{"id":44608,"date":"2022-07-11T14:17:26","date_gmt":"2022-07-11T11:17:26","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=44608"},"modified":"2022-07-11T14:17:26","modified_gmt":"2022-07-11T11:17:26","slug":"wegenstein-buch-in-der-slowakei-erschienen-die-orgelbaufirma-aus-temeswar-erbaute-zehn-instrumente-in-der-slowakei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wegenstein-buch-in-der-slowakei-erschienen-die-orgelbaufirma-aus-temeswar-erbaute-zehn-instrumente-in-der-slowakei\/","title":{"rendered":"Wegenstein-Buch in der Slowakei erschienen &#8211; Die Orgelbaufirma aus Temeswar erbaute zehn Instrumente in der Slowakei"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_44596\" style=\"width: 591px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-44596\" decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-44596\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-1024x722.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-1024x722.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"410\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27581%27%20height%3D%27410%27%20viewBox%3D%270%200%20581%20410%27%3E%3Crect%20width%3D%27581%27%20height%3D%27410%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-200x141.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-300x212.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-400x282.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-600x423.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-768x542.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-800x564.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-1024x722.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5-1200x847.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/front-5.jpg 1504w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-44596\" class=\"wp-caption-text\">Das slowakische Wegenstein-Buch von Andrej \u0160tafura<\/p><\/div>\n<p>Nachdem bereits 2017 im Rahmen der Ausstellung <em>Banater Orgeln und Orgelbauer. Bilder einer europ\u00e4ischen Orgellandschaft<\/em> zum ersten Mal auch die Wegenstein-Orgeln der Slowakei dargestellt wurden, r\u00fcckten diese nun wieder ins Rampenlicht einer wissenschaftlichen Untersuchung.<br \/>\nAndrej \u0160tafura ver\u00f6ffentlichte 2021 sein zweisprachiges Buch (slowakisch, englisch) <em>Die historischen Pfeifenorgeln Carl Leopold Wegensteins in der Slowakei <\/em>(<em>The Historical Pipe Organs of Carl Leopold Wegenstein in Slovakia<\/em>, ISBN 978 80 972541 2 4). Es erschien im Rahmen eines gr\u00f6\u00dferen Projektes \u00fcber historische Orgeln dieses Landes (<em>Wooden Pipe Configuration of Historic Positive Organs in Slovakia<\/em>).<br \/>\nDer Autor studierte an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Musik und Tanz der Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste in Pressburg\/Bratislava, danach am Institut f\u00fcr Musikwissenschaft der Slowakischen Akademie der Wissenschaften. Da es sich in diesem Buch um eine physikalische Analyse der Orgeln Wegensteins handelt, wirkten auch andere Wissenschaftler mit, wie Martin \u010culik, Stefan Nagy, Peter Barta, Andrej \u010cepec.<br \/>\nCarl Leopold Wegenstein (1858-1937) war einer der bedeutendsten Orgelbauer S\u00fcdosteuropas. Er ist in Nieder\u00f6sterreich geboren und verbrachte seine Lehrjahre bei bedeutenden Orgelbauern Europas: bei Walcker in Ludwigsburg, Jehmlich in Dresden, Weigle in Stuttgart, Gebr\u00fcder Dinse in Berlin, Hickmann in Erfurt, Goll in Luzern, Giesecke in G\u00f6ttingen, Laukhuff in Weikersheim. Um 1880 lie\u00df er sich in Temeswar nieder, wo er seine Orgelbauwerkst\u00e4tte gegr\u00fcndet hat.<br \/>\nIm ersten Kapitel seines Buches bringt der Autor einige Daten zum Leben und Wirken Carl Leopold Wegensteins und weist auch auf dessen Bedeutung im Kontext der europ\u00e4ischen Orgel des 19. Jahrhunderts hin. Es war der \u00dcbergang von der barocken und klassizistischen Orgel zu jener der Romantik, vom Werkprinzip zu einem dynamischen Aufbau der Orgel. Nat\u00fcrlich spielten dabei auch die Neuerungen und Bewegungen in der Kirchenmusik eine wichtige Rolle, so z.B. der C\u00e4cilianismus im Bereich der katholischen Kirche. Gleichzeitig feierte die Orgel in Frankreich und Deutschland ihren Einzug in Konzerts\u00e4le, was zu einer Erweiterung des Orgelrepertoires f\u00fchrte. Letztendlich weist der Autor auch hin auf die Bedeutung der Orgelbauwerkst\u00e4tte Wegensteins im historischen Ungarn, wodurch erst sein T\u00e4tigkeitsfeld ausgeweitet wurde. Heute befinden sich Wegenstein-Orgeln in mehreren L\u00e4ndern: in Rum\u00e4nien, Ungarn, in der Ukraine, in Bulgarien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und in der Slowakei. Die meisten aber finden wir heute noch im Banat und in Siebenb\u00fcrgen, sowohl in katholischen wie auch in evangelischen und reformierten Kirchen oder in Synagogen.