{"id":48799,"date":"2022-10-24T16:53:53","date_gmt":"2022-10-24T13:53:53","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=48799"},"modified":"2022-10-24T16:53:53","modified_gmt":"2022-10-24T13:53:53","slug":"botschaft-von-papst-franziskus-zum-weltmissionssonntag-2022-ihr-werdet-meine-zeugen-sein-apg-18-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-von-papst-franziskus-zum-weltmissionssonntag-2022-ihr-werdet-meine-zeugen-sein-apg-18-2\/","title":{"rendered":"Botschaft von Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag 2022: \u00bbIhr werdet meine Zeugen sein\u00ab (Apg 1,8)."},"content":{"rendered":"<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p>diese Worte geh\u00f6ren zu dem letzten Gespr\u00e4ch des auferstandenen Jesus mit seinen J\u00fcngern, bevor er in den Himmel auffuhr, wie es in der Apostelgeschichte beschrieben wird: \u00bbAber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Jud\u00e4a und Samarien und bis an die Grenzen der Erde\u00ab (1,8). Dies ist auch das Thema des Weltmissionssonntags 2022, der uns jedes Jahr wieder zu Bewusstsein bringt, dass die Kirche von Natur aus missionarisch ist. Dieses Jahr gibt er uns die Gelegenheit, einiger wichtiger Jahrestage f\u00fcr das Leben und die Sendung der Kirche zu gedenken: der Gr\u00fcndung der Kongregation<i>\u00a0de Propaganda Fide<\/i>\u00a0&#8211; heute \u201ef\u00fcr die Evangelisierung der V\u00f6lker\u201c \u2013 vor 400 Jahren und des Werks der Glaubensverbreitung vor 200 Jahren, das zusammen mit dem Kindermissionswerk und dem Missionswerk des Heiligen Apostels Petrus vor 100 Jahren die Anerkennung als \u201ep\u00e4pstlich\u201c erhielt.<\/p>\n<p>Befassen wir uns nun mit diesen drei Schl\u00fcsselbegriffen, die die drei Grundlagen des Lebens und der Sendung der J\u00fcnger zusammenfassen: \u00bbIhr werdet meine Zeugen sein\u00ab, \u00bbbis an die Grenzen der Erde\u00ab und \u00bbihr werdet Kraft empfangen\u00ab vom Heiligen Geist.<\/p>\n<p><i>1. \u00bbIhr werdet meine Zeugen sein\u00ab &#8211; der Ruf an alle Christen, Zeugnis f\u00fcr Christus abzulegen.<\/i><\/p>\n<p>Dies ist der zentrale Punkt, das Herzst\u00fcck der Lehre Jesu an die J\u00fcnger im Hinblick auf ihre Sendung in der Welt. Alle J\u00fcnger werden dank des Heiligen Geistes, den sie empfangen werden, Zeugen Jesu sein: Sie werden durch die Gnade zu solchen gemacht. Wo immer sie hingehen werden, wo immer sie sein m\u00f6gen. Wie Christus der erste Gesandte, d.h. der Missionar des Vaters ist (vgl.\u00a0<i>Joh<\/i>\u00a020,21) und als solcher sein \u201etreuer Zeuge\u201c ist (vgl.\u00a0<i>Offb<\/i>\u00a01,5), so ist jeder Christ berufen, Missionar und Zeuge Christi zu sein. Und die Kirche, die Gemeinschaft der J\u00fcnger Christi, hat keine andere Sendung, als die Welt zu evangelisieren, indem sie von Christus Zeugnis gibt. Die Identit\u00e4t der Kirche ist es, zu evangelisieren.