{"id":33929,"date":"2021-08-09T17:01:17","date_gmt":"2021-08-09T14:01:17","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=33929"},"modified":"2021-08-09T17:01:17","modified_gmt":"2021-08-09T14:01:17","slug":"ich-bin-dankbar-fuer-alle-gnaden-chancen-und-moeglichkeiten-die-mir-gott-geschenkt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/ich-bin-dankbar-fuer-alle-gnaden-chancen-und-moeglichkeiten-die-mir-gott-geschenkt-hat\/","title":{"rendered":"\u201eIch bin dankbar f\u00fcr alle Gnaden, Chancen und M\u00f6glichkeiten, die mir Gott geschenkt hat\u2026\u201c"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-33848 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-1024x685.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"548\" height=\"367\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27548%27%20height%3D%27367%27%20viewBox%3D%270%200%20548%20367%27%3E%3Crect%20width%3D%27548%27%20height%3D%27367%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-200x134.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-300x201.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-400x268.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-600x402.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-768x514.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-800x535.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-1200x803.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC_0055-1536x1028.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 548px) 100vw, 548px\" \/><\/a>Am 31. Juli 2021 wurde dem Bischof emeritus Dr. h.c. Martin Roos die \u201ePrinz-Eugen-Nadel\u201c, die h\u00f6chste Auszeichnung der Landsmannschaft der Banater Schwaben verliehen. Im Rahmen eines feierlichen Aktes, im roten Empfangsraum des Bisch\u00f6flichen Ordinariats, im beisein Seiner Exzellenz Josef Csaba P<\/em><em>\u00e1l, Bischof von Temeswar, sprach Herr Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben die <strong>Laudatio<\/strong> an Bischof Roos, und \u00fcberreichten ihn die Auszeichnung und die Urkunde. Bischof Roos bedankte sich <\/em><em>daf\u00fcr herzlichst und unterstrich, da\u00df er diese Ehrung als eine Ehrung aller Priester und Seelsorger unseres Bistums sieht, dass dadurch die Arbeit all unseren Priestern, in den Pfarreien und Filialen geehrt und anerkannt wird. <\/em><em>Bischof<\/em><em> P<\/em><em>\u00e1l unterstrich schon am Anfang der Feier, da\u00df die Arbeit seines Vorg\u00e4ngers nicht vergessen werden darf und da\u00df die feierliche Ehrung seitens der Landsmannschaft der Banater Schwaben f\u00fcr Bischof Roos und f\u00fcr uns alle nicht nur eine wunderbare Geste ist, sondern auch ein Beispiel, was die Sch\u00e4tzung jahrzehntelangen Arbeit bedeutet.<\/em><br \/>\n<em>Zu diesem Anla<\/em><em>\u00df sprach unsere Kollegin Enik<\/em><em>\u0151 Sipos mit Bischof em. Martin Roos, der unserem Presseb\u00fcro einige Fragen beantwortete.<\/em><br \/>\n<em>Der emeritierte Bischof Martin Roos wurde am 17. Oktober 1942 in Knees, im Kreis Temesch, geboren und in der dortigen Pfarrkirche getauft. Er wurde am 3. Juli 1971 in Rottenburg\/Neckar von Bischof Carl Joseph Leiprecht f\u00fcr das Bistum Rottenburg-Stuttgart zum Priester geweiht. 1987 wurde Pfarrer Martin Roos zweiter Vorsitzender des Instituts f\u00fcr Donauschw\u00e4bische Kirchen- und Kulturgeschichte e.V. in Stuttgart, 1988 Vorsitzender des S\u00fcdostdeutschen Priesterwerks Sankt Gerhard, eine Stiftung des Banater Pr\u00e4laten Josef Nischbach. 1989 ernannte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Pfarrer Roos zum Sprecher der donauschw\u00e4bischen katholischen Priester und Gl\u00e4ubigen und zum geistlichen Assistenten des Sankt-Gerhards-Werkes der s\u00fcdostdeutschen Katholiken, gleichzeitig war er auch Redakteur des <\/em>Quartalsbriefes (an die Priester)<em> und des <\/em>Gerhardsboten (an die Mitglieder des Gerhards-Werkes)<em>.<\/em><br \/>\n<em>Nach Augustin Pacha und Sebastian Kr\u00e4uter wurde Martin Roos am 24. Juni 1999 zum dritten Bischof der Di\u00f6zese Temeswar ernannt und am 28. August 1999, dem Tag des heiligen Augustinus, vom damaligen Apostolischen Nuntius Dr. Jean-Claude P\u00e9risset, Titularerzbischof von Justiniana Prima konsekriert. Mitkonsekratoren waren Endre Gyulay, Bischof von Szeged-Csan\u00e1d, und Dr. Johannes Kreidler, damals Administrator des Bistums und Weihbischof in Rottenburg, Titularbischof von Edistiana. Seit 2011 ist Seine Exzellenz Ehrendoktor der Theologischen Fakult\u00e4t Fulda, in Hessen. Bischof Martin weihte 32 Priester, zwei Bisch\u00f6fe, sowie mehrere Kapellen und Kirchen. Unter seiner Leitung wurde der Kloster- und Wallfahrtskomplex Maria-Radna saniert und restauriert, die Renovierung der St.-Georgs-Kathedrale in Temeswar in die Wege geleitet, die er auch aufmerksam begleitet. Zur Zeit von Bischof Sebastian Kr\u00e4uter koordinierte er in dessen Auftrag die Restaurierung des Bischofspalais\u00b4 in Temeswar, restrukturierte das Di\u00f6zesanarchiv, die Di\u00f6zesanbibliothek und richtete das Di\u00f6zesanmuseum ein. Er ist Autor mehrerer B\u00e4nde zur Geschichte der Di\u00f6zese Tschanad\/Temeswar, \u00fcber Maria Radna, den hl. Gerhard, \u00fcber die Kathedrale zum hl. Georg(Domkirche) zu Temeswar und die Geschichte des Banats. Im Rahmen und Auftrag der Katholischen Bischofskonferenz Rum\u00e4niens war er f\u00fcr das kirchliche Kulturgut und die Archive zust\u00e4ndig. Seit 2018 ist Bischof Martin im Ruhestand.<\/em><\/p>\n<p><strong>Exzellenz, Bischof Martin Roos, anl\u00e4sslich des 50-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums Ihrer Priesterweihe, bitten wir Sie, mit uns eine \u201eReise\u201c in die Vergangenheit zu unternehmen und auf Ihren Lebens- und Glaubensweg, der im Elternhaus begonnen hat und auf den Bischofsstuhl von Temeswar gef\u00fchrt hat, zu blicken. Wie erinnern Sie sich an Ihre Kindheit?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/roos-4.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-full wp-image-33933 alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27183%27%20height%3D%27200%27%20viewBox%3D%270%200%20183%20200%27%3E%3Crect%20width%3D%27183%27%20height%3D%27200%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/roos-4.