{"id":24632,"date":"2020-04-30T09:50:28","date_gmt":"2020-04-30T06:50:28","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=24632"},"modified":"2020-04-30T09:52:44","modified_gmt":"2020-04-30T06:52:44","slug":"glaube-und-herausforderung-pruefungen-in-harten-zeiten-ich-lebe-jeden-tag-in-der-gegenwart-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/glaube-und-herausforderung-pruefungen-in-harten-zeiten-ich-lebe-jeden-tag-in-der-gegenwart-gottes\/","title":{"rendered":"GLAUBE UND HERAUSFORDERUNG \u2013 PR\u00dcFUNGEN IN HARTEN ZEITEN (6.) &#8211; \u201eIch lebe jeden Tag in der Gegenwart Gottes\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Professionalit\u00e4t, Empathie, Glaube, Mitgef\u00fchl \u2013 es sind Konzepte, die jetzt dank der Menschen \u2013 die in dieser Zeit harte Pr\u00fcfungen bestehen, jedoch jeden Tag arbeiten, ihre eigene und die Gesundheit ihrer Angeh\u00f6rigen riskieren, um ihren Mitmenschen zu helfen \u2013 immer mehr Inhalt gewinnen. Sie sind standhaft und erledigen ihre Arbeit mit Hingabe. Es gibt Menschen, die diese Mission auch in Zeiten ohne Epidemien \u00fcbernommen haben und es sind auch diejenigen, die sie jetzt freiwillig \u00fcbernehmen.<\/strong><br \/>\n<strong>\u201eDie guten Nachrichten sind keine Nachrichten. Gute Nachrichten werden fast nie gemeldet. Wenn wir schlechte Nachrichten h\u00f6ren, m\u00fcssen wir uns fragen, ob uns auch gute Nachrichten erreicht h\u00e4tten?\u201c Das Zitat stammt vom schwedischen Arzt Hans Rosling und enth\u00e4lt viel Wahrheit. Alle Zeugnisse und Interviews, die Teile dieser Serie sind, sind GUTE NACHRICHTEN. Ja, genauso, mit Gro\u00dfbuchstaben geschrieben. Und wir hoffen, sie werden viele erreichen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eIch lebe jeden Tag in der Gegenwart Gottes\u201c<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-24627 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli-225x300.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27225%27%20height%3D%27300%27%20viewBox%3D%270%200%20225%20300%27%3E%3Crect%20width%3D%27225%27%20height%3D%27300%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli-200x267.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli-225x300.jpg 225w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli-400x533.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli-600x800.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli-800x1066.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kocsikzoli.jpg 1000w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Seit 2009 ist der aus Petschka stammende Pfarrer Zolt\u00e1n Kocsik Rektor der Kirche des Piaristenordens in Temeswar. Im selben Jahr wurde er zum Spiritual des R\u00f6misch-Katholischen Theologischen Gymnasiums \u201eGerhardinum\u201c ernannt. Ab Januar 2017 war er stellvertretender Direktor und \u00fcbernahm ab 2019 die Position des Direktors dieser Bildungseinrichtung. Als wir ihm zu einem Interview anriefen, gestand Pfarrer Kocsik, dass er gerade \u201ek\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t\u201c betreibt: er hackte den Blumenbeet der Kirche und schnitt die B\u00fcsche. \u201eSo ein angenehmes Fr\u00fchlingswetter ist gut f\u00fcr die Bewegung im Freien, so kann ich das Angenehme mit dem N\u00fctzlichen kombinieren.\u201c &#8211; erkl\u00e4rte Pfarrer Kocsik seine etwas ungew\u00f6hnliche T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p><em>\u2013 Wie \u00fcben Sie ihren Beruf w\u00e4hrend der Pandemie aus?