{"id":21861,"date":"2019-12-17T19:09:35","date_gmt":"2019-12-17T17:09:35","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=21861"},"modified":"2019-12-17T19:09:35","modified_gmt":"2019-12-17T17:09:35","slug":"die-europaeische-kulturhauptstadt-2021-stellte-sich-in-bad-kissingen-vor-ein-wochenendseminar-behandelte-die-stadt-und-kulturgeschichte-temeswars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/die-europaeische-kulturhauptstadt-2021-stellte-sich-in-bad-kissingen-vor-ein-wochenendseminar-behandelte-die-stadt-und-kulturgeschichte-temeswars\/","title":{"rendered":"Die Europ\u00e4ische Kulturhauptstadt 2021 stellte sich in Bad Kissingen vor. Ein Wochenendseminar behandelte die Stadt- und Kulturgeschichte Temeswars"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Die 1000-j\u00e4hrige Geschichte der Di\u00f6zese Tschanad\/ Temeswar Bestandteil des Ereignisses.<\/em><\/strong><br \/>\nVon Raluca Nelepcu<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-21862 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-300x225.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20225%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/2-5-1536x1152.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Temeswar\/Timi\u0219oara\/Temesv\u00e1r, seine Geschichte, sein reichhaltiges Kulturleben, die Sehensw\u00fcrdigkeiten und das besondere Flair dieser westrum\u00e4nischen Stadt standen im Mittelpunkt einer internationalen Tagung, die am zweiten Dezember-Wochenende in Bad Kissingen, Deutschland, abgehalten wurde.<br \/>\nIn der Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte \u201eDer Heiligenhof\u201c (Tr\u00e4ger des Heiligenhofs ist die Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk) kamen am 6. Dezember G\u00e4ste von nah und fern zusammen, um sich, gerade im Hinblick auf das Europ\u00e4ische Kulturhauptstadtjahr 2021, mit Temeswar und all dem, was die Stadt an der Bega ihren Besuchern zu bieten hat, auseinanderzusetzen. Veranstaltet wurde das Treffen von der Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte \u201eDer Heiligenhof\u201c in Bad Kissingen, in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde der Lenau-Schule und dem Kulturund Dokumentationszentrum der Banater Schwaben in Ulm, gef\u00f6rdert wurde es von der Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien.<br \/>\nDas Programm begann am Freitagabend mit einer Vorstellungsrunde. Der Gastgeber, Studienleiter Gustav Binder, f\u00fchrte zusammen mit Halrun Reinholz vom Kultur- und Dokumentationszentrum der Banater Schwaben in die Seminarthematik ein. Es folgte ein Referat von Dr. Walter Engel, der \u00fcber Temeswar als literarisches Zentrum der Banater Deutschen, \u00fcber Autoren, Werke und Zeitschriften im 20. Jahrhundert vortrug.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/3-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-21865 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/3-2-300x225.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/3-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20225%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/3-2-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/3-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/3-2-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/3-2-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/3-2.jpg 765w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Am Samstag gab es wiederum ein volles Programm: Dr. Hans-Heinrich Rieser machte am fr\u00fchen Morgen die Anwesenden mit der geografischen Lage und der Stadtwerdung Temeswars vertraut. Der Architekt Mihai Opri\u0219 erz\u00e4hlte vom sagenumwobenen \u201et\u00fcrkischen Jagdschloss des Grafen Mercy\u201c \u2013 es war ein sehr spannendes Thema, das viele der Anwesenden bis dato nicht kannten. Das Geb\u00e4ude, von dem Mihai Opri\u0219 erz\u00e4hlte, befand sich einst im Jagdwald, und zwar dort, wo aktuell die Forstschule steht. \u201eEigentlich war es nicht das Jagdschloss des Grafen Mercy, sondern ein barockes Juwel, das man in der Zeit um 1763 gebaut hat. Es war eine sehr interessante Architektur \u2013 ich habe es sogar gewagt, die Hypothese zu formulieren, dass der Architekt Karl Josef R\u00f6mmer der beste Architekt im Banat des 18. Jahrhunderts war, der Meister des Temeswarer Barocks schlechthin. Es gibt Legenden, die die Dokumente nicht best\u00e4tigen \u2013 eine dieser Legenden erz\u00e4hlte eben von diesem sogenannten \u2018t\u00fcrkischen Jagdschloss des Grafen Mercy\u2018\u201c, erkl\u00e4rte der Architekt Mihai Opri\u0219, der die T\u00e4tigkeit des Architekten R\u00f6mmer auch durch einige Pl\u00e4ne der Domkirche, eines Symbols der Stadt Temeswar, die in der zweiten Bauetappe der Bischofskathedrale zustandekamen, illustrierte.