{"id":28998,"date":"2020-11-25T10:42:05","date_gmt":"2020-11-25T08:42:05","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=28998"},"modified":"2025-09-05T14:24:55","modified_gmt":"2025-09-05T11:24:55","slug":"maria-radna-500-jahre-zuflucht-und-zuversicht-200-jahre-seit-der-konsekration-der-basilika-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/maria-radna-500-jahre-zuflucht-und-zuversicht-200-jahre-seit-der-konsekration-der-basilika-17\/","title":{"rendered":"MARIA RADNA \u2013  500 Jahre Zuflucht und Zuversicht, 200 Jahre seit der Konsekration der Basilika (17.)"},"content":{"rendered":"<p><em>Maria Radna feiert heuer ein doppeltes Jubil\u00e4um: 500 Jahre seit der Errichtung der ersten Kapelle im damaligen Weinberg, am Ort der jetzigen Wallfahrtskirche, aber auch 200 Jahre seit der Kosekrierung des Gotteshauses durch den Erzbischof von Gran\/Esztergom, durch den damaligen F\u00fcrstprimas Alexander Rudnay. Auch wenn die Gesundheitsvorschriften keine grossen Feierlichkeiten erlauben, kann der historische Moment nicht unmarkiert bleiben. <\/em><br \/>\n<em>Die Ereignisse der Vergangenheit werden in schriftlichen Chroniken aufbewahrt; Augenzeugen sprechen am authentischsten \u00fcber die j\u00fcngsten und gegenw\u00e4rtigen Ereignisse. Die n\u00e4chsten Seiten enthalten die Worte unterschiedlichen Menschen: Gottesdiener, \u00e4ltere Menschen, die an ihrer Religion festhalten, junge Menschen, die im Glauben aufwachsen, Bewahrer unserer gemeinsamer Feste und Pilger am jahrhundertealten Gnadenort von Maria-Radna.<\/em><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28972 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-200x300.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27200%27%20height%3D%27300%27%20viewBox%3D%270%200%20200%20300%27%3E%3Crect%20width%3D%27200%27%20height%3D%27300%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-200x301.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-400x601.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-600x902.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-681x1024.jpg 681w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-768x1155.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-800x1203.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-1022x1536.jpg 1022w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-1200x1804.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p-1362x2048.jpg 1362w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/p.jpg 1378w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Pfarrer Gjuka (Georg) Augustinov, bulgarischer Herkunft, ist derzeit Pfarrer der bulgarischen Pfarrgemeinde in Temeswar. Nach seinem Uni-Abschluss am R\u00f6misch- Katholischen Theologischen Institut in Karlsburg wurde er am 21. April 1963 von Bischof M\u00e1rton \u00c1ron zum Priester geweiht. Er arbeitete als Kaplan in Alt-Beschenowa, danach wurde er Pfarrer in Breschtea, in der N\u00e4he von Gro\u00df-Omor. Nach 30 Jahren Priesterdienst wurde er 1993 zum Pfarrer in der r\u00f6misch-katholischen Pfarrei Temeswar V Mehala ernannt. In der Zwischenzeit wurde er Dechant und Domkapitular, Mitglied des Domkapitels.<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 <em>Pfarrer Augustinov, Sie sind ein Verehrer der Muttergottes von Radna. Welche ist Ihre erste Kindheitserinnerung an diesen heiligen Ort?