<\/em><br \/>\n<em>\u2013 <\/em>Als Lehrer und Schulleiter hatte ich in den ersten zwei Wochen das Gef\u00fchl, im Urlaub zu sein. Endlich k\u00f6nnen wir uns ein wenig entspannen, es gibt keine t\u00e4gliche Aufregung und keinen Stress mehr. Mit dem vergehen der Wochen vermisse ich jedoch immer mehr Sch\u00fcler, Lehrer und Priester. Ich vermisse Begegnungen, pers\u00f6nliche Diskussionen und die Teamarbeit. Derzeit bleiben wir nur per Telefon und E-Mail im Kontakt und die Zusammenarbeit erfolgt online. Trotz der Epidemie h\u00f6rte das Schulleben nicht auf. Mit Hilfe des Internets bzw. der Lehrer sende ich den Sch\u00fclern jeden Tag, nach Zeitplan, den Religionsunterricht. Wir bleiben mit unseren Kollegen im Kontakt, das didaktische Leben geht weiter. Stattdessen f\u00e4llt es mir als Pfarrer schwerer. Mir fehlt die lebendige, pers\u00f6nliche Verbindung zu Menschen, das gemeinsames Beten und die Hl. Messen mit Studenten und Gl\u00e4ubigen. Normalerweise telefoniere ich mit Familien und \u00e4lteren Menschen, die die Piaristenkirche besuchen. Die meisten jungen Menschen und Erwachsenen brauchen eine pers\u00f6nliche Verbindung sowie die Gegenwart Gottes in ihrem t\u00e4glichen Leben.<\/p>\n<p>\u2013 <em>Wie erleben Sie seelisch diese schweren Tage?<\/em><br \/>\n\u2013 Ehrlich gesagt, habe ich ein Paar Tage gebraucht, um zu erkennen, wie ernst und kritisch die Situation war. Ich konnte nicht glauben, dass uns solche Dinge zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch passieren k\u00f6nnten. Ich wurde wiederholt von einem Gedanken heimgesucht: \u201eWas passiert, wenn ich auch krank werde?\u201c Ich musste erkennen, wie zerbrechlich und verletzlich der Mensch ist, wie verletzlich ich der Epidemie gegen\u00fcber stehe. Vor diesem Hintergrund musste ich mein Leben \u00fcberdenken. Mir wurde auch klar, wie wenig wir uns um unser eigenes Leben und unsere eigene Seele k\u00fcmmerten. Die Dinge werden jetzt neu bewertet. Wir sehen, wie unnat\u00fcrlich das ist, was wir f\u00fcr nat\u00fcrlich hielten. All dies ist tats\u00e4chlich ein wunderbares Geschenk, das wir erst dann sch\u00e4tzen, wenn wir es verlieren. Ich kann jedoch sagen, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes gelernt habe, mich und die mir anvertrauten Personen in die H\u00e4nde Gottes zu legen.<\/p>\n<p>\u2013 <em>Haben Sie noch Kraft, die Menschen, die Sie betreuen, zu ermutigen?<\/em><br \/>\n<em>\u2013 Ja! Die Lehrerkollegen und Priester rufen mich oft an. Wir diskutieren was wir tun m\u00fcssen, damit das didaktische Leben ohne Probleme weitergeht. In solchen F\u00e4llen gibt es neben formellen Diskussionen Zeit und Gelegenheit, \u00fcber pers\u00f6hnlichere Dinge zu sprechen. Ich glaube, dass diese Telefongespr\u00e4che nicht nur einfache formelle Treffen sind, sondern dass wir uns auch geistig immer n\u00e4her kommen.<\/em><\/p>\n<p>\u2013 <em>Woraus sch\u00f6pfen Sie Kraft, wenn Sie entmutigt sind?<br \/>\n<\/em><em>\u2013 <\/em>Diese Zeit der Epidemie ist auch f\u00fcr mich eine Zeit der Gnade. Ich habe mehr Zeit f\u00fcr pers\u00f6nliches Gebet. W\u00e4hrend der allein gefeierten Heiligen Messen, ohne Gl\u00e4ubigen, habe ich mehr Zeit zum Nachdenken, zum Meditieren \u00fcber biblische Texte und nach der Heiligen Kommunion zu einem pers\u00f6hnlichen Gespr\u00e4ch mit Jesus. Ich habe Zeit zum Lesen und Arbeiten. Ich lebe einfach mein t\u00e4gliches Leben in der Gegenwart Gottes. Das gibt mir Kraft. Ich f\u00fchle mich nicht allein. Das hindert mich daran, entmutigt zu werden.<\/p>\n<p>\u2013 <em>Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Mitmenschen?<\/em><br \/>\n\u2013 Die meisten Menschen glauben, dass sich die Welt nach der Epidemie ver\u00e4ndern wird. Wir werden lernen, die Welt um uns herum, den Mensch neben uns und den lieben Gott zu sch\u00e4tzen. Vielen f\u00e4llt es schwer, in ihren H\u00e4usern zu bleiben. Jeder wartet darauf, sein normales Leben wieder aufnehmen zu k\u00f6nnen, in der Schule zu unterrichten und lernen, die physische Teilnahme der Gl\u00e4ubigen an der Heiligen Messe. Bleiben wir gesund und alles wird gut!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Professionalit\u00e4t, Empathie, Glaube, Mitgef\u00fchl \u2013 es sind Konzepte, die jetzt dank der Menschen \u2013 die in dieser Zeit harte Pr\u00fcfungen bestehen, jedoch jeden Tag arbeiten, ihre eigene und die Gesundheit ihrer Angeh\u00f6rigen riskieren, um ihren Mitmenschen zu helfen \u2013 immer mehr Inhalt gewinnen. Sie sind standhaft und erledigen ihre Arbeit mit Hingabe. 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