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"200\" \/><\/a>Meine Kindheit war eine gl\u00fcckliche, weil es stets Menschen gab, die sich um mich gek\u00fcmmert haben, da meine Eltern zun\u00e4chst nicht zu Hause waren. Mein Vater war im Krieg, dann in englischer Gefangenschaft, meine Mutter wurde nach Russland zu Zwangsarbeit verschleppt, somit wuchs ich bei meinen Gro\u00dfeltern auf, die zum Gl\u00fcck noch r\u00fcstig waren und sich um mich k\u00fcmmern konnten. Sie waren die ganze Zeit meine Ersatz-Eltern. Ich habe meine Mutter mit sieben Jahren kennengelernt, als sie aus der Sowjetunion nach Hause kam, und meinen Vater erst 1962, als ich fast zwanzig war. Die ganze Zeit waren meine Gro\u00dfeltern um mich herum, ich musste nie Hunger leiden, mir fehlte sonst nichts. Nat\u00fcrlich habe ich meine Eltern vermisst, sie waren nicht zu ersetzen. Mein Heimatdorf war relativ ruhig, aber wir alle lebten in recht unruhigen Zeiten. Die allgemeine Atmosph\u00e4re war dr\u00fcckend. Der Krieg belastete das Leben aller Dorfbewohner, Front zog durch das Dorf, die Russen feuerten oft ihre Gewehre ab und t\u00f6teten hier und da auch Menschen. Meine Gro\u00dfmutter war eine sehr resolute Frau, als sowjetische Soldaten mit einem Lastkraftwagen in den Hof fuhren und auf die Schweine schossen, trat sie vor den Soldaten, zeigte auf sich selber und sagte zu ihm auf Deutsch: \u201eJetzt schie\u00dft du mich, und dann noch ein Schwein\u2026\u201c, darauf luden sie die erschossenen Schweine auf und fuhren davon. Die Dorfbewohner mussten ihnen das Essen kochen und ihre Kleidung waschen. Das geschah meist in Gemeinschaftsarbeit, wobei alle mithalfen. Uns Deutschen nahmen man alles vom Hof, Pferde, K\u00fche, Schweine, Wagen, landwirtschaftliche Ger\u00e4te und Maschinen, alle Vorr\u00e4te an Lebensmittel. Sogar einen gro\u00dfen Haufen Brennziegel, mit denen mein Vater einen neuen Stall bauen wollte, selbst den hat man weggef\u00fchrt!<\/p>\n<p><strong>Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Schulzeit?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/roos-3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-full wp-image-33936 alignright\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27158%27%20height%3D%27200%27%20viewBox%3D%270%200%20158%20200%27%3E%3Crect%20width%3D%27158%27%20height%3D%27200%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/roos-3.jpg\" alt=\"\" width=\"158\" height=\"200\" \/><\/a>Ich glaube, ich hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck. Die sieben Grundschulklassen konnte ich in meiner Muttersprache absolvieren. Meine Klasse war die letzte, die alle sieben Jahre zu Hause, im Dorf, beenden konnte. Unser Pfarrer Augustin Lehnert, aus Deutsch-Sankt-Peter stammend, war ein sehr lieber Mensch. Wir gingen gerne zu ihm in den Religionsunterricht und dienten an Sonn- und Feiertagen, auch wenn dies in der Schule nicht immer gerne gesehen wurde. Aber die Lehrer waren noch zum Teil aus der \u201ealten Schule\u201c und lie\u00dfen es einfach geschehen. An Feiertagen lief ich w\u00e4hrend der Pause aus der Schule in die Kirche zum Ministrieren und kehrte dann in der n\u00e4chsten Pause wieder an meinen Platz zur\u00fcck. Die Lehrer nahmen dies stillschweigend zur Kenntnis. Damals war noch jeden Tag in der Fr\u00fche eine heilige Messe, und bevor ich zur Schule ging, ministrierte ich dabei. Manchmal waren wir nur \u201ezu dritt\u201c in der Kirche: der Pfarrer, der Mesner und ich.<\/p>\n<p><strong>Hat Sie der Ortspfarrer oder andere Personen des geweihten Lebens beeinflusst, den Weg und die Berufung des Priestertums zu w\u00e4hlen?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33939 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-1024x682.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"349\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27525%27%20height%3D%27349%27%20viewBox%3D%270%200%20525%20349%27%3E%3Crect%20width%3D%27525%27%20height%3D%27349%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-400x267.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-568x376.jpg 568w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-600x400.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-800x533.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.-Episcopul-Martin-Roos-in-comunitatea-din-Satchinez-jud.-Timis-1-1536x1024.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/a>Nein, f\u00fcr mich war es von Anfang an, seit meiner fr\u00fchesten Kindheit, seit ich mich erinnern kann, klar, dass ich Priester werden w\u00fcrde. Wie dies kam, kann ich mir nicht erkl\u00e4ren. Meine erste Erinnerung ist die Firmung von 1946, an der ich im Alter von ungef\u00e4hr vier Jahren damals noch unbewusst anwesend war. Es war Bischof Augustin Pacha. Ich erinnere mich nur an ein gro\u00dfes Gedr\u00e4nge in der Kirche, mit vielen Menschen, ich selber dazwischen, der sonst nichts von der gro\u00dfen Feierlichkeit mitbekommen hat. In der Domkirche war ich zum ersten Mal, als Bischof Augustin Pacha hier aufgebahrt war (\u2020 4. November 1954). Am Freitag, dem 5. November, als wir zu Mittag aus der Schule kamen, wurde soeben ausgel\u00e4utet und die Kunde verbreitete sich rasch, dass Bischof Pacha verstorben sei. Am Sonntag, dem 7. November, fuhr ich mit meinem \u00e4lteren Cousin in aller Fr\u00fche mit dem ersten Zug nach Temeswar, um den toten Bischof zu sehen. Der Dom wurde soeben erst aufgesperrt, als wir ankamen und somit geh\u00f6rten wir beide zu den ersten, die hier an der Bahre des Bischofs beteten. Diese Augenblicke blieben mir in lebendiger Erinnerung!<br \/>\nWenn ich mich recht entsinne, wurde unser Pfarrer 1955 nach Gro\u00df-Jetscha versetzt. Der Pfarrer von Perjamosch-Haulik, Karl Stefan Ritter, urspr\u00fcnglich aus Sanktandres, kam nach Knees. W\u00e4hrend seiner Zeit beendete ich die Grundschule und es begann die Suche nach dem weiteren Weg und der Richtung, die einzuschlagen war, um zu dem Ziel zu kommen. Er diente hier zwei kurze Jahre und wurde nach Sanktandres versetzt. Wir bekamen einen Pfarrer aus Orzydorf, Johann Schneeweiss. Er war der letzte Pfarrer, der am Ort gewohnt hat. Von da an wurde die Pfarrei nur noch von den Nachbarortschaften aus versehen.<\/p>\n<p><strong>Wo haben Sie Ihr Studium fortgesetzt?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33942 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-1024x683.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"523\" height=\"348\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27523%27%20height%3D%27348%27%20viewBox%3D%270%200%20523%20348%27%3E%3Crect%20width%3D%27523%27%20height%3D%27348%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-400x267.