{"id":12631,"date":"2018-11-05T21:37:40","date_gmt":"2018-11-05T19:37:40","guid":{"rendered":"https:\/\/tranzitweb.ro\/gerhardus\/maria-tschiklowa-maria-fels\/"},"modified":"2019-02-21T20:25:21","modified_gmt":"2019-02-21T18:25:21","slug":"maria-tschiklowa-maria-fels","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/pastoration\/wallfahrtsorte\/maria-tschiklowa-maria-fels\/","title":{"rendered":"Maria Tschiklowa \u2013 Maria Fels"},"content":{"rendered":"<p>Die ersten urkundlichen Erw\u00e4hnungen der Ortschaft Tschiklowa datieren aus dem 14. Jahrhundert und bezeugen ihre Existenz unter den Namen CHYGLOVO und CHEGLO, Toponyme, die eine klare slawische Herkunft aufweisen. Im 15. Jahrhundert begegnen wir der Ortschaft CHYGLOB\u00c1NYA, eine Bezeichnung, die uns die Hauptbesch\u00e4ftigung der Bewohner erfahren l\u00e4sst: der Bergbau.<\/p>\n<p>Um das Jahr 1700 (?) verzeichnet man in Tschiklowa die Pr\u00e4senz der ersten deutschen Kolonisten, Martin Windberger und Joseph Lang. Sie waren h\u00f6chstwahrscheinlich unter den ersten katholischen Ansiedlern des Banater Berglands und des gesamten Banats hier anwesend. Ihre Besch\u00e4ftigung war die Metallverarbeitung, was eigentlich mit der Entstehung der Industrie in der Gegend verbunden ist. \u00dcber diese zwei M\u00e4nner sprach Mitte des 19. Jahrhunderts auch Pfr. Augustin Wendeschu aus Tschiklowa in seiner Pfarrchronik <em>\u201eMemorabilia Parochiae Csiklovensis\u201c<\/em>:<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u201e<em>Ante <\/em><em>annos 150 id est 1700 primi malleatores <\/em><em>Csiklovam venerunt<\/em><\/p>\n<p><em>Martinus Windberger et Josephus Lang.<\/em>\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die Neuank\u00f6mmlinge, die Familien Windberger und Lang, waren, laut den historischen Quellen, auch diejenigen, die sich gleich am Anfang um das Gnadenbild der Gottesmutter Maria aus Tschiklowa gek\u00fcmmert haben. Sie nahmen die Ikone aus der H\u00f6hle raus, in die sie bisher aufbewahrt wurde, und brachten sie an einen w\u00fcrdigen Ort, zur Verehrung. Zu diesem Zeitpunkt wurde die erste Kapelle, oberhalb des Ortes, am Fels erbaut. Sie wurde sp\u00e4ter, 1727, vergr\u00f6\u00dfert und wurde somit eine regelrechte Kirche.<\/p>\n<p>Der Historiker und Kleriker, Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften, Domherr Szentkl\u00e1ray Jen\u0151, sprach Ende des 19. Jhr., dass schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts, in Tschiklowa, eine damals bereits alte Ikone der Jungfrau Maria verehrt wurde. Diese steht am Hauptaltar, hat eine unbekannte Herkunft und \u00fcberlebte den osmanischen Besatzungszeiten. Man sagt \u00fcber die Ikone, dass sie sich seit \u201euralten Zeiten\u201c dort befindet und urspr\u00fcnglich von mehreren Eremiten (Einsiedlern), im Laufe der Jahrhunderte, verehrt und bewacht worden war. Eine Legende bezeugt sogar, dass ein Einsiedler in der H\u00f6hle, in der das Gnadenbild aufbewahrt wurde und in der auch er lebte, neben der Mariendarstellung tot aufgefunden wurde. Das Bild z\u00e4hlte zu den wenigen Habseligkeiten, die er besa\u00df. Gleich nach dieser Entdeckung, so die Legende, fingen die Gl\u00e4ubigen an, den Ort zu besuchen und zu verehren.<\/p>\n<p>Zu Begin des 18. Jahrhunderts befand sich oberhalb der H\u00f6hle, am wei\u00dfen Fels, eine kleine Kapelle, die mit der Ankunft weiteren deutschen, bzw. katholischen Kolonisten, vergr\u00f6\u00dfert wurde. Sp\u00e4ter lie\u00dfen sich in der Gegend auch tschechische (b\u00f6hmische) Ansiedler nieder. Im Jahre 1717 werden in Tschiklowa, laut der Mercy\u00b4schen Konskription des Banats, die in Wien aufbewahrt wird, 166 wohnbare H\u00e4user registriert. Somit war das Dorf die gr\u00f6\u00dfte l\u00e4ndliche Ortschaft ihrer Gegend.<\/p>\n<p>Die kleine neue Kirche wurde 1727 konsekriert. In diesem Jahr wurde der Ort bereits als \u201e<em>locus gratiarum<\/em><em>\u201c<\/em>, also ein Gnadenort bezeichnet. Die deutschen und deutschsprachigen Gl\u00e4ubigen nannten Tschiklowa auch <em>\u201eMaria <\/em>&#8211; <em>Fels\u201c<\/em>, da das Kirchlein auf einem Felsen erbaut wurde. Durch die F\u00fcrsorge des Tschanader Bischofs Ladislaus N\u00e1dasdy wurde der Gnadenort auch mit einem Ablass versehen: der Heilige Vater, Papst Benedikt XIII., verlieh den vollkommenen Ablass f\u00fcr Maria-Tschiklowa, f\u00fcr die Wallfahrten, die am 2. Juli, am Fest Mari\u00e4 Heimsuchung, stattfinden.