<\/p>\n<p>Eine vertiefte Lekt\u00fcre des gesamten Textes verdeutlicht einige Aspekte, die f\u00fcr die Sendung, die Christus seinen J\u00fcngern anvertraut hat, immer aktuell sind: \u00bbIhr sollt meine Zeugen sein\u00ab. Die Pluralform unterstreicht den\u00a0<i>gemeinschaftlich-kirchlichen<\/i>\u00a0Charakter der missionarischen Berufung der J\u00fcnger. Jeder Getaufte ist in der Kirche und im Auftrag der Kirche zur Mission berufen: Die Mission wird also gemeinsam, nicht individuell, in Gemeinden und kirchlichen Gemeinschaften und nicht aus eigener Initiative heraus durchgef\u00fchrt. Und selbst wenn es jemanden gibt, der in einer ganz besonderen Situation den Evangelisierungsauftrag allein ausf\u00fchrt, so tut und muss er das immer in Gemeinschaft mit der Kirche, die ihn gesandt hat, tun. Der hl. Paul VI. lehrte im Apostolischen Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_p-vi_exh_19751208_evangelii-nuntiandi.html\">Evangelii nuntiandi<\/a><\/i>, einem Dokument, das mir sehr am Herzen liegt: \u00bbEvangelisieren ist niemals das individuelle und isolierte Tun eines einzelnen, es ist vielmehr ein zutiefst kirchliches Tun. Auch der einfachste Prediger, Katechist oder Seelsorger, der im entferntesten Winkel der Erde das Evangelium verk\u00fcndet, seine kleine Gemeinde um sich sammelt oder ein Sakrament spendet, vollzieht, selbst wenn er ganz allein ist, einen Akt der Kirche. Sein Tun ist durch institutionelle Beziehungen, aber auch durch unsichtbare Bande und die verborgenen Wurzeln der Gnadenordnung eng verbunden mit der Glaubensverk\u00fcndigung der ganzen Kirche\u00ab (Nr. 60). Es ist in der Tat kein Zufall, dass der Herr seine J\u00fcnger zu zweit in die Mission geschickt hat; das Zeugnis der Christen f\u00fcr Christus hat vor allem einen gemeinschaftlichen Charakter. Daher ist die Existenz einer Gemeinschaft, selbst einer kleinen, f\u00fcr die Erf\u00fcllung des Auftrags von wesentlicher Bedeutung.<\/p>\n<p>Zweitens sind die J\u00fcnger aufgefordert, ihr\u00a0<i>pers\u00f6nliches Leben im Zeichen der Mission<\/i>\u00a0zu f\u00fchren: Sie sind von Jesus in die Welt gesandt, nicht nur um die Mission zu\u00a0<i>erf\u00fcllen<\/i>, sondern auch und vor allem, um die ihnen anvertraute Mission zu\u00a0<i>leben<\/i>; nicht nur um Zeugnis zu\u00a0<i>geben<\/i>, sondern auch und vor allem, um Zeugen Christi zu\u00a0<i>sein<\/i>. Wie der Apostel Paulus in wahrhaft bewegenden Worten sagt: \u00bbImmer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird\u00ab (<i>2 Kor<\/i>\u00a04,10). Das Wesen der Mission besteht darin, Zeugnis von Christus zu geben, d. h. von seinem Leben, seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung aus Liebe zum Vater und zur Menschheit. Es ist kein Zufall, dass die Apostel den Ersatz f\u00fcr Judas unter denen suchten, die wie sie Zeugen seiner Auferstehung gewesen waren (vgl.\u00a0<i>Apg<\/i>\u00a01,21). Es ist Christus, und zwar der auferstandene Christus, den wir bezeugen und dessen Leben wir weitergeben m\u00fcssen. Die Missionare Christi werden nicht ausgesandt, um sich selbst mitzuteilen, um ihre Qualit\u00e4ten und \u00dcberzeugungskraft oder ihre F\u00e4higkeiten als Manager zur Schau zu stellen. Sie haben vielmehr die h\u00f6chste Ehre, Christus in Wort und Tat vorzustellen und allen die Frohbotschaft seines Heils mit Freude und Offenheit zu verk\u00fcnden, so wie die ersten Apostel.<\/p>\n<p>Daher ist der wahre Zeuge letztlich der \u201eM\u00e4rtyrer\u201c, derjenige, der sein Leben f\u00fcr Christus hingibt und damit das Geschenk erwidert, das Er uns von sich selbst gemacht hat. \u00bbDer erste Beweggrund, das Evangelium zu verk\u00fcnden, ist die Liebe Jesu, die wir empfangen haben; die Erfahrung, dass wir von ihm gerettet sind, der uns dazu bewegt, ihn immer mehr zu lieben\u00ab. (<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html#Die_pers%C3%B6nliche_Begegnung_mit_der_rettenden_Liebe_Jesu\"><i>Evangelii gaudium<\/i>, 264<\/a>).