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-600x400.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-768x512.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-800x533.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/9-Denkmalweihe-Foto_W.Konschitzky-1536x1024.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 523px) 100vw, 523px\" \/><\/a>Nach Abschluss der sieben Grundschulklassen bereitete ich mich auf die Kantorenschule in Karlsburg vor. Hier stie\u00df ich auf die ersten Schwierigkeiten, da ich kein Ungarisch verstand und die rum\u00e4nische Sprachabteilung gerade von Karlsburg nach Jassy verlegt worden war. Ich lie\u00df nicht locker und versuchte, eine L\u00f6sung zu finden. Nach einiger Korrespondenz auf eigene Faust, wurde ich als Fernsch\u00fcler aufgenommen. Man schickte mir das Programm in den einzelnen F\u00e4chern zu und ich bereitete mich in eigener Regie auf die Pr\u00fcfungen vor. Latein habe ich beim Pfarrer gelernt, ebenso das Harmoniumspiel, die anderen F\u00e4cher zu Hause. Die erste Pr\u00fcfung war im Januar 1957. Nach Karlsburg fuhr ich mit einem anderen meiner Cousins, der soeben vom Milit\u00e4r abger\u00fcstet, das er bei Petroschany abgedient hatte und daher \u201ebewanderter\u201c war als ich. Es war das erste Mal, dass ich so weit von zu Hause wegmusste. Es schien mir wie eine Weltreise. Es war sehr kalt, es schneite und weil der erste Zug gro\u00dfe Versp\u00e4tung hatte, kamen wir erst sp\u00e4t am Abend in Karlsburg an. Eine mit uns dahinschwankende Kutsche brachte uns auf der spiegelglatten, vereisten Stra\u00dfe zur Festung hinauf. Das klapprige arme Pferd schaffte es gerade noch, die Anh\u00f6he zu erklimmen. Vor dem gro\u00dfen, bereits verschlossenen Tor hielten wir an, l\u00e4uteten l\u00e4nger vergebens, doch schlie\u00dflich lie\u00df uns jemand ein und wies uns beiden freundlich ein eiskaltes Zimmer zu, wo wir die erste Nacht verbrachten. Am n\u00e4chsten Tag war die erste Pr\u00fcfung. Die zweiten Semesterpr\u00fcfungen fanden in der ersten Junih\u00e4lfte statt.<\/p>\n<p><strong>Wie haben Sie die Pr\u00fcfungen bestanden?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33945 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-707x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-707x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"381\" height=\"552\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27381%27%20height%3D%27552%27%20viewBox%3D%270%200%20381%20552%27%3E%3Crect%20width%3D%27381%27%20height%3D%27552%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-200x290.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-207x300.jpg 207w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-400x579.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-600x869.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-707x1024.jpg 707w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-768x1112.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-800x1158.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-1061x1536.jpg 1061w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-1200x1737.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010-1415x2048.jpg 1415w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18.2.-Sanctitatea-sa-Papa-Benedict-al-XVI-lea-si-episcopul-Martin-Roos-la-vizita-ad-limina-din-2010.jpg 1514w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 381px) 100vw, 381px\" \/><\/a>Sehr gut! Diese Pr\u00fcfungen im Januar 1957 waren einige der erfolgreichsten. Das Studieren war kein Problem. Zun\u00e4chst aber die Sprache. Es hing vom Professor ab, in welcher Sprache ich die Pr\u00fcfung ablegte. Falls dieser Rum\u00e4nisch verstand, antwortete ich auf Rum\u00e4nisch. Falls er Deutsch verstand, wie Professor Ludwig Bl\u00e9dy, war es noch besser. So war die Pr\u00fcfungsvorbereitung mehrsprachig. Es hing auch davon ab, welche Art von B\u00fcchern ich bekam. Denn ich musste mir die B\u00fccher selber beschaffen oder kaufen. Auch der Pfarrer half mir, denn er hatte Bekannte in Temeswar, vor allem Eltern, die solche B\u00fccher f\u00fcr ihre Kinder hatten und sie mir ausliehen. Das Fach Religion erarbeitete ich mir selber aus dem Gro\u00dfen Katechismus von Franz Spirago, den mir der Pfarrer zur Verf\u00fcgung gestellt hatte. Bei der ersten Pr\u00fcfung in Religion, \u00fcbersetzte Professor Michael Tyukodi mir die Fragen von Professor Sturek aus dem Ungarischen ins Deutsche, und meine Antworten f\u00fcr den Professor aus dem Deutschen ins Ungarische, da Professor Sturek aus Siebenb\u00fcrgen stammte, kein Deutsch verstand und auch das Rum\u00e4nische nicht sehr beherrschte.<br \/>\nIm zweiten Jahr erlaubte man mir jedoch vom staatlichen Inspektorat nicht mehr, die Pr\u00fcfungen abzulegen. Somit habe ich dieses Jahr verloren. Im n\u00e4chsten Jahr wurde ich aber zum Vollzeitstudium zugelassen und zog nach Karlsburg. Ich musste das zweite Jahr wiederholen, also kam ich in eine andere Klasse und beendete mit diesen Mitsch\u00fclern schlie\u00dflich die Jahre bis zur Matura. Im Anschluss an die Reifepr\u00fcfung folgte die Aufnahmepr\u00fcfung auf die Theologische Hochschule.<\/p>\n<p><strong>Hatten Sie Lieblingslehrer?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33930 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-649x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-649x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"394\" height=\"622\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27394%27%20height%3D%27622%27%20viewBox%3D%270%200%20394%20622%27%3E%3Crect%20width%3D%27394%27%20height%3D%27622%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-190x300.jpg 190w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-200x316.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-400x631.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-600x947.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-649x1024.jpg 649w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-768x1212.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-800x1263.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-973x1536.jpg 973w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-1200x1894.