{"id":36263,"date":"2021-10-24T06:30:03","date_gmt":"2021-10-24T03:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=36263"},"modified":"2021-10-24T15:35:29","modified_gmt":"2021-10-24T12:35:29","slug":"botschaft-von-papst-franziskus-zum-weltmissionssonntag-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-von-papst-franziskus-zum-weltmissionssonntag-2021\/","title":{"rendered":"Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag 2021"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>\u00bbWir k\u00f6nnen unm\u00f6glich schweigen \u00fcber das, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben\u00ab (Apg 4,20).<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/em><br \/>\nwenn wir die Macht der Liebe Gottes erfahren, wenn wir seine v\u00e4terliche Gegenwart in unserem pers\u00f6nlichen und gemeinschaftlichen Leben erkennen, dann k\u00f6nnen wir nicht anders, als zu verk\u00fcnden und weiterzugeben, <em>was wir gesehen und geh\u00f6rt haben<\/em>. Die Beziehung Jesu zu seinen J\u00fcngern und seine Menschheit, die sich uns im Geheimnis der Menschwerdung, in seinem Evangelium und seinem Paschamysterium offenbart, zeigen uns, wie sehr Gott uns Menschen liebt und sich unsere Freuden und Leiden, unsere Sehns\u00fcchte und \u00c4ngste zu eigen macht (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html\"><em>Gaudium et spes<\/em><\/a>, 22). Alles an Christus erinnert uns daran, dass ihm die Welt, in der wir leben, und ihre Erl\u00f6sungsbed\u00fcrftigkeit nicht fremd sind; er ruft uns auch dazu auf, dass wir uns als aktiver Teil dieser Sendung f\u00fchlen: \u00bbGeht also an die Kreuzungen der Stra\u00dfen und ladet alle, die ihr trefft, [&#8230;] ein!\u00ab (<em>Mt<\/em>\u00a022,9). Niemand ist fremd, niemand kann sich in Bezug auf diese mitf\u00fchlende Liebe fremd oder fern f\u00fchlen.<\/p>\n<p><strong><em>Die Erfahrung der Apostel<\/em><\/strong><br \/>\nDie Geschichte der Evangelisierung beginnt mit einer leidenschaftlichen Suche des Herrn, der ruft und mit jedem Menschen dort, wo er ist, einen freundschaftlichen Dialog aufnehmen will (vgl. <em>Joh<\/em>\u00a015,12-17). Die Apostel erz\u00e4hlen uns als erste davon, w\u00e4hrend sie sich sogar an den Tag und die Stunde erinnern, als sie ihm begegnet sind: \u00bbEs war um die zehnte Stunde\u00ab (<em>Joh<\/em>\u00a01,39). Die Freundschaft mit dem Herrn, ihn zu sehen, wie er Kranke heilt, mit S\u00fcndern isst, Hungrige speist, sich Ausgeschlossenen n\u00e4hert, Unreine ber\u00fchrt, sich mit den Bed\u00fcrftigen identifiziert, zu den Seligpreisungen einl\u00e4dt und auf eine neue Art und Weise mit Vollmacht lehrt \u2013 das hinterl\u00e4sst einen unausl\u00f6schlichen Eindruck, der ein Staunen und eine offenherzige und ungezwungene Freude zu wecken vermag, die man nicht zur\u00fcckhalten kann. Diese Erfahrung ist, wie der Prophet Jeremia sagte, das brennende Feuer seiner wirksamen Gegenwart in unseren Herzen, das uns zur Mission antreibt, obwohl dies mitunter mit Opfern und Missverst\u00e4ndnissen verbunden ist (vgl. 20,7-9). Die Liebe ist immer in Bewegung und setzt uns in Bewegung, um die sch\u00f6nste Botschaft und Quelle der Hoffnung weiterzugeben: \u00bbWir haben den Messias gefunden\u00ab\u00a0<em>(Joh<\/em>\u00a01,41).