<\/p>\n<p>Was schlie\u00dflich das christliche Zeugnis betrifft, so bleibt die Feststellung des heiligen Pauls VI. immer g\u00fcltig: \u00bbDer heutige Mensch [\u2026] h\u00f6rt lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte h\u00f6rt, dann deshalb, weil sie Zeugen sind\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_p-vi_exh_19751208_evangelii-nuntiandi.html\">Evangelii nuntiandi<\/a><\/i>, 41). Daher ist das Zeugnis eines dem Evangelium gem\u00e4\u00dfen Lebens der Christen f\u00fcr die Weitergabe des Glaubens von grundlegender Bedeutung. Andererseits bleibt die Aufgabe, Christi Person und Botschaft zu verk\u00fcnden, genauso notwendig. Tats\u00e4chlich f\u00e4hrt Paul VI. selbst fort: \u00bbJa, die Verk\u00fcndigung, diese m\u00fcndliche Proklamation einer Botschaft, ist nach wie vor unverzichtbar. [\u2026]. Das Wort bleibt immer aktuell, zumal wenn es die Macht Gottes in sich tr\u00e4gt. Darum bleibt auch heute der Grundsatz des hl. Paulus g\u00fcltig: \u201eDer Glaube gr\u00fcndet in der Botschaft\u201c (<i>R\u00f6m<\/i>\u00a010,17). Es ist also\u00a0<i>das vernommene Wort, das zum Glauben f\u00fchrt<\/i>\u00ab (<i>ebd<\/i>., 42).<\/p>\n<p>Bei der Evangelisierung geh\u00f6ren also das Beispiel des christlichen Lebens und die Verk\u00fcndigung Christi zusammen. Das eine dient dem anderen. Sie sind die beiden Lungenfl\u00fcgel, mit denen jede Gemeinschaft atmen muss, um missionarisch zu sein. Dieses vollst\u00e4ndige, konsequente und freudige Zeugnis f\u00fcr Christus wird sicherlich auch im dritten Jahrtausend die Anziehungskraft f\u00fcr das Wachstum der Kirche sein. Ich fordere daher alle auf, den Mut, die Offenheit und die\u00a0<i>parrhesia<\/i>\u00a0der ersten Christen wiederzugewinnen, um in Wort und Tat und in allen Lebensbereichen Zeugnis f\u00fcr Christus abzulegen.<\/p>\n<p><i>2. \u00bbBis an die Grenzen der Erde\u00ab &#8211; Die immerw\u00e4hrende Aktualit\u00e4t einer Sendung zur weltweiten Evangelisierung<\/i><\/p>\n<p>Der auferstandene Herr fordert die J\u00fcnger auf, seine Zeugen zu sein, und verk\u00fcndet, wohin sie gesandt werden: \u00bbin Jerusalem und in ganz Jud\u00e4a und Samarien und bis an die Grenzen der Erde\u00ab (<i>Apg<\/i>\u00a01,8). Der universelle Charakter der Mission der J\u00fcnger tritt hier deutlich hervor. Sie unterstreicht die \u201ezentrifugale\u201c geografische Bewegung, fast in konzentrischen Kreisen, von Jerusalem, das von der j\u00fcdischen Tradition als Zentrum der Welt angesehen wird, nach Jud\u00e4a und Samarien und bis zu den \u201e\u00e4u\u00dfersten Grenzen der Erde\u201c. Sie werden nicht gesandt, um Proselytismus zu betreiben, sondern um zu verk\u00fcnden; Christen machen keinen Proselytismus. Die Apostelgeschichte erz\u00e4hlt uns von dieser Missionsbewegung: Sie zeichnet uns ein sch\u00f6nes Bild von der Kirche, die \u201eim Aufbruch ist\u201c, um ihre Berufung zu erf\u00fcllen, von Christus, dem Herrn, Zeugnis abzulegen, geleitet von der g\u00f6ttlichen Vorsehung durch die konkreten Umst\u00e4nde des Lebens. Die ersten Christen wurden n\u00e4mlich in Jerusalem verfolgt und zerstreuten sich deshalb nach Jud\u00e4a und Samarien und legten \u00fcberall Zeugnis f\u00fcr Christus ab (vgl.\u00a0<i>Apg<\/i>\u00a08,1.4).