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907-1297x2048.jpg 1297w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/20200303_102907.jpg 1345w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><\/a>Ich habe jeden von ihnen gemocht und respektiert, schlie\u00dflich waren sie es, die uns dem Ziel n\u00e4herbrachten, jeder auf seine Art und Weise. Domherr Dr. Ferenc Farag\u00f3 war der Direktor der Kantorenschule, gleichzeitig auch Professor f\u00fcr die Bibelwissenschaften auf der Theologie. Wir waren 33 Sch\u00fcler in einer Klasse. Diese Zahl war vom Staat vorgegeben, durch den sog. Numerus Clausus. Der derzeitige Generalvikar von Gro\u00dfwardein, Msgr. J\u00f3zsef Fodor, der verstorbene Bischof von Sathmar Paul Reizer, Msgr. B\u00e9la Csat\u00f3 und Msgr. Dr. \u00c1rp\u00e1d Czirj\u00e1k waren einige meiner Klassenkameraden. Nach dem Abschluss der vierj\u00e4hrigen Kantorenschule wechselte ich 1961 auf die Theologie. In der Kantorenschule absolvierten wir von den 33 schlie\u00dflich 32, von denen 16 mit dem Studium der Theologie begannen. Wer Kantor bleiben wollte, legte eine zus\u00e4tzliche Pr\u00fcfung in Orgel und Gesang ab. Wir, die anderen 16, wurden nur auf eigenen Wunsch hin in Musik gepr\u00fcft. An der Kantorenschule wurde nat\u00fcrlich das praktische Harmoniumspiel gelehrt und ge\u00fcbt. Neben den anderen g\u00e4ngigen F\u00e4chern wie Mathematik, Geographie, Geschichte und ungarische Literatur wurde in der Kantorenschule im ersten Jahr der Katechismus gelehrt, im zweiten die Kirchengeschichte, im dritten Moral und im vierten Apologetik unterrichtet. Ich erinnere mich, dass uns der arme Professor zum Beispiel in ungarischer Literatur zeitgen\u00f6ssische sozialistische Lehrst\u00fccke vortragen musste. Er l\u00e4chelte oft dabei. Auf uns hatten die Beh\u00f6rden ein sehr wachsames Auge: Inspektoren kamen sehr oft zur Visitation. Wir waren nie sicher, ob wir unser Studium im jeweiligen Herbst fortsetzen k\u00f6nnen. Ich lebte unter permanenter Drohung, dass man uns die Schule schlie\u00dfen k\u00f6nnte, oder wir nicht weiterstudieren d\u00fcrfen, wie etwa bei mir, wo der Vater im Krieg im Deutschen Herr gedient hat.<\/p>\n<p><strong>Wie hat Ihnen Ungarisch gefallen?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33948 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-678x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-678x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"574\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27380%27%20height%3D%27574%27%20viewBox%3D%270%200%20380%20574%27%3E%3Crect%20width%3D%27380%27%20height%3D%27574%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-199x300.jpg 199w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-200x302.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-400x604.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-600x906.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-678x1024.jpg 678w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-768x1160.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-800x1208.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-1017x1536.jpg 1017w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-1200x1812.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086-1356x2048.jpg 1356w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/DSC0086.jpg 1409w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/a>Ich mochte die ungarische Sprache. Die Reihenfolge der W\u00f6rter im Satz unterscheidet sich stark von der im Deutschen, es ist eine v\u00f6llig andere Art zu denken, also musste man umlernen, was ich interessant fand. Wir wurden nicht zu sehr gedr\u00e4ngt, jetzt unbedingt und sofort alles auf Ungarisch einzupauken: Die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit waren ohnehin Ungarn, die Vortragssprache im Unterricht wie auch die Umgangssprache in der Klasse und in der gesamten Schule das Ungarische, so war man schon von daher bestrebt, das Ungarische je eher zu erlernen. In unserer Klasse waren nur zwei Deutsche, Adolf Fugel (\u2020 2019) von Gro\u00dfsanktnikolaus, und ich. Aber es gab auch Klassen, in denen mehr Sch\u00fcler kein Ungarisch sprachen. In der Kantorenschule waren aus unserem Bistum \u00fcber 20 Sch\u00fcler, auf der Theologie etwa 20-25, das hei\u00dft drei oder vier in jedem Studienjahr. Wir aus der Di\u00f6zese Temeswar standen uns, unabh\u00e4ngig von der Nationalit\u00e4t, sehr nahe. Neben den Deutschen gab es unter uns Bulgaren, Tschechen, Kroaten, auch einige Rum\u00e4nen. Wenn wir nach den Ferien zum Studium zur\u00fcckfuhren, trafen wir uns normalerweise in Arad und reservierten ein ganzes Zugabteil oder sogar zwei, so reisten wir, die Kollegen aus dem Banat, gemeinsam nach Karlsburg. Im ersten Studienjahr haben wir unsere Kollegen nur dezent beobachtet, aber im zweiten Jahr waren wir schon neugierig auf die J\u00fcngeren, die nach uns das erste Jahr antraten. Es gab bereits eine gewisse Hierarchie. Als eiserne Regel galt: W\u00e4hrend des Studiums an der Kantorenschule durften wir nicht mit Theologiestudenten sprechen. Zu jener Zeit herrschten Strenge und Disziplin sowohl im Seminar wie auf der Kantorschule, die ohnehin praktisch als Kleinseminar gef\u00fchrt wurde!<\/p>\n<p><strong>Hat Ihre Familie Sie bei dieser Entscheidung unterst\u00fctzt? Welche Ratschl\u00e4ge oder Ermutigungen haben Sie von Ihren Eltern erhalten?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33951 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-711x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-711x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"419\" height=\"603\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27419%27%20height%3D%27603%27%20viewBox%3D%270%200%20419%20603%27%3E%3Crect%20width%3D%27419%27%20height%3D%27603%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-200x288.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-208x300.jpg 208w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-400x576.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-600x864.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-711x1024.jpg 711w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-768x1106.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-800x1152.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-1067x1536.jpg 1067w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-1200x1728.