<br \/>\nMit Jesus haben wir gesehen, geh\u00f6rt und erfahren, dass es auch anders gehen kann. Schon heute hat er die k\u00fcnftigen Zeiten eingeleitet, da er uns an ein Wesensmerkmal unseres Menschseins erinnert, das sehr oft vergessen wird: \u00bbWir sind f\u00fcr die F\u00fclle geschaffen, die man nur in der Liebe erlangt\u00ab (Enzyklika <a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html#68\"><em>Fratelli tutti<\/em><\/a>, 68). Neue Zeiten, die einen Glauben wecken, der imstande ist, Initiativen anzusto\u00dfen und Gemeinschaften zu gestalten, angefangen bei M\u00e4nnern und Frauen, die lernen, ihre eigene Zerbrechlichkeit und die der anderen auf sich zu nehmen, indem sie die Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft f\u00f6rdern (vgl.\u00a0<em>ebd.<\/em>, 67). Die kirchliche Gemeinschaft zeigt ihre Sch\u00f6nheit immer, wenn sie sich in Dankbarkeit daran erinnert, dass der Herr uns zuerst geliebt hat (vgl.\u00a0<em>1\u00a0Joh<\/em>\u00a04,19). \u00bbDie besondere Liebe des Herrn \u00fcberrascht uns, und das Staunen kann von seinem Wesen her von uns weder besessen noch erzwungen werden. [\u2026] Nur so kann das Wunder der Unentgeltlichkeit, der unentgeltlichen Selbsthingabe bl\u00fchen. Auch den missionarischen Eifer kann man nie durch Erw\u00e4gung oder Berechnung erlangen. Sich \u201ein den Zustand der Mission\u201c zu versetzen ist ein Widerschein der Dankbarkeit\u00ab (<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/pont-messages\/2020\/documents\/papa-francesco_20200521_messaggio-pom.html\"><em>Botschaft an die P\u00e4pstlichen Missionswerke<\/em><\/a>, 21. Mai 2020).<br \/>\nDie Zeiten waren jedoch nicht einfach. Die ersten Christen begannen ihr Leben aus dem Glauben in einer feindseligen und schwierigen Umgebung. Geschichten von Ausgrenzung und Gefangenschaft waren verwoben mit inneren und \u00e4u\u00dferen Widerst\u00e4nden, die dem, was sie gesehen und geh\u00f6rt hatten, zu widersprechen und es sogar zu leugnen schienen. Aber anstatt eine Schwierigkeit oder H\u00fcrde darzustellen, die sie dazu h\u00e4tte bringen k\u00f6nnen, sich zur\u00fcckzuziehen oder sich zu verschlie\u00dfen, dr\u00e4ngte sie dies dazu, jeden Nachteil, jeden Widerstand und jede Notlage in eine Gelegenheit zur Mission zu verwandeln. Auch Einschr\u00e4nkungen und Hindernisse wurden zu bevorzugten Orten, um alles und jeden mit dem Geist des Herrn zu salben. Nichts und niemand konnte von der befreienden Verk\u00fcndigung unber\u00fchrt bleiben.<br \/>\nEin lebendiges Zeugnis von all dem finden wir in der <em>Apostelgeschichte<\/em>, einem Buch, das die missionarischen J\u00fcnger immer bei der Hand haben. Dieses Buch erz\u00e4hlt, wie sich der Duft des Evangeliums bei seinem Kommen verbreitete und es jene Freude weckte, die nur der Geist uns geben kann. Die Apostelgeschichte lehrt uns, uns in den Pr\u00fcfungen an Christus festzuhalten; so reifen wir in der \u00bb\u00dcberzeugung, dass Gott in jeder Situation handeln kann, auch inmitten scheinbarer Misserfolge\u00ab, und in der Gewissheit, \u00bbdass sicher Frucht bringen wird (vgl.\u00a0<em>Joh<\/em>\u00a015,5), wer sich Gott aus Liebe darbringt und sich ihm hingibt\u00ab (Apostolisches Schreiben\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html#Das_geheimnisvolle_Wirken_des_Auferstandenen_und_seines_Geistes\"><em>Evangelii gaudium<\/em><\/a>, 279).