Wenn römisch-katholische Gläubige unserer Diözese nach ihren Erinnerungen an Maria Radna gefragt werden, beginnen viele so zu erzählen: „Als Kind bin ich mit meinen Eltern, Großeltern, am 15. August oder am 8. September zur Jungfrau Maria nach Radna gepilgert.” Ältere Leute berichten von Fußwallfahrten, die zwei bis drei Tage gedauert haben…
Ja, Maria Radna ist der Wallfahrtsort, der die Herzen der Banater Gläubigen höher schlagen lässt. Der Glaube der Ahnen, die Ehrung der Jungfrau Maria verbinden auch die heutige Generation mit diesem besonderen Ort, Maria Radna. Wer es mindestens ein Mal erlebt hat, wie die bekannten Marienlieder in der Kirche klingen, wenn sie von Hunderten von Pilgern angestimmt werden, der kann diese wunderbare Erfahrung nie vergessen. Unvergessliche Momente sind auch solche, wenn große Gruppen von Pilgern in die Kirche kommen und die schon Anwesenden sie stehend empfangen und begrüßen, sich bekreuzigen und gemeinsam mit ihnen beten. So geschieht es an jedem Feiertag…
In dem vom Bistum Temeswar herausgegebenen Kalender werden mehrmals Wallfahrten nach Maria Radna erwähnt. Am 28. August 1992 verlieh der Heilige Papst Johannes Paul II. der Kirche den Titel Basilica Minor.
Dieser Wallfahrtsort wird von vielen Touristengruppen, Familien und Privatpersonen besucht, die teils aus Neugier, aber vor allem aber aus Überzeugung, in der Kirche beten und um die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria bitten.
Pfarrer Andreas Reinholz besitzt ein „allwissendes” Heftchen, in dem die genaue Anzahl der Kirchenbesucher vermerkt ist.
„Es war etwas zeitaufwendig, bis wir alle Daten zusammengetragen hatten”, berichtet Pfarrer Reinholz, „aber wir machen das jedes Jahr. Wir haben eine genaue Übersicht, denn diese Zahlen sagen viel aus, nicht nur den Journalisten. Wir haben 2005 mit der Datenerfassung begonnen. So konnten wir feststellen, dass die Zahl der Pilger und Besucher von Jahr zu Jahr zunahm und wir hielten es für notwendig, Mittel für die Modernisierung des Wallfahrtsortes aufzubringen.
Kehren wir aber zu den Zahlen zurück: In diesem Jahr haben uns vom 1. Januar bis zum 31. Oktober 30.167 Touristen besucht. Von diesen waren 8.500 Personen aus dem Ausland. Die Hälfte dieser Besucher war schon mal bei uns, sie kennen uns und geben den Anreisetermin im Voraus bekannt. Es gibt Tage, an denen 3-4 Mal die Geschichte der Kirche erzählt werden muss. Dies ist eine Aufgabe, die unserem Kirchenführer Ferenc Boda, dem jungen Priester Ioan Cădărean, Kustos des Museums und des Klosterkomplexes und mir zukommt.
Die meisten ausländischen Touristen kamen aus Ungarn, insgesamt 3.496 Personen, davon 265 Kinder. 653 Kinder aus unserem Land besuchten uns während der Woche, bzw. des Bildungsprogramms „Schule mal anders”. Es waren auch andere Besucher hier: 800 Pilger aus Deutschland, 150 aus Österreich, 120 aus der Slowakei, 110 aus Frankreich, 70 aus Tschechien, 60 aus Polen, 40 aus der Schweiz und 20 aus Kroatien. Es kamen Besucher aus dem In- und Ausland, die mit ihrer Familie oder Freunden aus Rumänien angereist sind; deren Anzahl ist unbekannt. Wir wissen, dass es auch Besucher aus Kanada gab, aus den USA, Neuseeland, Argentinien und Vietnam. Auch eine Eheschließung junger Leute aus Mexiko wurde hier zelebriert.
Ich möchte darauf hinweisen, dass der Bischof von Großwardein, László Böcskei, uns zusammen mit den slowakischen Gläubigen besucht, die Heilige Messe feiert und mit ihnen den Kreuzweg geht.
Wir haben auch die Übersicht der Gläubigen, die an den Heiligen Messen während der Woche und am Sonntag teilnehmen: insgesamt 8.735 Personen, die meisten aus Arad und Temeswar. Es ist bemerkenswert, dass mehr Gläubige aus Temeswar nach Radna kommen, obwohl diese Stadt weiter von Radna entfernt ist als Arad.
Im Jahre 2020 werden wir 500 Jahre seit dem Bau der ersten Kirche in Radna, am Ort, an dem wir heute das heutige Kloster und die Basilika sehen feiern.
Wir danken Pfarrer Reinholz für diesen Bericht und verabschieden uns mit der Gewissheit, dass all diese Daten uns beweisen: die spirituelle Anziehungskraft des Wallfahrtsortes von Maria Radna berührt auch heute die Herzen und kennt keine Grenzen.

Übersetzung vom Maja Lazar