{"id":31918,"date":"2021-05-07T09:25:32","date_gmt":"2021-05-07T06:25:32","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=31918"},"modified":"2021-05-07T09:25:32","modified_gmt":"2021-05-07T06:25:32","slug":"osterbraeuche-tradition-stirbt-nie-ganz-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/osterbraeuche-tradition-stirbt-nie-ganz-aus\/","title":{"rendered":"Osterbr\u00e4uche: Tradition stirbt nie ganz aus!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-31912 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-1024x722.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-1024x722.jpg\" alt=\"\" width=\"533\" height=\"376\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27533%27%20height%3D%27376%27%20viewBox%3D%270%200%20533%20376%27%3E%3Crect%20width%3D%27533%27%20height%3D%27376%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-200x141.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-300x212.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-400x282.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-600x423.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-768x542.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-800x564.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-1024x722.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-1200x846.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Multumit-ptr-Ratsche-1536x1083.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><\/a>Glockenklang, die Dorfjugend mit dem \u201eRetsche\u201c, Spr\u00fcche die von Generation zu Generation weitergegeben wurden; all dies geh\u00f6rte einmal zu der Osterzeit bei den Banater Schwaben. Nat\u00fcrlich gab es auch verschiedene Br\u00e4uche, die f\u00fcr einige D\u00f6rfer symbolisch waren, oder von den anderen Minderheiten \u00fcbernommen wurden. In den folgenden Zeilen m\u00f6chte ich die wichtigsten Br\u00e4uche der Banater Schwaben zu Papier bringen, damit so eine vielf\u00e4ltige Tradition nicht in Vergessenheit ger\u00e4t.<br \/>\nDie Feier des Osterfests begann schon am Palmsonntag. Es wurde eine Messe zelebriert, denn man befand sich noch immer in der Fastenzeit. An jenem Tag ging man in die Kirche, um Palmzweige weihen zu lassen. Die geweihten Palmzweige brachte man auf den Friedhof. An allen Gr\u00e4bern sah man geweihte Palmzweige, die bis nach Ostern dort blieben. Zur Palmsonntag-Messe geh\u00f6rte aber nicht nur das Weihen der Palmzweige. Und nun begann die Karwoche. Am Gr\u00fcndonnerstag \u201eflogen die Glocken nach Rom\u201c. In dieser Zeit verstummten die Glocken der Heimatkirche und es begann das \u201eRetsche\u201c der Dorfjugend. Ganz fr\u00fch machten sich die Kinder auf den Weg und hielten bei jedem Haus an, um verschiedene Spr\u00fcche aufzusagen: \u201eIch retsche, ich retsche den Englischen Gru\u00df, den jeder Katholische beten muss\u201c, mittags: \u201eIhr Leut\u2019, ihr Leut\u2019, ich will auch sagen, das Gl\u00f6cklein hat zw\u00f6lf Uhr geschlagen. Fallet nieder auf eure Knie und betet den Engel des Herrn, Ave Maria!\u201c, abends: \u201eIhr Leut\u2019, ihr Leut\u2019, es ist Betloch Zeit, ihr lieben Christen seit alle bereit. Fallet nieder auf eure Knie und betet den Engel des Herrn, Ave Maria!\u201c<br \/>\nAm Karfreitag wurde gew\u00f6hnlich nichts gekocht, denn man hat gefastet. Samstags, nachdem die Glocken wieder aus Rom zur\u00fcckgekehrt waren, ging die Dorfjugend durch das Dorf, um als Belohnung f\u00fcr das \u201eRetsche\u201c Eier einzusammeln. Die Kinder bekamen oft gef\u00e4rbte Eier, S\u00fc\u00dfigkeiten und manchmal war auch etwas Geld dabei. Mit folgendem Spruch bedankten sie sich:\u201eWir danken f\u00fcr die Gaben, die wir von euch empfangen haben, Lebet wohl, lebet wohl bis zum n\u00e4chsten Jahr\u201c.