{"id":28133,"date":"2020-10-08T10:37:24","date_gmt":"2020-10-08T07:37:24","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=28133"},"modified":"2020-10-08T10:37:24","modified_gmt":"2020-10-08T07:37:24","slug":"2020-zentenar-seit-der-geburt-einer-grossen-persoenlichkeit-der-kirche-und-der-orgelkunst-josef-gerstenengst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/2020-zentenar-seit-der-geburt-einer-grossen-persoenlichkeit-der-kirche-und-der-orgelkunst-josef-gerstenengst\/","title":{"rendered":"2020: Zentenar seit der Geburt einer gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeit der Kirche und der Orgelkunst, Josef Gerstenengst"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28130 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-217x300.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"300\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27217%27%20height%3D%27300%27%20viewBox%3D%270%200%20217%20300%27%3E%3Crect%20width%3D%27217%27%20height%3D%27300%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-200x277.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-217x300.jpg 217w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-400x554.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-600x831.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-740x1024.jpg 740w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-768x1063.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-800x1108.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-1109x1536.jpg 1109w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-1200x1661.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy-1479x2048.jpg 1479w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Gerstenengst-2-Copy.jpg 1485w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a>Am 3. Juli dieses Jahres waren es bereits 100 Jahre seit der Geburt des Priesters und Meisters der Orgelkunst, Josef Gerstenengst.<br \/>\nGegen Ende des Jahres 1958 kam Josef Gerstenengst nach Bukarest, um f\u00fcr einige Monate pastorale und k\u00fcnstlerische Unterst\u00fctzung bzw. Hilfeleistung dem Sankt\u2013Josef-Dom zu bieten. Da man aber die Hilfe des Pfarrers und K\u00fcnstlers f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit brauchte bzw. in Anspruch nehmen musste, verl\u00e4ngerte er seinen Aufenthalt in Bukarest und blieb da bis zum Ende seines Lebens im Januar 1992.<br \/>\nAls Priester war er sehr gesch\u00e4tzt f\u00fcr seine weisen Ratschl\u00e4ge, die er denen gab, die zu ihm zur Beichte kamen aber auch f\u00fcr seinen Takt und sein Mitgef\u00fchl bei seinen Krankenbesuchen.<br \/>\nAls K\u00fcnstler wurde er sehr gelobt und gew\u00fcrdigt f\u00fcr seine Konzerte, besonders im Dom aber auch im Athenaeum oder Radiosaal. Seine Kunst pr\u00e4gte gleichzeitig die Lehrlinge, die er im Laufe der Zeit ausgebildet hatte, die durch ihr K\u00f6nnen Zeugnis ablegten und auch heute noch Zeugen dessen sind, was Josef Gerstenengst f\u00fcr ihren Werdegang bedeutet hat.<br \/>\nAber Josef Gerstenengst zeigte seine Kunst nicht nur in Bukarest. Seine Laufbahn begann eigentlich im Alter von 13 Jahren, im Rahmen eines Festivals, das vom Deutschen Katholischen Lyzeum Temeswar, dessen Sch\u00fcler er war, veranstalt wurde. Damals trug er ein <em>Solfegietto<\/em>\u00a0von Philipp Emanuel Bach am Klavier vor. Mit 17 Jahren wurde er bereits von mehreren Temeswarer Zeitungen lobpreisend erw\u00e4hnt, nachdem er die <em>A-Dur-Sonate<\/em> von Mozart in einem vom gleichen Lyzeum veranstalteten Konzert spielte.<br \/>\nGleichzeitig mit dem begonnenen Studium an der Temeswarer Theologischen Akademie (Priesterseminar des lateinischen Ritus) wollte Josef Gerstenengst seine Kenntnisse \u00fcber die Orgelkunst vertiefen und bald darauf gab er mehrere Konzerte in den Kirchen von Temeswar aber auch in Tschakowa (sein Heimatort).