Für die Reschitzaer hat das Wort Ökumene vor 30 Jahren eine neue Bedeutung erhalten.
Damals wurde auf Initiative einer Gruppe von Priestern verschiedener Konfessionen aus Reschitza ein neuer Weg für die Annäherung der historischen christlichen Kirchen eingeschlagen. So wurde in der Zeitspanne 18. – 25. Januar 1993 in der Stadt an der Bersawa zum ersten Mal eine Gebetsoktave für die Einheit aller Christen veranstaltet. Ich möchte im Weiteren einige Initiativen und Veranstaltungen aufzählen, die ich für die vergangenen 30 Jahre erlebter Gemeinschaft in Reschitza als wichtig empfinde:
Erstens die Teilnahme der Reschitzaer Christen verschiedener Konfessionen an den Veranstaltungen im Rahmen des Programms des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Bukarest, zwischen dem 7. und dem 9. Mai 1999, als aus der Seele der Christen der unvergessliche Ausruf kam: „Einheit!“; dann die Teilnahme der jungen Reschitzaer verschiedener christlicher Konfessionen, in Begleitung ihrer Pfarrer, an der III. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Hermannstadt zwischen dem 4. und dem 9. September 2007, aber auch an anderen ökumenischen Treffen in Italien (Region Pesaro, Loreto und Trient) und Schweden sowie die Teilnahme einiger Bischöfe der historischen Kirchen in Rumänien an den in Reschitza organisierten Oktaven. Nicht zuletzt sei die Beteiligung von Gläubigen verschiedener christlicher Konfessionen Reschitzas an den Begegnungen in Siebenbürgen (Schomlenberg / Șumuleu Ciuc und Blasendorf / Blaj) mit Papst Franziskus, Anfang Juni 2019 erwähnt.
Hier sollte man auch die jährlichen und monatlichen ökumenischen Treffen der Frauen in den verschiedenen christlichen Kirchen in Reschitza erwähnen sowie die jährliche ökumenische Veranstaltung während der Osterfastenzeit im Reschitzaer „Frédéric Ozanam“-Sozialzentrum, vom Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen und vom Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ organisiert. Die Veranstaltung findet unter dem Titel „Den Gekreuzigten liebend“ statt. 2022 wurde sie zum 15. Mal organisiert, nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause…
Es muss auch die Veranstaltung vom 14. Januar 2007 in Reschitza genannt werden, an der die drei Exzellenzen Lucian Mic (rumänisch-orthodoxer Bischof, Karansebesch), Alexandru Mesian (griechisch-katholischer Bischof, Lugosch) und Martin Roos (römisch-katholischer Bischof, Temeswar) teilgenommen haben. Zu diesem Anlass wurde der Ehrenbürgertitel von Reschitza den Pfarrern Dr. Vasile Petrica (damals rumänisch-orthodoxer Protopope in Reschitza), József Csaba Pál (damals römisch-katholischer Erzdechant des Banater Berglandes), Marian Ilie Ştefănescu (damals griechisch-katholischer Protopope in Reschitza) und Makay Botond (damals reformierter Pastor in Reschitza) verliehen, eine einmalige Geste in unserem Land, vielleicht auch europaweit.
Im Banater Bergland (in Reschitza, Karansebesch, Bokschan, Ferdinandsberg, Anina  und Orawitz) fanden auch weitere ökumenische Begegnungen und Gebete mit der Teilnahme von christlichen Würdenträgern der verschiedenen Konfessionen statt, an die wir uns gerne erinnern: Msgr. Sebastian Kräuter (römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar) und Dr. Dr. Christoph Klein (Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Hermannstadt) in Reschitza am 14. November 1992 und am 14. Oktober 1995; Msgr. Sebastian Kräuter (römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar) und Msgr. Alexandru Mesian (Bischof der Griechisch-Katholischen Eparchie Lugosch) in Bokschan am 15. Mai 1998; Msgr. Martin Roos (römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar) und Msgr. Alexandru Mesian (Bischof der Griechisch-Katholischen Eparchie Lugosch) in Reschitza am 8. September 2000; Msgr. Martin Roos (römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar), Msgr. Eugen Schönberger (römisch-katholischer Diözesanbischof von Sathmar) und Dr. Dr. Christoph Klein (Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Hermannstadt) in Reschitza am 22. Januar 2005; Msgr. József Csaba Pál (römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar) und SE Reinhart Guib (Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Hermannstadt) in Reschitza am 25. Januar 2020; SE Lucian Mic (Bischof der Rumänisch-Orthodoxen Eparchie Karansebesch) und Msgr. József Csaba Pál (römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar) in Karansebesch am 22. Januar 2019 und 21. Januar 2020, in Reschitza am 23. Januar 2019, am 23. Januar 2020 und am 23. Januar 2021, sowie in Anina am 21. Januar 2021. 2022 gab es die gemeinsamen Gebete der drei Bischöfe (Msgr. József Csaba Pál – römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar; Msgr. Ioan Călin Bot – Weihbischof der Griechisch-Katholischen Eparchie Lugosch; SE Lucian Mic – Bischof der Rumänisch-Orthodoxen Eparchie Karansebesch) in Ferdinandsberg (20. Januar), Bokschan (21. Januar) und Reschitza (22. Januar), während in diesem Jahr, 2023, die gemeinsamen Gebete der drei Bischöfe in Orawitz (23. Januar), in Karansebesch (24. Januar) und in Ferdinandsberg (26. Januar) organisiert wurden.
