{"id":32250,"date":"2021-05-24T11:45:07","date_gmt":"2021-05-24T08:45:07","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=32250"},"modified":"2021-05-24T11:45:07","modified_gmt":"2021-05-24T08:45:07","slug":"zum-30-jahrestag-der-gruendung-des-gerhardinums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/zum-30-jahrestag-der-gruendung-des-gerhardinums\/","title":{"rendered":"Zum 30. Jahrestag der Gr\u00fcndung des Gerhardinums"},"content":{"rendered":"<p><strong>Temeswarer R\u00f6misch-Katholisches Theologisches Lyzeum f\u00fchrt die Tradition des konfessionellen Schulwesens im Banat fort<\/strong><br \/>\n<em>Das R\u00f6misch-Katholische Theologische Lyzeum Gerhardinum in Temeswar besteht seit mittlerweile 30 Jahren. Als Gr\u00fcndungsdatum gilt der 29. April 1991, als die zust\u00e4ndige Bukarester Kultusbeh\u00f6rde dem Antrag des Bistums Temeswar auf Schaffung eines r\u00f6misch-katholischen Gymnasiums stattgegeben hat. Die Schule konnte aber erst anderthalb Jahre sp\u00e4ter, mit Beginn des Schuljahres 1992\/1993, ihre Tore \u00f6ffnen. In den 30 Jahren seines Bestehens hat sich das Gerhardinum als Bildungs- und Erziehungsanstalt etabliert und sich einen guten Ruf erworben. Es ist heute eine anerkannte Schulanstalt, unter deren Dach Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zum Abitur in den Genuss einer gediegenen, vielseitigen, christlich gepr\u00e4gten Bildung und Erziehung kommen. Da coronabedingt das Jubil\u00e4um nicht geb\u00fchrend gefeiert werden konnte, wandten sich Schuldirektor Pfarrer Zolt\u00e1n Kocsik und die stellvertretende Direktorin Ilona Jakab in Videobotschaften an die \u00d6ffentlichkeit. Gl\u00fcckw\u00fcnsche zum Jubil\u00e4um \u00fcberbrachte ebenfalls in einer Videobotschaft der Bischof der Di\u00f6zese Temeswar J\u00f3zsef-Csaba P\u00e1l, der einerseits die Alleinstellungsmerkmale des Gerhardinums hervorhob, andererseits die Bedeutung dieser Schulanstalt unterstrich und deren Leistungen entlang von 30 Jahren w\u00fcrdigte. W\u00e4hrend der Schulleiter in seiner Stellungnahme an die Umst\u00e4nde der Gr\u00fcndung und die Anfangsschwierigkeiten erinnerte, umriss die stellvertretende Direktorin den besonderen Bildungs- und Erziehungsauftrag dieser Einrichtung. Die beiden Videobotschaften werden hier zusammenfassend pr\u00e4sentiert. <\/em><br \/>\n<em>Die Redaktion<\/em><\/p>\n<p><strong>Aufbruch aus den Ruinen<\/strong> <strong>der Vergangenheit<\/strong><br \/>\n<em>\u201eGehen wir daran und bauen wir<\/em> <em>die Mauern Jerusalems wieder auf!\u201c<\/em> <em>(Neh 2,17)<\/em><br \/>\nIm August 1948, zu einem Zeitpunkt, als das atheistisch-kommunistische Regime in Rum\u00e4nien kaum installiert worden war, wurde die edle Erziehungsaufgabe durch den Staat der Kirche entzogen. Auch in Temeswar mussten das Piaristen-Lyzeum und die Schulen der Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau (Notre-Dame) ihre Tore schlie\u00dfen. Der Jahrhunderte alten Tradition des kirchlichen Bildungswesens wurde mit einem Schlag ein Ende gesetzt. Die Schulgeb\u00e4ude wurden verstaatlicht. Die Ordensleute wurden entlassen \u2013 noch mehr: Sie mussten ihre Ordenskleidung ablegen. Die kirchliche Erziehung erlebte Jahrzehnte der Zerst\u00f6rung und Zerstreuung. Die Flamme der Hoffnung wurde aber von den Kirchenleuten weitergetragen, die ihrer erzieherischen Arbeit beraubt worden waren, und doch irgendwie, irgendwo weitermachten. Die Kirche erlebte diese Zeit genauso wie das j\u00fcdische Volk im Alten Testament w\u00e4hrend der bitteren Jahrzehnte des babylonischen Exils. Der Feind besetzte Jerusalem, nahm dem Volke die Eliten weg und zerst\u00f6rte den