{"id":37584,"date":"2021-12-22T18:53:17","date_gmt":"2021-12-22T16:53:17","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=37584"},"modified":"2021-12-22T18:53:17","modified_gmt":"2021-12-22T16:53:17","slug":"msgr-andreas-straub-feiert-diamantenes-priesterjubilaeum-sechzig-jahre-im-licht-des-glaubens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/msgr-andreas-straub-feiert-diamantenes-priesterjubilaeum-sechzig-jahre-im-licht-des-glaubens\/","title":{"rendered":"Msgr. Andreas Straub feiert diamantenes Priesterjubil\u00e4um. Sechzig Jahre im Licht des Glaubens"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eAuf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt.<\/strong><br \/>\n<strong>In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.\u201c<\/strong><br \/>\n(Primizspruch aus dem Te Deum, \u00dcbertragung nach Romano Guardini)<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-37585 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-664x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-664x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"462\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27462%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20462%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27462%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-195x300.jpg 195w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-200x308.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-400x617.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-600x925.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-664x1024.jpg 664w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-768x1184.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-800x1233.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-997x1536.jpg 997w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-1200x1850.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3-1329x2048.jpg 1329w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1-3.jpg 1341w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Monsignore Andreas Straub, heimatverbunden und in der Gemeinschaft der Banater Schwaben fest verwurzelt, pflegt bis heute eine gro\u00dfe N\u00e4he zu seinen Landsleuten und ist immer f\u00fcr alle da. Anl\u00e4sslich seines 60-j\u00e4hrigen Priesterjubil\u00e4ums f\u00fchrte <strong>Katharina Schmidt<\/strong>, Mitvorsitzende der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Sanktanna, mit dem Jubilar das folgende Interview.<\/em><br \/>\n<strong>Msgr. Straub, am 8. Dezember 2021 d\u00fcrfen Sie Ihr 60-j\u00e4hriges Priesterjubil\u00e4um feiern. Ein solcher Jahrestag ist Anlass, zur\u00fcckzuschauen. Beginnen wir mit Ihrer Kindheit und Jugendzeit. In Neuarad aufgewachsen, wollten Sie einmal Lehrer werden. Welche Erinnerungen an diese Zeit sind geblieben?<\/strong><br \/>\nIch erinnere mich gern an meine Kindheit und Jugendzeit, an mein Elternhaus, an Familie und Freunde. Ich wuchs wohlbeh\u00fctet im Kreise meiner Familie mit Mutter Katharina und Vater Franz Straub, mit Schwester Magdalena (verh. Raaber) und Priesterbruder Franz Straub auf. Als J\u00fcngster in der Familie habe ich viel Zuwendung und Liebe erfahren. Diese Erfahrung sowie Verantwortung und F\u00fcrsorge f\u00fcreinander haben mich bei meiner Berufswahl geleitet. Denn fr\u00fch haben mich Menschen mit ihren Freuden und Sehns\u00fcchten, mit ihrem Werdegang fasziniert und interessiert. Schon als Kind wollte ich immer Menschen begegnen und begleiten. So lag es nahe, dass ich urspr\u00fcnglich den Lehrerberuf ergreifen wollte. Ich wuchs in einer sehr gl\u00e4ubigen Familie auf, war Ministrant und beeindruckt von den Gottesdiensten und Priestern in meinem Heimatort. Dies hat mich gepr\u00e4gt und war mit ausschlaggebend daf\u00fcr, dass ich dann Priester wurde.