<\/p>\n<p>Etwas \u00c4hnliches geschieht auch noch in unserer Zeit. Aufgrund von religi\u00f6ser Verfolgung, Krieg und Gewalt sind viele Christen gezwungen, aus ihrer Heimat in andere L\u00e4nder zu fliehen. Wir sind diesen Br\u00fcdern und Schwestern dankbar, die sich dem Leiden nicht verschlie\u00dfen, sondern in den L\u00e4ndern, die sie aufnehmen, Zeugnis von Christus und der Liebe Gottes ablegen. Paul VI. forderte sie dazu auf, in Anbetracht der \u00bbVerantwortung, die die Auswanderer in ihren Gastl\u00e4ndern tragen\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_p-vi_exh_19751208_evangelii-nuntiandi.html\">Evangelii nuntiandi<\/a><\/i>, 21). In der Tat erleben wir immer h\u00e4ufiger, wie die Anwesenheit von Gl\u00e4ubigen verschiedener Nationalit\u00e4ten das Gesicht der Pfarrgemeinden bereichert und sie universeller und katholischer macht. Daher ist die Migrantenpastoral eine nicht zu vernachl\u00e4ssigende missionarische T\u00e4tigkeit, die auch den einheimischen Gl\u00e4ubigen helfen kann, die Freude am christlichen Glauben, den sie empfangen haben, wiederzuentdecken.<\/p>\n<p>Die Angabe \u201ebis an die Grenzen der Erde\u201c sollte die J\u00fcnger Jesu zu allen Zeiten befragen und sie immer wieder dr\u00e4ngen, \u00fcber die \u00fcblichen Orte hinauszugehen, um von ihm Zeugnis abzulegen. Trotz aller M\u00f6glichkeiten, die der Fortschritt der Moderne mit sich bringt, gibt es immer noch geografische Gebiete, in denen die missionarischen Zeugen Christi mit der Guten Nachricht seiner Liebe noch nicht angekommen sind. Andererseits wird es keine menschliche Realit\u00e4t geben, die den J\u00fcngern Christi bei ihrer Mission fremd w\u00e4re. Die Kirche Christi war, ist und wird immer \u201eim Aufbruch\u201c sein zu neuen geographischen, sozialen und existentiellen Horizonten, um auf \u201eGrenzbereiche\u201c und menschliche Situationen zugehen, um von Christus und seiner Liebe zu allen M\u00e4nnern und Frauen aller V\u00f6lker, Kulturen und sozialen Schichten Zeugnis abzulegen. In diesem Sinne wird die Mission immer auch\u00a0<i>missio ad gentes<\/i>\u00a0sein, wie uns das Zweite Vatikanische Konzil gelehrt hat, denn die Kirche wird immer \u00fcber ihre eigenen Grenzen hinausgehen m\u00fcssen, um die Liebe Christi f\u00fcr alle zu bezeugen. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich an die vielen Missionare erinnern und ihnen danken, dass sie ihr Leben damit verbracht haben, \u201eaus sich herauszugehen\u201c und die N\u00e4chstenliebe Christi gegen\u00fcber den vielen Br\u00fcdern und Schwestern zu verk\u00f6rpern, denen sie begegnet sind.<\/p>\n<p><i>3. \u00bbIhr werdet Kraft empfangen\u00ab vom Heiligen Geist &#8211; Lasst euch immer vom Geist st\u00e4rken und leiten<\/i><\/p>\n<p>Als der auferstandene Christus den J\u00fcngern ihre Sendung verk\u00fcndete, seine Zeugen zu sein, versprach er ihnen auch die Gnade f\u00fcr eine so gro\u00dfe Verantwortung: \u00bbIhr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein\u00ab (<i>Apg<\/i>\u00a01,8). Laut der Apostelgeschichte war es tats\u00e4chlich die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die J\u00fcnger Jesu, welche die erste Zeugnishandlung f\u00fcr den toten und auferstandenen Christus mit einer kerygmatischen Verk\u00fcndigung, der so genannten Missionsrede des Petrus an die Bewohner Jerusalems, ausl\u00f6ste. So beginnt die \u00c4ra der Evangelisierung der Welt durch die J\u00fcnger Jesu, die vorher schwach, \u00e4ngstlich und verschlossen gewesen waren. Der Heilige Geist st\u00e4rkte sie, gab ihnen Mut und Weisheit, um vor allen Menschen Zeugnis f\u00fcr Christus abzulegen.