Tempel. Die Kirche begr\u00fc\u00dfte die Wende von 1989 und sah es als eine R\u00fcckkehr des auserw\u00e4hlten Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft an. Sie musste den Neubeginn wagen. Dazu geh\u00f6rte auch der Wiederaufbau des katholischen Schulwesens, das in Tr\u00fcmmern lag. Es musste aus den von der kommunistischen Diktatur hinterlassenen Ruinen, aus verstreuten Steinen m\u00fchselig aufgebaut werden. Das R\u00f6misch-Katholische Bistum Temeswar suchte beim Staatssekretariat f\u00fcr Kultus und beim Bildungsministerium um die Genehmigung zur Er\u00f6ffnung einer Seminarschule in Temeswar an. Am 29. April 1991 genehmigten die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden die Gr\u00fcndung der Schule unter der Bezeichnung \u201eSeminarul liceal romano-catolic Timi\u015foara\u201c beginnend mit dem Schuljahr 1991\/1992. Es gab nun eine offizielle, vom Staat erlassene Gr\u00fcndungsurkunde, aber kein Schuldgeb\u00e4ude, keine Lehrer und keine Sch\u00fcler. Und trotzdem, es gab das Wichtigste: der Glaube an die F\u00fcrsorge Gottes. Mit moralischer und finanzieller Unterst\u00fctzung der Di\u00f6zese Temeswar konnte die Schule, die sp\u00e4ter in R\u00f6misch-Katholisches Theologisches Lyzeum Gerhardinum umbenannt wurde, im September 1992 ihren Lehrbetrieb aufnehmen. Seitdem widmet sich das Gerhardinum in Fortf\u00fchrung der Lehrtradition des ehemaligen Piaristengymnasiums, in dessen Geb\u00e4ude die Schulanstalt untergebracht ist, der Bildung und Erziehung junger Menschen.<br \/>\n<strong>Die Frohbotschaft Jesu durch Bildung vermitteln<\/strong><br \/>\nAus einer 30-j\u00e4hrigen Perspektive k\u00f6nnen wir sagen, dass unsere Schule eine gro\u00dfe Familie geworden ist. Wir \u00fcbernehmen Verantwortung f\u00fcreinander, vor Gott und vor den Menschen. Wir kennen uns und versuchen, sowohl in Freude als auch im Trauer Seite an Seite zu stehen. Wir sind Teil des Lebens des anderen und erleben gemeinsam in der allt\u00e4glichen Arbeit die Erfolge und Errungenschaften des Einzelnen wie auch die feierlichen und erhebenden Momente der Festlichkeiten, die an dieser Schule stattfinden. Die Hauptaufgabe unseres Lyzeums ist es, durch Bildung die Frohbotschaft unseres Herrn Jesus Christus, das Evangelium, zu vermitteln. Im Gerhardinum kann ein Kind aus einer religi\u00f6sen Familie seinen Glauben vertiefen, ebenso kann aber auch ein junger Mensch, dessen Glaube wenig gefestigt ist, seine Beziehung zu Gott entdecken. Das Wichtigste ist, in allen die Freude an einem Leben mit Gott zu wecken, die Kinder und Jugendlichen eng mit Gott in Ber\u00fchrung zu bringen und ihnen zu helfen, ihre eigene, von Gott gegebene Mission zu entdecken. Heutzutage erleben wir einen Identit\u00e4tsverlust und Werteverfall. Wir geben leicht die konfessionelle Zugeh\u00f6rigkeit, die nationale Identit\u00e4t, unsere eigene Kultur und unsere Muttersprache auf. Unsere Schule m\u00f6chte diesem Prozess entgegenwirken, ihn bremsen und so gut wie m\u00f6glich umkehren, damit die Kinder und Jugendlichen wie auch deren Familien ihren christlichen Glauben bewahren k\u00f6nnen. Sie best\u00e4rkt die Sch\u00fcler ungarischer, rum\u00e4nischer, deutscher, slowakischer, tschechischer, bulgarischer, kroatischer und Roma-Herkunft, die das Gerhardinum besuchen, darin, ihre Wurzeln und die Traditionen der eigenen Ethnie anzunehmen. Es sind nun 30 Jahre her, seitdem das Gerhardinum von Kirche und Staat gegr\u00fcndet wurde. Aus den Ruinen des alten, traditionsreichen Piaristenlyzeums und der vielen, ber\u00fchmten Schulen der Notre-Dame-Schwestern ist es gelungen, eine neue katholische Bildungseinrichtung aufzubauen, die durch die Gnade Gottes wirkt. Seit 1991 wurden die einst abgerissenen Mauern Jerusalems wieder aufgerichtet, mit dem Ziel, eine starke Festung f\u00fcr die kommenden Generationen zu schaffen. Daf\u00fcr sei Gott und allen, die dies erm\u00f6glicht haben, Lob und Dank!