<\/p>\n<p>Einen Einsiedler gab es am Fels von Tschiklowa auch nach der Befreiung des Banats. Dieser wurde j\u00e4hrlich mit einer Summe in H\u00f6he von 50 Gulden bezahlt und geh\u00f6rte somit zu den Angestellten der Banater Bergdirektion.<\/p>\n<p>Da die Zahl der Wallfahrer st\u00e4ndig wuchs und infolge des Visitation des Bischofs Adalbert von Falkenstein, 1733, am Gnadenort, beantragte dieser, schon im n\u00e4chsten Jahr, 1734, in Rom, die Gew\u00e4hrung weiteren zwei vollkommene Abl\u00e4sse, einen f\u00fcr den 15. August (Mari\u00e4 Himmelfahrt) und einen f\u00fcr den 8.September (Mari\u00e4 Geburt).<\/p>\n<p>Im Jahre 1737, zum ersten Mal nach der Befreiung des Banats, findet ein neuer Krieg mit den Osmanen statt. Es ist eine harte Zeit f\u00fcr die Christen, eine Zeit der Unsicherheit, der Angst, des Todes und der Flucht. Die deutschen Ansiedler verlie\u00dfen die Ortschaft. Kurz danach, 1739, f\u00fchrte der Einsiedler von Tschiklowa die Marienikone wieder in die H\u00f6hle \u00fcber, wo er auch die wertvolleren Kultgegenst\u00e4nde der Kirche versteckte. So rettete er das Gnadenbild, aber nicht auch sein eigenes Leben. Nach Kriegsende fingen die Katholiken an, in die Ortschaft und in ihre H\u00e4user zur\u00fcckzukehren. Sie fanden die Kirche unber\u00fchrt wieder. In dieser Zeit wurde w\u00e4hrend den Wallfahrten und an den Festen auch die Anwesenheit der Radnaer oder Karaschowaer Franziskaner in Tschiklowa erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Seit 1748 geh\u00f6rte Tschiklowa als Filiale zur Pfarrei Orawitza, sp\u00e4ter aber, seit 1766, erscheint am Wallfahrtsort eine \u201ecapellania localis\u201c (eine Ortskaplanei), was die Pr\u00e4senz eines eigenen Priesters, mit dem Rang eines Kaplans, vor Ort bedeutet. Die Banater Bergdirektion beschloss 1772 den j\u00e4hrlichen Lohn des Einsiedlers nicht mehr zu bezahlen. Von nun an lebte dieser nur von den Spenden der Wallfahrer.<\/p>\n<p>Im Jahre 1777 fand die Erweiterung des Kirchleins, dessen Raum von nun an als Altarraum dient, statt; das Kirchenschiff der heutigen Kirche wurde vor der Kapelle, bzw. verbunden mit dieser, hinzugebaut. Das Gotteshaus wurde auch mit einem Turm versehen, der auf der Hauptfassade steht. Aus dieser Zeit stammt eine weitere Legende. Als der Bau der neuen Kirche besprochen wurde, war man der Ansicht, dass diese innerhalb des Dorfes, unten, auf einem freien Platz, in der N\u00e4he eines \u201erum\u00e4nischen\u201c Kreuzeserbaut werden sollte. Der Ort befand sich gegen\u00fcber dem alten Pfarrhauses. Alle Verantwortlichen beschlossen einstimmig, die neue Kirche dort zu bauen. In diesem Sinne wurde auch das Gnadenbild ins Dorf, von der Felskapelle, heruntergebracht. Nachts\u00fcber kam aber die Ikone, auf unerkl\u00e4rte, wunderbare Weise, wieder in die alte Kapelle am Felsen, wo sie auch heute verehrt wird, zur\u00fcck. Aus diesem Grunde beschloss man die neue Kirche doch am alten Ort, auf der felsigen Anh\u00f6he zu bauen.<\/p>\n<p>Im Jahre 1798 breitete der Heilige Vater, Papst Pius VI. die M\u00f6glichkeit der Erlangung des vollkommenen Ablasses in Maria-Tschiklowa auf das ganze Jahr aus. Das p\u00e4pstliche Dekret wurde bis sp\u00e4t ins 20. Jahrhundert in der Sakristei der Wallfahrtskirche aufbewahrt. Erst 1805 wurde Maria-Tschiklowa von einer Kaplanei zur selbstst\u00e4ndigen Pfarrei erhoben wurde. Ihr erster Ortspfarrer war Pfr. Friedrich Moritz. Ein Pfarrhaus wird ebenfalls in diesem Jahr in den Dokumenten erw\u00e4hnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten urkundlichen Erw\u00e4hnungen der Ortschaft Tschiklowa datieren aus dem 14. Jahrhundert und bezeugen ihre Existenz unter den Namen CHYGLOVO und CHEGLO, Toponyme, die eine klare slawische Herkunft aufweisen. Im 15. 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