{"id":26761,"date":"2020-08-14T09:34:41","date_gmt":"2020-08-14T06:34:41","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=26761"},"modified":"2020-08-14T09:36:20","modified_gmt":"2020-08-14T06:36:20","slug":"salvatorianer-organisierten-fusswallfahrt-nach-maria-radna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/salvatorianer-organisierten-fusswallfahrt-nach-maria-radna\/","title":{"rendered":"Salvatorianer organisierten Fu\u00dfwallfahrt nach Maria Radna"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Es ist kein leichter Weg f\u00fcr unerfahrene Wanderer, doch mit dem richtigen Paar Schuhe und einem gro\u00dfen Wunsch im Herzen kann ihn fast jeder bew\u00e4ltigen. Insgesamt 66,8 Kilometer zeigte die mobile App \u201eStrava\u201d an, als die Wanderer ihr Ziel erreicht hatten. Dieser Weg durch mehrere Temescher und Arader Ortschaften f\u00fchrte am 24. Juli f\u00fcnf Pilger von der \u201eHeiliges Herz Jesu\u201c-Kirche in der Temeswarer Elisabethstadt bis nach Maria Radna im Kreis Arad. Die M\u00e4nner kamen am 26. Juli, nach zwei \u00dcbernachtungen unterwegs, am Festtag der Heiligen Joachim und Anna, in Radna an, um sich an dem Gottesdienst zu beteiligen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-26520 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-300x225.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20225%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/1.jpg 1600w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Pilgerwege sind meist sehr bekannte Pfade, \u00fcber die jedes Jahr Dutzende von Menschen ziehen. Von Temeswar aus f\u00fchrt der klassische Pilgerweg nach Maria Radna entlang der Kreisstra\u00dfe DJ691, durch Ortschaften wie Bruckenau\/Pi\u0219chia, Fibisch\/ Fibi\u0219, Blumenthal\/ Ma\u0219loc, Aliosch und Neudorf. Die f\u00fcnf Temeswarer Wallfahrer wollten jedoch einen neuen Weg entdecken, oder, besser gesagt, einen sehr alten Pilgerweg nach Radna wiederentdecken, einen Weg, der nicht entlang der bekannten Autostra\u00dfe, sondern \u00fcber T\u00e4ler und H\u00fcgel f\u00fchrt. In diesem Fall gehen die Wanderer nur wenige Kilometer \u00fcber asphaltierte Stra\u00dfen, den Gro\u00dfteil des Pilgerwegs bilden Forst- oder Landwirtschaftswege. Das, was sie sich vorgenommen hatten, schafften sie auch. Zwar setzte das Erkunden des neuen Wegs auch Hindernisse wie sehr schlammige Wege oder die \u00dcberquerung von Wassergr\u00e4ben voraus, doch die mutigen Wallfahrer lie\u00dfen sich davon nicht einsch\u00fcchtern, sondern machten unerm\u00fcdlich weiter. Der heftige Regen, der sie unterwegs erwischte, sorgte lediglich daf\u00fcr, dass sie ihre Regenm\u00e4ntel aus dem Rucksack hervorholten und richtig ausgestattet weiterzogen. Initiiert wurde die diesj\u00e4hrige Fu\u00dfwallfahrt nach Radna vom Salvatorianerpater Martin G\u00e1l. Ihn begleiteten vier Freunde, darunter auch der Computerprogrammierer Sorin Voinea.