe dieser einzigartigen Veranstaltung in der Region fortgesetzt. Die Veranstaltung „Kerwei: Rückkehr zur Tradition“ wurde von der Römisch-Katholischen Pfarrei Lippa in Zusammenarbeit mit der Caritas Lippa, dem Demokratischen Forum der Banater Deutschen, dem Demokratischen Forum der Deutschen, Arad, mit den römisch-katholischen Gläubigen von Lippa und mit Unterstützung des Rathauses von Lippa und des städtischen Erholungszentrums organisiert.
„Wir möchten uns bei den lokalen Behörden bedanken, die uns begleitet haben, und bei allen, die uns bei der Organisation dieser großartigen Veranstaltung unterstützt haben. Unser besonderer Dank gilt auch den wunderbaren Trachtenpaaren, die das kulturelle Erbe und die Traditionen der deutschen Bevölkerung auf so schöne und authentische Weise bewahren und fördern“, so Pfr. Ioan Cădărean, im Namen der römisch-katholischen Pfarrei von Lippa.
Im Namen des Bürgermeisters von Lippa, Herrn Florin Fabius Pera, wurde bei dieser Gelegenheit die folgende Botschaft übermittelt: „Ich gratuliere auf diesem Wege und danke all jenen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben, und meine Gedanken gehen vor allem an die Vertreter der römisch-katholischen Pfarrgemeinde von Lippa und an die wunderbaren Tänzerinnen und Tänzer in Volkstrachten, die es durch ihre Anwesenheit, ihren Tanz und jedes Detail und jeden Brauch, der weitergegeben wurde, geschafft haben, uns wieder und dieses Mal alle Anwesenden irgendwo in die Zeit, in die Geschichte, in eine Geschichte zu versetzen, die im Laufe der Jahrhunderte von der römisch-katholischen Pfarrei der Stadt Lippa und der gesamten Region geschrieben wurde. Es war eine wunderbare Veranstaltung, die mich darin bestärkt, dass Traditionen und Ursprünge immer Bestand haben werden und das grundlegende Merkmal jeder Gemeinschaft sind“.