<br \/>\nSo auch wir: Der gegenw\u00e4rtige Moment der Geschichte ist keineswegs einfach. Die Situation der Pandemie hat den Schmerz, die Einsamkeit, die Armut und das Unrecht, unter denen bereits so viele litten, hervorgehoben und verst\u00e4rkt; sie hat unsere falschen Sicherheiten sowie die Zersplitterung und Polarisierung, die uns lautlos zerrei\u00dfen, entlarvt. Die ganz Schwachen und Schutzlosen haben ihre eigene Schutzlosigkeit und Schw\u00e4che noch mehr erfahren. Wir haben Entmutigung, Ern\u00fcchterung, M\u00fcdigkeit erlebt; die allgemein um sich greifende Verbitterung, die jede Hoffnung raubt, konnte sich sogar unserer Wahrnehmung bem\u00e4chtigen. Wir jedoch, \u00bbwir verk\u00fcnden [\u2026] nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn, uns aber als eure Knechte um Jesu willen\u00ab (<em>2\u00a0Kor<\/em>\u00a04,5). Deshalb h\u00f6ren wir in unseren Gemeinschaften und in unseren Familien das Wort des Lebens erklingen, das in unseren Herzen widerhallt und uns sagt: \u00bbEr ist nicht hier, sondern er ist auferstanden\u00ab (<em>Lk\u00a0<\/em>24,6). Es ist ein Wort der Hoffnung, das jeden Determinismus durchbricht; allen, die sich davon ber\u00fchren lassen, schenkt es die Freiheit und den Mut, die notwendig sind, um aufzustehen und kreativ alle erdenklichen Wege zu suchen, um die Barmherzigkeit zu leben, das \u201eSakramentale\u201c der N\u00e4he Gottes zu uns, der niemanden am Stra\u00dfenrand liegen l\u00e4sst. In dieser Zeit der Pandemie ist angesichts der Versuchung, die Gleichg\u00fcltigkeit und Teilnahmslosigkeit im Namen eines angebrachten Social Distancing zu kaschieren und zu rechtfertigen, eine\u00a0<em>Mission des Mitleidens<\/em>\u00a0dringend erforderlich, welche die notwendige Distanz zu einem Ort der Begegnung, der F\u00fcrsorge und der F\u00f6rderung machen kann. \u00bbDas, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben\u00ab (<em>Apg<\/em>\u00a04,20), die Barmherzigkeit, die uns zuteilwurde, wird zu einem Bezugspunkt f\u00fcr unsere Glaubw\u00fcrdigkeit, der es uns erlaubt, die \u00bbgemeinsame Leidenschaft [wiederzuerlangen, um] eine zusammenstehende und solidarische Gemeinschaft [zu schaffen], der man Zeit, Einsatz und G\u00fcter widmet\u00ab (Enzyklika\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html#36\"><em>Fratelli tutti<\/em><\/a>, 36). Es ist sein Wort, das uns t\u00e4glich erl\u00f6st und uns vor den Ausreden bewahrt, die uns dazu verleiten, uns in einem absolut feigen Skeptizismus zu verschlie\u00dfen: \u201eEs ist alles beim Alten, es wird sich nichts \u00e4ndern.\u201c Auf die Frage: \u201eWozu soll ich auf meine Sicherheiten, Annehmlichkeiten und Vergn\u00fcgen verzichten, wenn ich kein bedeutendes Ergebnis sehen kann?\u201c, bleibt die Antwort immer gleich: \u201eJesus Christus hat die S\u00fcnde und den Tod besiegt und ist voller Macht. Jesus Christus lebt wirklich (vgl. Apostolisches Schreiben\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html#Das_geheimnisvolle_Wirken_des_Auferstandenen_und_seines_Geistes\"><em>Evangelii gaudium<\/em><\/a>, 275). Er m\u00f6chte, dass auch wir leben, Geschwister sind und f\u00e4hig, diese Hoffnung in uns aufzunehmen und weiterzugeben. In der gegenw\u00e4rtigen Situation werden dringend Missionare der Hoffnung ben\u00f6tigt, die mit der Salbung des Herrn als Propheten uns daran zu erinnern verm\u00f6gen, dass niemand sich allein rettet.