<br \/>\nNach einem Vortrag der Unterzeichnenden \u00fcber die Geschichte des Banater deutschen Schulwesens und der Nikolaus-Lenau-Schule, die im kommenden Jahr ihr 150-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um feiert, zeichnete Dr. Eszter J\u00e1nos aus Gro\u00dfwardein\/Oradea das Bild von Temeswar in der \u201eTemesvarer Zeitung\u201c nach. Der Musikwissenschaftler Dr. Franz Metz sprach \u00fcber die Rolle von Musik und Gesang im multiethnischen Temeswar. \u201eIn meinem Vortrag geht es um fast 500 Jahre Temeswarer Musikgeschichte, wenn wir bedenken, dass nach 1552 zum ersten Mal die Stadt Temeswar besungen wurde in einem Historiengesang, der von Heltai G\u00e1sp\u00e1r in Klausenburg sogar vervielf\u00e4ltigt wurde. Insgesamt ist es eine spannende Geschichte, vom osmanischen Reich, der \u00f6sterreichisch-ungarische Doppelmonarchie bis zur Entstehung Gro\u00dfrum\u00e4niens, w\u00e4hrend der Zeit des Kommunismus und nach 1990. Die Musik hat an solchen Orten wie Temeswar, wo mehrere Ethnien und Konfessionen leben, schon immer eine verbindende Rolle gespielt. Denn wo das Wort aufh\u00f6rt, da beginnt die Musik\u201c, sagte Dr. Franz Metz, der auch die Musikvereine, in denen die verschiedenen Ethnien einander trafen, erw\u00e4hnte.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/7.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-21868 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/7-300x225.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/7-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20225%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/7-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/7-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/7-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/7-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/7.jpg 765w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Einen \u00dcberblick \u00fcber die fast 1000 Jahre alte Geschichte des R\u00f6misch-Katholischen Bistums Temeswar (ehem. Bistum Tschanad) bot Dr. Claudiu C\u0103lin, Archivar der Di\u00f6zese Temeswar, der in seinem Vortrag die Anf\u00e4nge der alten Di\u00f6zese Tschanad, mit der T\u00e4tigkeit des hl. Gerhard, seiner Christianisierungsbestrebungen und die der ersten urkundlich erw\u00e4hnten Deutschen am Gebiet des heutigen Rum\u00e4niens \u2013 die Benediktiner Heinrich und Walther \u2013 pr\u00e4sentierte, aber auch die Lebensgeschichte und die Leistungen des Schwabenbischofs Augustin Pacha, einer Pers\u00f6nlichkeit des Banats, beschrieb. Abends gab es einen Bericht von Dr. Sabolcs J\u00e1nos aus Gro\u00dfwardein \u00fcber Temeswar in historischen Reiseberichten. Eigens aus der Schweiz war Getta Neumann angereist, die \u00fcber das j\u00fcdische Leben in Temeswar referierte.<br \/>\nDen Erz\u00e4hlungen der Tochter des ehemaligen langj\u00e4hrigen Temeswarer Ober-Rabbiners Dr. Ernest Neumann zufolge blieben die Juden in der Stadt Temeswar \u2013 anders als dies in anderen europ\u00e4ischen St\u00e4dten der Fall war \u2013 vor Pogromen verschont. Das friedliche Miteinander der Ethnien, das die Stadt schon immer gepr\u00e4gt hatte, hoben mehrere Referenten in ihren Vortr\u00e4gen hervor. Zum Schluss berichtete die aus Ortzydorf\/Or\u021bi\u0219oara geb\u00fcrtige und 1976 nach Deutschland ausgewanderte Reisekauffrau Ramona Lambing, die Reiseagenturen in Saarbr\u00fccken und Temeswar betreibt, \u00fcber das touristische Potenzial der Stadt Temeswar und hob dabei auch mehrere negative Aspekte der rum\u00e4nischen Tourismusbranche hervor. \u201eTemeswar hat in den letzten Jahren dennoch einen Fortschritt gemacht. Es gibt im Stadtzentrum jetzt das Tourismusinformationszentrum, das dem B\u00fcrgermeisteramt untergeordnet ist, und es gibt, beim Kreisrat angesiedelt, den Verein zur Tourismusentwicklung und -f\u00f6rderung, der ebenfalls einige Projekte in die Wege geleitet hat\u201c, informierte Ramona Lambing.<br \/>\nIm Anschluss an die Vortr\u00e4ge wurden Fragen gestellt bzw. Anregungen gemacht. Die Referate boten nicht nur reichlich Informationsmaterial, das auch den geb\u00fcrtigen Banatern zugute kam, sondern sie lie\u00dfen auch diejenigen, die noch nie oder schon lange nicht mehr in Temeswar gewesen sind, auf den Geschmack kommen, der Stadt an der Bega demn\u00e4chst erneut einen Besuch abzustatten: \u201eIch bin schon im Banat und in Temeswar gewesen, aber ich bin von den vielen Pr\u00e4sentationen, von der sch\u00f6nen, reichhaltigen Kultur derma\u00dfen begeistert, dass ich es gleich wieder tun m\u00fcsste. Es hat mir wirklich Appetit gemacht, dass ich das Banat, das Banater Bergland und Temeswar besuche\u201c, sagte Studienleiter Gustav Binder im Anschluss an das Seminar.<br \/>\n\u201eDer Heiligenhof\u201c beherbergt seit Jahren Veranstaltungen zu St\u00e4dteportr\u00e4ts in Rum\u00e4nien \u2013 dabei wurden bereits siebenb\u00fcrgische St\u00e4dte wie Hermannstadt\/Sibiu, Kronstadt\/Bra\u0219ov, Mediasch\/Media\u0219 und Klausenburg\/Cluj-Napoca vorgestellt.<br \/>\nUnter den mehr als 50 G\u00e4sten, die bei dem Wochenendseminar in Bad Kissingen dabei waren, befanden sich auch viele nach Deutschland ausgewanderte Banater und ehemalige Sch\u00fcler aber auch Unterst\u00fctzer und Partner des Nikolaus-Lenau-Lyzeums.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 1000-j\u00e4hrige Geschichte der Di\u00f6zese Tschanad\/ Temeswar Bestandteil des Ereignisses. 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