<br \/>\n<strong>Dieses Zeugnis best\u00e4tigt, wie sehr die Erziehung im Elternhaus und auch der Kontakt mit den Priestern wichtig ist f\u00fcr Priesterberufungen. Sie haben die Lehrerausbildung absolviert, danach zwei Semester Mathematik und Physik in Temeswar studiert. 1954 kam dann die gro\u00dfe Wende. Gott hat angeklopft und Sie sind seinem Ruf gefolgt. Woran haben Sie erkannt, dass Gott mit Ihnen andere Pl\u00e4ne hat?<\/strong><br \/>\nDie Frage nach dem tieferen Sinn im Leben war f\u00fcr mich wegweisend: Woher, wof\u00fcr und wohin f\u00fchrt mein\/unser Lebensweg? Rasch habe ich erkannt, dass Gottlosigkeit und Materialismus keinen Sinn geben, dass es mehr geben muss. So habe ich mich auf die Suche gemacht. Die politischen Gegebenheiten jener Zeit und die Repressalien, denen die katholischen Priester ausgesetzt waren, hinterlie\u00dfen bei mir einen gewaltigen Eindruck. Es waren Vorbilder, wie die Bisch\u00f6fe \u00c1ron M\u00e1rton und Augustin Pacha sowie meine Wegbegleiter, die in mir den Entschluss haben reifen lassen, Priester zu werden. 1954, an der Bahre von Bischof Pacha, war ich \u00fcberzeugt, dass ich diesen Weg als Priester einschlagen werde. Das Bild \u201eJesus klopft an\u201c aus der Offenbarung (Off 3,20) begleitet mich bereits mein gesamtes Priesterleben. Auch jetzt, in der Adventszeit, begegnet uns dieses Motiv. Jesus steht vor der T\u00fcr unseres Herzens und klopft an. Wie reagieren wir? H\u00f6ren wir das Klopfen in unserem Leben? Lassen wir uns darauf ein, dann gibt es nur eine Antwort: ihm nachfolgen.<br \/>\n<strong>Von 1955 bis 1961 studierten Sie Philosophie und Theologie am Priesterseminar in Karlsburg (Alba Iulia). Am 8. Dezember 1961 empfingen Sie in der Karlsburger Kathedrale die Priesterweihe von Bekennerbischof \u00c1ron M\u00e1rton. Welche besonderen und unvergesslichen Erinnerungen haben Sie an den Moment der Weihe?<\/strong><br \/>\nDie Priesterweihe, der entscheidende Schritt, Jesus auf seinem Weg nachzufolgen, bedeutete f\u00fcr mich: Gott und den Menschen dienen, Freud und Leid mit ihnen teilen. Der Weg bis dahin war kein leichter. Bischof \u00c1ron M\u00e1rton, einer meiner Lehrer im Priesterseminar und mein Vorbild bis heute, standhaft im Glauben, hat es vorgelebt, was es hei\u00dft, Jesus Christus nachzufolgen. Ein Andenkenbild von ihm wurde mein Wegbegleiter.<br \/>\n<strong>Die l\u00e4ngste Zeit Ihres priesterlichen Wirkens im Banat verbrachten Sie in Neusanktanna, als Kaplan von 1962 bis 1965 und als Pfarrer von 1971 bis 1981. F\u00fcr viele unserer Landsleute waren und sind Sie der Geistliche, mit der Gabe, Menschen die Augen zu \u00f6ffnen, den Glauben an Jesus Christus zu vermitteln und glaubw\u00fcrdig das Evangelium zu verk\u00fcnden. An welche Begebenheiten, Begegnungen und Erfahrungen in dieser Zeit denken Sie heute noch gern zur\u00fcck?