{"id":23074,"date":"2020-02-26T17:20:37","date_gmt":"2020-02-26T15:20:37","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=23074"},"modified":"2020-02-26T17:23:08","modified_gmt":"2020-02-26T15:23:08","slug":"erinnerung-an-terezia-damacsek-zum-90-geburtstag-der-bekannten-reschitzaer-sopranistin-und-kirchensaengerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/erinnerung-an-terezia-damacsek-zum-90-geburtstag-der-bekannten-reschitzaer-sopranistin-und-kirchensaengerin\/","title":{"rendered":"Erinnerung an Terezia Damacsek Zum 90. Geburtstag der bekannten Reschitzaer Sopranistin und Kirchens\u00e4ngerin"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Projektes \u201eBekannte Pers\u00f6nlichkeiten Reschitzas von gestern\u201c fand am 3. Februar d.J. im Deutschen \u201eAlexander Tietz\u201c-Zentrum Reschitza eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an Terezia Damacsek (Pipi), Sopranistin, Hauptdarstellerin in der deutschen Operettengruppe Reschitza (1958 &#8211; 1981), aktives Mitglied im Kirchenchor \u201eHarmonia Sacra\u201c Reschitza (ab 1975), anl\u00e4sslich des 90. Geburtstages (*30. Januar 1930, Reschitza \u202020. Oktober 2005, Reschitza) statt, die in Zusammenarbeit mit Georg Col\u021ba, Regens Chori des \u201eHarmonia Sacra\u201c-Kirchenchors der r\u00f6misch-katholischen Pfarrei\u201eMaria Schnee\u201c Reschitza und Christine Maria Surdu, Leiterin des \u201eFiamma\u201c-Jugendchors der gleichen Pfarrei organisiert wurde.<\/p>\n<p><strong>Ausbildung bei den Notre-Dame-Schwestern<\/strong><br \/>\nWer war Terezia Damacsek, die in Reschitza bei jung und alt nur unter dem Namen \u201ePipi\u201c bekannt war? Pipi (den Kosename gaben ihr die Eltern) Damacsek wurde am 30. Januar 1930 in Reschitza, in der Familie eines Arbeiters geboren. Ihr Vater, der slowakischer Abstammung war, arbeitete in den Reschitzaer Eisenwerken. Die Mutter, ungarischer Abstammung, war, wie die Mehrheit aller M\u00fctter in Reschitza, Hausfrau. Pipi wuchs im Arbeiterviertel \u201eErbstollen\u201c auf. Im Elternhaus lebte sie bis ans Ende ihrer Tage. Die Grundschule besuchte Pipi im Hof der Evangelischen Kirche A.B. mit Unterricht in ungarischer Sprache. Pipi sprach aber flie\u00dfend Deutsch, die Reschitzaer Umgangssprache und Rum\u00e4nisch, auch die in Reschitza gebrauchte Mundart. Sp\u00e4ter, als sie heranwuchs, nach den Gepflogenheiten der damaligen Zeit, wurde sie nach Temeswar geschickt und zwar zu den Notre-Dame-Schwestern, wo sie eine vielseitige Ausbildung bekam, auch was Musik und Gesang anbelangt. Dies geschah in den Jahren 1944 1948. Viel sp\u00e4ter, als sie mit uns im Kirchenchor der katholischen Kirche sang, erz\u00e4hlte sie uns \u00fcber die Besuche des Generalvikars der Temeswarer Di\u00f6zese. Ferdinand Cziza kam nach Reschitza (immer am ersten Wochenende des Monats September, noch bevor das Schuljahr begonnen h\u00e4tte), um den Jugendlichen die heilige Firmung zu spenden: \u201eEr war unser Beichtvater in der Klosterschule\u201c (Ferdinand Tivadar Cziza, *23. Dezember 1915 &#8211; \u20206. Juni 1993, Lehrkraft und Beichtvater am Temeswarer Priesterseminar und Generalvikar der Temeswarer Di\u00f6zese in den Jahren 1954-1990). Nach Reschitza zur\u00fcckgekehrt, wollte Pipi ihren Lebensunterhalt verdienen und bewarb sich um einen Posten als B\u00fcroangestellte im Reschitzaer H\u00fcttenwerk, wo sie bald der Buchhaltung des Walzwerks zugeteilt wurde. Diese T\u00e4tigkeit einer Buchhalterin \u00fcbte sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1985 aus.