{"id":26161,"date":"2020-07-07T09:58:12","date_gmt":"2020-07-07T06:58:12","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=26161"},"modified":"2020-07-07T09:58:12","modified_gmt":"2020-07-07T06:58:12","slug":"100-jahre-seit-der-geburt-von-josef-gerstenengst-1920-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/100-jahre-seit-der-geburt-von-josef-gerstenengst-1920-2020\/","title":{"rendered":"100 Jahre seit der Geburt von Josef Gerstenengst  (1920 &#8211; 2020)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Werdegang des jungen Josef Gerstenengst<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-26141 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-300x225.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20225%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front-1200x899.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/front.jpg 1453w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>In diesem Sommer sind es bereits 100 Jahre seit der Geburt von Msgr. Josef Gerstenengst, Priester und weltber\u00fchmter Organist.<br \/>\nEr wurde am 3. Juli 1920 in Tschakowa, in der Familie von Thomas und Rosa Gerstenengst, geboren. Sein Vater war Angestellter der Tschakowaer Volksbank und seine Mutter, die musikalisch sehr begabt war, sang im Chor der Tschakowarer katholischen Kirche.<br \/>\nAuch der Sohn Josef liebte die Musik schon in seiner fr\u00fchen Kindheit, so dass er im Alter von 6 Jahren den ersten Klavierunterricht von Adele Sommer in Tschakowa bekam. Sp\u00e4ter, als er Sch\u00fcler der Deutschen Katholischen Lehrerbildungsanstalt \u201eBanatia\u201d war, wurde er im Klavierspiel und in der Musiktheorie von der Lehrerin Elisabeth Andree unterrichtet, die sein au\u00dferordentliches Talent, seine technischen F\u00e4higkeiten sowie sein tiefes musikalisches Eindringverm\u00f6gen beobachten konnte.<br \/>\nIn diesen Jahren von 1931 bis 1938 war seine musikalische Entwicklung fulminant. Er machte bei allen Konzerten und musikalischen Veranstaltungen des Lyzeums mit, und die Temeswarer Tagesbl\u00e4tter wie \u201eTemesvari Hirlap\u201c, \u201eTemeswarer Zeitung\u201c und \u201eBanater Deutsche Zeitung\u201c berichteten von seiner \u201ebrillanten\u201d Technik sowie von der ausgezeichneten Beherrschung der Partitur.<br \/>\nDem Wunsch seiner Mutter folgend, setzte Josef Gerstenengst 1939 sein Studium an der Temeswarer Theologischen Akademie (Priesterseminar des lateinischen Ritus) fort. Da hatte er die Gelegenheit, Orgel zu studieren. Dabei liebte er das Orgelspiel immer mehr, so dass er alle Geheimnisse dieses Instrumentes sehr genau und eingehend studierte. Durch einen gl\u00fccklichen Zufall traf der Student Gerstenengst hier am Priesterseminar Viktor Wegenstein, den Enkel des ber\u00fchmten Orgelbauers Carl Leopold Wegenstein, bei Instandhaltungsarbeiten an verschiedenen Orgeln. Die Bekanntschaft mit Viktor Wegenstein wurde zum Wendepunkt im Leben des jungen Josef Gerstenengst. Wegenstein \u00fcberzeugte den jungen Gerstenengst vom Klavier zur Orgel zu wechseln. Und von nun an wurde das Orgelstudium sehr, sehr ernst.<br \/>\nVon gro\u00dfer Bedeutung war aber auch die Bekanntschaft mit Professor Emerich Vormittag und Josef Brandeisz, gro\u00dfer Violinist und Professor am Temeswarer Musikkonservatorium. Beide spielten eine gro\u00dfe Rolle bei der Veranstaltung ausgezeichneter Konzerte in Temeswar und in Tschakowa.<br \/>\nDie Presse der Jahre 1942 bis 1946 zeichnete Konzerte mit Orgelmusik in Temeswar aber auch in anderen St\u00e4dten des Banats auf, so z.B. in seiner Heimatstadt Tschakowa, in Arad, Hatzfeld. Sein Repertoire wurde immer umfangreicher mit Werken von Bach, Mozart, Reger, Cherubini, Tartini, Leonardo, Springer.