{"id":40362,"date":"2022-04-17T06:00:53","date_gmt":"2022-04-17T03:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=40362"},"modified":"2022-04-17T13:57:55","modified_gmt":"2022-04-17T10:57:55","slug":"lectio-divina-ostersonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/lectio-divina-ostersonntag\/","title":{"rendered":"LECTIO DIVINA &#8211; Ostersonntag"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. lectio<\/strong><\/p>\n<p>Joh 20,1-18<br \/>\n\u201eAm ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala fr\u00fchmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen J\u00fcnger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Da gingen Petrus und der andere J\u00fcnger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil der andere J\u00fcnger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schwei\u00dftuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere J\u00fcnger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen m\u00fcsse. Dann kehrten die J\u00fcnger wieder nach Hause zur\u00fcck.<br \/>\nMaria aber stand drau\u00dfen vor dem Grab und weinte. W\u00e4hrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die F\u00fc\u00dfe des Leichnams Jesu gelegen hatten. Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich wei\u00df nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebr\u00e4isch zu ihm: Rabbuni!, das hei\u00dft: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Br\u00fcdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria von Magdala kam zu den J\u00fcngern und verk\u00fcndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.\u201c<\/p>\n<p><em>Hinweise zum Verst\u00e4ndnis:<\/em><br \/>\nMaria hat keine Angst vor den M\u00e4nnern, denen sie beim Grab Jesu begegnet, obwohl Furcht eine normale Reaktion gewesen w\u00e4re in einer solchen Situation. Es ist ihr gleich, was mit ihr geschieht. Ihre Aufmerksamkeit ist zur G\u00e4nze in Anspruch genommen von dem Schock, da\u00df der Leichnam Jesu verschwunden ist. Dreimal wird sie aufgefordert, wieder in Kontakt mit ihrer eigenen Person zu kommen, zweimal durch die Frage \u201ewarum weinst du\u201d und einmal durch die Nennung ihres Namens \u201eMaria\u201d. Als es ihr wieder bewu\u00dft wird, wer sie ist, kann sie auch Jesus als den Lebendigen erkennen. Zweimal ist die Rede davon, da\u00df sie sich umwendet. Die beschriebene Situation erfordert nicht so viele Wendungen, aber im \u00fcbertragenen Sinn hat sie es n\u00f6tig, sich umzuwenden, sich zu bekehren. Sie versteht und so wird sie die Apostolin der Apostel.<\/p>\n<p><strong>2. meditatio<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kann ich mir vorstellen, da\u00df ein Mensch durch einen au\u00dferordentlichen Schock gewisserma\u00dfen au\u00dferhalb der eigenen Person sich befindet und nur wie ein Automat reagiert? Denk auch an die Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine und daran, was sie gesehen und erlebt haben.<\/li>\n<li>Was w\u00e4re deine Reaktion gewesen, wenn du Jesus lebendig vor dir gesehen h\u00e4ttest, nachdem du \u00fcberzeugt warst, da\u00df er tot ist?<\/li>\n<li>Die Begegnung Marias mit dem auferstandenen Jesus \u00e4ndert ihr Leben von Grund auf. Von der unausgesprochenen, aber wirksamen Meinung, da\u00df das Leben keinen Sinn mehr hat, hat sie sich verwandelt in eine Missionarin, die nicht schweigen konnte \u00fcber die wunderbare Nachricht, da\u00df Jesus lebt. Bewegt ihr Enthusiasmus auch mein Herz?<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3. oratio<\/strong><br \/>\nO Herr Jesus, wer Dich liebt, m\u00f6chte Dir nahe sein. Intuitiv verstehen wir N\u00e4he als einen geringen physischen Abstand. Wir m\u00f6chten den Geliebten ber\u00fchren, seine Haut an unserer Haut sp\u00fcren. Du hast Maria nicht verboten, Dich zu ber\u00fchren, wie ja sp\u00e4ter auch der Apostel Thomas Dich ber\u00fchrt hat. Aber Maria und Thomas und auch wir m\u00fcssen begreifen, da\u00df die Art und Weise, wie Du uns immer nahe bist und bleibst, nicht solcherart ist, da\u00df wir sie mit den leiblichen Sinnen erfassen k\u00f6nnten. Und zugleich ist sie nicht weniger wahr oder weniger g\u00fcltig als eine leibliche Gegenwart. Hilf uns zu verstehen, da\u00df die Wirklichkeit Gottes genauso wirklich ist oder sogar noch wirklicher als das, was wir mit den leiblichen Augen sehen. Wir leben noch in diesem irdischen Leib, aber zugleich leben wir schon zusammen mit Dir in Deinem Reich. Du bist unser Wegweiser zum Leben. Amen.<\/p>\n<p><strong>4. contemplatio<\/strong><br \/>\nDenk dar\u00fcber nach, wenn der Tod besiegt ist durch die Auferstehung Jesu Christi, was bedeutet dies f\u00fcr das Leben, welches wir hier auf der Erde leben, in dem wir noch dem leiblichen Tod ausgesetzt sind.<\/p>\n<p><strong>5. actio<\/strong><br \/>\nMach einen Spaziergang in der Natur und beobachte, wie das Leben neu erwacht, die Obstb\u00e4ume bl\u00fchen, die Bl\u00e4tter zu wachsen beginnen. Wie wunderbar ist das Leben der Natur. Wieviel wunderbarer kann das volle Leben bei Gott sein.<\/p>\n<p><strong>Lectio-divina-Impuls aus dem Salvatorianerkloster in Temeswar-Elisabethstadt<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. lectio Joh 20,1-18 \u201eAm ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala fr\u00fchmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 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