<br \/>\nDer H\u00f6hepunkt der Osterzeit war die \u201eAuferstehung\u201c, die in der D\u00e4mmerung oder sp\u00e4t nachts mit einer Messe gefeiert wurde. Am Sonntag kam die Familie zusammen. Man ging in die Kirche, man feierte gemeinsam. Was aber noch zu erw\u00e4hnen ist, ist die Arbeit der Frauen. Sie haben das Essen vorbereitet, denn man musste schlie\u00dflich die G\u00e4ste bewirten. Das \u201eSchungefleisch\u201c, also der Schinken wurde ger\u00e4uchert, die \u201eWorscht\u201c, also die Wurst wurde vorbereitet und nat\u00fcrlich wurden Eier mit Zwiebelschalen gef\u00e4rbt. Manchmal gab es auch gef\u00e4rbte Eier mit verschiedenen Mustern. Alles wurde daheim gemacht und stammte aus dem eigenen Garten und Hof. Ordnung wurde auch gemacht und die ganzen B\u00e4ume gewei\u00dfelt. Dem \u201eSchwowe\u201c waren Ordnung und Sauberkeit heilig. All diese Traditionen werden heute nicht mehr von ganzen D\u00f6rfern gefeiert.<br \/>\nManche Br\u00e4uche werden von einigen Familien am Leben erhalten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wir die B\u00e4ume wei\u00dfeln, Ordnung in Haus und Hof schaffen und in die Kirche gehen. Palmzweige werden aus dem eigenen Garten in die Messe zum Weihen gebracht. Den Schinken darf man erst zu Ostern ber\u00fchren. Bei der Schweineschlacht im Winter denkt man schon daran, den Schinken f\u00fcr die Osterzeit in den \u201eSpei\u00df\u201c zu stellen. Die Auferstehung feiert man auch heutzutage und den Kreuzweg betet man zuvor sechs Wochen lang. Am Gr\u00fcndonnerstag kocht meine Gro\u00dfmutter Spinat mit Spiegeleiern und am Freitag gibt es \u201ePatschkukruz\u201c mit \u201eGflochtenem\u201c, also mit einer Art Hefekuchen. Die Eier werden von den 4 Frauen im Hause, also von meiner Gro\u00dfmutter, Mutter, Schwester und mir, gef\u00e4rbt, und zwar mit Zwiebelschalen und Petersilie. Am Ostermontag werden alle M\u00e4dchen im Hause gespritzt. Wer Gl\u00fcck hat, wird nur mit Parf\u00fcm bespritzt und nicht mit einem vollen Eimer Wasser. Das \u201eRetsche\u201c und die Lieder, sowie die Gedichte h\u00f6rt man leider nicht mehr im Dorf. Auch wenn in den ehemaligen Schwabend\u00f6rfern nur noch einige Familien mit deutschen Wurzeln leben, werden mache Br\u00e4uche noch immer weitergef\u00fchrt. Es ist wichtig sie in Erinnerung zu behalten und sich bewusst zu sein, wie verbreitet und beliebt sie im Banat gewesen sind.<\/p>\n<p><strong>Text: Astrid Kataro<\/strong><br \/>\n<strong>Zeichnungen: Pfr. G<\/strong><strong>\u00e1bor <\/strong><strong>Czank (Gyomaendr\u0151d)<\/strong><br \/>\nErschienen in: <strong><em>Banater Zeitung<\/em><\/strong>, 29. Jahrgang\/Nr. 1413 <em>Wochenblatt f\u00fcr Temesch, Arad und das Banater Bergland,<\/em> Mittwoch, 28. April 2021, S. III.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glockenklang, die Dorfjugend mit dem \u201eRetsche\u201c, Spr\u00fcche die von Generation zu Generation weitergegeben wurden; all dies geh\u00f6rte einmal zu der Osterzeit bei den Banater Schwaben. Nat\u00fcrlich gab es auch verschiedene Br\u00e4uche, die f\u00fcr einige D\u00f6rfer symbolisch waren, oder von den anderen Minderheiten \u00fcbernommen wurden. In den folgenden Zeilen m\u00f6chte ich die wichtigsten Br\u00e4uche der Banater Schwaben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":31915,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31918"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31918"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31919,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31918\/revisions\/31919"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31915"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}