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec-1422x2048.jpg 1422w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Hl-Vater-und-Bischof-Roos-1999-Nov-Dec.jpg 1497w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 419px) 100vw, 419px\" \/><\/a>Ehrlich gesagt, war man von meiner Entscheidung nicht sehr begeistert. Mein Heimatdorf war nicht von einer gl\u00fchenden Religiosit\u00e4t gepr\u00e4gt. An Sonn- und Feiertagen gingen die Leute in die Kirche, aber das war&#8217;s. In diesen Jahren war ja nur meine Mutter bei mir, und als sie erfuhr, was ich vorhabe, schrieb sie meinem Vater nach Kanada von meinem Plan. Darauf antwortete mein Vater, ich solle lernen, was ich wolle, und den Beruf ergreifen, den ich mir w\u00fcnsche. Damit hatte ich gegen\u00fcber meiner Mutter die Schlacht gewonnen. Schlie\u00dflich gab sie notgedrungen nach, hoffte aber im Stillen doch, dass der Sohn eines Tages aus der unwirtlichen Fremde nach Hause zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Als ich dann in meine ersten Ferien nach Hause kam, stellte mir unser Nachbar, ein alter Schmied, der Ungarisch verstand, einige Fangfragen, die ich prompt beantworten konnte. Solche waren: Wie sagt man auf Ungarisch: altes Eisen? \u2013 Ich antwortete, nichts ahnend: \u00f3cskavas. \u2013 Wie sagt man auf Ungarisch: ein alter Mann? \u2013v\u00e9nember. \u2013 Wie sagt man: alte Stadt? \u2013 \u00f3v\u00e1ros. \u2013 Wie sagt man auf Ungarisch: alte Burg? \u2013 r\u00e9gi v\u00e1r \u2013 Und so musste ich ihm mehrere W\u00f6rter und S\u00e4tze \u00fcbersetzen, worauf der alte Schmied bei der n\u00e4chsten Begegnung zu meiner Mutter sagte, (das hat sie mir erst hier in Temeswar, Jahre sp\u00e4ter, verraten): \u2013 Dei\u00b4 Martin, de kummt doher nimmi zuruck, do druf brauchscht du nimmi zu warte!<br \/>\nSo begann ich Ende September 1961 in Karlsburg das Studium der Theologie. Eines Nachmittags, Ende Oktober, betrat der Spiritual das Studier- bzw. Klassenzimmer, rief mich heraus und er\u00f6ffnete mir: \u201eHier habe ich f\u00fcr Sie ein Telegramm, dass Ihr Pass f\u00fcr Kanada gekommen sei.\u201c Wir hatten uns schon mehrmals f\u00fcr eine Ausreise beworben, aber bis dahin lie\u00dfen man uns nicht ziehen. Mein Vater arbeitete damals in einer Aluminiumh\u00fctte an der K\u00fcste des Stillen Ozeans im Wilden Westen Kanadas. Meine Mutter und ich brachen am 4. Februar zun\u00e4chst nach Bukarest auf, denn nur von dort konnte man fliegen. Bis dahin hatte ich noch nie ein Flugzeug von so nahe gesehen, nur wenn eines am Himmel \u00fcber dem Dorf dahinflog. In Bukarest wurden wir durch den Zoll nach Gold und wei\u00df der Himmel wonach noch bis auf die Haut gefilzt, danach konnten wir abheben. Die erste Landung war in Wien, die n\u00e4chste in Z\u00fcrich, und von dort ging es nach Paris. Am Flughafen von Paris trafen wir zun\u00e4chst keinen, der Deutsch sprach und wir konnten kein Franz\u00f6sisch. Dann versuchte es meine Mutter mit den russischen Brocken, die sie noch aus der Verschleppung her beherrschte. In Paris gab es an diesem Tag kein Flugzeug mehr nach Kanada, nur am n\u00e4chsten Tag. Also brachte man uns in ein vornehmes Hotel auf der Seine-Insel (\u00cele de la Cit\u00e9) in der N\u00e4he von Notre Dame, das ich schon von fern her ersp\u00e4ht hatte. Hier \u00fcbernachteten wir und am n\u00e4chsten Nachmittag ging es \u00fcber den Atlantik in Richtung Kanada. Dieser Tag wollte nicht enden, da wir mit der Sonne gen Westen flogen. Wir landeten nach langen Stunden zun\u00e4chst in Montreal, wo man uns registriert hat, dann gings \u00fcber Winnipeg nach Vancouver, wo wir sp\u00e4t am Abend landeten. Am n\u00e4chsten Morgen flogen wir mit einer kleinen Propellermaschine an die Grenze von Alaska, wo uns mein Vater erwarte. Nach einer Autofahrt von fast hundert Kilometern durch hohes Gebirge und Urwald erreichten wir das St\u00e4dtchen mit der Aluminiumh\u00fctte, in der mein Vater seit Jahren arbeitete und lebte. Als ich ankam, stellte ich mich dem \u00f6rtlichen Pfarrer vor und sagte ihm, dass ich Priester werden wolle. Ich fand eine sehr gut organisierte Pfarrei vor. Der Pfarrer brachte mich zum Bischof, der sehr nett war. Er fragte mich, aus welcher Di\u00f6zese ich komme, ob ich meinen Bischof in Rum\u00e4nien kenne, ob auch dieser mich kenne, was ich alles positiv beantworten konnte. Dann schrieb er einen Brief nach Karlsburg und bat um eine Information \u00fcber mich. Die Antwort lie\u00df nicht lange auf sich warten. Bischof \u00c1ron M\u00e1rton, von dem ich mich seinerzeit verabschiedet hatte, schrieb anscheinend nur Gutes \u00fcber mich, so dass Bischof Carrol zu mir sagte: \u201eIch habe sehr gute Informationen \u00fcber Dich erhalten. Ich nehme Dich auf!\u201c Nur hatte ich mich inzwischen schon entschieden, nach Europa, konkret nach Deutschland, zur\u00fcckzukehren. Auch mein Vater wollte, dass ich in Deutschland studiere. So verbrachte ich insgesamt nur acht Monate in Kanada, in denen ich etwas Englisch aufschnappte. Dann schrieb ich einen Brief an den damals schon in Freiburg lebenden Banater Pr\u00e4laten Josef Nischbach (\u2020 1970), der mich an die Philosophisch-Theologische Hochschule in K\u00f6nigstein im Taunus, bei Frankfurt am Main vermittelt hat. Dies war ein interdi\u00f6zesanes Seminar, das viele Studenten aus den kommunistisch regierten L\u00e4ndern auf das Priestertum vorbereitete: aus Ungarn, der Tschechoslowakei, Polen, Jugoslawien, aus Rum\u00e4nien war allerdings ich der einzige. Wir waren also hier eine ziemlich bunte Gesellschaft, sp\u00e4ter kamen auch noch Spanier, Katalanen und Inder hinzu. Ich wurde zwar aufgenommen, doch musste ich das Abitur, unsere Matura, durch Erg\u00e4nzungspr\u00fcfungen best\u00e4tigen lassen und auch noch Hebr\u00e4isch und Griechisch nachholen.<\/p>\n<p><strong>Nach diesen Ausf\u00fchrungen haben Sie in Ihrer Jugend Ungarisch, Rum\u00e4nisch, Englisch, Latein, Hebr\u00e4isch, Griechisch gelernt &#8230; Eine reiche \u201eSammlung\u201c an Sprachen&#8230;<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33954 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-1024x768.