{"id":19595,"date":"2019-09-12T10:33:20","date_gmt":"2019-09-12T07:33:20","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=19595"},"modified":"2019-09-12T10:33:20","modified_gmt":"2019-09-12T07:33:20","slug":"bei-dieser-begegnung-staerken-wir-einander-in-der-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/bei-dieser-begegnung-staerken-wir-einander-in-der-hoffnung\/","title":{"rendered":"\u201eBei dieser Begegnung st\u00e4rken wir einander in der Hoffnung\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"articlesubtitle\">ADZ-Gespr\u00e4ch mit dem r\u00f6misch-katholischen Bischof von Temeswar, Josef Csaba P\u00e1l<br \/>\n<strong class=\"news-list-date\"><time datetime=\"2019-09-11\">Mittwoch, 11. September 2019<\/time><\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-14204 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-300x222.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-300x222.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"222\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27222%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20222%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27222%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-200x148.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-300x222.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-400x296.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-600x444.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-768x568.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-800x592.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium-1024x758.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/COR-773-of-940-Medium.jpg 1038w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Seit knapp \u00fcber einem Jahr ist Josef Csaba P\u00e1l (63) als Bischof der R\u00f6misch-Katholischen Di\u00f6zese Temeswar\/Timi\u015foara im Amt. Es war ein Jahr der Einarbeitung und des Kennenlernens, sagt der Bischof, der sich inzwi-schen in der Stadt an der Bega sehr gut eingelebt hat. Wie sein erstes Bischofsjahr verstrichen ist und was er f\u00fcr die Zukunft plant, erfahren Sie aus einem Gespr\u00e4ch, das ADZ-Redakteurin <em>Raluca Nelepcu<\/em>\u00a0mit Bischof Josef Csaba P\u00e1l gef\u00fchrt hat.<\/strong><br \/>\n<strong>Sie sind nun seit mehr als einem Jahr als Bischof von Temeswar im Amt. Wie haben Sie sich in der Stadt an der Bega und in Ihrem neuen Amt eingelebt?<\/strong><br \/>\nIch f\u00fchle mich wohl in Temeswar. Temeswar war mir nicht ganz fremd. Ich bin \u00f6fters, als Domherr, hier gewesen und sonst auch als Priester bei verschiedenen Liturgien und Programmen. Dieses erste Jahr war ein Anfang, ein Jahr der Orientierung in der Leitung der Di\u00f6zese. Der Anfang war sch\u00f6n, denn es ist sch\u00f6n, mit dem lieben Gott zusammenzuarbeiten und zu wirken.<br \/>\n<strong>Was haben Sie denn in diesem ersten Jahr unternommen?