{"id":30330,"date":"2021-03-02T09:22:26","date_gmt":"2021-03-02T07:22:26","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=30330"},"modified":"2021-03-02T09:22:26","modified_gmt":"2021-03-02T07:22:26","slug":"zeugen-fuer-christus-wider-das-vergessen-der-deutschen-martyer-des-20-jahrhunderts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/zeugen-fuer-christus-wider-das-vergessen-der-deutschen-martyer-des-20-jahrhunderts\/","title":{"rendered":"Zeugen f\u00fcr Christus Wider das Vergessen der deutschen Martyer des 20. Jahrhunderts"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zeugen f\u00fcr Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Herausgegeben von Helmut Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, 7. \u00fcberarbeitete und aktualisierte Auflage 2019. 2 B\u00e4nde, 1828 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag. Verlag Ferdinand Sch\u00f6ningh. EUR 99,00. ISBN: 978-3-506-78012-6<\/strong><br \/>\n<strong><em>Der Herausgeber: Pr\u00e4lat Prof. Dr. Helmut Moll, Studium der Kath. Theologie und Geschichte, Promotion 1973 bei Prof. Dr. Joseph Ratzinger in Regensburg. Priesterweihe 1976, 1984-1995 im Dienst der R\u00f6mischen Kurie. Seit 1998 Beauftragter f\u00fcr Selig- und Heiligsprechungsverfahren im Erzbistum K\u00f6ln. Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz f\u00fcr das Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Ordinarius an der Wissenschaftlichen Hochschule Weilheim.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-30331 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-729x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-729x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"510\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27363%27%20height%3D%27510%27%20viewBox%3D%270%200%20363%20510%27%3E%3Crect%20width%3D%27363%27%20height%3D%27510%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-200x281.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-214x300.jpg 214w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-400x562.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-600x843.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-729x1024.jpg 729w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-768x1078.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-800x1123.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-1094x1536.jpg 1094w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus-1200x1685.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Zeugen-fur-Christus.jpg 1363w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/a>Das zu Ende gehende 20. Jahrhundert hatte als Folge von Nationalsozialismus, Kommunismus und vielen Rassenk\u00e4mpfen unz\u00e4hlige Martyrer hervorgebracht. Diese Frauen und M\u00e4nner, die f\u00fcr ihren Glauben litten und starben, nicht zu vergessen, war ein Anliegen von Papst Johannes Paul II. In seinem Apostolischen Schreiben \u201eTertio millennio adveniente\u201c von November 1994 in Vorbereitung auf das Jubil\u00e4umsjahr 2000 trat er energisch daf\u00fcr ein, das Ged\u00e4chtnis der Martyrer f\u00fcr die Zukunft zu bewahren. So rief er in seinem Schreiben die katholischen Bischofskonferenzen und Kongregationen auf, bis zum Jahr 2000 ein Martyrologium des 20. Jahrhunderts vorzulegen. Die Deutsche Bischofskonferenz betraute hiermit Pr\u00e4lat Prof. Dr. Helmut Moll, seit 1998 Beauftragter f\u00fcr Selig- und Heiligsprechungsverfahren im Erzbistum K\u00f6ln. Unter Einbindung von