<br \/>\nIm Jahre 1945 weihte Dr. Augustinus Pacha, Bischof der Di\u00f6zese Temeswar, Josef Gerstenengst zum Priester. Nach einer kurzen T\u00e4tigkeit in Neuarad und Lenauheim wird Josef Gerstenengst im Herbst 1946 nach Reschitza versetzt.<\/p>\n<p><strong>Josef Gerstenengst und der Reschitzaer Kirchenchor<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-26152 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-200x300.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27200%27%20height%3D%27300%27%20viewBox%3D%270%200%20200%20300%27%3E%3Crect%20width%3D%27200%27%20height%3D%27300%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-200x300.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-400x599.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-600x899.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-683x1024.jpg 683w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-768x1151.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-800x1199.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-1200x1798.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-1367x2048.jpg 1367w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/COR-21-of-21-scaled.jpg 1709w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Msgr. Paul Lackner notierte in seinen Aufzeichnungen: \u201e1946 im Herbst wurde Josef Gerstenengst als Kaplan nach Reschitza versetzt. Damit begann eine neue und glanzvolle Periode des Kirchenchores, die fast 30 Jahre andauerte. Die gro\u00dfen musikalischen Auff\u00fchrungen ben\u00f6tigten neben den sogenannten Regens chori auch einen Dirigenten, der Chor und Orchester f\u00fchrte. Der Regens chori spielte gew\u00f6hnlicherweise zugleich die Orgel. Die Musikbegleitung wurde immer von der Werkskapelle besorgt.\u201c<br \/>\nIn jener Zeit leitete Engelbert Kontur sowohl den Kirchenchor als auch die Werkskapelle (1945 &#8211; 1954). 1954 musste er diensthalber nach Bokschan \u00fcbersiedeln. Den Dirigentenstab \u00fcbernahm Emil Kummergruber (1954 &#8211; 1985).<br \/>\nJosef Gerstenengst hatte eine gl\u00e4nzende Zusammenarbeit mit beiden Dirigenten. So entstanden musikalische Veranstaltungen ersten Ranges mit Orgel, Chor und Orchester, die Reschitza zu einem wahren, echten Zentrum musikalischer Kultur machten. Im Folgenden sollen einige Angaben dies veranschaulichen:<br \/>\n&#8211; 3. M\u00e4rz 1948: \u201eFestliche musikalische Vesper\u201d. Kirchenmusikalische Andacht mit der Beteiligung des Kirchenchores, des UDR-Orchesters (d.h. der Werkskapelle) unter der Stabf\u00fchrung von Engelbert Kontur. Orgelbegleitung: Emil Kummergruber. Orgelsolo: Josef Gerstenengst. Im Programm, Werke von J. Haydn, W.A. Mozart, A.J. Monar: \u201eAlleluja\u201c (Orgelsolo);<br \/>\n&#8211; 5. Mai 1949: Konzert mit dem ber\u00fchmten Cellisten Radu Aldulescu. Im Programm, Werke von Bach, H\u00e4ndel, Vivaldi, B\u00f6hm. Radu Aldulescu war vom Zusammenwirken mit Josef Gerstenengst begeistert und entz\u00fcckt. Auf ein Programmheft notierte er die Widmung: \u201eDem Pfarrer Gerstenengst zur Erinnerung an unser gemeinsames Konzert in der r\u00f6misch-katholischen Kirche Reschitza\u201d;<br \/>\n&#8211; 12. April 1959: das \u201eH\u00e4ndel-Haydn-Jubil\u00e4um\u201c, mit dem Messias-Oratorium und das Konzert in d-Moll Op. 7 von H\u00e4ndel, die Harmonie-Messe in B-Dur und die A-Dur-Sonate f\u00fcr Geige und Orgel von Haydn (in Zusammenarbeit mit Josef Dudl).