Diese Frage wurde mehrfach bei der Generalversammlung des Malteser Hilfsdienstes in Rumänien (SAMR) gestellt – Versammlung die am 2. April d. J. in Sathmar stattfand -, insbesondere im Zusammenhang mit der Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge. Während des Treffens berichteten Mihály Dénes, Vorsitzender und Ferenc Tischler, Generalsekretär, wie diese Aktivitäten an der rumänisch-ukrainischen Grenze durchgeführt werden bzw. beantworteten sie die im Titel zitierte Frage: Was können Menschen für ihre Mitmenschen im Nachbarland tun, die durch den Krieg gezwungen wurden ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen?
Mihály Dénes, Vorsitzender: – An der rumänisch-ukrainischen Grenze helfen Malteser-Freiwillige den aus dem Nachbarland kommenden Flüchtlingen an drei Grenzübergängen: Holmen, Kreis Sathmar, Marmaroschsiget, Kreis Marmarosch und Seret, Kreis Suczawa/Sedschopff. In Sathmar hat das Malteserhilfsdienst auch einen Logistikpunkt mit drei Lagern und somit genügend Platz, um Hilfsgüter aus dem In- und Ausland, aus Italien, Deutschland und Frankreich, zu lagern. In diesen Lagern helfen die SAMR-Freiwilligen beim Sortieren der Produkte, da diese sehr gemischt ankommen. So werden Spenden zunächst in Kategorien sortiert, dann verpackt. Als wir in Bergsaß/ Berehowe waren, erzählten uns unsere Kollegen aus der Ukraine, wie glücklich sie sind, wenn die LKWs aus Sathmar ankommen, weil sie wissen, dass sie keine Zeit mit dem Sortieren von Produkten verschwenden. Wer helfen will und nicht an die Grenze will, kann in diesen Lagern helfen. An den drei Punkten, nahe der Grenze, haben wir ein Zelt aufgebaut, und die Freiwilligen bleiben hier für 4-5 Tage. In diesen Zelten bereiten wir heißen Tee und Kaffee zu, bieten Sandwiches und Süßigkeiten für Kinder an. Niemand muss also Angst haben, dass er etwas Besonderes oder Schwieriges leisten muss. Wer Zeit hat, kann sich um Flüchtlingskinder kümmern, mit ihnen spielen, damit Mütter ein paar Minuten zum Entspannen haben. Das sind Kleinigkeiten, aber sehr willkommen.
Ferenc Tischler, Generalsekretär: – Wie in den Nachrichten zu sehen war, gehörten Maltheser-Freiwillige zu den ersten, die an der Grenze anwesend waren. Wir planen drei Interventionsebenen: Aufnahme von Flüchtlingen, Intervention und Hilfe in Flüchtlingslagern, wo wir Aktivitäten mit Kindern durchführen, Erste-Hilfe-Krankenwagenteams unterstützen und warmes Essen für Flüchtlinge zubereiten. Die staatlichen Behörden kochen einmal täglich warmes Essen zum Mittagessen, sodass diejenigen, die Nachmittag die Grenze überqueren, kein warmes Essen bekommen würden. Die dritte Ebene ist die Betreuung von Flüchtlingen, entweder durch Fachkräfte, Sozialarbeiter, Psychologen oder durch Freiwillige an den Orten, an denen sie sich bis Kriegsende niedergelassen haben.Das Mindestalter für Freiwillige beträgt 16 Jahre. Unter diesem Alter können keine Freiwilligen-Verträge abgeschlossen werden. Zwischen 16 und 18 Jahren können Jugendliche mit Zustimmung ihrer Eltern kommen. Ab 18 Jahren kann jeder kommen und helfen.
Wie können wir helfen? Zunächst einmal die Mobilisierung von Verwandten, Freunden, Bekannten, sich uns anzuschließen. Alle, die die malteser Regeln annehmen und im christlichen Geist arbeiten, sind willkommen. Aufgrund der hohen Treibstoffpreise ist es wünschenswert, dass die Freiwilligen mindestens 4-5 Tage an den Stützpunkten bleiben. Das Malteserhilfswerk bietet Unterkunft, eine warme Mahlzeit und Transport für Freiwillige. Die zweite Sache: Lebensmittel sammeln. Bisher war es nicht nötig, da es aus dem Ausland viele Hilfstransporte kamen. Aber mit der Zeit, in ein paar Monaten, werden wir vielleicht nicht mehr so viele Angebote haben und dann sind wir an der Reihe, Sammelstellen zu organisieren, wo wir Spenden sammeln können. Eine klare und prägnante Kommunikation wird sehr wichtig sein: um die Menschen aufzufordern, uns genau die Produkte zu bringen, die wir brauchen, und sonst nichts. Auch diese Spenden müssen sortiert und verpackt werden. Alle Lebensmittel, die wir erhalten, müssen mindestens sechs Monate haltbar sein, da Pakete einige Tage gelagert werden müssen, bis sie in die Ukraine transportiert werden, wo sie wiederum gelagert werden, bis sie ihren Bestimmungsort oder die Menschen erreichen. Die Schwierigkeiten, die Prüfungen sind noch nicht vorbei, wir vergeben die Termine für die Freiwilligen bis einschließlich Juni!

Pressebüro der Diözese Temeswar