<\/strong><br \/>\nMit Freude erinnere ich mich an diese Zeit. Vor allem an das Feiern der Gottesdienste im Kreise vieler Gl\u00e4ubigen und bei vollen Kirchen, an den Religionsunterricht f\u00fcr so viele Kinder und Jugendliche, an die Sakramentenvorbereitung und ganz besonders daran, dass ich eine gl\u00e4ubige, singende und betende Gemeinschaft erleben durfte. Denn davon lebt die Kirche. Mitbr\u00fcder, die diese Zeit gepr\u00e4gt haben, mit denen ich eine gemeinsame Wegstrecke ging und viel priesterliche Freundschaft und Hilfe erlebte: von den Kapl\u00e4nen in Neuarad, von Pfarrer Karl Hampel, Pfarrer Johann Wolf, den Salvatorianer-Patres Klemens Zwick, Gottfried Borth und Pius Hofmann, von den Heimatpfarrern Dr. Geza Kienitz und Dr. Anton Schulter.<br \/>\n<strong>In einem Priesterleben gibt es positive<\/strong> <strong>Erfahrungen, aber auch Kreuze<\/strong> <strong>und Pr\u00fcfungen. Wie haben Sie diese<\/strong> <strong>besonderen Situationen erlebt und<\/strong> <strong>woraus sch\u00f6pften Sie die Kraft zum<\/strong> <strong>Durchhalten und Weitermachen?<\/strong><br \/>\nMir war immer bewusst: Wer glaubt und Gott vertraut, wei\u00df sich nie allein. Diese Grund\u00fcberzeugung gab mir stets Kraft, die \u201epolitischen Herausforderungen\u201c in Rum\u00e4nien lange zu bestehen. Ich f\u00fchlte mich mit den Gl\u00e4ubigen im Gebet verbunden und durch das Gebet getragen. Viele Betende, viele Menschen, ob jung oder alt, standen hinter mir. Danke, Gott vergelte es allen!<br \/>\n<strong>Vor vierzig Jahren, 1981, kamen Sie in die Bundesrepublik Deutschland, um den Schlingen der Securitate beziehungsweise des kommunistischen Systems zu entkommen. Sie haben diesen Schritt getan und im Alter von 45 Jahren nochmals einen Neuanfang gewagt. Von 1982 bis 2003 waren Sie im Erzbistum Bamberg als Pfarrer von M\u00fcnchberg mit den Filialen Sparneck, Zell und Wei\u00dfdorf t\u00e4tig. Erzbischof Karl Braun ernannte Sie zum Erzbisch\u00f6flichen Geistlichen Rat. Diese Zeit bezeichneten Sie als die intensivste Zeit ihres Lebens. Weshalb?<\/strong><br \/>\nAn keiner der vorherigen Stationen war ich so lange wie in M\u00fcnchberg t\u00e4tig. \u00dcber 20 Jahre konnte ich hier seelsorgerisch wirken, die Pfarrei verantwortlich leiten, das geistliche Leben weitgehend gestalten sowie ein mir stets wichtiges Ziel verwirklichen: \u00d6kumene leben mit den anderen Konfessionen vor Ort. Auch wurden mir in dieser Zeit verschiedene \u00c4mter und Ehren\u00e4mter \u00fcbertragen: Pr\u00e4ses der Kolpingfamilie, Vorstand der Kinderg\u00e4rten sowie die Beauftragungen der Deutschen Bischofskonferenz und des St.-Gerhards-Werks.<br \/>\nDie Aufgaben in der Seelsorge sind intensiv und vielf\u00e4ltig, wenn man ein Herz hat und nach dem Vorbild Jesu arbeitet. Denn Menschen haben ein gutes Gesp\u00fcr und erkennen, wer sich um ihre Sorgen und N\u00f6te k\u00fcmmert. Dieses Feedback motivierte und begeisterte mich.<br \/>\n<strong>Sie waren von 1984 bis 2003 Schuldekan und Religionslehrer am Gymnasium in M\u00fcnchberg. An welche Erfahrungen mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern erinnern Sie sich gerne?<\/strong><br \/>\nNat\u00fcrlich gab es viele sch\u00f6ne und herausfordernde Situationen. Als Religionslehrer war f\u00fcr mich immer wichtig, den jungen Menschen Glaubenserlebnisse zu erm\u00f6glichen und sie zu f\u00f6rdern. Am Ende eines Schuljahres am Gymnasium in M\u00fcnchberg kamen drei M\u00e4dchen zu mir und sagten: \u201eHerr Pfarrer, Sie haben es uns nicht immer leicht gemacht. Aber Sie haben uns viel f\u00fcrs Leben mitgegeben.\u201c Das ist genug Lob und Anerkennung f\u00fcr einen Priester.<br \/>\n<strong>Wenn Sie R\u00fcckschau halten auf 60 Priesterjahre, das hei\u00dft auch 60 Mal Weihnachten feiern, 60 Mal zu Ostern predigen, immer wiederkehrende Gottesdienste, Taufen, Kommunion, Hochzeiten, Beerdigungen usw. Wie verhindert man eine Routine, die l\u00e4hmt?