<\/em><br \/>\n\u2013 Zun\u00e4chst einmal vielen Dank f\u00fcr den schmeichelhaften Titel &#8222;Verehrer der Mutter Gottes&#8220; aus Radna. Wissen Sie, dass will ich sein!Ja, dieser heilige Ort hat keinen Vergleich als Siedlung und als alles, was Sie wollen&#8230; Ich sage, dass es das Herzzentrum des spirituellen Lebens unseres Banats ist. Hier, bei der Heiligsten Jungfrau hatten und haben alle ethnischen Gruppen des Banats und nicht nur, uneingeschr\u00e4nkten Zugang, so auch die bulgarische ethnische Gruppe. Selbst heute, wenn ich nach Maria Radna reise, wenn ich aus der Ferne die T\u00fcrme der Basilika Minor sehe, flie\u00dfen meine Tr\u00e4nen. Viele unserer M\u00fctter knieten sofort am Eingang der Wallfahrtskirche nieder und &#8222;krochen&#8220; zum Altar, den sie auch auf den Knien umgingen. Nach diesem \u201eoffiziellen Eingang\u201c suchte jeder Pilger in den H\u00e4usern der Einheimischen nach einem Ort, an dem er \u00fcbernachten konnte. Zu dieser Zeit schlief man auf dem Boden, auf Stroh, Heu oder was auch immer. Es war nicht sehr bequem, aber sie kamen nach Radna, um zu b\u00fc\u00dfen und um die F\u00fcrsprache der Jungfrau Maria zu bitten, also war es eine Art Bu\u00dfe. Die Pilger verweilten nicht zu lange in den H\u00e4usern, sondern kehrten bald in die Kirche zur\u00fcck. Das erste Anliegen war, eine Beichtgelegenheit zu suchen, damit Sie mit einer reuigen Seele um g\u00f6ttliche Hilfe und mehr beten k\u00f6nnen.<br \/>\nUnsere bulgarische Volksgruppe \u2013 schon immer \u2013 sowohl diejenigen, die zu Fu\u00df reisten, als auch diejenigen, die mit dem Zug oder auf andere Weise pilgerten, kamen am 6. September in Radna an, meistens am Nachmittag und gleich am Abend hatten wir schon eine Vesper oder eine heilige Messe mit Predigt und Lieder auf Bulgarisch. In j\u00fcngerer Zeit, nach der Messe und nach einem kurzen Abendessen, kehren die Pilger in die Kirche oder in die N\u00e4he der Kirche zur\u00fcck, um den Heiligen Rosenkranz zu beten. In der Kirche hatten wir Anbetung und, wenn das Wetter es erlaubte, eine Prozession mit dem Gnadenbild der Heiligen Jungfrau.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag hatten wir drei heilige Messen f\u00fcr die drei wichtigsten Gemeinden, in denen Bulgaren leben, n\u00e4mlich Alt-Beschenowa, Winga und Breschtea. Wir nehmen an diesen Messen mit den Filialen-Gemeinden und mit den Bulgaren aus dem ganzen Banat teil.Nach der Heiligen Messe a\u00dfen wir zu Mittag und gingen sofort um 14.00 Uhr, organisiert in drei Gruppen, den Kreuzweg beten. Es versteht sich, dass jede Gruppe ihr eigenes Kreuz hatte, ein paar Flaggen, den eigenen Priester und seine S\u00e4nger.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28975 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-300x200.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27200%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20200%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27200%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-400x266.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-568x376.jpg 568w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-600x399.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-768x511.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-800x532.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-1200x798.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/5-1-1536x1022.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Am Ende, vor allem auf dem H\u00fcgel hinter der Basilika, wo sich im Freiem, noch eine Wandkanzel befindet, hielt ein Priester eine Predigt f\u00fcr alle Versammelten, die an der Kreuzwegandacht teilnahmen. Die Prozession kehrte mit Marienliedern, vor der Kirche zur\u00fcck, und hielten an bei der Lourdes-Grotte, wo Lieder gesungen und Gebete gesprochen wurden und wir betraten wieder die Wallfahrtskirche, in der ein Priester das Kreuz hielt, die Wallfahrer umgingen den Altar, Sie k\u00fcssten das Kreuz und sangen am Ende &#8222;Auf Wiedersehen&#8220;-Lieder, denn mit diesem Akt endete die Pilgerreise dieses Jahres. Es gab Zeiten, in denen Menschen auch auf den Friedhof, in Radna, gingen. Das Umgehen des Altars und das Abschiedslied wurden von den Tr\u00e4nen der Gemeindemitglieder begleitet, denn es war nicht bekannt, ob sie n\u00e4chstes Jahr neben unserer Schutzpatronin, der Heiligen Jungfrau von Maria-Radna, hierher zur\u00fcckkehren k\u00f6nnen.