{"id":21757,"date":"2019-12-12T13:21:42","date_gmt":"2019-12-12T11:21:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=21757"},"modified":"2019-12-12T13:21:42","modified_gmt":"2019-12-12T11:21:42","slug":"weihnachtsbotschaft-seiner-exzellenz-josef-csaba-pal-bischof-von-temeswar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/weihnachtsbotschaft-seiner-exzellenz-josef-csaba-pal-bischof-von-temeswar\/","title":{"rendered":"Weihnachtsbotschaft Seiner Exzellenz Josef Csaba P\u00e1l Bischof von Temeswar"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Mitbr\u00fcder im priesterlichen Amt!<br \/>\nIn Christus geliebte Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>In der Beschreibung der Weihnachtserreignisse liegt etwas Poetisches, Idyllisches, etwas Sch\u00f6nes, Ber\u00fchrendes, etwas, was ganz tief ist. Sobald wir an Weihnachten denken, scheint es, dass unsere Seele sich zum Himmel erhebt.<br \/>\nAber warum ergeht es uns so? \u2013 Denn die Realit\u00e4t, die Lage vor Ort, die dort beschrieben wird, ist alles andere als idyllisch: Die Heilige Familie kommt in Bethlehem erm\u00fcdet an &#8211; Maria war ja hochschwanger \u2013 an einem Ort, wo sie niemand aufnimmt, wo sie sich nachts unter Fremden befinden\u2026 In ihren Herzen stellen sie sich wohl die Frage: Wieso konnten wir nicht mehr f\u00fcr dieses Kind tun? Eigentlich, gibt es dort nichts, was uns edel oder m\u00e4rchenhaft erscheinen k\u00f6nnte. \u2013 Sicher, kurz danach finden dann die wichtigsten Ereignisse statt. \u2013 Es ist aber gut, wenn wir feststellen, dass es eine schmerzhafte Realit\u00e4t gibt, eine Realit\u00e4t, inmitten derer wir alle leben: manchmal reicht das Geld nicht aus, unsere Gesundheit ist nicht immer die Beste, wir verlieren manchmal unsere Geduld, wir sind manchmal mit uns selbst oder mit anderen unzufrieden, manchmal sind wir m\u00fcde, das Leben ist kurz&#8230; All diese Sachen machen eine Realit\u00e4t aus. Eine bittere Realit\u00e4t. Und wie wird diese bittere Realit\u00e4t zu einem sch\u00f6n gelebten, erf\u00fcllten Leben?<br \/>\nMit der Geburt Jesu Christi wurden wir mit einer F\u00e4higkeit beschenkt: wir k\u00f6nnen von nun an jenseits der Dinge sehen. Die Heilige Schrift sagt: \u201eAllen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben\u201d. Wer Ihn aufnimmt, wer an Ihn glaubt, der sieht jenseits der Dinge, im besten Sinne des Wortes. Er sieht die Sch\u00f6nheit, die Poesie, die Liebe Gottes, all das, was er als Geschenk bekommen hat, alles, was ihm gegeben wurde.<br \/>\nHaben wir Augen des Glaubens? Diese Augen n\u00e4mlich schenken uns die F\u00e4higkeit, die M\u00f6glichkeit, jenseits der Dinge zu sehen, zu erkennen, dass es in dieser Welt nicht nur die Unbarmherzigkeit der Menschen gibt, die Maria und Josef in keine der Herbergen aufnehmen, dass es nicht nur M\u00fche und Leid gibt, sondern wir k\u00f6nnen eine h\u00f6here Realit\u00e4t entdecken, n\u00e4mlich dass wir die Liebe Gottes f\u00fcr uns erfahren d\u00fcrfen, dass sie sich uns offenbart hat. Gott, der Allm\u00e4chtige, ist unter uns gekommen. Das Weihnachtsfest \u00f6ffnet unsere Augen, damit wir diese Tatsache erkennen. Und gerade deshalb ist es so sch\u00f6n! Von nun an sehen wir nicht mehr nur die bittere Gegenwart unserer Existenz, sondern auch diese andere Realit\u00e4t, die wir vielleicht am Anfang nur mit den Augen des Glaubens erkennen. Aber sp\u00e4ter werden wir sie noch oft genug auch mit unseren leiblichen Augen sehen, genau wie Maria und Josef es nun sehen: es kommen die Hirten, die Engel, die heiligen drei K\u00f6nige&#8230; hier ist etwas passiert, hier hat etwas begonnen! Aber daf\u00fcr brauchen wir den Glauben, der nicht darauf beruht, was wir mit den Augen des Leibes sehen, sondern der Glaube ist viel mehr als das! Erst dann k\u00f6nnen wir richtig sehen, wenn wir mit Glauben dem Ruf Gottes folgen.