<\/p>\n<p>So wie \u00bbkeiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet\u00ab (1\u00a0<i>Kor<\/i>\u00a012,3), so kann auch kein Christ ein volles und echtes Zeugnis f\u00fcr Christus, den Herrn, ablegen ohne die Inspiration und Hilfe des Geistes. Deshalb ist jeder missionarische J\u00fcnger Christi aufgerufen, die grundlegende Bedeutung des Wirkens des Geistes zu erkennen, mit ihm im t\u00e4glichen Leben zu leben und st\u00e4ndig Kraft und Inspiration von ihm zu empfangen. Gerade wenn wir uns m\u00fcde, unmotiviert und verloren f\u00fchlen, sollten wir daran denken, uns im Gebet an den Heiligen Geist zu wenden, der &#8211; das m\u00f6chte ich noch einmal betonen &#8211; eine grundlegende Rolle im missionarischen Leben spielt, um uns von ihm erfrischen und st\u00e4rken zu lassen, der g\u00f6ttlichen, unersch\u00f6pflichen Quelle neuer Energie und der Freude, das Leben Christi mit anderen zu teilen. \u00bbDie Freude des Heiligen Geistes zu empfangen ist eine Gnade. Es ist\u00a0<i>die einzige Kraft<\/i>, die wir haben k\u00f6nnen, um das Evangelium zu verk\u00fcndigen, um den Glauben an den Herrn zu bekennen\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/pont-messages\/2020\/documents\/papa-francesco_20200521_messaggio-pom.html\">Botschaft an die P\u00e4pstlichen Missionswerke<\/a><\/i>, 21. Mai 2020). Der Geist ist also der eigentliche Protagonist der Mission: Er ist es, der das richtige Wort zur richtigen Zeit auf die richtige Weise verleiht.<\/p>\n<p>Im Lichte des Wirkens des Heiligen Geistes wollen wir auch die Missionsjubil\u00e4en des Jahres 2022 lesen. Die Gr\u00fcndung der Heiligen Kongregation\u00a0<i>de propaganda fide<\/i>\u00a0im Jahr 1622 war durch den Wunsch motiviert, den Missionsauftrag in den neuen Territorien zu f\u00f6rdern. Das war eine Intuition der Vorsehung! Die Kongregation hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Evangelisierungsauftrag der Kirche wirklich ein solcher war, d.h. unabh\u00e4ngig von der Einmischung weltlicher M\u00e4chte, um jene Ortskirchen zu gr\u00fcnden, die heute so lebendig sind. Wir hoffen, dass die Kongregation, wie in den vergangenen vier Jahrhunderten, mit dem Licht und der Kraft des Geistes ihre Arbeit zur Koordinierung, Organisation und Belebung der missionarischen Aktivit\u00e4ten der Kirche fortsetzen und intensivieren wird.<\/p>\n<p>Derselbe Geist, der die Weltkirche leitet, inspiriert auch einfache M\u00e4nner und Frauen f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche Missionen. So gr\u00fcndete eine junge Franz\u00f6sin, Pauline Jaricot, vor genau 200 Jahren das Werk f\u00fcr die Glaubensverbreitung; ihre Seligsprechung wird in diesem Jubil\u00e4umsjahr gefeiert. Obwohl sie sich in einer \u00e4rmlichen Lage befand, nahm sie die Eingebung Gottes an, ein Netz von Gebeten und Kollekten f\u00fcr die Missionare aufzubauen, damit die Gl\u00e4ubigen aktiv an der Mission \u201ebis an die Grenzen der Erde\u201c teilnehmen k\u00f6nnen. Aus dieser genialen Idee heraus entstand der Weltmissionssonntag, den wir jedes Jahr begehen und dessen Kollekte in allen Gemeinden f\u00fcr den weltweiten Fonds bestimmt