<br \/>\nNach der Priesterweihe im Jahr 1945 und seiner Ernennung zum Kaplan der katholischen Pfarre Reschitza 1946 entfaltete der junge Seelsorger eine wunderbare und lobenswerte k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit mit dem Kirchenchor dieser Pfarre. Gleichzeitig spielte er gegen Ende der 40-er Jahre in zahlreichen Konzerten und Orgelabenden in den Kirchen Banater Ortschaften wie Karansebesch, Orawitz, Temeswar, Tschakowa, sp\u00e4ter auch im <em>Sankt-Josef<\/em>&#8211;<em>Dom<\/em> zu Bukarest. Anfang der 50-er Jahre wurde er nach Temeswar, Gro\u00dfwardein, Klausenburg, Gro\u00dfkarl, Orschowa und sehr oft nach Hermannstadt f\u00fcr Konzerte eingeladen.<br \/>\nNach seiner \u00dcbersiedlung nach Bukarest gab Josef Gerstenengst regelm\u00e4\u00dfig Orgelabende und -konzerte sowohl in Bukarest (besonders in der <em>Sankt-Josef-Kathedrale<\/em>) aber auch in anderen Ortschaften des Landes (Ploiesti, Temeswar, Gro\u00dfwardein, Tschakowa, Reschitza, Craiova, Kronstadt, Neumarkt, Klausenburg, Sathmar, Hermannstadt, Jassy, Constanta, Timisul de Sus, Turnu Severin, S\u00e4chsisch-Regen, Karlsburg, Botosani, Piatra Neamt usw). Gleichzeitig gab er Orgelkonzerte in vielen Hauptst\u00e4dten europ\u00e4ischer L\u00e4nder wie Ungarn, Polen, \u00d6sterreich, Tschechoslowakei, in der BRD, in der DDR, Jugoslawien, Slowenien, Belgien, Frankreich, England, Italien, in der Schweiz, in Kroatien, in der UdSSR (Sowjetunion), D\u00e4nemark, Schweden, Finnland, Bulgarien, Holland und in den Vereinigten Staaten.<br \/>\nDas Repertoire seiner Konzerte war sehr reich und vielseitig und umfasste sowohl\u00a0 Werke klassischer als auch zeitgen\u00f6ssischer Komponisten, besonders Werke der rum\u00e4nischen Komponisten.<br \/>\nEs ist schwierig, wenn nicht sogar unm\u00f6glich, die Namen all derer zu erw\u00e4hnen, bzw. festzuhalten, mit denen er im Laufe der Zeit mitgewirkt hatte: Dirigenten, Solisten, Ch\u00f6re, Orchester sowohl aus dem In-, als auch dem Ausland.<br \/>\nF\u00fcr seine sehr beeindruckende und au\u00dfergew\u00f6hnliche k\u00fcnstlerische Laufbahn wurde Josef Gerstenengst durch zahlreiche Konzerte geehrt und gew\u00fcrdigt. Er erhielt sehr viele Auszeichnungen, unter welchen die des <em>Ehrendomherrs (Canonicus ad Honorem)<\/em> des Temeswarer Doms oder die des <em>Doctor Honoris Causa<\/em>\u00a0der Internationalen Universit\u00e4ts-Stiftung \u201eMarquis Giuseppe Scicluna\u201d hervorzuheben sind.<br \/>\nWer sich f\u00fcr den Lebenslauf, die Konzerte, das Repertoire oder die Mitarbeiter von Josef Gerstenengst interessiert, bekommt ausf\u00fchrliche Informationen im Buch von Iosif Sava \u201eOrga lui Iosif Gerstenenst\u201c (\u201eDie Orgel des Josef Gerstenengst\u201c), erschienen beim Verlag des r\u00f6misch katholischen Erzbistums Bukarest im Jahr 1991, oder im Artikel von Georg Colta, dem Dirigenten des \u201eHarmonia Sacra\u201c\/Chores der r\u00f6m.-kath. Pfarre <em>Maria Schnee<\/em> Reschitza, unter dem Titel \u201e100 Jahre seit der Geburt von\u00a0 Josef Gerstenengst (1920 &#8211; 2020)\u201c, der auf der Seite (home page) des r\u00f6misch-katholischen Bistums Temeswar am 13. Mai 2020 ver\u00f6ffentlicht wurde.<br \/>\n<strong><br \/>\nWelche Erinnerung \u00fcber Josef Gerstenengst bewahren Sie?<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Dr. Ioan Robu, em. Erzbischof-Metropolit von Bukarest<\/em><\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-26158 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-300x209.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-300x209.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"209\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27209%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20209%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27209%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-200x139.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-300x209.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-400x278.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-600x417.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-768x534.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-800x557.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-1024x712.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef-1200x835.