{"id":31101,"date":"2021-03-29T07:00:59","date_gmt":"2021-03-29T04:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=31101"},"modified":"2021-03-27T14:48:35","modified_gmt":"2021-03-27T12:48:35","slug":"osterbotschaft-seiner-exzellenz-josef-csaba-pal-bischof-von-temeswar-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/osterbotschaft-seiner-exzellenz-josef-csaba-pal-bischof-von-temeswar-2021\/","title":{"rendered":"Osterbotschaft Seiner Exzellenz Josef Csaba P\u00e1l Bischof von Temeswar 2021"},"content":{"rendered":"<p>In Christus geliebte Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>Bei jeder Hl. Messe bekennen und beten wir so: \u201eDeinen Tod, o Herr, verk\u00fcnden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst, in Herrlichkeit \u201c. Dies m\u00f6chte ich, in einer dreiteiligen Meditation vertiefen: Jesus ist mit uns; wir feiern ihn in der Gemeinschaft; Wir sollen, ein jeder von uns soll seinen pers\u00f6nlichen Beitrag, seinen Anteil erf\u00fcllen.<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Es gibt keine gr\u00f6\u00dfere Botschaft als diese<\/strong>: Jesus Christus liebte uns bis zum Tod, er akzeptierte den Tod aus Liebe f\u00fcr uns, wurde gekreuzigt und ist am dritten Tag auferstanden. Darauf baut unser ganzes christliche Leben: Jesus lebt! Seine Liebe f\u00fcr uns ist nicht gestorben. Mehr noch, er versprach uns \u2013 und er h\u00e4lt sein Versprechen \u2013 <strong>alle Tage bis zum Ende der Welt bei uns zu sein<\/strong><strong>!<\/strong> Der erste Punkt unserer Betrachtung ist eben dieser: <strong>Er ist mit uns<\/strong>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das ist ein Geschenk Gottes. Wie klein ein solches Versprechen scheint, dass man jemandem beisteht \u2013 zum Beispiel bei einer Pr\u00fcfung oder w\u00e4hrend eines chirurgischen Eingriffs im Krankenhaus \u2013 und doch, wie viel bedeutet es! Obwohl es nur ein kleines menschliches Versprechen ist, will man damit sagen: ich lebe f\u00fcr Dich, ich werde alles f\u00fcr Dich tun. Wie gro\u00df ist dann das Geschenk und wie viel Kraft gibt das Versprechen, wenn Gott selbst es macht: ich bin bei dir, ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt. Eigentlich ist dies die freudvolle Botschaft des Osterfestes: Jesus ist auferstanden und bleibt bei uns in allen Situationen. Und wir \u201eglauben\u201c es nicht nur, sondern es ist auch unsere allt\u00e4gliche Erfahrung. Welch anderer w\u00fcrde heutzutage vielen Menschen w\u00e4hrend der Pandemie Hoffnung schenken, so dass sie mit Vertrauen in die Zukunft schauen k\u00f6nnen? Und von wo bekomme ich die Kraft f\u00fcr eine bessere Zukunft zu arbeiten, oft unter anscheinend aussichtslosen Umst\u00e4nden?! Die lebendige, liebevolle und ermutigende Anwesenheit Jesu bedeutet f\u00fcr viele Christen nicht nur Kraft zum \u00dcberleben, sondern auch das Geschenk, f\u00fcr andere zu leben.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Der zweite Punkt: wir feiern ihn in der Gemeinschaft<\/strong>. Diese Anwesenheit Jesu unter uns betrachten wir in der Osterzeit. Ihn, den Auferstandenen, feiern wir jeden Sonntag und in jeder heiligen Messe. Seine Anwesenheit erfahren wir im Alltag. Der Herr ist auferstanden, der Herr lebt, der Herr ist bei uns. Jede heilige Messe, vor allem die Sonntagsmesse, ist ein Fest der christlichen Gemeinschaft. Jene, die die Anwesenheit Jesu ber\u00fchrt hat, versammeln sich voller Freude, um den auferstandenen Herrn