{"id":56221,"date":"2023-07-18T09:00:10","date_gmt":"2023-07-18T06:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=56221"},"modified":"2023-07-18T09:00:10","modified_gmt":"2023-07-18T06:00:10","slug":"botschaft-von-papst-franziskus-zum-3-welttag-der-grosseltern-und-senioren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-von-papst-franziskus-zum-3-welttag-der-grosseltern-und-senioren\/","title":{"rendered":"Botschaft von Papst Franziskus zum 3. Welttag der Gro\u00dfeltern und Senioren"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>\u00bbEr erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a01,50). Dies ist das Thema des 3. Welttags der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen. Dieses Thema f\u00fchrt uns zur\u00fcck zu einer segensreichen Begegnung: der zwischen der jungen Maria und ihrer \u00e4lteren Verwandten Elisabet (vgl.\u00a0<i>Lk<\/i>\u00a01,39-56). Letztere richtet, erf\u00fcllt vom Heiligen Geist, Worte an die Mutter Gottes, die auch zweitausend Jahre sp\u00e4ter unser t\u00e4gliches Gebet pr\u00e4gen: \u00bbGesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes\u00ab (V. 42). Und der Heilige Geist, der auf Maria bereits herabgekommen ist, l\u00e4sst sie mit dem\u00a0<i>Magnificat<\/i>\u00a0antworten, in dem sie ausruft, dass die Barmherzigkeit des Herrn von Geschlecht zu Geschlecht reicht. Der Heilige Geist segnet und begleitet jede fruchtbare Begegnung zwischen verschiedenen Generationen, zwischen Gro\u00dfeltern und Enkelkindern, zwischen jungen und \u00e4lteren Menschen. Ja, Gott w\u00fcnscht sich, dass die Jungen, so wie es bei Maria und Elisabet der Fall war, die Herzen der \u00c4lteren erfreuen und Weisheit aus deren Lebenserfahrung sch\u00f6pfen. Vor allem aber w\u00fcnscht der Herr, dass wir die \u00c4lteren nicht allein lassen, dass wir sie nicht an den Rand des Lebens dr\u00e4ngen, wie es heute leider allzu oft geschieht.<\/p>\n<p>Es ist sch\u00f6n, dass der Welttag der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen und der Weltjugendtag in diesem Jahr so nah beieinanderliegen; beide haben Marias \u201eEile\u201c (vgl. V. 39) bei ihrem Besuch bei Elisabet zum Thema und veranlassen uns so, \u00fcber die Beziehung zwischen den jungen und den \u00e4lteren Menschen nachzudenken. Der Herr hofft, dass die Jungen durch die Begegnung mit ihnen den Auftrag annehmen, die Erinnerung zu bewahren, und dank ihnen das Geschenk ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zu einer gr\u00f6\u00dferen Geschichte erkennen. Die Freundschaft eines \u00e4lteren Menschen hilft einem jungen, das Leben nicht auf die Gegenwart zu reduzieren und sich daran zu erinnern, dass nicht alles von seinen F\u00e4higkeiten abh\u00e4ngt. F\u00fcr die \u00e4lteren Menschen wiederum er\u00f6ffnet die Gegenwart eines jungen Menschen die Hoffnung, dass das, was sie erlebt haben, nicht verloren geht und dass sich ihre Tr\u00e4ume erf\u00fcllen werden. Kurz gesagt, Marias Besuch bei Elisabet und das Bewusstsein, dass die Barmherzigkeit des Herrn von einer Generation auf die n\u00e4chste \u00fcbergeht, zeigen, dass wir nicht allein vorankommen \u2013 geschweige denn uns selbst retten \u2013 k\u00f6nnen und dass sich Gottes Eingreifen immer im Ganzen, in der Geschichte eines Volkes, manifestiert. Maria selbst sagt dies im\u00a0<i>Magnifikat<\/i>\u00a0und sie jubelt \u00fcber Gott, der neue und \u00fcberraschende Wunder vollbracht hat, getreu der Verhei\u00dfung, die er Abraham gegeben hat (vgl. V. 51-55).<\/p>\n<p>Um die Art des Handelns Gottes besser zu verstehen, wollen wir daran denken, dass die Zeit in ihrer G\u00e4nze zu nehmen ist, denn die bedeutendsten Ereignisse und die sch\u00f6nsten Tr\u00e4ume realisieren sich nicht in einem Augenblick, sondern durch ein Wachsen und Reifen: auf einem Weg, in einem Dialog, in einer Beziehung. Deshalb verlieren diejenigen, die sich nur auf das Unmittelbare konzentrieren, auf ihre eigenen Vorteile, die schnell und gierig erreicht werden m\u00fcssen, auf das \u201eAlles und Sofort\u201c, Gottes Handeln aus den Augen. Sein Liebes-Projekt hingegen umspannt die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, es umfasst die Generationen und stellt eine Verbindung zwischen ihnen her. Es ist ein Projekt, das \u00fcber uns selbst hinausgeht, bei dem aber jeder von uns wichtig ist und vor allem dazu gerufen,\u00a0<i>dar\u00fcber hinauszugehen<\/i>. F\u00fcr die J\u00fcngeren geht es darum, \u00fcber das Unmittelbare hinauszugehen, auf das uns die virtuelle Realit\u00e4t beschr\u00e4nkt, die oft vom konkreten Handeln ablenkt; f\u00fcr die \u00c4lteren geht es darum, sich nicht mit den schwindenden Kr\u00e4ften aufzuhalten und verpassten Chancen nicht nachzutrauern. Schauen wir nach vorne! Lassen wir uns von der Gnade Gottes formen, die uns von Generation zu Generation aus der Bewegungsunf\u00e4higkeit und dem Nachtrauern \u00fcber die Vergangenheit befreit!