{"id":25453,"date":"2020-05-26T13:40:04","date_gmt":"2020-05-26T10:40:04","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=25453"},"modified":"2020-05-26T14:42:24","modified_gmt":"2020-05-26T11:42:24","slug":"berufung-dienst-mission-pastorale-gedanken-waehrend-der-pandemie-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/berufung-dienst-mission-pastorale-gedanken-waehrend-der-pandemie-3\/","title":{"rendered":"Berufung, Dienst, Mission &#8211; Pastorale Gedanken w\u00e4hrend der Pandemie (3.)"},"content":{"rendered":"<p><strong>In schwierigen, kritischen Zeiten meinen oft die Menschen dass Grundwerte verloren zu sein scheinen. Sie schlummern unbemerkt im Schatten des Alltags, der t\u00e4glichen Aufgaben, die manchmal f\u00fcr viel wichtiger als sie es in Wahrheit sind, gehalten werden. Die folgenden Reihen stehen daf\u00fcr, da\u00df unser Glaube nicht ersch\u00fcttert werden kann!<\/strong><\/p>\n<p><b><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-25460 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-300x192.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-300x192.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"192\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27192%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20192%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27192%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-200x128.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-300x192.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-400x256.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-460x295.jpg 460w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-600x384.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-768x491.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-800x512.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-1024x655.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1-1200x767.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Gyomaendr\u0151d-2020-Jeremi\u00e1sSiralmai-1.jpg 1340w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Heute sprechen wir mit Pfr.\u00a0G\u00e1bor\u00a0Czank, der aus umserer Di\u00f6zese stammt und Wurzeln, bzw. viele Freunde und Bekannte in Arad-Schega, Petschka, Turnu und Irato\u0219 hat. Er war von 1994 bis 1998 Sch\u00fcler des R\u00f6misch-Katholischen Lyzeums Gerhardinum in Temeswar und begann danach seine theologischen Studien in Alba Iulia\/ Karlsburg. Diese beendete er in Segedin, wo er zum Priester der Schwesterdi\u00f6zese Segedin-Tschanad geweiht wurde. Pfr. Czank war eine Zeit lang Seelsorger in Mako, pflegt aber sch\u00f6ne Kontakte zu seiner Heimatdi\u00f6zese, zu den Priestern und Gemeinden unserer Gegend und steht mit uns in Verbindung, bzw. hilft uns \u00f6fters in der Pressearbeit. Zur Zeit ist er als Pfarrer in\u00a0Gyomaendr\u0151d t\u00e4tig und k\u00fcmmert sich um das spirituelle Leben weiteren drei Gemeinden. Er ist bekannt unter seinen Facebook-Freunden &#8211; und nicht nur &#8211; f\u00fcr seine wundervollen Zeichnungen aus dem Alltag, bzw. aus dem religi\u00f6sen Leben der Deutschen und Ungarn des Banats, vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Vor einigen Wochen sprachen wir mit Pfr. Czank und tauschten uns \u00fcber\u00a0diese, jetzige schwierige Zeit aus. Diese Gedanken teilen wir hiermit auch mit den lesern unserer Homepage.<\/b><\/p>\n<p><strong>&#8211; <em>Wenn wir uns einen R\u00fcckblick leisten, wenn wir in unseren Tagen, in unserem Leben vor dem Coronavirus blicken werden, werden wir feststellen, dass unsere Existenz voller, hektischer, stressiger, voller Sorgen war. Wie empfinden Sie sowohl privat, als auch in Ihrer priesterlichen T\u00e4tigkeit die Zeit der Pandemie, ihre physischen Einschr\u00e4nkungen und alle Begrenzungen, die wir respektieren m\u00fcssen?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Als Privatperson und Pfarrer genau wie als B\u00fcrger und Christ glaube ich, dass es meine Pflicht ist, die durch die Epidemie verursachten Einschr\u00e4nkungen und Vorschriften einzuhalten. Diese wurden nicht zum Spa\u00df oder zur Belustigung von engagierten \u00c4rzten und Wissenschaftlern erfunden, denn wir haben es in den italienischen und spanischen Beispielen gesehen, wie viele Menschenleben es kostet, wenn man die Epidemie auf die leichte Schulter nimmt. Die Ausgangsperre beizubehalten, die Maske zu tragen oder einfach zu akzeptieren, seit anderthalb Monaten in einer leeren Kirche die hl. Messe zelebrieren &#8211; damit zeige ich Verantwortung und k\u00fcmmere mich um meine und um die Gesundheit meiner Mitmenschen.<\/p>\n<p><strong>&#8211; <em>Was hat Ihnen Neues, sowohl im spirituellen, als auch im beruflichen Leben diese eigenartige Zeitspanne gebracht?