<br \/>\nWie die Apostel und die ersten Christen sagen auch wir mit all unseren Kr\u00e4ften: \u00bbWir k\u00f6nnen unm\u00f6glich schweigen \u00fcber das, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben\u00ab (<em>Apg<\/em>\u00a04,20). Alles, was wir empfangen haben, alles, was der Herr uns nach und nach zugedacht hat, das hat er uns gegeben, damit wir es einsetzen und den anderen selbstlos weiterschenken. Wie die Apostel das Heil Jesu sahen, h\u00f6rten und ber\u00fchrten (vgl.\u00a0<em>1\u00a0Joh<\/em>\u00a01,1-4), so k\u00f6nnen wir heute das leidende und verherrlichte Fleisch Christi im Verlauf jeden Tages ber\u00fchren und den Mut finden, mit allen eine hoffnungsvolle Zukunft zu teilen, jenes unbezweifelbare Merkmal, das dem Wissen entspringt, dass der Herr uns begleitet. Als Christen k\u00f6nnen wir den Herrn nicht f\u00fcr uns selbst behalten: Die Sendung der Kirche zur Evangelisierung bringt ihre umfassende und \u00f6ffentliche Bedeutung in der Verwandlung der Welt und in der Sorge f\u00fcr die Sch\u00f6pfung zum Ausdruck.<\/p>\n<p><strong><em>Eine Einladung an jeden Einzelnen von uns<\/em><\/strong><br \/>\nDas Thema des diesj\u00e4hrigen Weltmissionstages \u00bbWir k\u00f6nnen unm\u00f6glich schweigen \u00fcber das, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben\u00ab (<em>Apg<\/em>\u00a04,20) ist eine Einladung an jeden von uns, \u201esich darum zu k\u00fcmmern\u201c und bekannt zu machen, was wir im Herzen tragen. Diese Sendung ist und war immer die Identit\u00e4t der Kirche: \u00bbSie ist da, um zu evangelisieren\u00ab (hl. Paul VI., Apostolisches Schreiben\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_p-vi_exh_19751208_evangelii-nuntiandi.html\"><em>Evangelii nuntiandi<\/em><\/a>, 14). Unser Leben aus dem Glauben wird geschw\u00e4cht, es verliert die Prophetie und die F\u00e4higkeit zum Staunen und zur Dankbarkeit, wenn es sich in pers\u00f6nlicher Abschottung oder in kleinen Gruppen verschlie\u00dft; schon wegen seiner eigenen Dynamik verlangt es eine zunehmende Offenheit, die auf alle zugehen und sie umarmen kann. Die ersten Christen waren weit davon entfernt, der Versuchung nachzugeben, sich in eine Elite einzuschlie\u00dfen; sie wurden vom Herrn und von dem neuen Leben angezogen, das er anbot, n\u00e4mlich zu den V\u00f6lkern zu gehen und zu bezeugen, was sie gesehen und geh\u00f6rt hatten: Das Reich Gottes ist nahe. Sie taten dies mit der Hingabe, der Dankbarkeit und dem Edelmut derer, die s\u00e4en im Wissen, dass andere die Fr\u00fcchte ihres Einsatzes und Opfers genie\u00dfen werden. Daher denke ich gerne: \u00bbAuch die Schw\u00e4chsten, Benachteiligten und Verwundeten k\u00f6nnen [auf ihre Weise Missionare] sein, denn man muss immer zulassen, dass das Gute mitgeteilt wird, selbst wenn es zusammen mit vielen Schw\u00e4chen besteht\u00ab (Nachsynodales Apostolisches Schreiben\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20190325_christus-vivit.html\"><em>Christus vivit<\/em><\/a>, 239).