<br \/>\n<em>Pfr. Zolt\u00e1n Kocsik, Schuldirektor<\/em><br \/>\n<em>Ilona Jakab, stellv. Direktorin<\/em><\/p>\n<p><strong><u>Das Gerhardinum im Schuljahr 2020\/2021<\/u><\/strong><br \/>\n<strong>Bezeichnung: <\/strong>Liceul Teologic Romano-Catolic Gerhardinum<br \/>\n<strong>Anschrift: <\/strong>Pia\u021ba Regina Maria 1, Timi\u0219oara 300004, Rum\u00e4nien<br \/>\n<strong>Schultyp: <\/strong>Staatliche Schule unter der Obhut des R\u00f6misch-Katholischen Bistums Temeswar<br \/>\n<strong>Unterrichtssprachen: <\/strong>Rum\u00e4nisch und Ungarisch<br \/>\n<strong>Schularten:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kindergarten: 4 Gruppen<\/li>\n<li>Grundschule (Vorbereitungsklassen und Klassen 1-4): 10 Schulklassen<\/li>\n<li>Gymnasium (Klassen 5-8): 5 Schulklassen<\/li>\n<li>Lyzeum (Klassen 9-12): 8 Schulklassen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Anzahl der Sch\u00fcler nach Schularten und Unterrichtssprachen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kindergarten: insgesamt 70 Kinder, davon 39 in der rum\u00e4nischen Sektion und 31 in der ungarischen Sektion<\/li>\n<li>Grundschule: insgesamt 172 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, davon 121 in der rum\u00e4nischen Sektion und 51 in der ungarischen Sektion<\/li>\n<li>Gymnasium: insgesamt 104 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, davon 91 in der rum\u00e4nischen Sektion und 13 in der ungarischen Sektion<\/li>\n<li>Lyzeum: insgesamt 141 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, davon 90 in der rum\u00e4nischen Sektion und 51 in der ungarischen Sektion<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Zahl der Internatssch\u00fcler: <\/strong>82 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<br \/>\n<strong>Zahl der Lehrkr\u00e4fte:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>8 Erzieherinnen<\/li>\n<li>9 Grundschullehrerinnen<\/li>\n<li>25 Lehreinnen und Lehrer am Gymnasium und Lyzeum<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fremdsprachen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>erste Fremdsprache: Deutsch<\/li>\n<li>zweite Fremdsprache:Englisch<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Partnerschulen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Staatliches Gymnasium St. Josef Dingelst\u00e4dt (Th\u00fcringen\/Deutschland)<\/li>\n<li>Dugonics Andr\u00e1s Piaristengymnasium in Szegedin (Ungarn)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Website: <\/strong>https:\/\/gerhardinum.ro\/<br \/>\n<strong>Soziale Medien: <\/strong>Facebook, YouTube<\/p>\n<p>Erschienen in: <strong><em>Banater Post<\/em><\/strong><em>. Zeitung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, <\/em>im Bereich: <em>Glaube und Kirche, <\/em>Jahrgang 65, Nummer 10, M\u00fcnchen, 20. Mai 2021, Seite 13<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Temeswarer R\u00f6misch-Katholisches Theologisches Lyzeum f\u00fchrt die Tradition des konfessionellen Schulwesens im Banat fort Das R\u00f6misch-Katholische Theologische Lyzeum Gerhardinum in Temeswar besteht seit mittlerweile 30 Jahren. Als Gr\u00fcndungsdatum gilt der 29. April 1991, als die zust\u00e4ndige Bukarester Kultusbeh\u00f6rde dem Antrag des Bistums Temeswar auf Schaffung eines r\u00f6misch-katholischen Gymnasiums stattgegeben hat. 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