<br \/>\nF\u00fcr diejenigen, die zu Hause blieben, kaufte man Souvenirs \u201eRadna-St\u00fccke\u201c und jeder bereitete sich darauf vor, nach Hause zu fahren. Besonders diejenigen, die mit dem Zug kamen, blieben f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag, als sie am fr\u00fchen Morgen des 8. September, dem eigentlichen Festtag der Geburt der Heiligen Jungfrau, an der Heiligen Messe teilnahmen, nach der sie auch weggingen um anderen Pilger Platz zu machen, Pilger aus anderen Teilen des Banats und dar\u00fcber hinaus.Sch\u00f6n, unvergesslich bleibt die Sitte, Abends nach Hause anzukommen. In friedlichen Zeiten kamen der Pfarrer und die zu Hause gebliebenen Gl\u00e4ubigen zum Bahnhof, um diejenigen zu begr\u00fc\u00dfen, die vom Wallfahrtsort nach Hause kamen. W\u00e4hrend des Kommunismus war dies nicht erlaubt, aber die Priester standen vor der Kirche und die Pilger kamen alleine, Marienliedern singend. Sie hatten Tr\u00e4nen in den Augen als sie sich wiedersahen; dies war ber\u00fchrend weil sich zu diesem Anla\u00df Hunderte, sogar Tausende versammelten. So war es wenigstens in Alt-Beschenowa. In den Ortskirchen wurde das &#8222;Te Deum&#8220; gesungen, um dem lieben Gott zu danken, dass sie in Sicherheit nach Hause zur\u00fcckgekehrt waren. Am n\u00e4chsten Tag, nachdem sie zur\u00fcckgekehrt waren &#8211; als die Menschen noch unabh\u00e4ngige Eigent\u00fcmer und ihre Felder noch nicht verstaatlich waren &#8211; gingen alle aufs Feld, um die Ernte zu sammeln, insbesondere den Mais (Kukuruz), der darauf wartete, geerntet zu werden, und nat\u00fcrlich das Thema der Gespr\u00e4che, als sie sich trafen, war lange Zeit noch die Pilgerfahrt nach Maria Radna.<\/p>\n<p><strong><em>Dignare me laudare Te Virgo sacrata! <\/em><\/strong><strong>Erlauben Sie mir, die Jungfrau so zu preisen!<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Leser,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28978 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-300x200.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27200%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20200%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27200%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-400x266.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-568x376.jpg 568w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-600x399.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-768x511.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-800x532.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-1200x798.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/6-1-1536x1022.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ich w\u00fcrde wiederum anfangen, die gestellten Fragen zu beantworten, die ich erhalten habe.Das erste Mal, als ich mit meiner Mutter nach Radna ging, war nach dem zweiten Weltkrieg; ich glaube, ich war damals ungef\u00e4hr 10 Jahre alt. Fr\u00fcher war mein Vater auch in der Armee und es gab wahrscheinlich auch andere Gr\u00fcnde, aber die Wahrheit ist, dass sie mich ziemlich sp\u00e4t auf einer Pilgerreise mitgenommen haben. Aber selbst dann waren wir ungef\u00e4hr 30 Leute, die nach Radna gingen! Das Kreuzweg hinter der Basilika war voller russischer Soldaten; es ist wahr, dass sie uns nichts angetan haben, aber es war kein angenehmes Gef\u00fchl f\u00fcr uns, Kinder oder f\u00fcr die M\u00fctter. Oben am Ende des Kreuzweges kam unser Pfarrer in Zivil &#8211; um nicht auff\u00e4llig zu sein &#8211; wenn ich mich gut Erinnere es war Pfarrer Nikolaus Pflanzer.