<br \/>\n\u201eEs war eine Freude, die hundertj\u00e4hrige Tradition der Fu\u00dfwallfahrten nach Radna weiterzuf\u00fchren und auf die Bedeutung dieses wunderbaren Gnadenortes hinzuweisen\u201d, sagte Sorin Voinea im Nachhinein. \u201eDie Fu\u00dfwallfahrt mit Leib und Seele war sehr angenehm, es war eine gute Gelegenheit, in mich selbst einzukehren, zu beten, aber auch ein Opfer f\u00fcr Gott, die Heilige Maria von Radna und den Heiligen Antonius zu erbringen, f\u00fcr die Menschen, die mir nahe stehen, zu beten, aber auch f\u00fcr all das Gute in meinem Leben zu danken\u201d, f\u00fcgte er hinzu. Sorin Voinea beteiligte sich auch im vergangenen Jahr an der von Martin G\u00e1l veranstalteten Fu\u00dfwallfahrt nach Maria Radna. Damals hatte er aber die falschen Schuhe an und h\u00e4tte beinahe aufgegeben, doch mit Unterst\u00fctzung des Salvatorianerpaters und der anderen Weggef\u00e4hrten schaffte er es, weiterzumachen, in einem langsameren Tempo, und erreichte schlie\u00dflich das Ziel. In diesem Jahr machte sich Sorin Voinea besser vorbereitet auf den Weg. Er besorgte sich Laufschuhe mit einer dickeren Gummisohle, leichte Kleidung, einen Schlafsack und einen Rosenkranz, denn unterwegs wird bei solchen Wallfahrten der Rosenkranz gebetet. Den Schlafsack und sonstiges Gep\u00e4ck bef\u00f6rdert ein Bus zu den Kirchen, in denen die Wallfahrer w\u00e4hrend der Pilgerreise \u00fcbernachten.<br \/>\nAuf diesem Pilgerweg waren es die katholischen Kirchen in Deutschbentschek und Neudorf, in denen sich die f\u00fcnf Wallfahrer \u00fcber Nacht ausruhten. An beiden Orten zelebrierte Pater Martin je eine Heilige Messe mit den katholischen Gemeinschaften vor Ort. \u201eIch empfehle auch die Mitnahme eines kleinen Kissens, was ich heuer leider vergessen habe. Es ist nicht sehr angenehm, mit dem Kopf auf dem harten Boden in der Kirche zu schlafen\u201d, riet Sorin Voinea. Irgendwie scheint sich der Wallfahrer dann doch ausgeruht zu haben, denn der Weg \u00fcber T\u00e4ler und H\u00fcgel bereitete ihm diesmal keinerlei Probleme. Die langen Hosen seien auf einer solchen Pilgerfahrt ebenfalls unentbehrlich, denn an manchen Orten ist die Vegetation, die \u00fcberwunden werden muss, ziemlich hoch.<br \/>\nEbenfalls im f\u00fcnfk\u00f6pfigen Wallfahrerteam dabei war der Salvatorianerbruder Adrian Hafner. Der Temeswarer, der in diesem Jahr in den Philippinen seine Gel\u00fcbde als Ordensmann abgelegt hatte und ab Herbst in Rom studieren wird, bewertete die Fu\u00dfwallfahrt nach Radna als eine \u201ewunderbare spirituelle Erfahrung\u201d. \u201eVor zwei Monaten habe ich meine Profess abgelegt und jetzt habe ich die Gelegenheit gehabt, meine Spiritualit\u00e4t zu st\u00e4rken. Drei Tage sind wir gegangen, wir haben viel meditiert und gebetet. Auf dem Weg haben wir \u00fcber die sieben Zeichen gesprochen, die Jesus gemacht hat und die im Evangelium nach Johannes festgehalten sind\u201c, erz\u00e4hlte Fr. Adrian Hafner SDS, der den zweiten Tag, an dem die Wallfahrer mehr als 30 Kilometer zur\u00fccklegten, als am schwierigsten empfand. \u201eAlles, was ich gebraucht habe, war ein gutes und gem\u00fctliches Paar Schuhe, einen Regenmantel, weil wir auch Regen unterwegs hatten, eine gute Stimmung, viel Wasser und nat\u00fcrlich einen Rosenkranz\u201c, sagte der junge Salvatorianerbruder.