<br \/>\nF\u00fcr lange Zeit war und blieb Reschitza das Zentrum der priesterlichen und musikalischen T\u00e4tigkeit von Josef Gerstenengst. Von Reschitza ging es auf Tourneen ins ganze Banat: nach Karansebesch (1948), Orawitza (1948, zusammen mit Josef Brandeisz), Temeswar (1949, unter Mitwirkung von George Georgescu) und nat\u00fcrlich Tschakowa.<br \/>\nAm 24. Juli 1949 spielte Josef Gerstenengst zum ersten Mal in der Bukarester r\u00f6misch-katholischen \u201eSt. Josef\u201c-Kathedrale.<br \/>\nIn den 50-er Jahren ging Josef Gerstenengst auf Tourneen durchs ganze Land: Temeswar, Hermannstadt, Gro\u00dfwardein, Bukarest, Klausenburg, Sathmar, Gro\u00dfkarol, Kronstadt, Orschowa &#8211; oft in Begleitung von Vasile Jianu (Fl\u00f6te) und Radu Aldulescu (Cello), Vladimir Orlov (Cello).<br \/>\nIn der Zeit von 1955 &#8211; 1957 hielt er sich \u00f6fter in Hermannstadt auf, wo er sich des Unterrichts eines der gr\u00f6\u00dften Organisten und Musiker Europas freuen konnte und zwar bei Franz Xaver Dressler, Musiklehrer einer hervorragenden Generation von Organisten, wie Helmuth Plattner und Horst Gehan. Der junge Reschitzaer Organist Gerstenengst konnte in diesen Jahren seine Orgelkenntnisse vervollkommnen und bekam einen feinen Schliff in seiner Technik und Interpretation.<br \/>\nF\u00fcr den Priester Josef Gerstenengst wurde das t\u00e4gliche Breviarium zu sakraler Musik. Er schuf eine Symbiose zwischen Glauben und Musik. Die ermutigenden, anspornenden Worte des Evangeliums \u201eBetet ununterbrochen, ohne aufzugeben!\u201c bekommen durch ihn einen neuen Inhalt, eine neue Interpretation, die Worte werden zu Gesang und das Gebet zu Musik!<br \/>\nDrei besondere Ereignisse sind mit dem Namen Josef Gerstenengst und dem Reschitzaer Kirchenchor eng verbunden:<\/p>\n<ul>\n<li>1956: das Mozart-Jubil\u00e4um &#8211; 200 Jahre seit der Geburt von W.A. Mozart (1756 &#8211; 1956); drei Konzertabende: am Sonntag, den 27. Mai, am Freitag, den 1. Juni und am Montag, den 4. Juni;<\/li>\n<li>1957: die 80-Jahrfeier des Kirchenchores (am Mittwoch, den 2. Oktober, am Sonntag, den 27. Oktober und am Sonntag, den 24. November);<\/li>\n<li>1977: die 100-Jahrfeier (das Zentenarium) des Kirchenchores (Konzertabend am 25. September).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es waren H\u00f6hepunkte in der Geschichte des Reschitzaer Kirchenchores, unvergessliche Momente. Im Programm standen Werke von:<\/p>\n<ul>\n<li>Mozart: die Orgelphantasie in f-Moll (KV 608), die\u00a0Kr\u00f6nungsmesse in C-Dur (KV 317) und das Requiem in d-Moll;<\/li>\n<li>Beethoven: die C-Dur Messe Op.86;<\/li>\n<li>Franz Liszt: Auszug \u201eTu es Petrus\u201d aus dem \u201eChristus Oratorium\u201c;<\/li>\n<li>Max Reger: Introduktion und Passacaglia in f-Moll;<\/li>\n<li>H\u00e4ndel: das Halleluja aus dem Messias-Oratorium;<\/li>\n<li>S. Bach: Phantasie und Fuge in g-Moll und viele andere.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Kirchenchor z\u00e4hlte damals ca. 60 &#8211; 70 S\u00e4nger. Unter den Solisten finden wir Namen wie: Maria Patloch, Else Krischer, Helen Voloschin und Elisabeth Gecse &#8211; Sopran, Trude Kortik, Elisabeth Oppelcz und Irene Horvath &#8211; Alt, Heinrich Kisswimmer und Ludwig Oppelcz &#8211; Tenor, Rudolf Karban und Josef S\u00e4nger &#8211; Bariton, Kasper Halsdorfer, Matz Halsdorfer &#8211; Bass. Dirigent war Emil Kummergruber. Die Orgelbegleitung und die Orgel-Solos sicherte Josef Gerstenengst.<\/p>\n<p><strong>Die Bukarester Jahre und die internationale Karriere<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Sf-Iosif-Bucuresti-Kathedrale.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-26155 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Sf-Iosif-Bucuresti-Kathedrale-191x300.