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"466\" height=\"349\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27466%27%20height%3D%27349%27%20viewBox%3D%270%200%20466%20349%27%3E%3Crect%20width%3D%27466%27%20height%3D%27349%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Epps-Roos-in-Comlosu-Mic.jpg 1152w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/a>Das waren damals die Voraussetzungen um weiterzukommen! In diesem Seminar in K\u00f6nigstein hatte man die M\u00f6glichkeit, nach dem vierten Studiensemester, eine Di\u00f6zese zu w\u00e4hlen, in der man sp\u00e4ter seinen Dienst aus\u00fcben wollte. Es war wieder Pr\u00e4lat Nischbach, mein Mentor und Schutzgeist, der mir vorschlug, das Bistum Rottenburg-Stuttgart zu w\u00e4hlen, weil man dort offen genug war und uns gut und gerne aufnahm. So ging ich nach Abschluss meines Studiums in K\u00f6nigstein f\u00fcr ein Jahr in das Di\u00f6zesanseminar von Rottenburg am Neckar. Es war ein Pastoralkurs, nach dem ich zum Diakon geweiht wurde und als solcher einer Stuttgarter Pfarrei auf ein Jahr zugeteilt wurde. Hier habe ich unter einem erfahrenen Pfarrer gepredigt, getauft, Ehen eingesegnet, Religionsunterricht gehalten, Wortgottesdienste gefeiert, Krankenkommunion gebracht, beerdigt. Ende dieses Jahres wurde ich am 3. Juli 1971 zum Priester geweiht. Damals waren wir noch 25 Diakone im Weihekurs \u2013 einer der letzten so zahlreichen in der Di\u00f6zese. An meiner Weihe nahmen auch meine Eltern teil, da sie sich inzwischen in Deutschland niedergelassen hatten. Nach meiner Priesterweihe war ich anderthalb Jahre in einer anderen Pfarrei in Stuttgart als Kaplan \u2013 in W\u00fcrttemberg nennt man diese \u201eVikar\u201c \u2013 zugeteilt. Dann schlug mir der Personalreferent des Ordinariats drei Pfarreien zur Auswahl vor, die ich besuchen und dann entscheiden sollte, welche ich w\u00e4hlen w\u00fcrde. Habe mir die erste angeschaut: Sie hatte eine sch\u00f6ne barocke Pfarrkirche, die dem heiligen Georg geweiht war \u2013 wie unsere Kathedrale in Temeswar \u2013 und \u00fcber dem Hauptaltar befand sich im Auszug das Bild, das den heiligen Johannes von Nepomuk \u2013 Schutzpatron des Banats \u2013 darstellte. Damit war meine Entscheidung gefallen, die anderen beiden Pfarreien habe ich mir nicht einmal mehr angeschaut! So bin ich f\u00fcr die restlichen Jahre nach Stimpfach in W\u00fcrttemberg, im Kreis Schw\u00e4bisch Hall, gekommen. Und es begann mit der Renovierung der Kirche, au\u00dfen und innen, der Erneuerung des alten Gel\u00e4uts, das zum Teil noch aus dem 15. Jahrhundert stammte, eine neue Orgel wurde gebaut, das Pfarrhaus saniert und erneuert\u2026 \u2013 Wer arbeiten will, findet immer etwas zu tun. Ich habe hier sechzehn sch\u00f6ne Jahre verbracht!<\/p>\n<p><strong>Wie gro\u00df war die Pfarrei dort?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33957 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-768x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"472\" height=\"629\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27472%27%20height%3D%27629%27%20viewBox%3D%270%200%20472%20629%27%3E%3Crect%20width%3D%27472%27%20height%3D%27629%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-200x267.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-225x300.jpg 225w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-400x533.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-600x800.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-800x1067.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_4883.jpg 1698w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><\/a>Ungef\u00e4hr zweitausend Gl\u00e4ubige. Es war eine lebendige und aktive Pfarrei. Zu meinen Aufgaben als Pfarrer geh\u00f6rten der Religionsunterricht an der Schule mit acht Klassen, die Verwaltung des Kindergartens mit zwei Abteilungen. F\u00fcr Letzteres habe ich weder in Karlsburg, noch sp\u00e4ter in Deutschland eine Ausbildung erhalten. Ich hatte zwei Ordensschwestern, die mir halfen: eine im Kindergarten, die andere k\u00fcmmerte sich um die Kranken. Es gab einen Krankenverein, der dem Pfarrer und dem Kirchengemeinderat unterstand. Es gab einen satzungsgem\u00e4\u00df funktionierenden Kirchengemeinderat und verschiedene Aussch\u00fcsse: einen eigenen f\u00fcr die Verwaltung der Kirchengemeinde, einen f\u00fcr den Kindergarten, einen f\u00fcr die Liturgie, einen f\u00fcr den Krankenpflegeverein, die alle ihre Verwaltung und ihre regelm\u00e4\u00dfigen Sitzungen hatten. Die Hauptaufgabe aber waren die pastoralen Dienste: die Gottesdienste, an Sonn- und Feiertagen vier am Vormittag, sonst t\u00e4glich eine Messe, abwechselnd in den verschiedenen Kirchen, Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, Vorbereitungen zur Firmung, zur Eheschlie\u00dfung. Auch die Gl\u00e4ubigen haben mir sehr geholfen. Ich erinnere mich an eine humorvolle Episode: Der Weihbischof kam ins Dorf zur Firmung. Sein Fahrer wusste nicht, wo das Pfarrhaus war, also hielt er eine Passantin \u2013 leider eine etwas verwirrte \u2013 an, und der Weihbischof fragte: \u201eWo ist das Pfarrhaus?\u201c, worauf diese zu ihm im schw\u00e4bischen Dialekt: \u201eTrottl, jeder woi\u00df, wo\u00b4s Pfarrhaus isch!\u201c<\/p>\n<p><strong>Herr Bischof, wie oft haben Sie Rum\u00e4nien damals besucht?<\/strong><br \/>\nIch bin fast jedes Jahr nach Hause gekommen, solange meine Gro\u00dfeltern noch am Leben waren. Aber auch danach kamen wir zu unseren Verwandten, die fast alle noch hier waren. Ebenso habe ich viele der damaligen Priester des Bistums, die ich kannte, Ordinarius Kernweisz, Generalvikar Dr. Cziza, und eine Reihe anderer, mit denen ich zum Teil auch befreundet war, gerne besucht.<\/p>\n<p><strong>Gab es an der Grenze Probleme?<\/strong><br \/>\nNein. Man musste bezahlen, um eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, die f\u00fcr einen Zeitraum von zwei Wochen erteilt wurde, aber verl\u00e4ngert werden konnte. Man musste sich bei der Ortspolizei, der Militz, wie sie damals hie\u00df, melden. Anfangs war alles strenger gehandhabt, sp\u00e4ter lockerer.<\/p>\n<p><strong>Als Sie zur\u00fcck in die Di\u00f6zese Temeswar kamen, was haben Sie hier vorgefunden?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33960 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-1024x689.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-1024x689.jpg\" alt=\"\" width=\"717\" height=\"483\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27717%27%20height%3D%27483%27%20viewBox%3D%270%200%20717%20483%27%3E%3Crect%20width%3D%27717%27%20height%3D%27483%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-200x135.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-300x202.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-400x269.