Jesus, der unter uns lebt, zu begr\u00fcssen, um ihm zu danken, um immer wieder an seinem Leben teilzuhaben. Sie erbauen gemeinsam den Leib Christi, die Kirche und dessen kleine Zelle, die Pfarrgemeinde; und der Auferstandene schenkt ihnen immer wieder neue Kraft, damit ihr Glaube und ihre Liebe nicht wanken sollen, so dass die Freude der Anwesenheit Jesu zu immer mehr Menschen gelangen soll, auch zu denen, die noch nicht in Liebe an die Kirche gebunden sind oder die noch nicht die trostreiche Anwesenheit Gottes erlebt haben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Gemeinschaft Christi, die sich zur heiligen Messe versammelt \u2013 und die durch die heilige Messe lebt \u2013 ist unersetzlich. Der Mensch ist dazu erschaffen, um in der Gemeinschaft zu leben. Deswegen pflegt er auch zu feiern \u2013 in der Gemeinschaft. Gerade deshalb reicht es nicht aus, die heilige Messe im Fernsehen oder im Internet zu \u201everfolgen\u201c. Wir haben geh\u00f6rt, gesehen, haben uns die Botschaft angeeignet \u2013 das kann alles gut, auch sehr hilfreich sein, aber es bringt mich pers\u00f6nlich nicht vorw\u00e4rts, wenn ich nicht selbst auch etwas daf\u00fcr getan habe, damit ich ein lebendiges Mitglied der Gemeinschaft Christi werde, um dann, als Gemeinschaft, tats\u00e4chlich auf die leidenden Menschen zuzugehen. Wenn alles allein dabei blieb, dass Gott mich beschenkte und ich nur konsummierte, selbst aber keinen Schritt zu ihm und zu seiner Gemeinschaft getan habe, dann bleibe ich ein Aussenseiter. Demnach, damit die Gnade in uns wirksam werde, k\u00f6nnen wir die Gemeinschaft nicht ausschliesslich aus der Ferne betrachten. Wir m\u00fcssen uns selbst einbringen in ihr, mit ihr zusammenarbeiten. Sogar die Kranken, denen es nicht m\u00f6glich ist, an der Hl. Messe teilzunehmen, bringen sich, so wie es unter ihren Umst\u00e4nden m\u00f6glich ist, in der Gemeinschaft ein, dadurch, dass sie ihr Leid mit dem Leiden Jesu vereinigen und es f\u00fcr die Mitglieder der Gemeinschaft aufopfern, und somit tragen sie ihren pers\u00f6nlichen Anteil bei.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Der dritte Punkt: Ein jeder von uns soll seinen Anteil erf\u00fcllen.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Christus ist auferstanden \u2013 dies ist die gro\u00dfe Realit\u00e4t des Christentums. Zugleich sind auch diese einfachen Frauen dort, die \u201efr\u00fch am Morgen, als es noch dunkel war\u201c aufstehen und zum Grab gehen \u2013 wie wir im Evangelium lesen. Sie tun einen konkreten Schritt. Was bedeutet dieser Schritt im Vergleich mit der Tatsache, dass Jesus auferstanden ist? Aber wenn dieser Schritt fehlt, w\u00fcrde ihr Leben genau so weit entfernt vom Auferstandenen bleiben, wie das Leben so vieler anderer Menschen, auch in der damaligen Zeit. Dann bekommen die Frauen die Nachricht, dass Jesus nicht im Grabe liege. Noch ist es ihnen unklar, was passiert ist. Sie eilen zu Petrus und Johannes und \u00fcberbringen ihnen die Botschaft: Christus ist wahrscheinlich auferstanden, da er nicht im Grabe liegt. Desgleichen bleiben auch Petrus und Johannes nicht zu Hause, um \u201eabzuwarten, was wohl geschehen wird \u201c, sondern sie laufen ebenfalls zum Grab. So wird die Gemeinschaft aufgebaut, die den Auferstandenen Jesus in ihre Mitte aufnimmt.