<br \/>\nWas kann ich Ihnen \u00fcber meine erste Erinnerung an Radna erz\u00e4hlen? Als Kinder haben wir unsere Eltern oft gebeten, uns mit dem Pferdewagen mitzunehmen, wenn sie irgendwohin fuhren. Ein edlerer Wunsch, wahrscheinlich f\u00fcr viele, war es, uns nach Maria Radna mitzunehmen. Dies war unser Kindheitstraum, zu diesem Zweck mussten wir den ganzen Sommer auf unsere Eltern h\u00f6ren, insbesondere ihnen zu helfen und warum nicht, um Geld zu sparen und nicht jeden Sonntag nach S\u00fc\u00dfigkeiten oder Eis zu fragen.<br \/>\nAn Ort und Stelle in Radna gaffte ich, weil ich noch nie zuvor H\u00fcgel gesehen hatte, noch so viele und bunte Menschenmassen, wie die, die dort waren. Ich war bereits Student in Karlsburg, als ich mit den anderen bulgarischen Theologen meines Heimatdorfes mit dem Fahrrad nach Radna und zur\u00fcck fuhr. Das haben andere getan, jeder mit seiner eigenen Gruppe.<br \/>\nAls Kind erinnere ich mich eher daran, als Ministrant mit dem Pfarrer ans Ende des Dorfes gegangen zu sein, wo sich die Wagen versammelten, die f\u00fcr die Abreise nach Radna vorbereitet waren. Der Pfarrer segnete sie, ermutigte sie und nachdem sie gegangen waren, z\u00e4hlten wir die Wagen, die oft die Zahl von 100, 130, 150 \u00fcberschritten hatten.<br \/>\nIn Richtung Radna gingen Vorne die Kreuztr\u00e4ger, die Kirchenfahnen und dann die Pilger, hinter ihnen die Pferdewagen, die, falls n\u00f6tig, ein Kind mitnahmen, das m\u00fcde war, oder eine Person, der es einfach nicht gut ging. Auf dem R\u00fcckweg kamen alle auf die Wagen, die Arbeit wartete zu Hause auf sie, also beeilten sie sich, nach Hause zu kommen; sogar die Pferde zogen besser, sie f\u00fchlten, dass sie nach Hause kamen, denn Zuhause ist f\u00fcr alle&#8230; zu Hause!<strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u2013 <em>Wie erinnern Sie sich an die Wallfahrten w\u00e4hrend des Kommunismus? Wie glauben Sie, wurde die Verbindung zu Maria Radna in den Seelen unserer Gl\u00e4ubigen aufrechterhalten?<\/em><br \/>\n\u2013 W\u00e4hrend des Kommunismus kann ich sagen, dass Breschtea die einzige Gemeinde war, &#8211; die bis zur &#8222;Covid&#8220;-Epidemie in diesem Jahr &#8211; jedes Jahr die Pilgerreisen zu Fu\u00df nie unterbrach. Das waren ungef\u00e4hr 130 km nach Radna. Was bedeutete das? Das fr\u00fche Aufwachen um 3 oder 4 Uhr morgens, es folgte die heilige Messe in der \u00f6rtlichen Kirche und dann der Beginn der Wallfahrt. Einige von denen, die nicht mitgingen, begleiteten die Pilger nicht nur bis zum Dorfrand, zum Heiligen Kreuz, sondern sogar bis nach Denta oder Detta. Diejenigen, die zu Fu\u00df pilgerten, machten eine kurze Pause und fr\u00fchst\u00fcckten in Wojteg und in Schebel wurde das Mittagessen aus der eigenen Taschen gegessen. Bis 18.00-19.00 Uhr abends konnte man Temeswar erreichen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28984 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-300x200.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27200%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20200%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27200%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-400x266.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-568x376.jpg 568w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-600x399.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-768x511.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-800x532.