ist, mit dem der Papst die missionarische T\u00e4tigkeit unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang erinnere ich auch an den franz\u00f6sischen Bischof Charles de Forbin-Janson, der das Kindermissionswerk ins Leben rief, um die Mission unter Kindern zu f\u00f6rdern, unter dem Motto \u201eKinder evangelisieren Kinder, Kinder beten f\u00fcr Kinder, Kinder helfen Kindern in der ganzen Welt\u201c; sowie an Frau Jeanne Bigard, die das Missionswerk des Heiligen Apostels Petrus ins Leben rief, um Seminaristen und Priester in Missionsl\u00e4ndern zu unterst\u00fctzen. Diese drei Missionswerke wurden vor genau einhundert Jahren als \u201ep\u00e4pstlich\u201c anerkannt. Und unter der Inspiration und F\u00fchrung des Heiligen Geistes gr\u00fcndete der selige Paolo Manna, der vor 150 Jahren geboren wurde, die heutige P\u00e4pstliche Missionsunion, um Priester, Ordensm\u00e4nner und -frauen und das gesamte Volk Gottes f\u00fcr die Mission zu sensibilisieren und zu animieren. Paul VI. selbst war Mitglied dieses Werkes, dessen\u00a0p\u00e4pstliche Anerkennung\u00a0er\u00a0best\u00e4tigte. Ich erw\u00e4hne diese vier P\u00e4pstlichen Missionswerke wegen ihrer gro\u00dfen historischen Verdienste und auch, um euch einzuladen, sich mit ihnen in diesem besonderen Jahr \u00fcber ihre Aktivit\u00e4ten zur Unterst\u00fctzung des Evangelisierungsauftrags der Weltkirche und der Ortskirchen zu freuen. Ich hoffe, dass die Ortskirchen in diesen Werken ein solides Instrument finden, um den missionarischen Geist im Volk Gottes zu n\u00e4hren.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, ich tr\u00e4ume weiterhin von der ganzen Kirche als eine missionarische und von einer neuen Zeit des missionarischen Handelns der christlichen Gemeinschaften. Und ich wiederhole Moses&#8216; Wunsch f\u00fcr das Volk Gottes auf dem Weg: \u00bbWenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten w\u00fcrde!\u00ab (<i>Num<\/i>\u00a011,29). Ja, m\u00f6gen wir alle in der Kirche das sein, was wir schon durch die Taufe sind: Propheten, Zeugen, Missionare des Herrn! In der Kraft des Heiligen Geistes und bis an die \u00e4u\u00dfersten Grenzen der Erde. Maria, K\u00f6nigin der Missionen, bitte f\u00fcr uns!<\/p>\n<p><i>Rom, St. Johannes im Lateran, 6. Januar 2022, Erscheinung des Herrn.<\/i><\/p>\n<p>FRANZISKUS<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/missions\/documents\/20220106-giornata-missionaria.html\">www.vatican.va<\/a><\/p>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/hu\/papa\/news\/2022-10\/papa-uzenet-misszio-vilagnap-evangelium-hirdetes-vilag-vegeig.html\">www.vaticannews.va\/hu<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, diese Worte geh\u00f6ren zu dem letzten Gespr\u00e4ch des auferstandenen Jesus mit seinen J\u00fcngern, bevor er in den Himmel auffuhr, wie es in der Apostelgeschichte beschrieben wird: \u00bbAber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Jud\u00e4a und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":48790,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48799"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48799"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48799\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48800,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48799\/revisions\/48800"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}