<\/strong><br \/>\nMeine \u00dcberzeugung war es schon am Anfang \u2013 und davon bin ich immer noch fest \u00fcberzeugt \u2013, dass Gott unsere Di\u00f6zese liebt. Er ist es, der die Di\u00f6zese leitet und wir \u2013 auch ich pers\u00f6nlich \u2013 ministrieren ihm dabei. Er ist am Werk und bewirkt die Erneuerung dieser Di\u00f6zese, seitdem es unsere Di\u00f6zese gibt. Es ist gut, in diesen Erneuerungsprozess einzutreten, den der liebe Gott durchf\u00fchrt. Es ist gut, \u00fcberzeugt zu sein, dass die ganze Kirche und somit auch die ganze Di\u00f6zese die seinigen sind. Wir geh\u00f6ren ihm und wir wollen seinen Plan verwirklichen. Was ich schon am Anfang gesagt habe, das wiederhole ich auch heute: Den Plan Gottes entdecken wir, wenn wir ihm zuh\u00f6ren, durch Gebet, durch Meditation, aber auch, wenn wir darauf h\u00f6ren, was Gott den Einzelnen sagt, den Priestern oder Laien.<br \/>\nGleich am Anfang haben wir die verschiedenen Kommissionen \u2013 den Priesterrat, die Konsultoren, den Finanzausschuss \u2013 belegt. Auch dort haben wir die M\u00f6glichkeit, einander zuzuh\u00f6ren und zu entdecken, was der liebe Gott durch uns m\u00f6chte. Auch die Pfarreien haben neue Kirchenr\u00e4te gew\u00e4hlt, die am 10. M\u00e4rz in der gesamten Di\u00f6zese vereidigt worden sind.<br \/>\nIn der Di\u00f6zese wurde das Jugendzentrum verst\u00e4rkt. Zurzeit arbeiten hier drei Priester und eine Ordensschwester. Wir haben auch ein Familienzentrum gegr\u00fcndet, wo auch drei Priester und eine Ordensschwester t\u00e4tig sind. Sie koordinieren die verschiedenen T\u00e4tigkeiten und helfen mit in der Familienpastoral. Manchmal komme ich mit diesen Leuten zusammen, wir planen zusammen und schauen, wie die Arbeit geht oder gehen k\u00f6nnte usw.<br \/>\nJeder Pfarrer hat eine kleine Arbeit \u00fcber seine Pfarrei geschrieben, \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Lage und die Perspektiven in zehn Jahren. Dieses Unternehmen erwies sich als recht lehrreich f\u00fcr uns, da wir ganz konkret erkennen konnten, welche die Lage unserer Pfarreien ist. Wir haben auch andere Pfarreien in diesem Sinne zu analysieren begonnen.<br \/>\nEin kleiner Ausschuss, gebildet aus drei Ingenieuren und einem Priester, hat mit der Bearbeitung der Dokumente dieser Pfarreien begonnen. Aufgabe dieser Kommission ist es, die Dokumente in Ordnung zu bringen und zu untersuchen, was mit diesen Gemeinden und den hier vorhandenen Geb\u00e4uden zu tun w\u00e4re.<br \/>\nInzwischen habe ich selbst begonnen, offizielle, sogenannte kanonische Besuche in den Pfarreien zu unternehmen. F\u00fcr dieses Jahr habe ich mir Besuche in 19 Pfarreien vorgenommen und f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr in 13 Pfarreien. Es ist eine besonders gro\u00dfe Freude f\u00fcr mich, das Volk in den verschiedenen Gemeinden zu treffen und dort die Messe zu lesen. Schon am ersten Besuchstag treffe ich mich mit den Kindern, mit dem Kirchenrat, in einigen Ortschaften auch mit den Geistlichen der anderen Konfessionen und mit den amtlichen Vertretern, wie z. B. dem B\u00fcrgermeister der Ortschaft. Am n\u00e4chsten Tag betrachten wir die Buchhaltung, Pfarrkanzlei, Pfarrkirche, usw. Ich zelebriere eine Messe auch in einer Filiale, in einer kleineren Gemeinde. Auch besichtige ich die Sozialeinrichtungen und den Sitz der jeweiligen Vereine, die vor Ort t\u00e4tig sind. Ich treffe auch die Mitglieder der verschiedenen geistlichen Bewegungen. Es gibt auch eine Begegnung mit den geistlichen Mitarbeitern der Pfarrei und auch ein Treffen mit den Jugendlichen. Dadurch bekomme ich nicht nur einen Einblick in das Leben der Pfarrei, sondern bei dieser Begegnung ermutigen wir und st\u00e4rken wir einander in der Hoffnung. Die Hoffnung ist sehr wichtig. Ohne diese Hoffnung k\u00f6nnen die Menschen nicht begeistert werden. Das Gespr\u00e4ch mit dem Pfarrer beendet den Besuch und fasst das Erlebte zusammen.