{"id":31683,"date":"2021-04-24T17:00:41","date_gmt":"2021-04-24T14:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=31683"},"modified":"2021-04-23T15:45:33","modified_gmt":"2021-04-23T12:45:33","slug":"gedanken-zur-priesterlichen-berufung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/gedanken-zur-priesterlichen-berufung\/","title":{"rendered":"Gedanken zur priesterlichen Berufung (1.)"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eIch bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin f\u00fcr die Schafe.\u201c<\/em> (Joh 10, 11)<\/p>\n<p><strong>Am 4. Ostersonntag wird in der katholischen Kirche der Sonntag des Guten Hirtens begangen. Dieser Sonntag heisst, in diesem Zusammenhang, auch Welttag der Berufungen. Der inzwischen heiliggesprochene Papst Paul VI. f\u00fchrte 1963, w\u00e4hrend des Zweiten Vatikanischen Konzils, diesen Feiertag ein. Im Rahmen der Heiligen Messen, die an diesem Sonntag gefeiert werden, beten die Gl\u00e4ubigen f\u00fcr Ihre Priester und f\u00fcr neue Berufungen zum Gott-geweihten Leben.<\/strong><br \/>\n<strong>Anl\u00e4sslich des Sonntags des Guten Hirten baten wir S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, der heuer sein goldenes Priesterjubil\u00e4um (50 Jahre seit der Priesterweihe) feiert, uns auf einer zukunftsgewandten Frage zu antworten: <em>wie w\u00fcrde er die jenigen ermutigen, die daran denken der priesterliche Berufung nachzugehen?<\/em><\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-31672 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4-546x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4-546x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"302\" height=\"566\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27302%27%20height%3D%27566%27%20viewBox%3D%270%200%20302%20566%27%3E%3Crect%20width%3D%27302%27%20height%3D%27566%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4-160x300.jpg 160w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4-200x375.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4-400x750.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4-546x1024.jpg 546w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4-600x1125.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/1-4.jpg 640w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 302px) 100vw, 302px\" \/><\/a>&#8211; Priesterliche Berufung ist eine recht n\u00fcchterne Angelegenheit. Wer auf eine \u201eStimme vom Himmel\u201c warten w\u00fcrde, etwa auf einen brennenden Dornbusch, wie ihn Mose geschaut hat, oder eine Erscheinung, wie wir sie bei dem einen oder anderen Propheten nachlesen k\u00f6nnen, der bleibt auf der Strecke. Daher hat die katholische Kirche zur Orientierung f\u00fcr jeden drei Bedingungen festgesetzt: Neigung, Eignung und Annahme durch den zust\u00e4ndigen Bischof.<br \/>\nWer in sich die Neigung zu allem Geistigen versp\u00fcrt, mal st\u00e4rker, mal schw\u00e4cher, doch best\u00e4ndig Freude hat an allem, was mit Glauben, Kirche, Gottesdienst oder Gebet zusammenh\u00e4ngt, wer sich hingezogen f\u00fchlt zum Altar und allem, was damit zu tun hat, der sollte sich eingehender mit dem Gedanken besch\u00e4ftigen und daf\u00fcr sorgen, dass diese Neigung nicht ab- sondern durch Information, \u00dcberlegung, Ausdauer und Gebet neue Nahrung erhalte, vertieft werde, zunehme und wachse. Eine einmal in Ruhe und nach reiflicher \u00dcberlegung getroffene Entscheidung sollte nicht st\u00e4ndig wieder in Frage gestellt werden, wie man auch an den Pflanzen im Garten nicht st\u00e4ndig zupfen darf, damit sie schneller wachsen. Beides muss sich in Ruhe entfalten und entwickeln k\u00f6nnen: Berufung und Pflanzen!<br \/>\nOb jemand aber auch zum Priestertum geeignet ist, das festzustellen, ist nicht mehr seine eigene Sache. Dazu sind die Vorgesetzten in einem Priesterseminar und die Professoren der Theologie zust\u00e4ndig. Daf\u00fcr ist neben der geforderten intellektuellen Lernf\u00e4higkeit \u2013 die Pr\u00fcfungen im Studium m\u00fcssen anst\u00e4ndig bestanden werden \u2013 eine sich positiv entwickelnde menschlich-sittliche Reife sowie ein solides, bew\u00e4hrtes spirituelles Lebensprogramm notwendig. Das festzustellen ist \u2013 wie bemerkt \u2013 Sache der Vorgesetzten und Professoren im Priesterseminar, wo der Kandidat sechs Jahre verbringt und seine tats\u00e4chliche Eignung unter Beweis stellen muss. Das ist eine wesentliche Voraussetzung, von der keiner enthoben werden kann, noch darf. Es darf keiner geweiht werden, der nicht vorher ernsthaft gepr\u00fcft worden ist. Vorgesetzte und Professoren geben ihre Stellungnahmen an den zust\u00e4ndigen Bischof weiter, der daraufhin alleine die letzte Entscheidung zu treffen hat.<br \/>\nAls Letztes kommt hinzu die Annahme durch die Kirche bzw. die Di\u00f6zese, in der der junge Kandidat seinen Dienst versehen wird und zu deren Nutzen der Bischof ihn aufnimmt und weiht. Daher gibt es kein Anrecht auf das Priestertum wie auch niemand dazu gezwungen werden kann, noch darf. Priestertum ist im Letzten Wagnis und Gnade zugleich. Wagnis von Seiten des Kandidaten wie des Bischofs, Gnade von Seiten Gottes.<br \/>\nSind diese drei Voraussetzungen \u2013 Neigung, Eignung und Annahme durch den Bischof \u2013 gegeben, darf der junge Mann sich getrost, vertrauensvoll und mutig auf den Weg zum Priestertum machen, zur Weihe stellen. Nach menschlichem Ermessen hat Gott ihn dazu berufen. Bis zum Ziel aber sind \u2013 wie gesagt \u2013 Ausdauer und Einsatz, Ernsthaftigkeit und harte Arbeit im Studium wie im geistlichen Leben erforderlich. Wer nicht wei\u00df, was er will, wird dies nur schwerlich durch 6 Jahre durchhalten k\u00f6nnen. Die Bew\u00e4hrung des Priesters aber setzt sich nach der Weihe, im praktischen Dienst fort, wo auch mit Krisen und Schwierigkeiten zu rechnen ist, doch die \u201eFreude am Herrn ist unsere St\u00e4rke\u201c, wie es bei dem Propheten Nehemias (vgl. 8,10) hei\u00dft. Dies gilt erst recht von jeder priesterlichen Existenz, von jedem gewissenhaft geleisteten priesterlichen Dienst.<br \/>\nWer dies ebenfalls so sieht und ernsthaft anstreben will, der findet etwa in den Versen aus Psalm 16 immer wieder neuen Mut und Aufmunterung:<br \/>\n<em>Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; du h\u00e4ltst mein Los in deinen H\u00e4nden.<br \/>\nAuf sch\u00f6nem Land fiel mir mein Anteil zu. Ja, mein Erbe gef\u00e4llt mir gut.<\/em> (Ps 16, 5.6)<\/p>\n<p>(Presseb\u00fcro der Di\u00f6zese Temeswar)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin f\u00fcr die Schafe.\u201c (Joh 10, 11) Am 4. Ostersonntag wird in der katholischen Kirche der Sonntag des Guten Hirtens begangen. Dieser Sonntag heisst, in diesem Zusammenhang, auch Welttag der Berufungen. 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