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-600x404.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-768x517.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-800x539.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-1024x689.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-1200x808.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Palatul-Episcopal-al-Diecezei-de-Timisoara-sfintirea-edificiului-dupa-renovarile-generale-24-septembrie-1995-1536x1034.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><\/a>Nach den turbulenten Weihnachtstagen von 1989 begann die endg\u00fcltige Abwanderung der deutschsprachigen Gl\u00e4ubigen aus dem Banat und dem Bistum, aber auch anderer Volksgruppen, so dass die Zahl der Einwohner drastisch zur\u00fcckgegangen ist. Ich kannte die Situation hier zu Hause und f\u00fcr mich stand bereits in den Weihnachtstagen 1989, nachdem sich die Dinge ge\u00e4ndert hatten, der Entschluss fest, dass ich zur\u00fcckgehen werde. Ich habe mich in Deutschland wohl gef\u00fchlt, aber meine Heimat war nach wie vor hier. Zun\u00e4chst sagte ich keinem etwas von meiner Entscheidung. Nachdem die gro\u00dfe Hilfswelle aus Deutschland angelaufen war und die ersten Transporte kamen, war ich im Januar 1990 mit dabei. Meine erste Reise war voller Abenteuer. Auf dem gro\u00dfen LKW, der tiefgefrorene Butter geladen hatte, gab es keinen freien Platz mehr in der Kabine. Wenn ich aber unbedingt mitwolle, meinte der Capo des Unternehmens, dann k\u00f6nne ich ganz oben im Laderaum Platz nehmen, aber nur liegend, denn aufrecht sitzen k\u00f6nne man da nicht. Also stieg ich hinauf, geh\u00fcllt in einen gro\u00dfen Pelzmantel, machte es mir bequem, so gut es ging, und schlief von M\u00fcnchen bis Temeswar. So war ich Mitte Januar bereits in Temeswar. Hier meldete ich mich bei Ordinarius Sebastian Kr\u00e4uter (\u2020 2008). Ich kannte ihn seit 1957, als wir Kantorsch\u00fcler mit ihm und seinen Gl\u00e4ubigen zusammen eine Fu\u00dfwallfahrt von Jahrmarkt nach Maria Radna gemacht haben. Ich kannte auch seinen Bruder, Dr. Franz Kr\u00e4uter (\u2020 1986), Pfarrer und bewanderter Historiker, der mir bereits 1957 die ersten B\u00fccher zur Geschichte des Banats geschenkt hat. Als ich nach Deutschland zur\u00fcckkehrte, schrieb ich meinem Bischof \u2013 damals Professor Dr. Walter Kasper \u2013, dass ich gerne nach Temeswar zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Er antwortete mir postwendend: \u201eIch entsende Sie nach Rum\u00e4nien!\u201c Das war mehr als ich erhofft hatte. Bischof Kasper, entlie\u00df mich ab 1. Juli 1990 zun\u00e4chst f\u00fcr zwei Jahre, die man danach f\u00fcr weitere f\u00fcnf Jahre verl\u00e4ngern konnte. Und als diese vorbei waren, hatte ich nochmals f\u00fcnf Jahre Zeit, um eine endg\u00fcltige Entscheidung zu treffen, ob ich f\u00fcr immer in Temeswar bleiben wollte oder nicht. Aber noch bevor die zweiten F\u00fcnfjahre abgelaufen waren, kam die Ernennung zum Bischof.<\/p>\n<p><strong>Wie haben Sie die Nachricht von der Ernennung zum Bischof aufgenommen?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33963 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-683x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"487\" height=\"730\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27487%27%20height%3D%27730%27%20viewBox%3D%270%200%20487%20730%27%3E%3Crect%20width%3D%27487%27%20height%3D%27730%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-200x300.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-400x600.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-600x900.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-683x1024.jpg 683w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-768x1152.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-800x1200.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-1200x1800.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Domul-Sf.-Gheorghe-Catedrala-Romano-Catolica-din-Timisoara-Consacrarea-noului-episcop-diecezan-Iosif-Csaba-Pal-6-august-2018-5.jpg 1456w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><\/a>Ich hatte es nicht erwartet! Niemand in Rom kannte mich au\u00dfer Kardinal Walter Kasper, mein ehemaliger Bischof. F\u00fcr mich brachte die Ernennung keine allzu gro\u00dfe Ver\u00e4nderung. Nat\u00fcrlich bedeutete es mehr an Verantwortung, aber ich war nie ein Mann, der sich vor der Arbeit gedr\u00fcckt h\u00e4tte. Noch in Deutschland, bevor ich hierher zur\u00fcckgekehrt bin, hatten wir Banater Priester, \u00fcber die Situation zu Hause gesprochen, also bin ich damals schon sozusagen mit zwei vorgefassten Pl\u00e4nen gekommen: Die Wallfahrtskirche von Maria Radna sollte zum Rang einer Basilica Minor erhoben und das herabgekommene Bischofshaus, das sog. Bischofspalais, von Temeswar sollte seinem urspr\u00fcnglichen Zweck wieder zugef\u00fchrt werden. Letzteres bedeutete R\u00e4umung, Sanierung und Restaurierung; hier neue zweckentsprechende Strukturierung und funktionsgerechte Einrichtung des Bisch\u00f6flichen Ordinariats. Ich wusste, in welchem \u200b\u200bZustand sich das Bischofspalais damals befand: Wenn ich mich recht entsinne, wohnten im Obergeschoss vierzehn Familien, im Erdgeschoss hatten elf Firmen R\u00e4ume angemietet. Also beschloss ich zusammen mit dem damaligen bisch\u00f6flichen Sekret\u00e4r L\u00e1szl\u00f3 B\u00f6cskei, dem jetzigen Di\u00f6zesanbischof von Gro\u00dfwardein, die Bewohner zum Verlassen des Geb\u00e4udes aufzufordern. Das war nat\u00fcrlich nicht einfach, denn die Leute lebten seit drei\u00dfig oder sogar vierzig Jahren hier und wollten nicht umziehen. \u201eSe \u00eentorc popii\/Die Popen kehren zur\u00fcck!\u201c \u2013 Die Nachricht verbreitete sich rasch unter den Mietern und allm\u00e4hlich begann der Exodus. Bald gelang es auch mit Hilfe von Herrn Architekt Franz Braun und Herrn Ingenieur Jakob Willkomm, unseren Mitarbeitern, die Genehmigungen f\u00fcr den Umbau einzuholen, und unter der Leitung von Herrn Architekt Franz Wesinger aus Olching bei M\u00fcnchen und Herrn Bauunternehmer Constantin Marcu aus Temeswar begannen die umfangreichen Arbeiten. Nach f\u00fcnf Jahren Arbeit konnte das Ordinariat am 24. September 1995 aus der Corvin-Stra\u00dfe in das alte, sanierte Bischofspalais umziehen.<\/p>\n<p><strong>Herr Bischof, was hat Sie dazu bewogen, die Vergangenheit des Bistums zu erforschen?