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Sf-Iosif-Bucuresti-Kathedrale-191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27191%27%20height%3D%27300%27%20viewBox%3D%270%200%20191%20300%27%3E%3Crect%20width%3D%27191%27%20height%3D%27300%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Sf-Iosif-Bucuresti-Kathedrale-191x300.jpg 191w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Sf-Iosif-Bucuresti-Kathedrale-200x315.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Sf-Iosif-Bucuresti-Kathedrale-400x629.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Sf-Iosif-Bucuresti-Kathedrale.jpg 464w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/a>Gegen Ende des Jahres 1958 \u00fcbersiedelte Josef Gerstenengst endg\u00fcltig nach Bukarest. Bukarest wurde nun das Zentrum seiner T\u00e4tigkeit. Von da \u00f6ffnete sich f\u00fcr ihn der Weg zu einer internationalen sehr erfolgreichen Karriere. Mit den Jahren wurde er zu einem echten Orgelvirtuosen, zu einem Meister mit einer gl\u00e4nzenden Technik und fabelhaften Interpretation. Er war ein weltweit bekannter und gesch\u00e4tzter Musiker und Organist. Als Mensch war er doch immer bescheiden, hilfsbereit, warmherzig und mitf\u00fchlend.<br \/>\nVon Journalisten wurde er oft gefragt: \u201eWo spielen Sie lieber? Im Konzertsaal oder in der Kirche?\u201d Josef Gerstenengst antwortete: \u201eIn der Kirche. Die Akustik ist da viel besser. Der Pl\u00fcsch der Sitze in den Orchesters\u00e4len saugt die T\u00f6ne auf, d\u00e4mpft. Deshalb ziehe ich es vor, in den Kirchen zu spielen\u201c.<br \/>\nDie deutsche Presse berichtete \u00fcber ihn folgendes: \u201eIn welchem Land auch immer Josef Gerstenengst aufgetreten ist, hat er stets die Verbindung zur Heimat aufrechterhalten. Daf\u00fcr und f\u00fcr seine beispielhafte Bescheidenheit lieben ihn seine Landsleute. Es sei ihm auf diesem Wege nochmals gedankt\u201c.<br \/>\nAm Sonntag, dem 9. April 1989 besuchte Josef Gerstenengst Reschitza erneut und es gab wieder ein Orgelkonzert in der Kirche. Im Programm standen Werke von J.S. Bach, Remo Giazotto, Cesar Franck, Tudor Ciortea, Max Reger. Am Ende beteiligte sich auch der Kirchenchor und sang \u201eDie Ehre Gottes aus der Natur\u201d von Beethoven, das \u201eAve verum corpus\u201d von Mozart und \u201eTochter Zion, freue dich\u201c von G.F. H\u00e4ndel. Der Abend wurde zu einem freudigen Wiedersehen des Kirchenchors mit dem Meister und Freund <em>Sepp <\/em>nach langer Zeit.<br \/>\nIn den 80-er Jahren hatte er eine enge Zusammenarbeit mit dem ber\u00fchmten Cellisten Alexandru Moro\u015fanu, mit dem er viele Konzerte mit Musik von Bach, H\u00e4ndel und Schubert veranstaltete.<br \/>\n1990, zu seinem 70. Geburtstag, wurde Josef Gerstenengst von dem Temeswarer Bischof Sebastian Kr\u00e4uter zum Ehrendomherrn (Canonicus ad Homorem) als Anerkennungszeichen seiner Verdienste und T\u00e4tigkeit ernannt.<br \/>\nIm Alter von 70 Jahren wurde er von dem Weltverein f\u00fcr Erziehung und Frieden UNO &#8211; UNESCO mit dem Titel \u201eDoctor Honoris Causa\u201d f\u00fcr musikalische Erziehung geehrt.<br \/>\nAm 2. Juli 1991 spielten Josef Gerstenengst und Alexandru Moro\u015fanu zusammen ein Konzert in Reschitza. Das war auch sein letzter Auftritt in Reschitza.<br \/>\nAm 13. Dezember 1991 feierte Josef Gerstenengst mit einem unvergesslichen Orgelabend 33 Jahre pastorale und musikalische T\u00e4tigkeit an der Bukarester \u201eSt. Josef\u201d-Kathedrale. Er spielte Werke von J.S. Bach, Cesar Franck, J. Brahms, Franz Liszt, Mozart. Die Zuh\u00f6rer jubelten ihm zu und dankten ihm, dass er durch die Musik, durch sein Orgelspiel sie n\u00e4her zu Gott gebracht hatte (\u201eN\u00e4her, mein Gott, zu dir\u201d!). Sie dankten dem wunderbaren MENSCHEN Josef Gerstenengst!