<br \/>\nLaut der anderen Schilderung, fragen sich die Frauen, als sie losgehen, wer ihnen wohl den grossen Stein vom Grab wegrollen wird. Ihr menschlicher Anteil ist es, aufzubrechen, Gottes Anteil ist es, den Stein wegzurollen, so dass sie hineingehen k\u00f6nnen. Und so \u00e4hnlich passiert dies auch in unserem Leben. Wenn wir alles ausschlie\u00dflich vom lieben Gott erwarten, aber keinen eigenen Beitrag bringen, kann es sein, dass wir uns selbst ausschliessen. Unser Anteil kann winzig klein sein, aber wir haben das gegeben, was wir konnten, und das ist auch ausreichend, denn der liebe Gott selbst tr\u00e4gt seinen Anteil bei. Auch w\u00e4hrend der Coronavirus-Pandemie k\u00f6nnen wir zwar wenig tun, aber das, was f\u00fcr uns m\u00f6glich ist, das sollen wir tun. Auch der liebe Gott erf\u00fcllt seinen Anteil. Es ist, zum Beispiel, nur ein kleiner Schritt, dass ich beichten gehe. \u201eK\u00f6nnen alle meine S\u00fcnden in f\u00fcnf Minuten verschwinden?\u201c Ja, ich kann in f\u00fcnf Minuten nicht so viele S\u00fcnden b\u00fc\u00dfen, aber ich tue meinen Anteil, dies ist mein Beitrag. Diese so kleine Geste, dass ich aufstehe, dorthin gehe, alle meine S\u00fcnden reuevoll bekenne, mit dem festen Vorsatz, was m\u00f6glich ist, wieder gut zu machen, und die Gnade Gottes erflehe, um nicht mehr zu s\u00fcndigen \u2013 das ist ein kleiner Beitrag. Andererseits, erf\u00fcllt Gott seinen unendlich grossen Anteil: aus dem Beichtstuhl kommt ein Mensch mit gereinigter Seele heraus. Wie gro\u00df ist diese Gnade! Wir bewundern die Taten Gottes, aber auch wir selbst m\u00fcssen unseren Anteil erf\u00fcllen, denn der Gott will mit dem Menschen eine Beziehung der Gegenseitigkeit eingehen. Deswegen schuf er den Menschen.<br \/>\nDie drei heiligen \u00f6sterlichen Tage sprechen \u00fcber den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Wenn wir gut die Tatsache leben, dass wir zusammen mit ihm f\u00fcr unseren Egoismus sterben, f\u00fcr unsere egozentristische Denkweise und f\u00fcr alle S\u00fcnden, die daraus entstehen, dann wird das Leben Christi langsam in uns Wirklichkeit, in unserem Alltag, ja sogar inmitten der Pandemie. Beachten wir, was Franz Werfel in seinem Buch \u00fcber den Propheten Jeremias schreibt: Der K\u00f6nig ist b\u00f6se auf Jeremias und er wirft ihn in eine Zisterne voller Mist, danach tut es ihm leid und er holt ihn wieder heraus. Die Menschen rings um Jeremias fragen ihn, ob es nicht entsetzlich war, den f\u00fcrchterlichen Gestank in der Zisterne auszuhalten. Darauf antwortet er: \u201eZuerst umgab mich der Herr, mit seinem Wohlgeruch, und erst danach der Schmutz\u201c. Liebe Br\u00fcder und Schwestern, diese N\u00e4he des Auferstandenen ist unsere Kraft. Lasset uns seine N\u00e4he zu allen Menschen bringen!<br \/>\nMit diesen Gedanken w\u00fcnsche ich all meinen lieben Br\u00fcdern und Schwestern ein frohes Osterfest und eine gesegnete Osterzeit!<\/p>\n<p>Temeswar, Ostern, 2021<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\u2720 Josef<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Bischof<\/p>\n<div class=\"video-shortcode\"><iframe title=\"29.0.2021 - Osterbotschaft Seiner Exzellenz Josef Csaba P\u00e1l Bischof von Temeswar\" width=\"1140\" height=\"641\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-gaEz38hIhg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Christus geliebte Br\u00fcder und Schwestern! Bei jeder Hl. Messe bekennen und beten wir so: \u201eDeinen Tod, o Herr, verk\u00fcnden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst, in Herrlichkeit \u201c. 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