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-1200x798.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/4-2-1536x1022.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Am n\u00e4chsten Tag unterwegs, von Temeswar, \u2013 in j\u00fcngerer Zeit von Neussentesch \u2013 nach einigen Beichtgelegenheiten, bzw. nach dem Besuch der Heiligen Messe und nat\u00fcrlich nach dem Fr\u00fchst\u00fcck im gro\u00dfen Pfarrsaal, wo wir aus der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit des Ortspfarrers, des Kirchenrats und insbesondere der Familie R\u00e1cz L\u00e1szl\u00f3, die urspr\u00fcnglich aus Alt-Beschenowa stammte, geistig, aber besonders k\u00f6rperlich gest\u00e4rkt wurden \u2013 setzten wir unsere Pilgerfahrt fort. In Bruckenau, eine andere aus Alt-Beschenowa stammende Bulgarische Familie, Elza Ronkov mit ihrem Ehemann Gheorghe, haben die Pilger mit Kuchen oder alkoholfreien Getr\u00e4nken versorgt. Nachdem die Pilger die erste Nacht in Temeswar verbracht haben, verbrachten sie die zweite Nacht in Aliosch und am dritten Tag erreichten sie ihr Ziel, Maria Radna, wo sie ungef\u00e4hr am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr ankamen. Die Pilger aus Alt-Beschenowa verbrachten fr\u00fcher den ersten Reisetag in Perjamosch und den n\u00e4chsten Tag in Arad-Mic\u0103laca. Fr\u00fcher warteten die Leute auf sie und luden sie ein, zu ihnen zu gehen, um die Nacht zu verbringen. Jetzt \u00e4ndert sich auch dies leider&#8230;<br \/>\nEinige Gl\u00e4ubigen aus Alt-Beschenowa ziehen seit Jahren in Prozession von Arad nach Radna, und in j\u00fcngerer Zeit steigen einige nur in Ghioroc aus ihren Autos oder Bussen aus und gehen hier zu Fu\u00df nach Radna.<br \/>\nEs war schon immer eine Freude nach Radna zu fahren, aber im Laufe der Jahre war es immer ein Faktor, der Sie mit Unsicherheit erf\u00fcllte. Zuerst gab es den Krieg, dann die Kollektivierung usw. Russische Soldaten patrouillierten, legten sich aber nicht wirklich mit Menschen an. W\u00e4hrend des Kommunismus wurden die Wallfahrer manchmal aus dem Zug oder vom Bus rausgeholt und direkt \u2013 zum Beispiel \u2013 zum Zuckerr\u00fcbenernten gebracht, anstatt sie auf Pilgerreise gehen zu lassen. Der Kommandant des Milizpostens von Breschtea kam mir einmal zu sagen, dass es meine Pflicht sei, die Pilger von der Wallfahrt aufzuhalten. Vergebens erkl\u00e4rte ich ihm, dass ich das nicht tun w\u00fcrde, weil die Menschen nicht zum Spa\u00df gehen, sondern jeder einen Zweck hat, einige f\u00fcr die Gesundheit zu beten, andere zu danken, andere f\u00fcr andere Bed\u00fcrfnisse und Schmerzen &#8211; als Priester kann ich das nicht machen! Unsere Taktik, die wir in jenen Jahren entwickelt haben, hat sich als erfolgreich erwiesen: unsere Abreise war ganz fr\u00fcf am Morgen. Wenn wir ruhig durch Denta, dann sp\u00e4ter durch Detta gingen, k\u00fcmmerte sich normalerweise niemand um die Pilger.In Alt-Beschenowa war die Prozession vom Bahnhof zur Kirche zum Problem geworden. Diese Prozession fand als die Leute aus Radna zur\u00fcckkehrten statt. Die L\u00f6sung war wie folgt: Die Priester standen vor der Kirche, und das Volk, ohne Geistliche, aber mit Gebeten und besonders mit Liedern, kam und betrat die Kirche. Auf dem Weg nach Radna sangen wir, Gebete wurden laut gesprochen, aber die Leute lernten, wo die kritischen, riskanten Punkte liegen und zogen leise vorbei, d.h. vor Rath\u00e4usern oder Milizposten usw.<br \/>\nDer Mensch ist also auch erfinderisch, wenn es um Radna geht, wenn es um Gott geht! Sie haben unsere Hingabe zur Heiligen Jungfrau uns nicht wegnehmen k\u00f6nnen und sie werden es aus den Seelen und aus dem Leben der Gl\u00e4ubigen, durch keine Methode nehmen k\u00f6nnen, Methode die sie vielleicht in der Zukunft anwenden werden.