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Gerstenengst-Josef.jpg 1528w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Welche Erinnerung ich bewahre? Pfarrer Josef Gerstenengst nannte mich nie weder Pater, noch Exzellenz, sondern sagte einfach <em>Herr Kollege<\/em> zu mir.<br \/>\nEr war mein Beichtvater lange Jahre hindurch. Ich hatte das Gef\u00fchl, dass er ein Ohr Gottes war, das, nachdem es dich geh\u00f6rt hat, erst in der sakramentalen Absolution der Beichte Stimme bekam.<br \/>\nIch werde nie seine besondere Feinheit (sein Fingerspitzengef\u00fchl) im Verh\u00e4ltnis zu mir und zu anderen, seine \u00fcberw\u00e4ltigende Bescheidenheit trotz aller Gaben und Talente, die er von Gott erhielt, vergessen.<br \/>\nIn den Konzerten, die er im <em>Sankt-Josef-Dom<\/em> oder in so vielen anderen Orten der Welt gegeben hatte, erklang wahrhaftig die MUSIK, doch in ihr und durch sie durchdrang und\u00a0 verk\u00f6rperte sich auch der Glaube an den, der ihm die musikalische und priesterliche Berufung (zusammen) geschenkt hat.<br \/>\nSeine Erinnerung erfreut, entz\u00fcckt mich und baut mich immer auf. M\u00f6ge Gott ihn in seinem Licht selig haben!<\/p>\n<p><strong><em>Francisca B\u0103lt\u0103ceanu, em. Professor der Universit\u00e4t Bukarest<\/em><\/strong><br \/>\nEinige Erinnerungen \u00fcber den Priester und Menschen Josef Gerstenengst (<em>Pater Seppi<\/em>, wie ihn alle nannten.)<br \/>\nEr war ein sehr feiner und h\u00f6flicher Mensch zu allen Leuten, oft \u00e4u\u00dferst untert\u00e4nig. Vor jedem Gottesdienst kam er in den Beichtstuhl und \u201el\u00f6ste\u201c ziemlich schnell eine manchmal betr\u00e4chtliche Schlange von Menschen, die zu einer \u201emini-invasiven\u201c Beichte kamen. Er wies auch jene wenigen \u00e4lteren, sehr \u201egott-f\u00fcrchtenden\u201c, besser ultra-skrupul\u00f6se Leute genannt, ab, die auch mehrmals t\u00e4glich zur Beichte kamen und die anderen Priestern loswerden wollten! So dass manche ihn auch noch \u201eZuflucht der S\u00fcnder\u201c nannten.<br \/>\nAls er zum Dom kam, \u00fcbernahm er, da er der j\u00fcngste Seelsorger war, die Hausweihe in den entfernsten Wohnvierteln, denn damals gab es nicht viele Pfarreien. In jener Zeit besa\u00dfen die Priester kein Auto, sodass er ab dem 6. Januar durch viele finstere Gassen ging, beim Licht einer Laterne die Hausadressen von den Zetteln ablesend. Einmal fiel er in eine Kanal\u00f6ffnnung ohne Deckel rein und nur der Instinkt der Armeaustreckung hielt seinen Kopf aus dem Kanalloch heraus. Dies erfahrend waren alle \u00e4u\u00dferst erschreckt, an seine so wertvollen H\u00e4nde denkend. Er aber erz\u00e4hlte das Geschehene ziemlich humorvoll und belustigend.<br \/>\nSein Verhalten war sehr nat\u00fcrlich, zeigte kein besonderes Selbstbewusstsein, sodass, nachdem er einmal eingeladen wurde, in einer gro\u00dfen europ\u00e4ischen Kathedrale ein Konzert zu geben, beim Eingang nicht eingelassen wurde, da er keine Eintrittskarte besa\u00df. Nach einer Weile gelang es ihm doch zu erkl\u00e4ren, dass ohne ihn das Konzert nicht stattfinden k\u00f6nne!<br \/>\nEr spielte die Orgel viel und oft, auch wenn es keine Messe gab. Aber immer mit solch einer Intensit\u00e4t und Feinheit, die zum Beten, zur Andacht geeignet waren.<\/p>\n<p><strong>Pfr. Tarciziu Hristofor \u0218erban<\/strong><br \/>\n<em>\u201eAngelus Commuicationis\u201c, r\u00f6misch-katholisches Erzbistum Bukarest, 20. <\/em><em>Sept. 2020<\/em><br \/>\n<em>\u00dcbersetzung in Deutsch: Georg Col<\/em><em>\u021ba<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/angelus.com.ro\/2020-centenar-al-nasterii-unui-mare-om-al-bisericii-si-al-artei-organistice-iosif-gerstenengst\/\">https:\/\/angelus.com.ro\/2020-centenar-al-nasterii-unui-mare-om-al-bisericii-si-al-artei-organistice-iosif-gerstenengst\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 3. Juli dieses Jahres waren es bereits 100 Jahre seit der Geburt des Priesters und Meisters der Orgelkunst, Josef Gerstenengst. Gegen Ende des Jahres 1958 kam Josef Gerstenengst nach Bukarest, um f\u00fcr einige Monate pastorale und k\u00fcnstlerische Unterst\u00fctzung bzw. Hilfeleistung dem Sankt\u2013Josef-Dom zu bieten. 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