{"id":37508,"date":"2021-12-21T12:09:54","date_gmt":"2021-12-21T10:09:54","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=37508"},"modified":"2021-12-21T12:09:54","modified_gmt":"2021-12-21T10:09:54","slug":"weihnachtsbotschaft-seiner-exzellenz-josef-csaba-pal-bischof-von-temeswar-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/weihnachtsbotschaft-seiner-exzellenz-josef-csaba-pal-bischof-von-temeswar-3\/","title":{"rendered":"Weihnachtsbotschaft Seiner Exzellenz Josef Csaba P\u00e1l Bischof von Temeswar"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Mitbr\u00fcder im priesterlichen Amt, in Christus geliebte Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>Einen Teil meiner Weihnachtsbotschaft bringe ich in diesem Jahr im Gebet zum Ausdruck.<br \/>\nDie Botschaft des Weihnachtsfestes, die Art und Weise, wie Jesus in diese Welt kam, ist f\u00fcr unser Leben Quelle st\u00e4ndiger Erneuerung. Dreissig Jahre lang noch blieb die Welt so wie sie war, er hat nichts umgest\u00fcrzt. Jesus ist in die Welt gekommen und war, ganz einfach, unter uns da. Erst nach dreissig Jahren stillen Lebens in Nazareth und drei Jahren \u00f6ffentlichen Wirkens, wird die Menschheit vor die Entscheidung gestellt. Aber auch dann l\u00e4sst er ihnen den freien Entschluss, selbst wenn ihm dies das Leben kostet.<br \/>\nK\u00f6nnen wir denn Jesus tats\u00e4chlich verstehen? Nicht vor allem mit Kopf und Verstand, sondern mit unserem Leben. Er ist so unter uns gekommen, wie er gern m\u00f6chte, dass auch jene leben, die ihm folgen. Und wenn diese so leben w\u00fcrden, dann w\u00fcrde, durch sie, auch die anderen in der Welt ihn kennen, lieb gewinnen und ihm folgen wollen. Wir stellen Diagnosen: Warum ist die Welt nun so oder so. Er, hingegen, der Menschensohn, ist als Kleinster unter allen gekommen, \u201enicht um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten\u201c (vgl. Joh 12,47), er lebte so wie die Menschenkinder leben sollten und zeigte mit seinem Leben, sp\u00e4ter auch mit seinen Worten, wie Gott die Krone der Sch\u00f6pfung, den Menschen erdacht hat.<br \/>\nBitten wir ihn, uns zu lehren, wie wir ihn richtig verstehen sollen, damit wir, in seiner Nachfolge, ein menschenw\u00fcrdiges Leben f\u00fchren, ein Leben das der Sch\u00f6pfung Desjenigen w\u00fcrdig ist, der uns das Leben geschenkt hat.<br \/>\nHerr Jesus Christus, Du bist geboren. Viele fragen, wo Du bist. In Bethlehem waren es wenige, die dich erkannt haben, nur jene, welche Dich sehr geliebt haben und jene, die von Gott Kunde erhielten. Bist Du auch heutzutage versteckt? Du lebst verh\u00fcllt im Tabernakel, in der Schlichtheit der Hostie, in den Armen, im Buchstabe und im Geist der Heiligen Schrift&#8230; Ja, Letzteres ist tats\u00e4chlich das in den meisten Sprachen \u00fcbersetzte Buch, und auch das meistgedruckte&#8230; Aber finden Dich denn die Menschen? Ergeht es Dir nicht etwa, wie dem Sohn des Rabbi, der weinend sagte: \u201eich habe mich w\u00e4hrend des Spiels versteckt und keiner hat mich gesucht!?\u201c Wer findet Dich, Herr? \u2013 Nur wer viel liebt. Dem offenbarst Du Dich. Du hast ja gesagt: \u201eWer mich aber liebt, dem werde ich mich offenbaren.\u201c (vgl. Joh 14,21) Deshalb ist es immer noch so, bereits seit 2000 Jahren, dass viele, sehr viele Dich erkennen k\u00f6nnen&#8230; in den Leidenden, denen sie vielleicht nur mit einem Glas Wasser beistehen k\u00f6nnen; aber Du belohnst diese Geste so, dass diese Dich noch besser erkennen k\u00f6nnen, weil Du Dich ihnen noch mehr offenbarst. Und weil Du die endlose Liebe bist, machst Du sie, w\u00e4hrend sie Dich erkennen, gl\u00fccklich. Es gibt viele Menschen, die gl\u00fccklich sind, weil sie f\u00fcr andere leben k\u00f6nnen.<br \/>\nPassives Abwarten ist f\u00fcr uns eine Versuchung. Wir warten einfach ab, dass die Zeit vergeht, dass die Pandemie vor\u00fcber ist, dass das Neue Jahr kommt&#8230; jedoch ein solches Abwarten l\u00e4sst unser Leben leer dahinschwinden. \u201eEure Augen sind selig, weil sie sehen&#8230;\u201c (Mt 13,16), hast Du gesagt. Das Auge, das richtig sehen kann, spornt uns zu Taten an. Der Heilige Vater spricht \u00fcber den Einklang von Verstand, Herz und H\u00e4nde. Gesundes Sehen bewegt diese drei. Rufen wir auch, wie der Blinde in Jericho: \u201eHerr, ich m\u00f6chte sehen k\u00f6nnen!