Di\u00f6zesanbeauftragten und Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter entstand das zweib\u00e4ndige Hauptwerk mit dem Titel \u201eZeugen f\u00fcr Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts\u201c, das in erster Auflage bereits 1999 vorgelegt werden konnte und sich als Teil des Gesamtprojekts der M\u00e4rtyrergeschichte des 20. Jahrhunderts versteht. Das Werk wurde laufend erg\u00e4nzt und hatte innerhalb k\u00fcrzester Zeit, bis 2015, bereits die sechste Auflage erreicht. Seit 2019 liegt die siebte Auflage vor. Rund 160 Autoren aus dem In- und Ausland haben Lebensbilder von 900 katholischen Martyrern und Martyrerinnen erarbeitet und in vier Kategorien vorgestellt: Gewaltopfer des Nationalsozialismus, des Kommunismus, der Reinheitsmartyrien und Gewaltopfer in den Missionsgebieten (siehe auch <a href=\"http:\/\/www.deutsches-martyrologium.de\">www.deutsches-martyrologium.de<\/a>). Das vorliegende Werk als deutsches Martyrologium umfasst ausschlie\u00dflich deutsche Christinnen und Christen, was auch Deutsche in Gebieten au\u00dferhalb Deutschlands bedeutet. So ist ebenso S\u00fcdosteuropa leidvoll vertreten. Der zweite Hauptteil unter dem Titel \u201eBlutzeugen aus der Zeit des Kommunismus (ab 1917)\u201c befasst sich mit Russlanddeutschen, dem Sudetenland, Albanien und der Slowakei und das sechste Kapitel \u201eDonauschwaben\u201c pr\u00e4sentiert Angeh\u00f6rige aus jener Gruppe von Deutschen, die seit dem Ende des Ersten Weltkrieges auf Ungarn, Rum\u00e4nien und Jugoslawien aufgeteilt waren. Viele von ihnen waren gegen das Ende des Zweiten Weltkrieges den Truppen der Sowjetunion und ihren Verb\u00fcndeten schutzlos ausgeliefert, erlitten Pl\u00fcnderungen und Vergewaltigungen, wurden zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt, wo ein Teil von ihnen in den Arbeitslagern starben, oder sie wurden in ihrer Heimat als politisch unzuverl\u00e4ssige Elemente erschossen. Das Kapitel folgt der Unterteilung in \u00d6stliches Banat, Banat, Batschka, Baranya-Syrmien-Slawonien-Kroatien, Bosnien und ein Unterkapitel ist den Trappisten in Bosnien und Herzegowina gewidmet, die zu Blutzeugen wurden. F\u00fcr den Donauschw\u00e4bischen Raum (einschlie\u00dflich drei Vertretern aus der 3. Kategorie, Reinheitsmartyrien) werden an die 50 Zeugen vorgestellt. Dies mag wenig erscheinen angesichts dessen, dass von Oktober 1944 bis Juni 1945 durch Rachemorde und S\u00e4uberungsaktionen 9500 donauschw\u00e4bische M\u00e4nner und Frauen sowie zwischen Dezember 1944 und M\u00e4rz 1948 51.000 donauschw\u00e4bische Kinder, Frauen und betagte Personen in den Lagern ums Leben kamen. Aber Dokumente und m\u00fcndliche Zeugnisse, die f\u00fcr diese Zeit Martyrien ausweisen w\u00fcrden, sind nicht leicht zu finden, und ist es schwierig, aus den Berichten der Augenzeugen die kirchlichen Kriterien, die ein Martyrium kennzeichnen, eindeutig herzuleiten. Ein Blick in den Abschnitt zum \u00f6stlichen Banat offenbart zwar nur vier Namen, vermittelt aber trotzdem einen \u00dcberblick \u00fcber die Brutalit\u00e4t und Konsequenz der kommunistischen Verfolgung. Seliger Bischof Dr. Johann Scheffler, Erzdechant Johann Kr\u00e4uter und Pater Paulus Weinschrott starben nach jahrelanger Haft im Gef\u00e4ngnis; Bischof Augustin Pacha wurde als todkranker Mann entlassen, um bald darauf (November 1954) zu sterben. Es werden nicht nur die zum Teil grotesken Anschuldigungen beschrieben, die zur Inhaftierung f\u00fchrten, und die menschenunw\u00fcrdigen Haftbedingungen, sondern auch die Konsequenz, mit der selbst den Toten der Respekt versagt wurde \u2013 Bischof Scheffler fand sein Grab auf dem Gef\u00e4ngnisfriedhof von Jilava, eingewickelt in einen Papiersack.