<br \/>\nJosef Gerstenengst starb ganz unerwartet am 9. Januar 1992 abends in Bukarest, am Ende der Abendmesse.<br \/>\nAls die Studenten der Musikfakult\u00e4t Bukarest Josef Gerstenengst zu seinem 70. Geburtstag im Rahmen eines Seminars feierten, stellte man ihm folgende Fragen: \u201eWann und wo beginnt und wann und wo endet die Musik? Welches ist die Beziehung zwischen Musik und Gott? Ist es m\u00f6glich oder zul\u00e4ssig, dass der Priester zugleich auch Musiker sei?\u201d Unvergesslich bleibt seine Antwort auf diese Fragen, die man als eine Zusammenfassung seiner Lebensauffassung oder seiner Lebensphilosophie betrachten k\u00f6nnte: <em>\u201eIch bin kein K\u00fcnstler! Ich bin ein Handwerker Gottes. Als Priester bin ich ein Vermittler Gottes, der dank seiner Kraft, seines Verm\u00f6gens durch die Musik die Gl\u00e4ubigen n\u00e4her zu Gott bringt, um den Bereich der Musik mit der g\u00f6ttlichen Sph\u00e4re zu vereinen. Zwischen Erde und Gott gibt es nur die Musik!\u201d<\/em><br \/>\nAlle Reschitzaer Musiker und Instrumentalisten und besonders die S\u00e4nger des Kirchenchores liebten und sch\u00e4tzten Josef Gerstenengst sehr. Sooft er ins Banat, in seine Heimat und nach Reschitza kam, wurde er mit einer besonderen Freude, W\u00e4rme und Freundschaft aufgenommen. Er selber betrachtete sie als alte Freunde. So dass die Reschitzaer Josef Gerstenengst nie vergessen werden!<br \/>\nAnl\u00e4sslich des 25. Todestages von Josef Gerstenengst wurde dem weltber\u00fchmtem Organisten durch musikalische Veranstaltungen gedacht und zwar es gab einen Konzert \u201eIn memoriam Josef Gerstenengst\u201c in der r\u00f6misch-katholischen Sankt-Josef-Kathedrale zu Bukarest, am Sonntag, dem 22. Januar 2017, 19:30 Uhr, wo Werke von\u00a0 J.S. Bach, G.F. H\u00e4ndel, G. Rossini, J. Haydn, L. Boellmann und J. Alain erklangen, die von den Solisten Veronica Anu\u0219ca, Mihaela Stanciu, Georgiana Simonov, Antonela B\u00eernat und Nicolae Simonov mit der Orgelbegleitung von Mihai Murariu und Marcel-Octav Costea vorgetragen wurden.<br \/>\nDas zweite Konzert fand am Freitag, dem 27. Januar 2017, 18:00 Uhr, in der r\u00f6misch-katholischen \u201eMaria Schnee\u201c-Pfarrkirche Reschitza statt, auf dessen Programm Werke von Arcangello Corelli, Luigi Cherubini, Antonio Vivaldi,\u00a0 Giovanni Bottesini, Vincenzo Bellini, C\u00e9sar Franck, Heinrich Bone standen, die von Eduard Gentile Ailenei (Kontrabass) und Cristian Ro\u0219oag\u0103 (Orgel), beide &#8211; \u201eSabin P\u0103utza\u201c-Kunstlyzeum Reschitza), Lucian Furda (Geige &#8211; Lehrer am \u201eSigismund Todu\u021ba\u201d-Musiklyzeum Klausenburg), Bianca Z\u0103grean (Geige &#8211; \u201eDinu Lipatti\u201c-Philharmonie Sathmar), Christine Maria Surdu (Orgel &#8211; Organistin an der r\u00f6misch-katholische \u201eMaria Schnee\u201c-Pfarrkirche Reschitza) und Georg Col\u021ba (Tenor &#8211; Leiter des \u201eHarmonia Sacra\u201d-Kirchenchors Reschitza vorgetragen wurden.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-26138 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-210x300.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27210%27%20height%3D%27300%27%20viewBox%3D%270%200%20210%20300%27%3E%3Crect%20width%3D%27210%27%20height%3D%27300%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-200x286.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-210x300.jpg 210w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-400x572.