<\/p>\n<p><em>\u2013 <\/em><em>Sie sind viele Jahre geistlich neben Priester mit einer tiefen marianischen Spiritualit\u00e4t gewachsen. In welcher Beziehung standen sie zu Maria Radna und wie haben sie den Menschen die Verbindung zu diesem Heiligtum vermittelt?<\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28981 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-300x225.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20225%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/3-3.jpg 1600w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u2013 Was die Priester betrifft, glaube ich, dass es keinen Priester gibt, der die Verehrung der Heiligen Jungfrau nicht fordert. Aber auch die Hilfe, die Gnade, die Erf\u00fcllung unserer Gebete durch die Heilige Jungfrau tragen dazu bei, dass die Flamme dieser Ehre und die Liebe zu diesem heiligen Ort lebendig bleiben.<br \/>\nIch selbst kenne zum Beispiel mindestens f\u00fcnf kinderlose Ehepaare, denen die Priester empfohlen haben, zu Fu\u00df nach Maria Radna zu pilgern. Dies f\u00fchrte oft zu einem positiven Ergebnis, wobei ein Kind geboren wurde.<br \/>\nEin weiterer, konkreter Vorfall: Ein 10-j\u00e4hriger Junge, der \u2013 so wie die Jungen sind \u2013 voller Energie war, hielt sich nicht an die Pilgerkolonne, die sich geordnet bewegte und auf der Stra\u00dfe pl\u00f6tzlich rannte. Er wurde von einem aus der Gegenrichtung kommenden Auto erwischt. Erschrecken, Tr\u00e4nen, Geschrei \u2013 aber am Ende stellte sich heraus, dass er, au\u00dfer ein paar Kratzern am Fu\u00df, nichts hatte. Er kam unter den Hinterr\u00e4dern des Fahrzeugs, erhebte sich aber allein und kam hervor. Die Szene ist auf einem Gem\u00e4lde festgehalten und befindet sich im Korridor des Klosters. Nicht nur die Familie, sondern das ganze Dorf Breschtea haben der Heiligen Jungfrau gedankt, dass sie ihn gerettet hat&#8230;<br \/>\nW\u00e4hrend des Kommunismus bestand das Problem der Priester lange Zeit darin, dass man eine \u201eDelega\u021bie\u201c (eine Delegation) vom \u201eProtopopiat\u201c (wie unsere Di\u00f6zese damals sich nennen durfte) haben musste, die vom \u00f6rtlichen \u201e\u00eemputernicitul de culte\u201c (regionalen Kultusinspektor) genehmigt sein musste. Dieses Dokument wurde oft maximal nur einem oder zwei Priestern ausgestellt. So war es f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen schwierig in Radna zu beichten, sie hatten dort oft keine Beichtgelegenheit, oder sie konnten einfach keine anderen kirchlichen Dienstleistungen von den Priestern erhalten. Die L\u00f6sung war, dass wir ihnen zu Hause zur Verf\u00fcgung standen, jeder in seinem Heimatort, um zu beichten, und dies noch bevor sie auf Wallfahrt gingen. Der \u201e\u00eemputernicitul de culte\u201c war im Stande gewesen sogar den Beichtstuhl zu \u00f6ffnen, um nachzuschauen, welcher Priester drinnen sitzt und ob er die Zustimmung der staatlichen Stellen dazu hat oder nicht.<br \/>\nNach der Kreuzwegandacht, bevor wir zur Kirche zur\u00fcckkehrten, begann ich mit stillschweigender Zustimmung von Pater Ernst Harnisch OFM, dem Guardian und Ortspfarrer, von der Kanzel auf dem Kalvarienberg zu predigen. Damals gab es noch keine Beschallungsanlage in der Kirche, der L\u00e4rm war gro\u00df und manchmal konnte man deswegen die Gebete und Lieder nicht deutlich verstehen. Nat\u00fcrlich war ich drau\u00dfen Nerv\u00f6s, dass ich erkannt werde und als Priester die Konsequenzen ziehen musste. Aber zu meiner Freude und der anderer Kollegen auch, die sp\u00e4ter dort predigten, passierte mir letztendlich nichts.