{"id":40290,"date":"2022-04-12T15:39:20","date_gmt":"2022-04-12T12:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=40290"},"modified":"2022-04-12T16:05:46","modified_gmt":"2022-04-12T13:05:46","slug":"gesegnete-ostern-2022-aus-ostern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/gesegnete-ostern-2022-aus-ostern\/","title":{"rendered":"Gesegnete Ostern 2022 ! &#8230;aus Ostern!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor 250 Jahren entstand die schw\u00e4bische Gemeinde \u201eOstern\u201c auf der Banater Heide<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent.png\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-40276 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-987x1024.png\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-987x1024.png\" alt=\"\" width=\"465\" height=\"483\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27465%27%20height%3D%27483%27%20viewBox%3D%270%200%20465%20483%27%3E%3Crect%20width%3D%27465%27%20height%3D%27483%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-200x208.png 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-289x300.png 289w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-400x415.png 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-600x623.png 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-768x797.png 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-800x830.png 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-987x1024.png 987w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent-1200x1245.png 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Kiskomlos-Ostern-1788-29x26mm-transparent.png 1460w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 465px) 100vw, 465px\" \/><\/a>Eine der umstrittenen Fragen der Banater Geschichtsschreibung, speziell der Banater Toponymie, ist die Herkunft und Deutung des Ortsnamens der ehemals rein schw\u00e4bischen Heidegemeinde \u201e<strong><em>Ostern\u201c<\/em><\/strong>, die heute Comlo\u0219u Mic\/Klein-Komlosch hei\u00dft. Dabei wird auf eine Erl\u00e4uterung entweder ganz verzichtet (\u201e<em>kann nicht erkl\u00e4rt werden<\/em>\u201c) oder aber mit vollem Munde behauptet, dass der Name \u201eOstern\u201c mit den Osterfeiertagen \u201e<em>nichts zu tun<\/em>\u201c habe. Obwohl in der historischen Literatur das alte Siegel des Gemeindeamtes \u2013 nicht des Pfarramtes! \u2013 von \u201eOstern\u201c bekannt ist, sucht man eine n\u00e4here Beschreibung desselben vergeblich. Irgendwo wird aber doch gesagt, dass die Inschrift des Siegels laute: \u201e<em>Da wir singen Alleluja<\/em>\u201c. W\u00e4re sch\u00f6n, doch dem ist nicht ganz so!<br \/>\nIm Bisch\u00f6flichen Archiv zu Temeswar befinden sich unter den Pfarrakten von \u201eOstern\u201c mehrere Abdrucke zu 27 x 30 mm des alten Dorfsiegels der politischen Gemeinde, die uns einer L\u00f6sung n\u00e4herbringen k\u00f6nnen. Im Innenfeld ist der sich aus dem Grabe erhebende Heiland mit der vom Kreuz bekr\u00f6nten und mit einem weiteren Kreuz gezierten Siegesfahne in der Rechten, mit zwei N\u00e4geln in der Linken dargestellt. Die Umschrift \u2013 in eigenwilliger Orthographie \u2013 lautet: \u201eWIER HOFEN ALE DAS IN OSTERN AN(NO) 1773.\u201c Ein sch\u00f6ner und gut lesbarer Abdruck findet sich auf einem Dokument aus dem Jahre 1788, gedr\u00fcckt in roten Siegellack, mit den beigesetzten Unterschriften des B\u00fcrgermeisters, eines Geschworenen (vereidigter Ratsherr), des Notars, sowie der beiden Kirchenv\u00e4ter von \u201eOstern\u201c.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/P1400521.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-40294 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/P1400521.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/P1400521.jpg\" alt=\"\" width=\"371\" height=\"495\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27371%27%20height%3D%27495%27%20viewBox%3D%270%200%20371%20495%27%3E%3Crect%20width%3D%27371%27%20height%3D%27495%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/P1400521-200x267.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/P1400521-225x300.jpg 225w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/P1400521-400x533.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/P1400521.jpg 600w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><\/a>Was die Wahl des Ortsnamens betrifft, stellt die seit Fr\u00fchjahr 1772 im Entstehen begriffene Gemeinde \u201eOstern\u201c sicherlich etwas Einmaliges dar. Die Banater Gemeinden \u00fcbernahmen meist die alten Ortsbezeichnungen und w\u00e4hlten f\u00fcr ihre Siegel Symbole aus der profanen Umwelt oder aus ihrer Landwirtschaft, weniger aus der Geistesgeschichte oder gar ihrer katholischen Glaubenswelt aus. Anders war dies bei den Pfarrsiegeln, die meist den Kirchenpatron, in \u201eOstern\u201c die hl. M\u00e4rtyrerin Thekla, im Innenfeld zeigen. Doch wieder ganz anders lagen die Dinge im \u201epolitischen Ostern\u201c!