<\/strong><br \/>\nMeine Losung lautet: Jede Feier und jede Begegnung ist einmalig. Mache das Beste f\u00fcr die Menschen daraus! Jeder Augenblick und jeder Mensch ist einzigartig. Diese \u00dcberzeugung lebe ich, das l\u00e4sst mich authentisch und offen sein in den wiederkehrenden liturgischen Ritualen und Alltagssituation und gegen\u00fcber Menschen, in denen mir Jesus begegnet. Dies hat auch junge Menschen angesprochen, ja in Sanktanna motiviert, selbst Priester zu werden: Andreas Reinholz, Franz Marksteiner, Michael Henger, Sepp T\u00e4nzler, Josef Hell, Karl Zirmer und aus Neuarad Egmont Topits. Ich bin t\u00e4glich Gott daf\u00fcr dankbar.<br \/>\n<strong>Ihr Primizspruch aus dem Te Deum lautet: \u201eAuf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden\u201c. Weshalb haben Sie sich f\u00fcr diesen Text entschieden?<\/strong><br \/>\nIn einer hoffnungslosen, gespaltenen Welt gibt es f\u00fcr Glaubende nur ein Licht und eine Zuversicht: Gott, der Herr und Hirte seines Volkes. Weil wir Christen unsere Hoffnung auf Gott setzen, haben wir auch Hoffnung f\u00fcr diese Welt. Damit ver\u00e4ndern wir die Welt zum Besseren. Riskieren wir es, uns darauf einzulassen! Wagen wir, in das Gute im Anderen zu vertrauen! Setzen wir dabei in allem unsere Hoffnung auf Gott! Ein weiterer wichtiger Text, der mich begleitet, ist der Psalm 36,10: \u201eDenn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.\u201c Wenn wir unser Leben, unsere Welt mit eigenen Augen betrachten, verstehen und \u00fcberblicken wollen, erkennen wir oft nur Fragmente oder stochern im Nebel und bleiben in Vermutungen, in Hypothesen oder Scheinwahrheiten h\u00e4ngen. Nur im Lichte des Sch\u00f6pfers gelangen wir selber ins rechte Licht und gewinnen Klarheit \u00fcber ihn, diese Welt und \u00fcber uns selbst. In seinem Licht f\u00e4llt Licht auf unser Leben und damit auf unser Wirken in und f\u00fcr diese Welt.<br \/>\n<strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-37588 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-1024x651.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-1024x651.jpg\" alt=\"\" width=\"546\" height=\"347\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27546%27%20height%3D%27347%27%20viewBox%3D%270%200%20546%20347%27%3E%3Crect%20width%3D%27546%27%20height%3D%27347%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-200x127.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-300x191.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-320x202.jpg 320w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-400x254.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-600x381.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-768x488.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-800x509.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-1024x651.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-1200x763.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Z2A6916-1536x976.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><\/a>Zwanzig Jahre lang, von 1991 bis<\/strong> <strong>2011, wirkten Sie als von der Deutschen<\/strong> <strong>Bischofskonferenz beauftragter<\/strong> <strong>\u201eSprecher der Priester und Gl\u00e4ubigen<\/strong> <strong>aus der Volksgruppe der Donauschwaben\u201c<\/strong> <strong>beziehungsweise als<\/strong> <strong>\u201eVisitator der Donauschwaben und<\/strong> <strong>Deutschen aus S\u00fcdosteuropa\u201c. In<\/strong> <strong>dieser Funktion haben Sie mit dem<\/strong> <strong>St.