<\/p>\n<p>\u2013 <em>Wie hat Ihre T\u00e4tigkeit Ihre Verehrung der Heiligen Jungfrau Maria beeinflusst, einschlie\u00dflich der Verbindung mit Maria Radna, mit den Marienverehrungen und Pilgerfahrten in Ihren Pfarreien?<\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28987 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-300x225.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20225%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27225%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/2-2.jpg 1600w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u2013 Um zu verstehen, wie sehr unsere Bulgaren an Radna verbunden waren und es noch sind, werde ich Ihnen aus meiner eigenen Erfahrung, und aus die meines Vaters, einiges erz\u00e4hlen. Nicht nur mein Vater \u2013 ich bin es mir sicher, dass andere dies auch getan haben \u2013 brachten oft nach Radna Vieles was sie nur mitschleppen konnten und dort opfern wollten, um den Franziskanern zu helfen. Zum Beispiel, es gab Zeiten wo wir zu Hause auch kaum dies und jenes hatten, was wir brauchten, aber mein Vater brachte \u00f6fter einen Sack Mehl nach Radna mit, ein anderes Mal, zum Beispiel, Speck. Ich erinnere mich, dass mindestens einmal im Jahr ein Franziskanerbruder aus Radna im Dorf kam. Unser Pfarrer besorgte ihm einen Wagen und einen vertrauensw\u00fcrdigen Mann und sie zogen von Stra\u00dfe zu Stra\u00dfe und die Glocken l\u00e4uteten, um zu verk\u00fcnden, dass der Bruder auf Bettelreise war. Der Pfarrer k\u00fcndigte dies ein Sonntag, im Voraus, in der Kirche an \u2013 und diejenigen, die etwas mitbringen konnten, legten es in den Wagen und der Franziskaner kehrte schlie\u00dflich mit den gespendeten Lebensmittel und Objekten ins Kloster zur\u00fcck. W\u00e4hrend der Zeit von Pfr. Karol\u010du Kalapis aus Alt-Beschenowa, all diejenigen die \u201eSerbien machten\u201c [Kleinhandel, an die Grenze, in Jugoslawien machten] brachten aus Jugoslawien verschiedene Dinge f\u00fcr Maria Radna und spendeten sie. So gibt heute noch einige gespendete Teppiche dort, ganz zu schweigen von den Altart\u00fcchern und Antipendien, die von erfahrenen Frauen aus Alt-Beschenowa gen\u00e4ht und geschm\u00fcckt wurden.<br \/>\nWoher kommt diese Liebe zu Radna bzw. zur Heiligsten Jungfrau? Unsere Vorfahren, die vor Jahrhunderten hierherkamen, brachten aus Ciprov\u021bi (Chiprovtsi \/ \u0427\u0438\u043f\u0440\u043e\u0432\u0446\u0438, Bulgarien) eine Ikone der Heiligen Jungfrau mit. In Karlsburg hatten wir ich auch eine Kirche, und Prof. J\u00f3zsef Mogyor\u00f3si erz\u00e4hlte, dass es w\u00e4hrend der Revolution von 1848\/49 verbrannt wurde. Sicher ist es, dass fast alle unseren Kirchen der Heiligsten Jungfrau gewidmet sind, dort von wo wir kamen und wo wir jetzt leben: Mari\u00e4 Himmelfahrt, Mari\u00e4 Namen, Rosenkranzk\u00f6nigin, Mari\u00e4 Geburt usw. So wuchsen sp\u00e4ter ganze Generationen von Gl\u00e4ubigen mit dieser Liebe, Zuneigung und dem Vertrauen auf die heiligste Jungfrau Maria auf. Wir neigen dazu zu sagen, dass wir keine wahren Bulgaren-Paulikianer sind, wenn wir die Heiligste Jungfrau nicht ehren. Ich sage auch, dass wir als Minderheit immer wie Waisen waren, oft ohne eigene Priester, die unsere Sprache k\u00f6nnen sollten, in vielen F\u00e4llen ohne Schule, also ohne M\u00f6glichkeiten, in der eigenen Muttersprache zu lernen und viele andere Schwierigkeiten, die uns bis heute veranlassen, die Gottesmutter als unsere himmlische Mutter zu betrachten. Ich wei\u00df, jedes Volk ruft sie als Mutter an, und das tun wir bis heute auch.