<br \/>\nWir feiern die Geburt Jesu Christi. Und, jenseits aller Dinge, m\u00f6gen wir den Emmanuel \u2013 Gott mit uns \u2013 erkennen, m\u00f6gen wir den Gott sehen, der hier, inmitten seines Volkes wohnt!<br \/>\nWenn wir diese besondere Sehkraft nicht verlieren, so kann sich unser Leben von Grund auf ver\u00e4ndern.<br \/>\nEinst h\u00f6rte ich eine interessante Geschichte:<br \/>\nEs war einmal ein Kloster, das gerade schwere Zeiten erlebte. Die M\u00f6nche wurden immer \u00e4lter und die j\u00fcngeren Kandidaten waren immer weniger. Die wenigen, die geblieben waren, erf\u00fcllten traurig und schweren Herzens ihre t\u00e4glichen Pflichten. So versammelten sie sich eines Tages, um sich \u00fcber ihre Lage zu beraten. Sie erinnerten sich, dass im Wald, rings um ihr Kloster, ein weiser Greis lebte \u2013 den wollten sie besuchen und um Rat fragen! Der Abt des Klosters machte sich auf den Weg und besuchte den alten, weisen Mann. Der Greis h\u00f6rte dem Abt zu und gab ihm schlie\u00dflich einen Rat: &#8211; Sag deinen Mitbr\u00fcdern nur einen Satz, den du aber nicht wiederholen darfst. Du darfst diesen Satz nur ein einziges mal aussprechen. Und dieser Satz lautet: <em>Der Messias ist unter euch.<\/em><br \/>\nIns Kloster zur\u00fcckgekehrt, versammelte der Abt alle M\u00f6nche und sagte ihnen, was der weise Mann ihm gesagt hatte: <em>Der Messias ist unter uns<\/em>. Die M\u00f6nche durften den Satz nicht wiederholen. Sie fragten sich, was dies bedeuten k\u00f6nnte: ist einer von ihnen der Messias? K\u00f6nnte es wohl Bruder Thomas, oder Bruder Elias, oder sogar Bruder Matthias sein? Oder vielleicht bin ich es&#8230; ?<br \/>\nW\u00e4hrend sie gerade dabei waren, all diese M\u00f6glichkeiten zu erw\u00e4gen, begannen die M\u00f6nche sich gegenseitig anders anzusehen, sich miteinander aufmerksamer zu benehmen. Sie erwiesen einander viel mehr Respekt, denn sie dachten von nun an, dass irgendeiner von ihnen der Messias sein k\u00f6nnte. Langsam \u00e4nderte sich die Atmosph\u00e4re im Kloster grunds\u00e4tzlich, so dass die Besucher, welche die Abtei betraten, diese \u00c4nderung, diesen neuen, guten Geist bemerkten. Die liebevolle Umgangsweise in dieser Gemeinschaft gefiel ihnen sehr und so riefen sie ihre Freunde, ihre Bekannten und&#8230; so kamen auch die Jugendlichen. Unter ihnen gab es sogar einige, die die Berufung zum Klosterleben sp\u00fcrten. Und so erneuerte sich langsam-langsam das Kloster.<br \/>\nIst es uns tats\u00e4chlich bewusst, dass der Messias eigentlich unter uns ist? Er kam, um sein Leben mit uns zu teilen. Haben wir eigentlich Augen, um die gro\u00dfe Entdeckung zu machen, dass er hier, in unseren N\u00e4chsten, in uns selbst lebt? Er will auch in unseren Beziehungen zueinander lebendig sein. Deshalb ist er Mensch geworden, um uns zur Seite zu stehen und um uns zu zeigen, wie Gott eigentlich ist. Er ist ganz klein geworden. So klein, dass andere sich nun zu ihm beugen k\u00f6nnen, dass sie ihm helfen k\u00f6nnen; dass wir ihn lieben k\u00f6nnen. Und seitdem lebt er mitten unter uns. Er \u00f6ffnet unsere Augen, damit wir seine Anwesenheit entdecken; er \u00f6ffnet unsere Herzen, um sie mit seiner Liebe g\u00e4nzlich zu f\u00fcllen und damit unser ganzes Leben eine Antwort unserer Liebe auf seine Liebe werde.<br \/>\nMit diesen Gedanken w\u00fcnsche ich Ihnen, liebe Gl\u00e4ubige, ein gesegnetes Weihnachtsfest!<br \/>\n\u2720 Josef<br \/>\nDi\u00f6zesanbischof<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Mitbr\u00fcder im priesterlichen Amt! In Christus geliebte Br\u00fcder und Schwestern! In der Beschreibung der Weihnachtserreignisse liegt etwas Poetisches, Idyllisches, etwas Sch\u00f6nes, Ber\u00fchrendes, etwas, was ganz tief ist. 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