<br \/>\nWir haben in diesem Jahr auch eine neue Pfarrei gegr\u00fcndet \u2013 die bulgarische Pfarrei in Temeswar. Die erste offizielle Heilige Messe fand am 1. September in der Notre-Dame-Kirche statt. Ein Pfarrhaus soll in Temeswar-Fratelia gebaut werden \u2013 wir befinden uns hierbei in der Dokumentationsphase. Am 9. Mai 2020 wird eine neue Kirche in Neumoschnitza geweiht. Im Juli haben wir zwei Diakone geweiht und ein junger Mann ist seiner Berufung gefolgt und in den Jesuitenorden eingetreten. Viele Wallfahrten, Jugendtreffen und Familientreffen konnten wir organisieren. Einige Jugendliche haben am Weltjugendtag in Panama teilgenommen. Andere waren in Medugorje oder in Trient und haben an verschiedenen Treffen teilgenommen. Aber auch hier, in der Di\u00f6zese, gab es in verschiedenen Ortschaften Jugendtagungen.<br \/>\nDas gr\u00f6\u00dfte Ereignis war der Besuch des Heiligen Vaters, an dem wir in gro\u00dfer Zahl teilgenommen haben. In Schomlenberg allein waren \u00fcber 1000 Leute aus unserer Di\u00f6zese dabei, davon etwa 80 Jugendliche. Einige sind auch nach Bukarest und nach Blasendorf gefahren.<br \/>\n<strong>Hatten Sie Gelegenheit, mit dem Papst pers\u00f6nlich zu sprechen?<\/strong><br \/>\nWir sind ihm schon in Bukarest begegnet und haben einander die Hand gereicht. Aber es war mehr als nur soviel. Sein fr\u00f6hliches Gesicht, wie er zu uns gekommen ist, wo er sich nicht beeilt hat, sein L\u00e4cheln \u2013 das alles will sehr viel aussagen. \u201eEs ist gut, dass du existierst. Du bist in meinem Herzen, ich kenne dich\u201c. Ich war in Schomlenberg und auch in Blasendorf konnte ich ihm begegnen und ihm auch etwas sagen. Pers\u00f6nlich haben wir uns nicht unterhalten, aber seine Lehre, seine Predigten und Themen sind immer noch lebendig in meinem Herzen.<br \/>\n<strong>Bei den kanonischen Besuchen in den Pfarreien sprechen Sie mit den Priestern und mit den Gl\u00e4ubigen. Was erz\u00e4hlen Ihnen diese Menschen?<\/strong><br \/>\nIn einer Gemeinde haben sie erz\u00e4hlt, dass sie sehr froh sind, dass auch viele Kinder und dadurch auch die j\u00fcngeren Familien in die Kirche kommen. Die Lehrerinnen haben den Kindern das Singen und Musizieren beigebracht, in der Messe, ganz nat\u00fcrlich und normal. Das machen sie immer so, nicht nur wenn der Bischof kommt. Das war eine gro\u00dfe Freude! In einer anderen Gemeinde haben die Menschen, besonders \u00e4ltere M\u00e4nner, erz\u00e4hlt, dass sie in der Ortschaft und in der Gemeinde so gut und so voller Liebe aufgenommen worden sind, dass sie sich wohl f\u00fchlen.<br \/>\nEs gibt auch eine Ortschaft, wo die Kirche vor mehreren Jahren zusammengefallen ist, dort kann man nicht mal eintreten; aber im Pfarrhaus habe ich eine ganz lebendige kleine Gemeinde gefunden, mit etwa 30 Leuten, zwei Ministranten, M\u00fcttern mit kleinen Kindern, und diese Leute haben alle gesungen, es war beeindruckend. Man f\u00fchlte ihre Begeisterung und ich habe ihnen das auch gesagt. Und sie haben gesagt: \u201eJa, Herr Bischof, solange wir in der gro\u00dfen Kirche waren, waren wir zerstreut, aber hier sind wir eine Einheit\u201c.