-Gerhards-Werk, dessen Geistlicher<\/strong> <strong>Beirat Sie auch waren, das<\/strong> <strong>\u201eDonauschw\u00e4bische Martyrologium\u201c<\/strong> <strong>initiiert. Haben Sie eine besondere<\/strong> <strong>Erinnerung hierzu?<\/strong><br \/>\nBeim Papstbesuch 2007 wurde ich mit einer Delegation der Donauschwaben und \u00f6kumenischen Mitarbeitern am Martyrologium \u2013 einer Zusammenstellung der Opfer f\u00fcr den Glauben in der kommunistischen \u00c4ra \u2013 dem Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. als Visitator der Donauschwaben vorgestellt. Seine Frage lautete: \u201eHalten die Donauschwaben noch zusammen?\u201c Meine Antwort: \u201eHeiliger Vater, sie feiern ihre Zusammenk\u00fcnfte immer zum Auftakt mit einer heiligen Messe und halten ihre Wallfahrten zu den Marienwallfahrtsorten\u201c. Er antwortete: \u201eSie haben alle meinen Segen\u201c. Das hei\u00dft f\u00fcr unsere Landsleute: \u201eAn Gottes Segen ist alles gelegen\u201c. Was braucht es mehr in der jetzigen Zeit der Pandemie?<br \/>\n<strong>2003 haben Sie sich aus der Pfarrei M\u00fcnchberg verabschiedet und sind nach Bayreuth umgezogen. Sie sind seitdem im \u201eUn-Ruhestand\u201c, Pfarrer i.R. = Pfarrer in Ruf- und Reichweite! Seelsorgerisch sind Sie im Seelsorgebereich Bayreuth und Auerbach besonders in der Regens-Wagner-Stiftung in Michelfeld t\u00e4tig. 2007 erhielten Sie die Berufung zum P\u00e4pstlichen Kaplan von Papst Benedikt XVI., eine ganz besondere W\u00fcrdigung Ihres vielf\u00e4ltigen priesterlichen Wirkens. Ihr priesterliches Wirken zeigt sich auch darin, dass Sie immer noch von vielen Landsleuten um Rat gebeten werden.<\/strong><br \/>\nAls Priester bin ich st\u00e4ndig am Leben der Menschen ganz nahe dran. Es verbl\u00fcfft mich immer noch sehr, wie Gott im Herzen der Menschen wirkt und Neues und Sch\u00f6nes hervorruft. Besonders freue ich mich, wenn mich R\u00fcckmeldungen erreichen, dass meine Worte geholfen haben. Wenn wir Glauben miteinander teilen, geht er tiefer. Menschliche und christliche Lebenserfahrungen sind eine Schatzquelle und sehr wertvoll.<br \/>\n<strong>Msgr. Straub, zwei Wesenseigenschaften kennzeichnen Sie: Bescheidenheit und Humor. Wie gelingt es Ihnen, diese Ausgewogenheit zu bewahren?<\/strong><br \/>\nDer Heilige Papst Johannes XXIII., der einen Weg der Offenheit durch das Zweite Vatikanum beschritten hat, sagte sich, wohl vor dem Spiegel stehend: \u201eGiovanni, nimm dich nicht so wichtig!\u201c Das verhilft mir zu Gelassenheit und Gottvertrauen.<br \/>\n<strong>Um die Kirche und den Glauben ist es in der heutigen Zeit nicht so gut bestellt. Sie haben in diesen sechs Jahrzehnten eine fast dramatisch zu bezeichnende Wende erlebt \u2013 von intakten katholischen Strukturen (der Volkskirche) hin zu einer zunehmenden Entkirchlichung. Was muss sich \u00e4ndern, was ist erforderlich?<\/strong><br \/>\nWir leben in einer Zeit des \u00dcbergangs, auch in der Kirche. Wir sollten vor allem umdenken und uns besinnen: Vom Ich zum Du, vom Du zum Wir. Gemeinschaft statt Eigensinn und Egoismus, eine Kultur des Miteinanders und der Liebe intensiver pflegen. Mehr Taten als Worte. Ich zitiere dazu das Lied aus dem Gotteslob mit dem Text von Klaus-Peter Hertzsch (1989): \u201eVertraut den neuen Wegen auf die der Herr uns weist, weil Leben hei\u00dft: sich regen, weil Leben wandern hei\u00dft. Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land. Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit! Gott will, dass ihr ein Segen f\u00fcr seine Erde seid. Der uns in fr\u00fchen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht. Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.<br \/>\n<strong>Am 8. Dezember werden Sie Ihr Jubil\u00e4um in kleinem Kreis begehen. Bei Ihrer Primizfeier in Neuarad am 10. Dezember 1961 wurde eine \u00f6ffentliche Feier vom kommunistischen Regime untersagt. Wer h\u00e4tte gedacht, dass heute, 60 Jahre sp\u00e4ter, eine \u00f6ffentliche Feier aufgrund eines Virus \u2013 wiederum aufgrund politischer Regelungen \u2013 nicht m\u00f6glich sein soll. Welche Botschaft m\u00f6chten Sie unseren Landsleuten mitgeben anl\u00e4sslich Ihres diamantenen Priesterjubil\u00e4ums?<\/strong><br \/>\nDamals nicht feiern zu k\u00f6nnen, wiederholt sich heute in anderer Form, heute leben wir aber in Freiheit. Von meiner Primizfeier gibt es nicht einmal eine Aufnahme von mir am Altar. Damals wie heute wird mir die Begegnung mit den Menschen fehlen, gemeinsam im gro\u00dfen Kreis den Gottesdienst zu feiern und gemeinsam Gott zu danken und zu loben. Mein Priesterleben ist sinnvoll und erf\u00fcllt, wenn meine Liebe Gott ist, mein Vorbild Maria, meine Heimat Gottes Haus und Altar und meine Seelsorge die Menschen erreicht. Betet mit mir und daf\u00fcr! Es segnet Sie, Euch und Eure Familien Msgr. Andreas Straub.<br \/>\n<strong>Msgr. Straub, vielen Dank f\u00fcr das Zeugnis, das Sie uns gegeben haben, und die Ermutigung, die es mit sich bringt. Ich w\u00fcnsche Ihnen weiterhin ein segensreiches Leben, so lange, wie der Herrgott es will, erf\u00fcllt von Glauben und Gottes Liebe, um weiterhin seelsorgerisch f\u00fcr unsere Landsleute wirken zu k\u00f6nnen. Ein herzliches Vergelt\u2019s Gott!<\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\nMsgr. Andreas Straub &#8211; Stationen priesterlichen Wirkens<\/strong><br \/>\n03.08.1936 geboren in Neuarad<br \/>\n08.12.1961 Priesterweihe in Karlsburg\/Alba Iulia<br \/>\n10.12.1961 Primiz in Neuarad<br \/>\n15.08.1962 Kaplan in Sanktanna<br \/>\n01.09.1965 Pfarrer in Steierdorf<br \/>\n01.09.1971 Pfarrer in Neusanktanna<br \/>\n01.12.1981 Seelsorgeaushilfe in Lichtenfels und Neunkirchen am Brand<br \/>\n01.12.1982 Pfarrer in M\u00fcnchberg und in Sparneck<br \/>\nab 1983 Kolpingpr\u00e4ses und Schuldekan<br \/>\n18.10.1991 Sprecher der Priester und Gl\u00e4ubigen aus der Volksgruppe der Donauschwaben<br \/>\n01.03.1999 Visitator f\u00fcr die Seelsorge an den Donauschwaben<br \/>\n01.10.2003 Pfarradministrator in B\u00fcchenbach und der Kuratie Trockau<br \/>\n01.10.2004 Seelsorge, Mithilfe in den Dekanaten Bayreuth und Auerbach, besonders bei Regens Wagner in Michelfeld<br \/>\nM\u00e4rz 2007 von Papst Benedikt XVI. zum P\u00e4pstlichen Kaplan ernannt<br \/>\n01.10.2011 emeritiert \u2013 Jubelpriester<\/p>\n<p>Erschienen in: <strong><em>Banater Post, Zeitung der Landsmannschaft der Banater Schwaben<\/em><\/strong>, Jahrgang 65, Nummer 23-24, M\u00fcnchen, 15. Dezember 2021, S. 21-22.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAuf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.\u201c (Primizspruch aus dem Te Deum, \u00dcbertragung nach Romano Guardini) Monsignore Andreas Straub, heimatverbunden und in der Gemeinschaft der Banater Schwaben fest verwurzelt, pflegt bis heute eine gro\u00dfe N\u00e4he zu seinen Landsleuten und ist immer f\u00fcr alle da. 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