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-600x858.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-716x1024.jpg 716w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-768x1098.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-800x1144.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-1074x1536.jpg 1074w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-1200x1716.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-1432x2048.jpg 1432w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/PROGRAMM-JULI-2020-JOSEF-GERSTENENGST-100.-GEBURTSTAG-scaled.jpg 1790w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a>Aus gleichem Anlass des 25. Todestages von Msgr. Josef Gerstenengst wurde vom Kultur- und Bildungsverein \u201eDeutsche Vortragsreihe Reschitza\u201c und vom Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen des Kreises Karasch-Severin ein philatelistischer Sonderbriefumschlag mit zugeh\u00f6rendem Sonderstempel hergestellt und herausgegeben.<br \/>\nIn der r\u00f6misch-katholischen \u201eMaria Schnee\u201c-Pfarrkirche wurde eine dokumentarische Gedenkausstellung mit Bildmaterial und Unterlagen organisiert \/ veranstaltet, welche Aspekte aus dem Leben und Wirken von Josef Gerstenengst \/ des Geehrten zeigen.<br \/>\nInfolge des Antrags des Vorsitzenden Erwin Josef \u021aigla des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen vom 7. Februar 2017 gerichtet an den Stadtrat des Munizipiums Reschitza zur Ernennung von Josef Gerstenengst zum Ehrenb\u00fcrger der Stadt Reschitza genehmigte der Stadtrat des Munizipiums Reschitza am 31. M\u00e4rz 2017 diesen Vorschlag und ernannte Josef Gerstenengst <em>post mortem<\/em> zum Ehrenb\u00fcrger der Stadt, indem das 12 j\u00e4hrige glanzvolle Wirken des ber\u00fchmten Orgelk\u00fcnstlers zu Gunsten des Reschitzaer Musiklebens anerkannt und gew\u00fcrdigt wurde.<br \/>\n<em>Reschitza, 13. Mai 2020<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Georg Col\u021ba<\/em><\/strong><br \/>\n<em>Leiter des \u201eHarmonia Sacra\u201d-Kirchenchors Reschitza<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Bibliographie:<\/em><\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Paul Lackner: \u201eEin Versuch, die chor-musikalische Vergangenheit Reschitzas festzulegen. Ein Beitrag zur Musikgeschichte Reschitzas in der Zeitspanne 1826 &#8211; 1984 = O \u00eencercare de evocare a trecutului muzical-coral al Re\u015fi\u0163ei. Incursiune \u00een istoria muzical\u0103 a Re\u015fi\u0163ei \u00een perioada 1826 &#8211; 1984\u201c. Zweisprachige Buchver\u00f6ffentlichung. \u00dcbersetzung aus dem Deutschen ins Rum\u00e4nische: Georg Col\u0163a. Hrsg.: Erwin Josef \u0162igla. Reschitza: \u201eModus P.H.\u201c, 2000. (Angaben \u00fcber den Kirchenchor und die Werkskapelle);<\/li>\n<li>Alexander Oprendek (M\u00fcnchen, Deutschland): Zeitungsartikel \u201eEu sunt un me\u015fte\u015fugar al lui Dumnezeu\u201d \/ \u201eIch bin ein Handwerker Gottes\u201d, erschienen in \u201eCetatea Ciacovei\u201d, Nr. 64 \/ Juni &#8211; 65 \/ Juli 2010;<\/li>\n<li>Iosif Sava: \u201eOrga lui Iosif Gerstenengst\u201d, Bucure\u015fti: Arhiepiscopia romano-catolic\u0103, 1991.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Werdegang des jungen Josef Gerstenengst In diesem Sommer sind es bereits 100 Jahre seit der Geburt von Msgr. Josef Gerstenengst, Priester und weltber\u00fchmter Organist. Er wurde am 3. Juli 1920 in Tschakowa, in der Familie von Thomas und Rosa Gerstenengst, geboren. 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