<br \/>\nOder ich habe auch Gemeinden gesehen, wo zwar keine Jugendlichen sind, aber es waren \u00e4ltere Leute mit jugendlicher Begeisterung. Sie kommen in die Messe, aber nachher basteln sie oder machen verschiedene Sachen, die sie verkaufen und das Geld den Armen geben. Eine kleine, aber lebendige Gemeinde. Das war im Freidorf-Viertel.<br \/>\nEinige m\u00f6chten noch einen Kirchenturm bauen, in Dumbr\u00b2vi]a, zum Beispiel. Dort wird viel gebaut und man fragt sich, wie man den neuen Bewohnern begegnen und sie in die Kirche einladen kann. Sie brauchen auch deswegen einen Turm, damit die Leute von Weitem sehen, dass es die Kirche gibt.<br \/>\nIn der bulgarischen Gemeinde in Alt-Beschenowa gibt es 33 Rosenkranzgruppen. Viele Leute sind zusammengekommen, es war sehr sch\u00f6n f\u00fcr mich, auch die Jugendliche haben von ihren Problemen erz\u00e4hlt und davon, dass es ihnen schwer f\u00e4llt, in der Welt ihren Glauben zu leben.<br \/>\nDie gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Geistlichen der anderen Konfessionen hat mich ebenfalls sehr erfreut.<br \/>\n<strong>In Temeswar wird zurzeit die Bischofskathedrale saniert \u2013 der Hohe Dom ist also geschlossen. Wie verlaufen die Arbeiten? Wann k\u00f6nnen wir darauf hoffen, dass die Domkirche er\u00f6ffnet wird?<\/strong><br \/>\nDie Arbeiten gehen gut voran. Das ganze n\u00e4chste Jahr wird noch gearbeitet. Wir hoffen, dass Ende n\u00e4chsten Jahres \u2013 ich m\u00f6chte kein Datum nennen \u2013 es soweit sein wird, dass wir eine Messe lesen k\u00f6nnen, auch wenn die Domkirche nicht ganz fertig saniert ist. Im Jahr 2021, wenn Temeswar Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt sein wird, wird der Dom besucht werden k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Wie viele Pfarreien z\u00e4hlt zurzeit die Di\u00f6zese Temeswar, wie viele Priester sind hier t\u00e4tig und wie gro\u00df ist der Bedarf danach?<\/strong><br \/>\nWir haben zurzeit 73 Pfarreien, davon haben 60 einen eigenen Pfarrer. Wir haben 91 Priester auf Papier, aber 13 sind in Rente und habe keine Pfarrei, dann haben wir 4 Priester in anderen L\u00e4ndern und einen in Karlsburg, der dort Vizerektor ist, usw. Im Herbst haben wir einen Priester aus der Erzdi\u00f6zese Karlsburg\/Alba Iulia bekommen \u2013 er ist schon Pfarrer in Reschitza-Gov\u00e2ndari. Wir hoffen, dass mindestens zwei-drei aus dem Ausland kommen. Bis dahin werden wir aber mit diesen Priestern, aber auch mit den Laien zusammenarbeiten. Wir haben 90.000 Katholiken im Banat, die sehr zerstreut sind. N\u00e4chstes Jahr m\u00f6chten wir Fortbildungen f\u00fcr die Laien organisieren, die vielleicht Pr\u00e4oratoren oder sogar Akolythen werden k\u00f6nnen, aber das sind Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft.<br \/>\n<strong>Wie ist die Situation der r\u00fcckerstatteten Geb\u00e4ude? Was macht die Di\u00f6zese Temeswar mit diesen Geb\u00e4uden?<\/strong><br \/>\nIn manchen Ortschaften haben wir leider Ruinen zur\u00fcckbekommen. Wo gute Geb\u00e4ude sind, nutzen wir diese auch, wie z. B. das \u201eGerhardinum\u201c, wo eine Schule mit 400 Jugendlichen in Betrieb ist. Im Geb\u00e4ude in der Augustin-Pacha-Stra\u00dfe 2 gibt es Wohnungen und ein Jugendzentrum. Deswegen haben wir eine Arbeitsgruppe gebildet, damit wir sehen, was mit den Geb\u00e4uden getan werden kann.<br \/>\n<strong>Gibt es f\u00fcr das \u201eGerhardinum\u201c ein Sanierungsprojekt?