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33966 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-1024x683.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"333\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27499%27%20height%3D%27333%27%20viewBox%3D%270%200%20499%20333%27%3E%3Crect%20width%3D%27499%27%20height%3D%27333%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-400x267.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-600x400.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-768x512.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-800x533.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_9769-1536x1024.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/a>Schon als Kind war ich sehr fasziniert, wenn \u00e4ltere Leute \u00fcber die Vergangenheit sprachen. Mein Gro\u00dfvater hat mir viel \u00fcber den Ersten Weltkrieg erz\u00e4hlt, aber ich habe ihm auch viele Fragen gestellt. Sp\u00e4ter in Stuttgart suchte das Institut f\u00fcr Donauschw\u00e4bische Kirchen- und Kulturgeschichte e.V. jemanden, der sich mit der Geschichte des Banats bzw. der Di\u00f6zese Csan\u00e1d-Temeswar befassen w\u00fcrde, und man sprach mich an, einen Beitrag \u00fcber die Zeit des Bistums vom \u00f6sterreich-ungarischen Ausgleich von 1867 bis zum Ersten Weltkrieg 1918 zu schreiben. Dies war meine erste gr\u00f6\u00dfere Arbeit, die ver\u00f6ffentlicht wurde. Bei einer anderen Gelegenheit suchte man jemanden, der auf etwa zehn Seiten kurz die Wallfahrtsgeschichte von Maria Radna zusammenfasse. Nachdem ich ohnehin \u00fcber das n\u00f6tige Material verf\u00fcgt habe, fiel es mir nicht schwer, diesem Wunsch nachzukommen. Mit dem Ergebnis war man allgemein zufrieden, da und dort erhielt ich sogar Lob und Anerkennung. So hat es angefangen. Als ich nach Temeswar zur\u00fcckgekehrt war, begannen die Antr\u00e4ge auf R\u00fcckerstattung der beschlagnahmten, vom kommunistischen Regime verstaatlichten urspr\u00fcnglich kirchlichen Geb\u00e4ude und Liegenschaften. Vor Einreichung der Antr\u00e4ge mussten jedoch die alten Unterlagen, die unsere Eigentumsrechte beweisen, im Archiv gesucht, studiert und die erforderlichen Unterlagen erstellt werden. Mein sp\u00e4terer Generalvikar, der heutige Bischof L\u00e1szl\u00f3 von Gro\u00dfwardein, meinte, man solle das Thema, nachdem man die Dokumente mit so viel M\u00fche gesammelt und bearbeitet habe, auch schriftlich aufarbeiten. So wurde diese Thematik geboren und seitdem \u201eerscheint\u201c ein Band nach dem anderen, die Serie ist nach vorne ist offen\u2026<\/p>\n<p><strong>An was erinnern Sie sich als Bischof besonders gerne?<\/strong><br \/>\nDie sch\u00f6nsten Jahre waren die der kanonischen Besuche. Wenn ich mich recht erinnere, besuchte ich in acht Jahren die gesamte Di\u00f6zese, Pfarreien und Filialen. Mich interessierten dabei vor allem die Umst\u00e4nde in denen meine Priester lebten und arbeiteten, wie sie ihr Leben eingerichtet haben und f\u00fchrten. Unter und mit den Priestern ihren Alltag in all seinen H\u00f6hen und Tiefen mit zu leben, war eines der gro\u00dfen Anliegen. Ich blieb gerne und lange in den Pfarreien, um dort die Gl\u00e4ubigen zu treffen, mit ihnen zu leben und Eucharistie zu feiern, war jedes Mal ein Erlebnis. Ich erinnere mich noch mit gro\u00dfem Mitgef\u00fchl an einen Jugendlichen, der durch einen Unfall f\u00fcr sein ganzes Leben querschnittgel\u00e4hmt ans Bett gefesselt ist, und den ich damals kennengelernt habe. Aber auch an all die Alten und Kranken unserer Gemeinden, die ich damals besucht habe und die wohl alle schon in der Ewigkeit sind und f\u00fcr uns F\u00fcrsprache einlegen.<\/p>\n<p><strong>Mit welchen Gedanken blicken Sie auf die pastorale T\u00e4tigkeit eines halben Jahrhunderts zur\u00fcck?<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-33969 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-1024x768.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"499\" height=\"374\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27499%27%20height%3D%27374%27%20viewBox%3D%270%200%20499%20374%27%3E%3Crect%20width%3D%27499%27%20height%3D%27374%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/IMG_7637-1536x1152.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/a>Ich bin dankbar f\u00fcr alle Gnaden, Chancen und M\u00f6glichkeiten, die mir Gott auf meinem bewegten Lebensweg geschenkt hat, f\u00fcr die Berufung in Seine Kirche, zum Priestertum, zum Bischof in meinem Heimatbistum. Um Vergebung bitte ich f\u00fcr alle meine S\u00fcnden, Vers\u00e4umnisse, M\u00e4ngel, Unvollkommenheiten und Fehler. Mein Leben war ziemlich \u201eausgef\u00fcllt\u201c, daher behalte ich viele sch\u00f6ne Erinnerungen, f\u00fcr die ich Gott dankbar bin. Was noch bleibt, ist das Gericht: Gott sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig!<\/p>\n<p><strong>Herr Bischof, wie sieht Ihr derzeitiger Arbeitsplan aus? Mit welchen Arbeiten haben Sie die Geschichtsschreibung unserer Di\u00f6zese bereichert und an welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit?<\/strong><br \/>\nMein Arbeitsplan war bis vor kurzem unver\u00e4ndert: Normalerweise sa\u00df ich am Schreibtisch oder vor dem Computer. Morgens habe ich die heilige Messe in der Kapelle gefeiert und am gemeinsamen Gebet mit den anderen Mitbr\u00fcdern des Ordinariats teilgenommen. Das hat sich seit einer Herzattacke ge\u00e4ndert. Mit den verbliebenen Kr\u00e4ften muss ich vorsichtig sein und das Arbeitsprogramm einschr\u00e4nken; leider muss ich nun mehr ruhen als arbeiten. Zurzeit schreibe ich am dritten Band der Monographie \u00fcber unsere Kathedrale, die Domkirche. Der letzte Band der Reihe zur Geschichte der Di\u00f6zese steht noch aus. Jedenfalls habe ich noch Pl\u00e4ne, es wird mir nicht langweilig. Den Rest der Zeit, die Gott mir noch schenkt, m\u00f6chte ich sinnvoll nutzen. Unter anderem k\u00f6nnte die Liste der Priester und Pfarreien von der Gr\u00fcndung der Di\u00f6zese Tschanad bis heute noch erstellt werden.<br \/>\nMir wurde schon vor Jahrzehnten gesagt, dass das, was ich vorhabe, f\u00fcr ein einziges Leben \u201esehr viel\u201c sei. Aber wenn Zeit und Gesundheit es erlauben w\u00fcrden, w\u00e4re es durchaus machbar!<\/p>\n<p><strong>Herr Bischof, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und Ihre Zeit!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 31. 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