<\/p>\n<p><strong>Beliebte Solistin der Deutschen Operettengruppe<\/strong><br \/>\nBereits in den Jugendjahren schloss sie sich den Vereinen der Reschitzaer Laienk\u00fcnstler an, zuerst der ungarischen Theatergruppe und dem Musikverein \u201eMagyar Dal\u00e1rda\u201c (d.h. Ungarischer Gesangverein), wo man Mitte der 50er Jahre eine Oper auf die B\u00fchne bringen konnte und zwar \u201eJ\u00e1nos Vit\u00e9z\u201c nach dem Werk von Sandor Pet\u00f6fi. Die Librettisten K\u00e1roly Bakonyi und Jen\u00f6 Heltai bearbeiteten das Pet\u00f6fi-Werk und Pongr\u00e1c Kacs\u00f3h komponierte die Musik dazu. Die Urauff\u00fchrung fand am 20. August 1904 in der Budapester Volksoper (Nemzeti Opera) statt. Die Reschitzaer Auff\u00fchrungen erfolgten in den Jahren 1956\u201358. In dieser Oper bekam Pipi die Rolle der franz\u00f6sischen K\u00f6nigstochter, eine Rolle f\u00fcr eine hohe Sopranistin mit Koloraturleichtigkeit. Nach Aufl\u00f6sung des Ungarischen Gesangvereins \u201eMagyar Dal\u00e1rda\u201c schloss sich Pipi Damacsek der Gesangsektion der Eisen- und Metallarbeiter (ab 1972 Deutsche Operettengruppe Reschitza genannt) an, wo sie mit gro\u00dfer Freude und Begeisterung aufgenommen wurde. In den folgenden Jahren trat sie unter der Stabf\u00fchrung von Josef Dudl, Franz St\u00fcrmer, Rolf Busch und Ladislaus Hunyadi in verschiedenen Rollen folgender Operetten auf: \u201eDas M\u00e4dchen von Montmartre\u201c (1958) von Robert Stolz; \u201eLasst mich singen\u201c von Gherase Dendrino (1959 &#8211; 1961), mit Auff\u00fchrungen in deutscher und rum\u00e4nischer Sprache; \u201eDer Vogelh\u00e4ndler\u201c von Karl Zeller (1962 &#8211; 1964); \u201eDie keusche Susanne\u201c von Jean Gilbert (1973 &#8211; 1974); \u201eDie Tanzgr\u00e4fin\u201c von Robert Stolz (1974 &#8211; 1975); \u201eIm wei\u00dfen R\u00f6ssl\u201c von Ralf Benatzky (1975 &#8211; 1976); \u201eGr\u00e4fin Maritza\u201c von Emmerich Kalman (1978 &#8211; 1981). Mit der Titelrolle der Gr\u00e4fin Maritza nahm sie 1981, zusammen mit ihrem langj\u00e4hrigen B\u00fchnenpartner Rudi Karlicsek, Abschied von der B\u00fchne. Aber beide traten noch in der Jubil\u00e4umsvorstellung \u201e60 Jahre deutsche Arbeiteroperette in Reschitza\u201c im Mai 1983 mit gro\u00dfem Erfolg auf. Bereits Mitte der 60er Jahre sang Pipi Damacsek auch im Kirchenchor der r\u00f6misch-katholischen Pfarrei Reschitza unter der Stabf\u00fchrung von Emil Kummergruber (sp\u00e4ter von Ladislaus Hunyadi und Georg Col\u021ba), wo sie auch den Feierlichkeiten des Zentenariums des Chors (100 Jahre Kirchenchor in Reschitza 1877 &#8211; 1977) beiwohnen durfte. Hier sang sie neben den Chorpartien auch sie Soloteile f\u00fcr Sopran in den feierlichen Messen von: Joseph Haydn (Harmoniemesse in B-Dur), W.A. Mozart (Die Kr\u00f6nungsmesse und Die Spatzenmesse, beide in C-Dur), August Wairich (Missa in honorem purissimi cordis Beat\u00e6 Mari\u00e6 Virginis in Es-Dur), Josef Sch\u00f6pf (Neue Sonntagsmesse), Franz Schubert (Deutsche Messe), Joseph Rheinberger (Gro\u00dfe Messe in C-Dur), Max Filke (Feierliche Messe in D-Dur), Peter Rohr (Jubilet-Messe in D-Dur, die die Reschitzaer Kirchweihmesse seit 1932, f\u00fcr das Fest Mari\u00e6 Schnee, um den 5. August war und auch heute noch ist!), Charles Gounod (Missa brevis in C-Dur), Josef Gruber (Requiem in d-Moll). Einen wesentlichen Beitrag leistete sie auch in den Oratorien von Joseph Haydn (\u201eDie letzten sieben Worte des Erl\u00f6sers am Kreuze\u201c) und von Friedrich Seitz (\u201eDie Passion &#8211; Oratorium auf den heiligen Karfreitag\u201c), in welchen ihre kr\u00e4ftige Sopranstimme besonders in den Solopartien zur Geltung kam. Sowohl in der Deutschen Operettengruppe als auch im Kirchenchor war Pipi Damacsek ein zuverl\u00e4ssiger Mensch. Sie war sonst eine sehr bescheidene Frau, die sich durch au\u00dfergew\u00f6hnliche