<br \/>\nIch war schon ein gro\u00dfer Junge und wusste nicht, dass <em>Vater unser<\/em> und <em>Gegr\u00fc\u00dfet seist du, Maria<\/em> tats\u00e4chlich zwei verschiedene Gebete sind. Das liegt daran, dass es bei uns unvorstellbar war, <em>Vater unser<\/em> ohne <em>Gegr\u00fc\u00dfet seist du, Maria <\/em>zu beten. In unseren H\u00e4usern, an der Wand zwischen den beiden Fenstern, in der guten Stube, war das Kreuz in der Mitte und rechts und links zwei Heiligenbilder: das <em>Herz Jesu<\/em> und das <em>Herz Mariens<\/em>. Die M\u00e4dchen trugen immer die Marienmedaille, die wir &#8222;m\u0103rijce&#8220; nennen, ein Diminutiv von Maria.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-rotated.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28990 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-300x212.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27212%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20212%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27212%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-200x142.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-300x212.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-400x283.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-600x425.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-768x544.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-800x566.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-1024x725.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-1200x849.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-1536x1087.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1-2-rotated.jpg 1752w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Von all unseren D\u00f6rfern zeichnet sich in dieser Hinsicht besonders Vinga aus, Ortschaft die n\u00e4her an Radna liegt und zuvor wundervolle Wagen und Pferde hatte. Die Gl\u00e4ubigen von hier fuhren sp\u00e4ter nach Radna mit Lastwagen, Busse oder auch zu Fu\u00df, fast an jeden wichtigen Feiertag. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass Vinga jahrzehntelang von Franziskanerpatres versehen wurde. Alle unsere Vorfahren, die ins Banat kamen, taten dies unter der Leitung und Obhut des bulgarischen Bischofs, Nikola Stanislavich und der bulgarischen Franziskaner, wobei der Bischof in der Domkrypta in Temeswar beigesetzt wurde.<br \/>\nAnbei sende ich Ihnen ein Foto mit den Pilgern von Alt-Beschenowa\/ Star Bi\u0161nov, zusammen mit denen aus Vinga, ein Bild, das ungef\u00e4hr um 1925 gemacht wurde. Von Vinga gingen wir alle zusammen, in diesem Jahr &#8211; und nicht nur dann &#8211; nach Maria Radna.Lasset uns beten, dass die Besch\u00fctzerin unserer Di\u00f6zese und des gesamtes Banates uns weiterf\u00fchrt und Segen und Gnade von ihrem Sohn, unserem Retter Jesus Christus, f\u00fcr uns vermittelt!<\/p>\n<p><em>\u2013 Das Presseb\u00fcro der Di\u00f6zese Temeswar bedankt sich herzlichst f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maria Radna feiert heuer ein doppeltes Jubil\u00e4um: 500 Jahre seit der Errichtung der ersten Kapelle im damaligen Weinberg, am Ort der jetzigen Wallfahrtskirche, aber auch 200 Jahre seit der Kosekrierung des Gotteshauses durch den Erzbischof von Gran\/Esztergom, durch den damaligen F\u00fcrstprimas Alexander Rudnay. Auch wenn die Gesundheitsvorschriften keine grossen Feierlichkeiten erlauben, kann der historische Moment nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":28993,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28998"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28998"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28998\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":78218,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28998\/revisions\/78218"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28993"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}