Ich erwähne noch die Teilnahme einiger Seelsorger und Gläubigen aus Italien und Schweden an der Oktave in Reschitza und den Gegenbesuch einiger Reschitzaer, die an ökumenischen Veranstaltungen in Italien und Schweden teilgenommen haben. Auch fanden dreimal (am 28. März 2010, am 16. April 2011 und am 13. April 2014) Palmsonntagsprozessionen durch Reschitza mit der Teilnahme der verschiedenen hiesigen christlichen Konfessionen statt. Die Ärzte der Radiologie-Abteilung organisierten einige Jahre beginnend mit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. täglich eine ökumenische Andacht (einen sogenannten ökumenischen Gebets- und Meditationsmoment). Die Teilnahme der Pfarrer und der Jugendlichen aus Reschitza an den ökumenischen Symposien, die von der Orthodoxen Theologischen Fakultät und der Fokolar-Bewegung katholischerseits organisiert werden, ist hier ebenfalls aufzulisten; so auch die ökumenischen Treffen der Jugendlichen am Wallfahrtsort „Maria Fels“ in Deutsch-Tschiklowa und in Herkulesbad (bisher an die vier oder fünf Treffen).
Nicht zu vergessen sei die 18. Buchveröffentlichung des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“: „Spălaţi-vă picioarele unul altuia. Ecumenism între istorie şi prezent la Reşiţa = Waschet Euch gegenseitig die Füße. Ökumene zwischen Geschichte und Gegenwart in Reschitza = Mossátok meg egymás lábát. Az ökumenizmus története és jelene Resicabányán“, eine dreisprachige Ausgabe, vom damaligen Erzdechanten, heute Diözesanbischof József Csaba Pál und Erwin Josef Ţigla im Reschitzaer „InterGraf“-Verlag, 2003 herausgegeben.
Wir haben uns gemeinsam an den 31 Jahren Oktave in unseren christlichen Kirchen Reschitzas erfreut. In diesem Jahr hat die ökumenische Oktave in Reschitza zwischen dem 18. und dem 25. Januar in den folgenden verschiedenen Kirchen stattgefunden:
– 18.01., in der griechisch-katholischen „Die Hl. Jungfrau Maria von Fatima“- und „Heiliger Papst Johannes Paul II.“-Kirche Reschitza – Govândari (es predigte Pfr. Attila Puskás – römisch-katholisch, Reschitza – Govândari);
– 19.01., in der römisch-katholischen Kirche „Allerheiligste Dreifaltigkeit“ Reschitza – Govândari (es predigte Pfr. Ovidiu Pop – griechisch-katholisch, Reschitza – Govândari / in Rumänisch);
– 20.01., in der Reformierten Kirche Reschitza – Govândari (es predigte Pfr. Walther Sinn – evangelisch A.B., Semlak / Arad, zuständig auch für die Gemeinde Reschitza);
– 22.01., in der Rumänisch-Orthodoxen Kirche Reschitza „Entschlafung der Mutter Gottes“ (es predigten Pfr. Veniamin Pălie, römisch-katholischer Erzdechant des Banater Berglands);
– 25.01., in der römisch-katholischen „Maria Schnee“-Kirche (es predigte Pfr. Cristian Rădulescu, Rumänisch-Orthodox, „Entschlafung der Mutter Gottes“-Kirche Reschitza).
Die bereits drei Oberhirten haben wie folgt 2023 teilgenommen:
–    23.01., in der römisch-katholischen „Kreuzerhöhung“-Kirche Orawitza (es predigte Msgr. Ioan Călin Bot, griechisch-katholischer Weihbischof von Lugosch);
–    24.01., in der griechisch-katholischen „Kreuzerhöhung“-Kirche Karansebesch (es predigte Lucian Mic, rumänisch-orthodoxer Bischof von Karansebesch);
–    26.01., in der rumänisch-orthodoxen „Herabkommen des Heiligen Geistes“-Kirche Ferdinandsberg (es predigte Msgr. József Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar).
In diesem Jahr wurde am 23. Januar in Orawitza, im Beisein aller drei Bischöfen das Buch-Album „Ecumenism în Reşiţa și Banatul Montan = Ökumene in Reschitza und im Banater Bergland”, Hrsg.: Erwin Josef Ţigla, Vorwort: Bischof József Csaba Pál, erschienen 2022 im Reschitzaer Verlag „Banatul Montan”, die 119. Buchveröffentlichung des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza” vorgestellt. Eingeführt hat Bischof József Csaba Pál, der u.a. auch erwähnte, dass er vor einigen Tagen, während einer Privataudienz beim Papst Franziskus, dieses Buch-Album dem Heiligen Vater überreichte, als Zeichen und Beweis der erlebten Ökumene in Reschitza und Banater Bergland. Papst Franziskus bedankte sich für das Geschenk und erinnerte sich an die 2019 verbrachten Tage in Rumänien. Nach der Einführung des Bischofs in Orawitz folgte der Autor selbst, der über die Entstehungsgeschichte der Publikation kurz erzählte.
Das Buch-Album wurde auch in der „Maria Schnee”-Kirche Reschitza am 25. Januar durch Erzdechant Veniamin Pălie vorgestellt, auch hier vom Autor gefolgt.
Es liegt an uns, geistige wie weltliche Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen im Banater Bergland, in Rumänien, weltweit, darauf zu hoffen und daran weiterhin zu glauben: „Damit alle eins seien“ – Joh 17,21.