<br \/>\nDie Salvatorianer in Temeswar veranstalten jedes Jahr eine Fu\u00dfwallfahrt nach Maria Radna. Die diesj\u00e4hrige Coronavirus-Pandemie erlaubte es aber nicht, mehr Menschen auf diesen Weg zur Mutter Gottes mitzunehmen, erkl\u00e4rte Pater Martin G\u00e1l, der Anf\u00fchrer der Gruppe. Deswegen waren es heuer nur die f\u00fcnf M\u00e4nner, die die Strapazen der Entdeckung eines neuen Pilgerwegs nach Radna auf sich nahmen. \u201eSo wie Jesus sich auf den Berg zur\u00fcckgezogen hat, so haben auch wir Salvatorianer einen neuen Pilgerweg nach Maria Radna entdeckt, wir haben uns auf den Berg Gottes, auf unseren Berg, zur\u00fcckgezogen, um f\u00fcr den Alltag aufzutanken. So viele haben uns gebeten, f\u00fcr sie zu beten, an sie zu denken. Das haben wir unterwegs und in Maria Radna auch getan\u201c, sagte der Salvatorianerpater. F\u00fcr die Salvatorianer war es wichtig, einen neuen Pilgerweg zu entdecken, da auf dem meistbenutzten Weg, auf jenem entlang der Autostra\u00dfe, sehr viel Verkehr herrscht und es ziemlich gef\u00e4hrlich werden kann. \u201eWir sind durch \u00dcberland\/ Giarmata Vii, Jahrmarkt, Deutschbentschek, Charlottenburg und Chesin\u021b nach Neudorf gelaufen, um am letzten Tag rund acht Kilometer nach Maria Radna zu gehen\u201c, erz\u00e4hlte Martin G\u00e1l. \u201eUnsere Vorfahren kannten alle Wege nach Maria Radna, doch die jetzige Generation kennt diesen Weg nicht. Wenn es regnet, ist es ein bisschen schwierig, aber es gibt Alternativen. Ich k\u00f6nnte ruhig sagen: Im Banat f\u00fchren alle Wege nach Maria Radna\u201c, sagte Pater Martin. Das Besondere an dieser Art der Wallfahrt zu Fu\u00df sei, dass man sich schlicht und einfach die Zeit nimmt \u2013 f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr die Mitmenschen und f\u00fcr Gott, so der Salvatorianerpater. \u201eEs ist kein Marathonlauf nach Maria Radna, sondern wir nehmen uns bewusst die Zeit, um zu gehen, um zu beten, um \u00fcber verschiedene Bibelstellen zu diskutieren\u201c, erz\u00e4hlte er.<br \/>\nDer Salvatorianerpater empfiehlt eine solche Fu\u00dfwallfahrt allen Gottsuchenden, und das insbesondere jetzt, in der Pandemie. \u201eEs ist wundersch\u00f6n, durch die Natur zu gehen und dort durch das Nat\u00fcrliche das \u00dcbernat\u00fcrliche zu treffen und zu entdecken\u201c, sagte er. Eine Fu\u00dfwallfahrt erfreut Geist und Seele und st\u00e4rkt den Glauben. Wichtig ist, dabei zu sein und nicht nur einen Weg zu einem bekannten Wallfahrtsort, sondern auch in das eigene Innere zu finden. Der neu entdeckte Pilgerweg nach Maria Radna erm\u00f6glicht diese Einkehr ganz bestimmt.<\/p>\n<p><strong>Von Raluca Nelepcu<\/strong><br \/>\n<strong>Fotos: Sorin Voinea und Karol Balogh<\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\n(<\/strong>Erschienen in: <strong><em>Allgemeine Deutsche Zeitung f\u00fcr Rum\u00e4nien<\/em>, <\/strong>28. Jahrgang\/Nr. 6907 <strong>Bukarest, Freitag, 14. August 2020, S. 9<\/strong><strong>)<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist kein leichter Weg f\u00fcr unerfahrene Wanderer, doch mit dem richtigen Paar Schuhe und einem gro\u00dfen Wunsch im Herzen kann ihn fast jeder bew\u00e4ltigen. Insgesamt 66,8 Kilometer zeigte die mobile App \u201eStrava\u201d an, als die Wanderer ihr Ziel erreicht hatten. Dieser Weg durch mehrere Temescher und Arader Ortschaften f\u00fchrte am 24. 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