{"id":39627,"date":"2022-03-20T06:00:37","date_gmt":"2022-03-20T04:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=39627"},"modified":"2022-03-18T13:44:34","modified_gmt":"2022-03-18T11:44:34","slug":"lectio-divina-3-fastensonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/lectio-divina-3-fastensonntag\/","title":{"rendered":"LECTIO DIVINA \u2013 3. Fastensonntag"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. lectio<\/strong><\/p>\n<p>Lk 13,1-9<br \/>\n\u201eIn jener Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den Galil\u00e4ern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. Und er antwortete ihnen: Meint ihr, dass diese Galil\u00e4er gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnder waren als alle anderen Galil\u00e4er, weil das mit ihnen geschehen ist? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden &#8211; meint ihr, dass sie gr\u00f6\u00dfere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Und er erz\u00e4hlte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt; und als er kam und nachsah, ob er Fr\u00fcchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Winzer: Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Fr\u00fcchte tr\u00e4gt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Winzer erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und d\u00fcngen. Vielleicht tr\u00e4gt er in Zukunft Fr\u00fcchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!\u201c<\/p>\n<p>Hinweise zum Verst\u00e4ndnis:<br \/>\nDie Ereignisse, \u00fcber die Jesus spricht, sind uns aus anderen Quellen nicht bekannt.<br \/>\nJesus widerspricht der volkst\u00fcmlichen Idee, da\u00df jede Art von Ungl\u00fcck: Krankheit, Gewalt, Unf\u00e4lle, eine Strafe Gottes f\u00fcr S\u00fcnden sein m\u00fcssen. In provozierender Weise gibt er zu verstehen, da\u00df nicht die Tatsache, da\u00df einige gestorben sind, eine Erkl\u00e4rung verlangt, sondern vielmehr die Tatsache, da\u00df viele am Leben geblieben sind, zu verwundern ist. Der Grund ist die Geduld Gottes und die F\u00fcrbitte Jesu, wie es das Gleichnis vom Feigenbaum ohne Fr\u00fcchte ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p><strong>2. meditatio<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wenn ich in Augenblicken des Schmerzes Gott frage, warum ich leiden mu\u00df, so ist das verst\u00e4ndlich, wenn ich aber im allgemeinen von Gott eine Rechtfertigung verlange, warum er Ungl\u00fccksf\u00e4lle nicht verhindert, dann habe ich eine falsche Vorstellung von ihm.<\/li>\n<li>Wenn ich einer Gefahr entkommen bin, habe ich dann eher den Eindruck, da\u00df dies mein Verdienst ist, oder danke ich eher Gott, da\u00df er mich gerettet hat?<\/li>\n<li>Welches sind wohl die \u201eFr\u00fcchte\u201c, die Gott von mir erwartet?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3. oratio<br \/>\n<\/strong>Gott, Du gro\u00dfes Geheimnis, wir k\u00f6nnen Dich nicht in eine bestimmte Vorstellung eingrenzen. Es gibt Momente, in denen Du Furcht erregend erscheinst, oder es erscheint uns, da\u00df Du von uns weggegangen bist. Doch Dein Sohn hat uns gesagt, da\u00df Du ein Vater f\u00fcr uns bist und uns liebst. Unser Unverst\u00e4ndnis hat seinen Ausgangspunkt oft darin, da\u00df ein langes Leben auf dieser Erde f\u00fcr Dich nicht allzu wichtig zu sein scheint. Es ist kein Zeichen Deiner Gnade. Und umgekehrt ist auch ein fr\u00fcher Tod kein Zeichen Deines Zorns. Wir hingegen kennen nichts anderes als dieses irdische Leben. Wir bitten Dich, st\u00e4rke unseren Glauben, damit wir nicht in Zweifeln versinken, wenn unser Leben oder das unserer Lieben nicht so verl\u00e4uft, wie wir es gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Statt Dir Vorw\u00fcrfe zu machen, wollen wir lieber fragen, was Du uns mit schmerzvollen Ereignissen sagen willst. Durch das Leiden Deines Sohnes hab Erbarmen mit unseren Unsicherheiten. Amen.<\/p>\n<p><strong>4. contemplatio<br \/>\n<\/strong>Stell dir vor, da\u00df du dieser Obstbaum bist, der bis jetzt nicht Fr\u00fcchte hervorgebracht hat in dem Ma\u00df, das Gott von dir erwarten k\u00f6nnte. Verweile eine Zeit bei dieser Vorstellung und denk daran, was der Winzer Jesus Christus f\u00fcr dich getan hat und was er noch tun m\u00fc\u00dfte, damit du ihm mit den guten Werken antwortest, die er von dir w\u00fcnscht.<\/p>\n<p><strong>5. actio<br \/>\n<\/strong>Denk an eine Tat, von der du glaubst, da\u00df sich Gott dar\u00fcber freuen w\u00fcrde, wenn du sie tun w\u00fcrdest, und die du oft vernachl\u00e4ssigt hast. Tu jetzt, was du lange Zeit nicht getan hast, als eine Gabe der Dankbarkeit f\u00fcr alles Gute, das du von Gott erhalten hast.<\/p>\n<p><strong>Lectio-divina-Impuls aus dem Salvatorianerkloster in Temeswar-Elisabethstadt<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. lectio Lk 13,1-9 \u201eIn jener Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den Galil\u00e4ern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. 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