{"id":40243,"date":"2022-04-11T23:53:19","date_gmt":"2022-04-11T20:53:19","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=40243"},"modified":"2022-04-11T23:53:19","modified_gmt":"2022-04-11T20:53:19","slug":"osterbotschaft-seiner-exzellenz-josef-csaba-pal-bischof-von-temeswar-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/osterbotschaft-seiner-exzellenz-josef-csaba-pal-bischof-von-temeswar-2022\/","title":{"rendered":"Osterbotschaft Seiner Exzellenz Josef Csaba P\u00e1l Bischof von Temeswar 2022"},"content":{"rendered":"<p><strong>In Christus geliebte Schwestern und Br\u00fcder!<\/strong><\/p>\n<p>In den Tagen nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine reiste ich nach Sathmar mit einigen meiner Mitbr\u00fcder im bisch\u00f6flichen Dienst, um \u00fcber die Organisierung der Hilfsaktionen in dieser Krisensituation zu sprechen. An dieser Begegnung beteiligten sich auch zwei Mitarbeiter der Caritas der Di\u00f6zese Munkatsch\/Mukatschewo aus der Ukraine. Ihre Berichte und Zeugnisse waren schockierend f\u00fcr uns alle. Sie verlangten inst\u00e4ndig Gebete. Eine Mitarbeiterin sagte, dass das Gebet keine kleine Hilfe sei, sondern \u2013 ganz im Gegenteil \u2013 ein sehr gro\u00dfer Beistand! Sie fuhr fort: die, die keine pers\u00f6nliche Beziehung zu Jesus Christus aufgebaut haben, jene, die ihren Glauben nicht auf festem Felsen bauten, sondern nur auf F\u00f6rmlichkeiten oder nur auf Br\u00e4uchen, brechen nun, in dieser schwierigen Lage, zusammen. Sie flehten uns fast an, diese pastorale T\u00e4tigkeit der St\u00e4rkung unserer Mitmenschen im Glauben fortzusetzen.<\/p>\n<p>Br\u00fcder und Schwestern, solange es uns gut geht im Leben, werden wir uns gar nicht dessen bewusst, was f\u00fcr ein gro\u00dfer Schatz unser Glaube ist! Was f\u00fcr eine Gnade es ist, dass wir nicht nur etwas glauben d\u00fcrfen, sondern dass wir an den auferstandenen Herrn Jesus Christus glauben! Er ist es, der in allen Situationen bei uns bleibt; Er verl\u00e4sst uns sogar in diesen grausamen Kriegszust\u00e4nden nicht. Ja, Er ist auferstanden und Er selbst l\u00e4dt uns ein, <strong>nie die Hoffnung aufzugeben<\/strong>. Und gerade unter diesen \u00fcberw\u00e4ltigenden Umst\u00e4nden <strong>wollen wir daf\u00fcr leben, wof\u00fcr Er sein eigenes Leben hingegeben hat<\/strong>: f\u00fcr die Zivilisation der Liebe. Das ist eine echte Berufung, auch wenn sie im jetzigen Kontext fast absurd erscheint. Aber vergessen wir nicht, dass auch <strong>damals, als <\/strong><strong>Jesus gestorben ist, es kaum zu glauben war, dass sich f\u00fcr ihn noch etwas ver\u00e4ndern k\u00f6nnte, dass er jemals auferstehen k\u00f6nnte<\/strong>. Die jetzige Situation ist ebenfalls eine Pr\u00fcfung unseres Glaubens, aber auch unsere Hoffnung wird auf die Probe gestellt und diese Lage ist zugleich ein au\u00dferordentlich gro\u00dfer Aufruf zur Liebe. Denn in der Welt k\u00e4mpfen nun Hass und Liebe gegeneinander.<\/p>\n<p>Ich hatte die Gelegenheit, mit einer Gruppe von Ordensschwestern zu sprechen, die aus Kiew gefl\u00fcchtet sind. Sie erz\u00e4hlten \u00fcber den auf die Probe gestellten Glauben, auch \u00fcber den erneuerten Glauben. Sie sprachen \u00fcber die Liebe, mit der sie umgeben werden, mit der sie an ihren jetzigen Fluchtorten unterst\u00fctzt werden. Hilfeleistungen kommen, Telefonate, freundliche Unterst\u00fctzung von \u00fcberall, sogar von ihren Bekannten aus Russland. Auf der einer Seite Hass, Elend, viel Schmerz, Zerst\u00f6rung, Tr\u00e4nen, Tod. All dies verursacht der Hass! Auf der anderen Seite steht die Liebeswelle, die sie umgibt. Krieg zwischen Hass und Liebe. Der liebe Gott steht immer auf der Seite der Liebe. Lassen wir unsere Herzen nicht von Hass erf\u00fcllt werden, denn sie werden dann auch von Angst umklammert. Nur die reine Liebe f\u00fcrchtet nichts. Achtet darauf, dass ihr in euren Familien, im Stra\u00dfenverkehr und am Arbeitsplatz keine b\u00f6sen Gef\u00fchle hegt, kein aggressives Benehmen an den Tag bringt.<\/p>\n<p>Mit jeder Geste, mit jeder unserer Taten bauen wir etwas auf. Entweder etwas Gutes oder etwas B\u00f6ses. Lasset uns das bauen, wof\u00fcr Jesus Christus selber gelebt, gestorben und auferstanden ist: eine Gesellschaft der Vergebung, der Rekonziliation! Lasset uns auf der Seite der Liebe, auf der Seite Gottes stehen. Denn die Liebe ist auferstanden, Jesus Christus lebt. So lautet n\u00e4mlich die Inschrift auf einer Mauer des Warschauer Ghettos: <em>\u201eIch glaube an die Sonne, auch wenn diese nicht strahlt. Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich diese nicht sp\u00fcre. Ich glaube an Gott, auch wenn ich Ihn nicht sehe.\u201c <\/em>Viele unserer Mitmenschen auf der Flucht, die sich nun in tiefster Not befinden, erleben trotzdem die Anwesenheit Gottes, durch die Art und Weise, wie sie empfangen, aufgenommen und liebevoll umgeben werden. Daf\u00fcr sind wir nun zust\u00e4ndig. So sollen wir die F\u00fcrsorge des Auferstandenen unseren tiefgepr\u00fcften Mitmenschen bezeugen, wo wir es nur in unserem Alltag tun k\u00f6nnen! Und wenn wir den freudverk\u00fcndenden Ostergru\u00df aussprechen: \u201eChristus ist erstanden!\u201c, m\u00f6gen uns diese Worte zu Taten nach dem Herzen Jesu ermuntern!<\/p>\n<p>Mit diesen Gedanken w\u00fcnsche ich all meinen Schwestern und Br\u00fcdern ein frohes, heiliges und gesegnetes Osterfest!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\u2720 Josef Csaba P\u00e1l<br \/>\nBischof der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n<div class=\"video-shortcode\"><iframe title=\"Osterbotschaft Seiner Exzellenz Josef Csaba P\u00e1l Bischof von Temeswar - 11.04.2022\" width=\"1140\" height=\"641\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YKmXet8yFik?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Christus geliebte Schwestern und Br\u00fcder! 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