<br \/>\nNeben der ausgesprochen religi\u00f6sen Einstellung der ersten Siedler, die auch in der Ortsmonographie von Dr. Peter Pink (1935) mehrfach hervorgehoben wird, scheint bei der Wahl des Ortsnamens, der erstmals im Oktober 1772 schriftlich im Taufbuch der Nachbargemeinde von Sankt Hubert als \u201eOstern\u201c erscheint, das Hochfest Ostern, das in jenem Jahr auf den 19. April fiel, eine, wenn nicht gar <strong><em>die<\/em><\/strong> entscheidende Rolle gespielt zu haben. Da eine Reihe von Siedlern bereits Anfang Februar 1772 scharenweise aus Bayern oder aus dem \u201e<em>Straubingischen<\/em>\u201c kommend, von wo auch die f\u00fcnf Br\u00fcder Fraunhoffer mit ihrem \u201e<em>Ansiedlerkreuz<\/em>\u201c (bis heute bei den Nachkommen der Familie Fraunhoffer in T\u00f6ging am Inn erhalten) sich in \u201eOstern\u201c einfanden, in Wien f\u00fcr das Banat registriert worden waren, so kann die Ankunft der ersten Siedlergruppen \u2013 nach einer langen Anreise von Wochen \u2013 auf den noch leeren Fluren des ehemaligen Pr\u00e4diums \u201e<em>Mali Comlosch<\/em>\u201c, zwischen dem von Rum\u00e4nen 1743 besiedelten Gemeinden (Gro\u00df-)Komlosch und der ebenfalls noch neuen deutschen Siedlung Hatzfeld-Landstreu, wohl Ende M\u00e4rz\/Anfang April 1772, unmittelbar vor den Ostertagen, mit guten Gr\u00fcnden angenommen werden. So wei\u00df es auch \u2013 durchaus glaubw\u00fcrdig \u2013 die m\u00fcndliche Orts\u00fcberlieferung. Es w\u00e4re zwar ebenso gut m\u00f6glich, dass die Gemeinde \u201eOstern\u201c zu Ostern 1773 \u2013 damals der 11. April \u2013 von Amts wegen feierlich begr\u00fcndet wurde, wie es die Jahreszahl 1773 im Ortssiegel will. Beide M\u00f6glichkeiten haben einiges f\u00fcr sich, sind auch als gleichzeitig zutreffend gut denkbar, und best\u00e4tigen so miteinander den unmittelbaren Zusammenhang der Grundlegung von \u201eOstern\u201c in den Ostertagen 1772, sp\u00e4testens zu Ostern 1773. Auf alle F\u00e4lle, so hei\u00dft es, wurden die ersten fertigen H\u00e4user in \u201eOstern\u201c bereits im Herbst 1772 bezogen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-40279 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-680x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-680x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"328\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27218%27%20height%3D%27328%27%20viewBox%3D%270%200%20218%20328%27%3E%3Crect%20width%3D%27218%27%20height%3D%27328%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-199x300.jpg 199w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-200x301.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-400x603.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-600x904.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-680x1024.jpg 680w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-768x1157.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-800x1205.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9-1019x1536.jpg 1019w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/9.jpg 1168w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/a>Neben dem Ortsnamen dr\u00fcckt das Gemeindesiegel in Bild und Wort die christliche Hoffnung aus, mit der die ersten Siedler von \u201eOstern\u201c sich an das neue, gewaltige Werk gemacht haben. \u00d6sterliche Menschen halten an der vom Glauben an die Auferstehung Christi begr\u00fcndeten Hoffnung fest und leben aus ihr. Insofern kann das \u201eOsterner\u201c Gemeindesiegel auch uns von heute noch manches sagen. Gleichzeitig best\u00e4tigt es auf eindrucksvolle Weise, zusammen mit der hier als zuverl\u00e4ssig anzusehenden Orts\u00fcberlieferung, den unmittelbaren Zusammenhang der Gr\u00fcndung der Heidegemeinde \u201eOstern\u201c im Banat, wie es auch der deutsche Ortsname seit den Tagen von Ostern 1772 durch gut hundert Jahre bis 1882 festgehalten hat, als der Gemeinderat der Aufforderung des ungarischen Ministeriums voreilig und unbedacht zugestimmt hat, dass man ihre rein deutsche Ortschaft (wieder) in Kis-Koml\u00f3s\/Klein-Komlosch umbenenne, was man sp\u00e4ter bereut, doch vergeblich versucht hat, r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Das Volk selber aber blieb bei der herk\u00f6mmlichen Bezeichnung und war stets der \u00dcberzeugung, dass es selber nach wie vor in \u201eOstern\u201c beheimatet sei!<br \/>\nNeben dem Siegel aus dem Jahre 1788 finden sich die Unterschriften von Hermann Felbreck(?), damals <em>Schulz<\/em>, Jacob Kirchl, <em>Geschwohrener<\/em>, Georg Huth, Schenrichther\u2026(?)rath, Notar, Johann M\u00fcller, <em>Kirchenvatter<\/em> sowie Jacob Bosch, ebenfalls Kirchenvater.<br \/>\nGesegnete Ostertage besonders denen aus \u201eOstern\u201c aber auch allen anderen Landsleuten in Nah und Fern!<\/p>\n<p>+ Martin Roos, em. Bischof von Temeswar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 250 Jahren entstand die schw\u00e4bische Gemeinde \u201eOstern\u201c auf der Banater Heide Eine der umstrittenen Fragen der Banater Geschichtsschreibung, speziell der Banater Toponymie, ist die Herkunft und Deutung des Ortsnamens der ehemals rein schw\u00e4bischen Heidegemeinde \u201eOstern\u201c, die heute Comlo\u0219u Mic\/Klein-Komlosch hei\u00dft. 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