\u201c (Lk 18,41) Mit den Augen des Glaubens will ich sehen k\u00f6nnen, damit ich mit meiner Seele dein Gesicht heutzutage schauen kann, damit ich dich Begr\u00fc\u00dfen und lieben kann. \u201eIn dir muss brennen, was du in anderen entz\u00fcnden willst\u201c &#8211; sagte der Heilige Augustinus. Herr, lass mein Herz so sehr entflammen, damit ich viele zum Feuer dieser Liebe f\u00fchren kann&#8230; nach Bethlehem. Maria, in ihrer Niedrigkeit, Josef, in seiner Stille, sie lieben, dienen, ziehen die Hirten und Engel an. Welch unergr\u00fcndliche Tiefe hat ihre Stille! Sie zieht uns an, wie das geheimnisvolle Echo in einem tiefen Brunnen.<br \/>\nSohn Gottes, liebster Jesus, wer kann Dich erkennen, da Du in solch \u00e4u\u00dferster Schlichtheit geboren wurdest, so klein und verletzlich? Wer kann, in all dem, den Allm\u00e4chtigen erkennen? \u2013 Nur wer viel liebt. \u201eNiemand wird wissen, dass ich ein Prinz war\u201c, klagt der Dichter beim Tod der Mutter (M\u00e9cs L.). Denn nur die Mutter, nur jene Liebe, die Du, o Jesu, in der Schlichtheit des Weihnachtsgeschehens, in die Welt gebracht hast, und mit der Du Maria und Josef bekleidet hast, nur jene Liebe kann Dich auch in den N\u00e4chsten erkennen&#8230; \u201eDas habt ihr Mir getan\u201c. (Mt 25,40). Die Liturgie Mariens in Bethlehem: sie ist zugegen, sie betrachtet Dich, sie liebt Dich, sie ern\u00e4hrt Dich&#8230; sie ist f\u00fcr Dich da. Nichts ist sonst wichtig f\u00fcr sie, Au\u00dfer der Tatsache, dass sie f\u00fcr Dich lebt. Mit ihr bricht die Morgenr\u00f6te des Heils an f\u00fcr die Welt. Diese unendliche Schlichtheit f\u00f6rdert das Wachstum des Reiches Gottes.<br \/>\nEs gibt Menschen, die Dich in den Armen erkennen, im Tabernakel und auch in der Heiligen Schrift&#8230; Und es gibt Menschen, die Dich nirgendwo erkennen k\u00f6nnen. Wer bin ich, dass Du mir die Gro\u00dfe Gnade zuteilwerden l\u00e4sst, dass Du mich, wie die Hirten, nach Bethlehem rufst, dass Du mich Dich sehen l\u00e4sst&#8230;? In meiner Seele sehe ich Dich, aber das bedeutet mir soviel mehr, als alles andere, was ich sehen k\u00f6nnte. Denn es erf\u00fcllt mein ganzes Wesen mit einem Licht, das nicht erlischt, so wie der Glanz der prunkvollen Lichter in von Touristen besuchten Pal\u00e4sten.<br \/>\nIch bewundere, wie klein Du bist! Wie gut w\u00e4re es, wenn wir umso mehr w\u00e4ren, die wir das bewundern! Wie gut w\u00e4re es, wenn die Welt so sehr bewundern w\u00fcrde, wie klein Du bist, dass sie anfangen w\u00fcrde, Dich darin nachzuahmen!<br \/>\nIn einem B\u00fcro habe ich gesehen, dass eine Angestellte sich Lieder \u00fcber Dich anh\u00f6rte. Dabei leuchteten ihre Augen, ihr Gesicht und ihre Seele. W\u00fcrden Dir doch die Menschen auch so zuh\u00f6ren&#8230;, wieviel besser w\u00e4re dann die Welt, in der wir leben! Diese Welt w\u00e4re so menschlicher und, zugleich, g\u00f6ttlicher, weil sie ja Dir gefallen w\u00fcrden, dem unter uns geborenen Gott!<br \/>\nWir sind Dein Volk. Wir sind zahlreich, aber wir wollen klein bleiben. Deine Sanftmut erm\u00f6glichte es, dass Du sp\u00e4ter zum geschlachteten Lamm wurdest. Und dies bedeutet uns ja so viel! W\u00e4rest Du mit Macht in die Welt gekommen, dann k\u00f6nnten wir nun den ganzen Tag lang klagen, dass wir ja keine Macht haben. Aber Du kamst in der Kraft der Liebe. Und die hast Du auch uns zuteil werden lassen. Und das Kind \u201ewuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen\u201c (Lk 2,52), so lesen wir. Auch unsere Liebe muss heranwachsen, an Weisheit zunehmen und Gefallen finden bei Gott und den Menschen.<br \/>\nMeinen Br\u00fcdern und Schwestern w\u00fcnsche ich, dass wir gemeinsam in der Liebe des unter uns geborenen Jesukindes wachsen m\u00f6gen!<\/p>\n<p>Temeswar, Weihnachten 2021<\/p>\n<p>\u2720 Josef Csaba P\u00e1l<br \/>\nDi\u00f6zesanbischof<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Mitbr\u00fcder im priesterlichen Amt, in Christus geliebte Br\u00fcder und Schwestern! 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