<br \/>\nDa es sich um ein deutsches und katholisches Martyrologium handelt, fehlen naturgem\u00e4\u00df die Angeh\u00f6rigen anderer V\u00f6lker, ebenso wie z.B. evangelische Opfer aus Siebenb\u00fcrgen, wodurch mancher Abschnitt zu S\u00fcdosteuropa zu schmal zu sein scheint. Um hier vergleichen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen, sofern vorhanden, die anderen Martyrologien herangezogen werden. Erw\u00e4hnt sei, dass auf Begegnungen mit Pr\u00e4lat Moll in Temeswar und Suceava hin das Martyrologium \u201eMartiri pentru Hristos din Rom\u00e2nia \u00een perioada regimului comunist\u201c (Bukarest 2007, ISBN: 978-973-616-092-9) erstellt wurde, das methodisch auf dem deutschen Martyrologium aufbaut.<br \/>\nDer (bereits reduzierte) Preis von 99 Euro ist f\u00fcr ein solches Werk nicht zu hoch angesetzt, mag aber eine Hemmschwelle f\u00fcr einen nicht wissenschaftlichen Leser sein. Es sei hier auch auf das von Pr\u00e4lat Moll erstellte Einf\u00fchrungsbuch \u201eDie katholischen deutschen Martyrer des 20. Jahrhunderts. Ein Verzeichnis\u201c (Paderborn u.a. 1999) verwiesen, das alle Banater Glaubenszeugen namentlich auff\u00fchrt und seit Juli 2005 in vierter Auflage vorliegt (durchges. 2005, ISBN 978-3-506-75777-7, 100 Seiten; 15,90 EUR): es enth\u00e4lt in tabellarischer Form Kurzdaten zu \u00fcber 700 Glaubenszeugen, ein Portr\u00e4tfoto der mit einer Kanonisation Verbundenen sowie ein ausf\u00fchrliches Personen- und Ortsregister. Pr\u00e4lat Moll legt hier ein beachtliches Werk vor, nicht nur hinsichtlich der wissenschaftlichen Genauigkeit und sorgf\u00e4ltigen Recherche, wobei die detaillierten Inhaltsverzeichnisse, der differenzierte Index im II. Band aus mehreren Personenregistern, die theologische Einf\u00fchrung, Geleitwort und Vorworte zu den fr\u00fcheren Auflagen im I. Band, die Verzeichnisse der Di\u00f6zesanbeauftragten und Autoren, Quellen und Literatur, das Ortsregister, Abk\u00fcrzungen und Zeichen, nicht zuletzt das Verzeichnis der Abbildungen die Handhabung des umfangreichen Werkes benutzerfreundlich gestalten.<br \/>\nDie beiden B\u00e4nde bezeugen zwar mit jeder Biografie die Grausamkeit, zu der Regime und Menschen f\u00e4hig sind, aber auch die Hoffnung aus der Treue, mit der Menschen ihrem Ideal verbunden blieben, und die uns aufruft, zu unserer je eigenen Verantwortung zu stehen.<br \/>\nEs bleibt, Pr\u00e4lat Moll und\u00a0 seinen Mitarbeitern f\u00fcr dieses aufschlussreiche Nachschlagewerk zu danken und den B\u00e4nden gute Verbreitung zu w\u00fcnschen \u2013 gegen das Vergessen!<br \/>\nH.S.<\/p>\n<p>(Erschienen in: <strong><em>Allgemeine Deutsche Zeitung f\u00fcr Rum\u00e4nien<\/em><\/strong>, 29. Jahrgang\/Nr. 7035, Bukarest, Freitag, 19. Februar 2021, Seite 8)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeugen f\u00fcr Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Herausgegeben von Helmut Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, 7. \u00fcberarbeitete und aktualisierte Auflage 2019. 2 B\u00e4nde, 1828 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag. Verlag Ferdinand Sch\u00f6ningh. EUR 99,00. ISBN: 978-3-506-78012-6 Der Herausgeber: Pr\u00e4lat Prof. Dr. Helmut Moll, Studium der Kath. 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