<br \/>\nIm 2. Kapitel seines Buches bekommen die physikalischen Analysen der Wegenstein-Orgeln eine prim\u00e4re Rolle: chronometrische Daten, die Dendrochronologie, Radiokarbonanalysen und nicht zuletzt archivalische Forschungen. Im Zentrum dieser Forschungen standen die zum Orgel- und Pfeifenbau verwendeten Holzarten und Metalllegierungen. Auch die verschiedenen Spiel- und Registertrakturen der Wegenstein-Orgeln werden genauestens beschrieben und analysiert.<\/p>\n<div id=\"attachment_44602\" style=\"width: 546px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-44602\" decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-44602\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-1024x595.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-1024x595.jpg\" alt=\"\" width=\"536\" height=\"311\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27536%27%20height%3D%27311%27%20viewBox%3D%270%200%20536%20311%27%3E%3Crect%20width%3D%27536%27%20height%3D%27311%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-200x116.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-300x174.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-400x232.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-600x348.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-768x446.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-800x465.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-1024x595.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg-1200x697.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2-Revuca-jpg.jpg 1524w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 536px) 100vw, 536px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-44602\" class=\"wp-caption-text\">Firmenschild am Spieltisch der Orgel in Rev\u00faca<\/p><\/div>\n<p>Es handelt sich dabei um 10 Orgeln, die Carl Leopold Wegenstein zwischen 1896 und 1914 auf dem Gebiet der heutigen Slowakei erbaut hat. Der Erste Weltkrieg brachte das Ende dieser Etappe. Diese 10 Wegenstein-Orgel befinden sich heute in folgenden katholischen und evangelischen Kirchen der Slowakei: Mur\u00e1\u0148, Rev\u00faca, Lubietov\u00e1, Moty\u010dky, Mikusov\u010de, Bu\u0161ince, Slovensk\u00e1 Lup\u010da, Velk\u00e1 \u010calomija, \u017diar nad Hronom, Tajov. Im 3. Kapitel werden all diese Instrumente genauestens beschrieben (Traktur, Werkaufbau, Disposition usw.).<br \/>\nDas 4. Kapitel widmet sich der physikalischen und chemischen Analyse der beim Orgelbau verwendeten Materialien. Zahlreiche Tabellen und Diagramme bringen Licht in dieses bisher unerforschte Gebiet des europ\u00e4ischen und Banater Orgelbaus. Die Raumakkustik wird im 5. Kapitel dieses Buches behandelt, wieder verbunden mit zahlreichen Messungen und Analysen. Das letzte, 6. Kapitel des Buches ist eine Fallstudie \u00fcber die Wegenstein-Orgel der katholischen Heiligkreuzkirche in der Stadt \u017diar nad Hronom (ung. Garamszentkereszt, deutsch Heiligenkreuz an der Gran).<br \/>\nAlle die in diesem Buch besprochenen Orgeln befinden sich heute in einem relativ guten und spielbaren Zustand, einige wurden vor wenigen Jahren erst renoviert. Fazit dieser Neuver\u00f6ffentlichung: diese Publikation k\u00f6nnte f\u00fcr die Wegenstein-Forschung ein weiterer Ansporn sein, sich mehr mit diesen Instrumenten und deren Bauweise auseinanderzusetzen. Obzwar Wegenstein seine meisten Orgeln mit einer pneumatischen Traktur erbaut hat, werden seine Instrumente auch noch mehr als 100 Jahre nach der Erbauung gespielt und viele davon sind bisher keiner gr\u00f6\u00dferen Reparatur unterzogen worden. Besonders jene Instrumente, deren Bau Carl Leopold Wegenstein noch pers\u00f6nlich betreut hat, weisen einen hohen Standard an Bauqualit\u00e4t auf, im Vergleich zu jenen, die von seinen S\u00f6hnen ab den drei\u00dfiger Jahren errichtet wurden. Zu den ersteren z\u00e4hlen auch jene zehn Orgeln der Slowakei, denen Andrej \u0160tafura durch dieses Buch ein bleibendes Denkmal gesetzt hat.<\/p>\n<p>Dr. Franz Metz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem bereits 2017 im Rahmen der Ausstellung Banater Orgeln und Orgelbauer. Bilder einer europ\u00e4ischen Orgellandschaft zum ersten Mal auch die Wegenstein-Orgeln der Slowakei dargestellt wurden, r\u00fcckten diese nun wieder ins Rampenlicht einer wissenschaftlichen Untersuchung. 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