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Ich habe mehr Zeit f\u00fcr Dinge, f\u00fcr die ich normalerweise nicht mehr viel Energie habe, w\u00e4hrend ich mich um vier Pfarreien k\u00fcmmere. Ich bete und meditiere viel. Ich habe Zeit f\u00fcr die \u201ePerlen\u201c der katholischen Spirituellen Literatur, die ich seit meiner Zeit als Kaplan\/ Pfarrvikar nicht mehr oder kaum gelesen habe, z.B. die Briefe der Hl. Theresa der Gro\u00dfen &#8211; die \u201eInnere Burg\u201c, die \u201eBekenntnisse\u201c des Hl. Augustinus, die Briefe der Hl. Theresa von Lisieux und die des hl. Pater Pio, die Predigen von Ottokar Prohaszka, usw. Ich habe mehr Zeit um eine Predigt zu entwerfen. Dar\u00fcber hinaus konnte ich den Mangel an Verwaltungsarbeit ausgleichen, z.B. die F\u00fchrung der Historia Domus oder die aktualisierung der Tauf-, Ehe- und Sterberegister. Ein \u00e4lterer Mitbruder sagte einmal: \u201eIm Alter haben wir bereits Zeit, die Gebete nachzuholen, die wir in unserem Leben verpasst haben!\u201c Genau das ist w\u00e4hrend der Epidemie passiert!<\/p>\n<p><strong>&#8211; <em>Wie schaffen Sie es, den Kontakt zu den Gl\u00e4ubigen, sowohl in der Pfarrei, als auch in den Filialen aufrechtzuerhalten? Wenn Sie das trotzdem schaffen, dann: Wie machen Sie das, konkret?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Die Technologie unserer Zeit hat jetzt sehr geholfen. Wir konnten t\u00e4glich hl. Messen und Andachten \u00fcber das Internet \u00fcbertragen, die \u2013 Gott sei Dank \u2013 viele unserer Gl\u00e4ubigen verfolgten. Weit mehr Menschen sehen sich \u00fcber die Woche und die Sonntagsmessen an, als wenn sie in die Kirche k\u00e4men&#8230; Von zu Hause \u2013 Petschka, Irato\u015fu; Turnu \u2013 wo meine Verwandten und Freunde leben, haben sich viele Menschen eingeschaltet und feedback gesendet. Selbst wenn wir uns in einer schwierigen Zeit befinden und der Mangel an pers\u00f6nlichen Begegnungen immer qualvoller wird, galube ich, dass die Beziehung zwischen mir und meine Gl\u00e4ubigen nicht unterbrochen wurde. Ohne das Internet, Facebook, Smartphones w\u00e4re es viel schwieriger gewesen.<\/p>\n<p><strong>&#8211; <em>Etwa die ganze Fastenzeit, die Karwoche \u2013 und wir befinden uns bereits in der Osterzeit\u00a0 &#8211; verbrachten wir in Isolierung, mit geschlossenen, leeren Kirchen, mit Heiligen Messen (manchmal live im Internet ausgestrahlt), die vor den leeren B\u00e4nken und kalten W\u00e4nden zelebriert wurden. Wie (er-)lebten Sie diese Aspekte, sowohl aus spiritueller, aber auch pastoraler Sicht?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Anfangs war es ein sehr ungew\u00f6hnliches und sogar schlechtes Gef\u00fchl. Wie ich bereits erw\u00e4hnte, sendete ich die hl. Messe vom ersten Tag an \u201eonline\u201c, aber es war schmerzlich seltsam, in einer leeren Kirche zu predigen. Die Ritualen der Karwoche waren auf diese Weise besonders schmerzhaft \u2013 und gerade am Gr\u00fcndonnerstagsabend w\u00e4hrend des Gottesdienstes, kam mir der Gedanke, dass Jesus in einer Zeit v\u00f6lliger Einsamkeit etwas \u00c4hnliches empfunden hat, als er die, die er liebte, nicht um sich sehen konnte. Mit der Zeit habe ich mich daran gew\u00f6hnt, aber ich freue mich wirklich darauf, meine Gl\u00e4ubigen wieder in den B\u00e4nken zu sehen.<\/p>\n<p><strong>&#8211; <em>Was glauben Sie , in dieser Zeit Neues dazugelernt zu haben \u2013haben Sie \u00fcberhaupt etwas Neues gelernt? \u2013welche sind die Aspekte, die Sie \u00e4ndern werdenin Ihrem Leben bzw. in der Pastoration?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Etwas Neues? Vielleicht k\u00f6nnten wir wieder entdecken, wie zerbrechlich und verg\u00e4nglich dieses irdische Leben ist. Der Mensch des 21. Jahrhunderts f\u00fchlt sich allm\u00e4chtig, und siehe da, ein unsichtbarer winziger Virus hat die ganze Welt in die Knie gezwungen. Pers\u00f6nlich h\u00e4tte ich vielleicht besser verstehen oder akzeptieren k\u00f6nnen, dass wir uns an nichts Irdisches festhalten sollen, denn selbst eine solche Epidemie kann uns in wenigen Tagen ins Grab bringen, und hier bleibt alles, wof\u00fcr wir gek\u00e4mpft haben oder woran wir krampfhaft festhalten&#8230; Ich denke, dieser Zustand lenkt die Aufmerksamkeit der Menschen ein wenig mehr auf den Himmel. Und ich kann wirklich nur diejenigen ernsthaft bedauern, die selbst jetzt Ihre H\u00e4nde nicht zum Gebet halten k\u00f6nnen. Vielleicht werden wir von nun an einander, unseren Familienmitgliedern, unseren Lieben, unseren Gl\u00e4ubigen mehr Aufmerksamkeit schenken. Ich hoffe, wir werden die pers\u00f6nlichen Begegnungen und guten Gespr\u00e4che besser zu sch\u00e4tzen wissen, anstatt fernzusehen oder im Internet zu surfen. Wir besuchen vielmehr Familienmitglieder, Verwandte, Freunde oder sogar unsere Mitbr\u00fcder. Es gibt solche \u201egute Vors\u00e4tze\u201c in mir&#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8211; <em>Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch! Gottes Segen und viel Gesundheit in Ihrer T\u00e4tigkeit und Ihrem Leben!<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In schwierigen, kritischen Zeiten meinen oft die Menschen dass Grundwerte verloren zu sein scheinen. Sie schlummern unbemerkt im Schatten des Alltags, der t\u00e4glichen Aufgaben, die manchmal f\u00fcr viel wichtiger als sie es in Wahrheit sind, gehalten werden. Die folgenden Reihen stehen daf\u00fcr, da\u00df unser Glaube nicht ersch\u00fcttert werden kann! 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