<\/p>\n<p>In der Begegnung zwischen Maria und Elisabet, zwischen Jung und Alt, schenkt uns Gott seine Zukunft. Marias Reise und Elisabets Empfang \u00f6ffnen tats\u00e4chlich die T\u00fcr f\u00fcr das Offenbarwerden des Heils: Durch ihre Umarmung bricht seine Barmherzigkeit mit freudiger Sanftmut in die menschliche Geschichte ein. Ich m\u00f6chte deshalb alle einladen, an diese Begegnung zu denken, ja mehr noch, die Augen zu schlie\u00dfen und sich wie in einer Momentaufnahme diese Umarmung zwischen der jungen Mutter Gottes und der alten Mutter von Johannes dem T\u00e4ufer vorzustellen; sie sich im Geiste vorzustellen und im Herzen zu veranschaulichen, um sie in der Seele als leuchtende innere Ikone zu bewahren.<\/p>\n<p>Und ich lade dazu ein, diese Vorstellung konkret werden zu lassen und etwas zu tun, um die Gro\u00dfeltern und die \u00e4lteren Menschen einzubeziehen. Lassen wir sie nicht allein, denn ihre Anwesenheit in den Familien und Gemeinschaften ist wertvoll, sie macht uns bewusst, dass wir dasselbe Erbe teilen und Teil eines Volkes sind, das seine Wurzeln bewahrt. Ja, es sind die \u00e4lteren Menschen, die uns unsere Zugeh\u00f6rigkeit zu Gottes heiligem Volk vermitteln. Sowohl die Kirche als auch die Gesellschaft bed\u00fcrfen ihrer. Sie \u00fcberliefern der Gegenwart eine Vergangenheit, die notwendig ist, um die Zukunft zu gestalten. Ehren wir sie, bringen wir uns nicht um ihre Gesellschaft, bringen wir sie nicht um die unsere, lassen wir nicht zu, dass sie abserviert werden!<\/p>\n<p>Der Welttag der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen soll ein kleines, zartes Zeichen der Hoffnung f\u00fcr sie und f\u00fcr die ganze Kirche sein. Deshalb erneuere ich meine Einladung an alle \u2013 Di\u00f6zesen, Pfarreien, Verb\u00e4nde, Gemeinschaften \u2013, ihn zu begehen und dabei die \u00fcberschw\u00e4ngliche Freude \u00fcber eine erneute Begegnung zwischen Jung und Alt in den Mittelpunkt zu stellen. Euch jungen Menschen, die ihr euch auf die Abreise nach Lissabon vorbereitet oder den Weltjugendtag an euren eigenen Orten erleben werdet, m\u00f6chte ich sagen: Bevor ihr euch auf den Weg macht, geht eure Gro\u00dfeltern besuchen, besucht einen einsamen \u00e4lteren Menschen! Sein Gebet wird euch besch\u00fctzen und ihr werdet den Segen dieser Begegnung in eurem Herzen tragen. Ich bitte euch \u00c4ltere, die jungen Menschen, die den Weltjugendtag feiern werden, mit eurem Gebet zu begleiten. Diese jungen Menschen sind Gottes Antwort auf eure Bitten, die Frucht dessen, was ihr ausges\u00e4t habt, das Zeichen daf\u00fcr, dass Gott sein Volk nicht im Stich l\u00e4sst, sondern es immer wieder mit der Phantasie des Heiligen Geistes verj\u00fcngt.<\/p>\n<p>Liebe Gro\u00dfeltern, liebe \u00e4ltere Br\u00fcder und Schwestern, m\u00f6ge der Segen der Umarmung von Maria und Elisabet euch erreichen und eure Herzen mit Frieden erf\u00fcllen. Mit Zuneigung segne ich euch. Und ihr, bitte, betet f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Franziskus<\/p>\n<p>Rom, Sankt Johannes im Lateran, 31. Mai 2023, Fest Mari\u00e4 Heimsuchung.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2023-06\/papst-franziskus-botschaft-iii-welttag-grosseltern-senioren-text.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>Foto: \u00a0Vatican Media \/\u00a0<a href=\"https:\/\/arcb.ro\/website\/2023\/07\/15\/mesajul-sfantului-parinte-papa-francisc-pentru-a-iii-a-zi-mondiala-a-bunicilor-si-varstnicilor-23-iulie-2023\/\">arcb.ro<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern! \u00bbEr erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht\u00ab (Lk\u00a01,50). Dies ist das Thema des 3. Welttags der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen. Dieses Thema f\u00fchrt uns zur\u00fcck zu einer segensreichen Begegnung: der zwischen der jungen Maria und ihrer \u00e4lteren Verwandten Elisabet (vgl.\u00a0Lk\u00a01,39-56). 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