Musikalit\u00e4t, Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit, P\u00fcnktlichkeit, Geduld und Toleranz, Hilfsbereitschaft und Kollegialit\u00e4t, Selbstlosigkeit auszeichnete. Sie gl\u00e4nzte nur auf der B\u00fchne, wo sie Sensibilit\u00e4t ausstrahlte und eine sch\u00f6ne elegante Haltung ihrem Auftritt zu verleihen wusste. In den Jahren 1983 &#8211; 2005 musste sie gegen einen plagenden Hautkrebs k\u00e4mpfen und auch da zeigte sie Mut und Ausdauer w\u00e4hrend der oftmals wiederholten Operationen und Bet\u00e4ubungen. Sie hatte ein Leben lang Freude am Singen und gab sich der Gesangskunst v\u00f6llig hin, dazu ist sie auch ihrem Glauben und der Reschitzaer r\u00f6misch-katholischen Kirche treu geblieben.<br \/>\nW\u00e4hrend der Gedenkveranstaltung berichteten aus ihren pers\u00f6nlichen Erinnerungen und Erlebnissen mit Pipi Damacsek aus dem Publikum Dana Antoaneta B\u0103l\u0103nescu, Marianne Chirilovici, Agnes Csisz\u00e1r, Elfriede Gheorghi\u021b\u0103, Mihai Popescu und Georg Col\u021ba, der auch Moderator des Gedenknachmittags und Darsteller war. Dabei sei noch erw\u00e4hnt, dass Mariana und Nelu Florea sowie Elfriede Chwoika Gastgeber seitens des Kulturzentrums waren. Zwischendurch erklangen Lieder des \u201eFiamma\u201c- Jugendchors der r\u00f6mischkatholischen Pfarrei \u201eMaria Schnee\u201d (\u201eLieben\u201c \/ \u201eA iubi\u201c und \u201eBesch\u00fctze mich, Herr\u201c \/ \u201eOcrote\u0219te-m\u0103 Doamne\u201c), das \u201eAve Maria\u201c von Jacques Arcadelt und das \u201eAve Maria\u201c von Mozart, mit dem \u201eHarmonia Sacra\u201c-Chor der gleichen Pfarrei, ein festlicher Marsch von Georg Friedrich H\u00e4ndel in der Interpretation von Patrick Paulescu und die Arien \u201eWie mein Ahnl\u201c aus der Operette \u201eDer Vogelh\u00e4ndler\u201c von Karl Zeller und \u201eDein ist mein ganzes Herz\u201c aus der Operette \u201eLand des L\u00e4chelns\u201c von Franz Lehar sowie das Lied \u201eDu bist die Ruh\u201c von Franz Schubert, vorgetragen von Georg Col\u021ba mit der Klavierbegleitung von Christine Maria Surdu.<br \/>\nWir, die Pipi Damacsek gekannt haben und mit ihr in Operettenauff\u00fchrungen und im Kirchenchor singen durften, freuen uns, dass sie Teil unseres Daseins war und dass wir von ihr viel lernen konnten. Diese Erinnerungen werden bleiben, wir werden sie als etwas Wertvolles bewahren.<br \/>\n<strong>Georg Col\u021ba, Reschitza<\/strong><br \/>\n<em>RedaktionelleBearbeitung: Balthasar Waitz<\/em><br \/>\n<strong>ADZ-PDF-<\/strong><br \/>\nErschienen in: <strong>Banater Zeitung, <\/strong><strong>Wochenblatt f\u00fcr Temesch, Arad und das Banater Bergland, <\/strong>28. Jahrgang\/ Nr. 1353, Mittwoch, 26. Februar 2020, S. VI.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Projektes \u201eBekannte Pers\u00f6nlichkeiten Reschitzas von gestern\u201c fand am 3. Februar d.J. im Deutschen \u201eAlexander Tietz\u201c-Zentrum Reschitza eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an Terezia Damacsek (Pipi), Sopranistin, Hauptdarstellerin in der deutschen Operettengruppe Reschitza (1958 &#8211; 1981), aktives Mitglied im Kirchenchor \u201eHarmonia Sacra\u201c Reschitza (ab 1975), anl\u00e4sslich des 90. Geburtstages (*30. Januar 1930, Reschitza \u202020. Oktober [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":23075,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23074"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23074"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23074\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23075"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23074"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}