{"id":40348,"date":"2022-04-16T06:00:50","date_gmt":"2022-04-16T03:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=40348"},"modified":"2022-04-13T14:54:34","modified_gmt":"2022-04-13T11:54:34","slug":"lectio-divina-osternacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/lectio-divina-osternacht\/","title":{"rendered":"LECTIO DIVINA &#8211; Osternacht"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. lectio<\/strong><\/p>\n<p>Lk 24,1-12<br \/>\n\u201eAm ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Fr\u00fche zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggew\u00e4lzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Und es geschah, w\u00e4hrend sie dar\u00fcber ratlos waren, siehe, da traten zwei M\u00e4nner in leuchtenden Gew\u00e4ndern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die M\u00e4nner aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galil\u00e4a war: Der Menschensohn muss in die H\u00e4nde s\u00fcndiger Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab zur\u00fcck und berichteten das alles den Elf und allen \u00dcbrigen. Es waren Maria von Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die \u00fcbrigen Frauen mit ihnen. Sie erz\u00e4hlten es den Aposteln. Doch die Apostel hielten diese Reden f\u00fcr Geschw\u00e4tz und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung \u00fcber das, was geschehen war.\u201c<br \/>\n<em><br \/>\nHinweise zum Verst\u00e4ndnis:<\/em><br \/>\nDer Evangelist Lukas schenkt mehr Aufmerksamkeit als die anderen Evangelisten den Frauen, die Jesus gefolgt sind und Zeugen waren aller Ereignisse, die mit ihm in Verbindung standen, einschlie\u00dflich dem Tod, dem Begr\u00e4bnis und der Auffindung des leeren Grabs. Lukas allein schreibt, da\u00df die Frauen die wohlriechenden Salben f\u00fcr die Salbung des Leichnams Jesu vor dem Sabbat vorbereitet hatten und nach der Beendigung des Ruhetags damit zum Grab gingen. Ebenfalls nur bei Lukas findet sich die Frage der Engel: warum sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Dieser leise Vorwurf erinnert an das Gespr\u00e4ch Jesu mit den Sadduz\u00e4ern, in dem er sagt: Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden, denn f\u00fcr ihn sind alle lebendig (Lk 20,38).<\/p>\n<p><strong>2. meditatio<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Habe nicht auch ich den lebendigen Jesus bei den Toten gesucht, will sagen in alten Gewohnheiten, die wir nicht einmal zur H\u00e4lfte mehr verstehen, in kalten und leeren Geb\u00e4uden, in Antworten auf Fragen, die nicht mehr die unseren sind usw.?<\/li>\n<li>Der Glaube, da\u00df Jesus auferstanden ist, ist ein innerlicher Proze\u00df, der sehr pers\u00f6nlich ist. Zugleich k\u00f6nnen wir diesen Glauben nicht f\u00fcr uns behalten, sondern m\u00fcssen mit anderen \u00fcber unsere Erfahrungen reden. Wie geht es mir in dieser Hinsicht: bin ich nicht allzu sicher, ob ich an die Auferstehung glaube oder nicht glaube? Ist es mir peinlich, \u00fcber die Auferstehung zu reden, weil viele \u00fcber mich lachen k\u00f6nnten? Habe ich den Mut, meinen Glauben zu bekennen?<\/li>\n<li>Verwunderung kann der erste Schritt zum Glauben sein. Kann ich zugeben, da\u00df ich mich \u00fcber bestimmte Ereignisse wundere oder erkl\u00e4re ich lieber alles f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich, damit ich nicht als ungebildet erscheine?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3. oratio<\/strong><br \/>\nHerr, ich habe keine Worte vor dem gro\u00dfen Geheimnis der Auferstehung. \u00dcberall sehen wir Unrecht, Gewalt und Tod der Menschen, die nichts anderes getan haben, als zur falschen Zeit am falschen Ort geboren zu sein. Auch Dein geliebter Sohn wurde ungerecht verurteilt und zu Tode gequ\u00e4lt, doch Du hast ihn nicht im Tod gelassen. Wie er auferstanden ist, so haben wir die Hoffnung, da\u00df auch das Leben der vielen, die vor der Zeit gestorben sind und get\u00f6tet worden sind, sich bei Dir erf\u00fcllt hat, denn Du bist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Durch die Auferstehung Deines Sohnes gib uns die Gnade, f\u00fcr das Leben zu k\u00e4mpfen, f\u00fcr jedes Leben Sorge zu tragen, das Leben zu f\u00f6rdern mit allen unseren Kr\u00e4ften. Der Tod kann nicht das letzte Wort haben. Amen.<\/p>\n<p><strong>4. contemplatio<\/strong><br \/>\nVerweile bei dem Gedanken, wie Gott die Situation eines Menschen \u00fcberraschend und zur G\u00e4nze \u00e4ndern kann. Die Frauen kamen zum Grab Jesu, um seinem Leichnam die letzte Ehre zu erweisen, und sie gingen von dort weg als die ersten Verk\u00fcnderinnen des Evangeliums von der Auferstehung.<\/p>\n<p><strong>5. actio<\/strong><br \/>\nIn der Nacht der Auferstehung wirf einen Blick zum Himmel. Vielleicht siehst du einige Sterne. Sei sicher, da\u00df, so wie die Dunkelheit der Nacht vergeht, so wird auch alles, was unser Leben verdunkelt, weichen vor der lebenschaffenden Macht Gottes.<\/p>\n<p><strong>Lectio-divina-Impuls aus dem Salvatorianerkloster in Temeswar-Elisabethstadt<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. lectio Lk 24,1-12 \u201eAm ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Fr\u00fche zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggew\u00e4lzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. 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