{"id":40333,"date":"2022-04-15T06:00:51","date_gmt":"2022-04-15T03:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=40333"},"modified":"2022-04-14T15:04:52","modified_gmt":"2022-04-14T12:04:52","slug":"40333","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/40333\/","title":{"rendered":"LECTIO DIVINA \u2013 Karfreitag"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. lectio<\/strong><\/p>\n<p>Ioh 19,17-30<br \/>\n\u201eUnd er selbst trug das Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Sch\u00e4delst\u00e4tte, die auf Hebr\u00e4isch Golgota hei\u00dft. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte aber Jesus.<br \/>\nPilatus lie\u00df auch eine Tafel anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der K\u00f6nig der Juden. Diese Tafel lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebr\u00e4isch, lateinisch und griechisch abgefasst. Da sagten die Hohepriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der K\u00f6nig der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der K\u00f6nig der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.<br \/>\nNachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, f\u00fcr jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es geh\u00f6ren soll. So sollte sich das Schriftwort erf\u00fcllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies taten die Soldaten.<br \/>\nBei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den J\u00fcnger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem J\u00fcnger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der J\u00fcnger zu sich.<br \/>\nDanach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erf\u00fcllte: Mich d\u00fcrstet. Ein Gef\u00e4\u00df voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und \u00fcbergab den Geist.\u201c<\/p>\n<p><em>Hinweise zum Verst\u00e4ndnis:<\/em><br \/>\nAus dem Umstand, da\u00df Jesus seine Mutter dem Lieblingsj\u00fcnger als Mutter gegeben hat, haben einige den Schlu\u00df gezogen, da\u00df ihr Ehemann Josef gestorben war, und Jesus sie nicht ohne m\u00e4nnlichen Schutz zur\u00fccklassen wollte. Doch es gab andere M\u00e4nner in Jesu Familie, seine Br\u00fcder bzw. seine Vettern, die sogar verpflichtet waren, ihre Mutter oder Tante als Witwe in ihre H\u00e4user aufzunehmen. Der Evangelist Johannes wollte wohl eher zu verstehen geben, da\u00df diejenigen, die Jesus lieben und die er liebt, eine geistliche Familie bilden. Ihre Liebe zu Jesus erzeugt nicht eine Konkurrenz zwischen ihnen, sondern eint sie im Heiligen Geist.<\/p>\n<p><strong>2. meditatio<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Das Kreuz Jesu stellt die Liebe der ihm Nahestehenden auf die Probe. Die meisten J\u00fcnger haben diesen Test nicht allzu gut bestanden. Es sind vor allem Frauen, die den Mut haben, beim Kreuz zu stehen unter den Augen der r\u00f6mischen Soldaten. Wie w\u00e4re meine Reaktion, wenn mich jemand als verd\u00e4chtig ansieht, weil ich zu Jesus halte?<\/li>\n<li>Es gibt leidvolle Situationen, in denen keine Hilfe m\u00f6glich ist, in denen keine Worte der Erkl\u00e4rung angebracht sind. Habe ich den Mut, in solchen Momenten einfach da zu sein, auch wenn ich nicht wei\u00df, was ich tun und was ich sagen soll?<\/li>\n<li>Was meine ich, in welcher Hinsicht war das Leiden Jesu wie das jedes leidenden Menschen und in welcher Hinsicht war es anders, einmalig, wie man poetisch sagen k\u00f6nnte: ein Tod, der vom Leben singt?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3. oratio<\/strong><br \/>\nHerr Jesus Christus, durch Deinen Tod hast Du die Welt erl\u00f6st. So beten wir. Aber warum mu\u00dftest Du sterben, damit wir befreit w\u00fcrden? Auch Deine J\u00fcnger haben diese Notwendigkeit schwer verstanden. Die Tatsache, da\u00df das irdische Leben durch den Tod begrenzt ist, f\u00fchrt uns in Versuchung, uns Annehmlichkeiten auf Kosten anderer zu nehmen, damit wir keinen Mangel h\u00e4tten. Nur die \u00dcberwindung des Todes durch den Tod konnte diesen Teufelskreis des Egoismus durchbrechen. Deine Auferstehung hat uns gezeigt, da\u00df kein Mangel die F\u00fclle des Lebens aufheben kann, die aus Gott str\u00f6mt. Deshalb sind wir frei zu lieben. Wir m\u00fcssen nicht mit anderen um begrenzte Resourcen konkurrieren. Am Kreuz sterbend hast Du uns in die g\u00f6ttliche Wirklichkeit erhoben. Wir preisen Dich in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n<p><strong>4. contemplatio<\/strong><br \/>\nAls Jesus den Geist aufgab\/\u00fcbergab, hat er nichts f\u00fcr sich selbst zur\u00fcckbehalten, und so ist er zur Quelle des Lebens f\u00fcr die Welt geworden. Dieser Geist ist der Heilige Geist, der jeden von uns heiligen will.<\/p>\n<p><strong>5. actio<\/strong><br \/>\nSuch im Internet, wie das Kreuz von San Damiano in Assisi aussieht und wie das Kreuz am Isenheimer Altar in Colmar. Welches, glaubst du, entspricht mehr der Wahrheit?<\/p>\n<p><strong>Lectio-divina-Impuls aus dem Salvatorianerkloster in Temeswar-Elisabethstadt<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. lectio Ioh 19,17-30 \u201eUnd er selbst trug das Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Sch\u00e4delst\u00e4tte, die auf Hebr\u00e4isch Golgota hei\u00dft. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte aber Jesus. 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