<br \/>\nAm Weltmissionstag, der jedes Jahr am vorletzten Sonntag im Oktober gefeiert wird, denken wir dankbar an alle Menschen, die uns durch ihr Lebenszeugnis helfen, unsere in der Taufe \u00fcbernommene Verpflichtung zu erneuern, offenherzige und fr\u00f6hliche Apostel des Evangeliums zu sein. Wir denken besonders an alle, die sich auf den Weg gemacht und Land und Familie verlassen haben, damit das Evangelium unverz\u00fcglich und ungehemmt die Orte von V\u00f6lkern und St\u00e4dten erreichen konnte, in denen viele Menschen nach Segen d\u00fcrsten.<br \/>\nWenn wir ihr missionarisches Zeugnis betrachten, so spornt uns dies an, mutig zu sein und eindringlich \u00bbden Herrn der Ernte\u00ab zu bitten, \u00bbArbeiter f\u00fcr seine Ernte auszusenden\u00ab (<em>Lk<\/em>\u00a010,2). Wir sind uns n\u00e4mlich bewusst, dass die Berufung zur Mission nicht der Vergangenheit angeh\u00f6rt oder eine romantische Erinnerung an fr\u00fchere Zeiten ist. Heute braucht Jesus Herzen, welche die Berufung als eine echte Liebesgeschichte zu leben f\u00e4hig sind, die sie dazu bringt, an die Peripherien der Welt zu gehen und Boten und Werkzeuge des Mitleidens zu werden. Und es ist ein Ruf, den er an alle richtet, wenn auch nicht auf dieselbe Weise. Denken wir daran, dass es Peripherien in unserer N\u00e4he gibt, im Zentrum einer Stadt oder in der eigenen Familie. Es gibt auch einen Aspekt der universalen Offenheit der Liebe, der nicht geographischer, sondern existentieller Natur ist. Immer, besonders aber in diesen Zeiten der Pandemie, ist es wichtig, unsere t\u00e4gliche F\u00e4higkeit zu steigern, unseren Kreis zu erweitern und die zu erreichen, die ich nicht unmittelbar als Teil \u201emeiner Interessenswelt\u201c sehe, obwohl sie mir nahe sind (vgl. Enzyklika\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html#97\"><em>Fratelli tutti<\/em><\/a>, 97). Die Mission zu leben bedeutet, sich darauf einzulassen, die gleiche Gesinnung wie Christus Jesus zu pflegen und mit ihm zu glauben, dass der Mensch neben mir auch mein Bruder oder meine Schwester ist. M\u00f6ge die mitf\u00fchlende Liebe Jesu Christi auch unser Herz aufr\u00fctteln und uns alle zu missionarischen J\u00fcngern machen.<br \/>\nMaria, die erste missionarische J\u00fcngerin, lasse in allen Getauften den Wunsch wachsen, Salz und Licht in unseren L\u00e4ndern zu sein (vgl. <em>Mt<\/em>\u00a05,13-14).<br \/>\n<em>Rom, Sankt Johannes im Lateran, am 6. Januar 2021, Hochfest Erscheinung des Herrn.<\/em><br \/>\n<strong>FRANZISKUS<\/strong><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/missions\/documents\/papa-francesco_20210106_giornata-missionaria2021.html\">www.vatican.va\/content<\/a><\/p>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/hu\/papa\/news\/2021-10\/papa-urangyala-szogalo-szeret-ima-ut.html\">www.vaticannews.va\/hu<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbWir k\u00f6nnen unm\u00f6glich schweigen \u00fcber das, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben\u00ab (Apg 4,20). Liebe Br\u00fcder und Schwestern, wenn wir die Macht der Liebe Gottes erfahren, wenn wir seine v\u00e4terliche Gegenwart in unserem pers\u00f6nlichen und gemeinschaftlichen Leben erkennen, dann k\u00f6nnen wir nicht anders, als zu verk\u00fcnden und weiterzugeben, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben. 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