<\/strong><br \/>\nSt\u00e4ndig gibt es Arbeit dort. Das \u201eGerhardinum\u201c ist jedes Jahr gewachsen, deswegen brauchen wir immer neue Klassenzimmer. Dieses Jahr wurde der Speisesaal renoviert. Jetzt arbeiten wir an der eigenen K\u00fcche. Dann haben wir f\u00fcr den dortigen Kindergarten R\u00e4umlichkeiten freigemacht. Vor einigen Jahren wurde dort das Dach renoviert. Wir wollen das Geb\u00e4ude zun\u00e4chst im Inneren sanieren, dann schauen wir weiter, was mit dem \u00c4u\u00dferen geschieht.<br \/>\n<strong>Stichwort: Kirchenbeitrag. Es gibt Gl\u00e4ubige, die behaupten, dieser sei zu hoch. Gibt es diesbez\u00fcglich Diskussionen?<\/strong><br \/>\nDer Kirchenbeitrag ist seit mindestens 20 Jahren in der Di\u00f6zese derselbe \u2013 ein Prozent von dem Einkommen. Ich halte das f\u00fcr richtig, denn wenn jemand weniger verdient, dann ist das wenig, aber wenn jemand mehr verdient, dann kann er auch mehr beitragen. Wenn ich meine Kirche liebe, dann m\u00f6chte ich beitragen. Und wo arme Leute sind, dort sollen wir helfen, nicht sie sollen der Kirche helfen. Z. B. in Reschitza, wo ich Pfarrer war, haben die Leute viel mehr gegeben als vorgeschrieben ist. Sie haben den Kultus bezahlt und gespendet. Wenn jemand gar nicht bezahlen will, dann haben wir auch keine Macht, diese Menschen zu bestrafen. Dann bezahlen sie eben nicht. Es ist so wie mit den S\u00fcnden: Wir bereuen unsere S\u00fcnden, doch niemand forscht, ob jemand gebeichtet oder noch S\u00fcnden hat. Vor Jahren betrug die Kirchenabgabe zehn Prozent. Es gibt Gemeinden in der Welt, wo das noch so ist. Dieser Beitrag muss aber irgendwie freiwillig sein. Ich geh\u00f6re freiwillig dieser Gemeinde an und m\u00f6chte freiwillig dieser Gemeinde helfen.<br \/>\n<strong>Sie sind einer der Geistlichen, die schon immer sehr \u00f6kumenisch eingestellt gewesen sind. Inwiefern ist \u00d6kumene in Ihrer Di\u00f6zese ein Thema?<\/strong><br \/>\nHier, im Banat, sind die Leute daran gew\u00f6hnt, mit verschiedenen Nationalit\u00e4ten und Konfessionen zusammenzuleben. Ich m\u00f6chte die anderen respektieren, und sehe, dass auch sie mich und uns respektieren. Wo wir k\u00f6nnen, machen wir das, was erlaubt ist, zusammen. Die \u00f6kumenische Gebetswoche im Januar war sehr sch\u00f6n, es war eine gewisse Geschwisterlichkeit zu sp\u00fcren und ich freue mich daf\u00fcr. Als der evangelische Bischof Reinhart Guib von Hermannstadt ins Banat gefahren ist, bin ich gern bei der Veranstaltung dabei gewesen \u2013 ich bin f\u00fcr ihn dort hingekommen, denn ich m\u00f6chte diese Beziehungen weiterpflegen. Sie sind Kinder Gottes und wir sind auch Kinder Gottes. Wenn wir daf\u00fcr arbeiten, was Jesus uns anvertraut hat, dann sollen wir doch einander kennen, lieben und helfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/adz.ro\/artikel\/artikel\/bei-dieser-begegnung-staerken-wir-einander-in-der-hoffnung\">https:\/\/adz.ro\/artikel\/artikel\/bei-dieser-begegnung-staerken-wir-einander-in-der-hoffnung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ADZ-Gespr\u00e4ch mit dem r\u00f6misch-katholischen Bischof von Temeswar, Josef Csaba P\u00e1l Mittwoch, 11. September 2019 Seit knapp \u00fcber einem Jahr ist Josef Csaba P\u00e1l (63) als Bischof der R\u00f6misch-Katholischen Di\u00f6zese Temeswar\/Timi\u015foara im Amt. 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