{"id":58969,"date":"2023-10-26T12:38:07","date_gmt":"2023-10-26T09:38:07","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=58969"},"modified":"2023-10-26T12:38:07","modified_gmt":"2023-10-26T09:38:07","slug":"synode-gemeinsames-schreiben-an-das-volk-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/synode-gemeinsames-schreiben-an-das-volk-gottes\/","title":{"rendered":"Synode: Gemeinsames Schreiben an das Volk Gottes"},"content":{"rendered":"<div class=\"article__subTitle\">Die Teilnehmenden der Welt-Bischofssynode im Vatikan haben am Mittwochnachmittag \u00fcber ein gemeinsames Schreiben an das Volk Gottes abgestimmt. Vatican News dokumentiert das Schreiben hier in einer offiziellen \u00dcbersetzung.<\/div>\n<div class=\"article__text\">\n<p><i>Brief der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode an das Volk Gottes<\/i><\/p>\n<p>Liebe Schwestern, liebe Br\u00fcder, am Ende der ersten Sitzung der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode m\u00f6chten wir mit Ihnen allen Gott f\u00fcr die gute und reiche Erfahrung danken, die wir gerade gemacht haben. Wir haben diese gesegnete Zeit in tiefer Verbundenheit mit Ihnen allen erlebt. Wir wurden von Ihren Gebeten getragen, haben Ihre Erwartungen, Ihre Fragen und auch Ihre \u00c4ngste mit uns getragen.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sind bereits vergangen, seit auf Bitten von Papst Franziskus ein langer Prozess des Zuh\u00f6rens und der Unterscheidung begann, der f\u00fcr das ganze Volk Gottes offen war und niemanden ausschloss, um unter der F\u00fchrung des Heiligen Geistes als missionarische J\u00fcnger in der Nachfolge Jesu Christi \u201egemeinsam zu gehen\u201c.<\/p>\n<p>Die Versammlung, die uns am 30. September in Rom zusammenf\u00fchrte, war eine wichtige Etappe in diesem Prozess. In vielerlei Hinsicht war es eine noch nie dagewesene Erfahrung. Zum ersten Mal waren auf Einladung von Papst Franziskus M\u00e4nner und Frauen aufgrund ihrer Taufe eingeladen, an einem Tisch zu sitzen und nicht nur an den Diskussionen, sondern auch an den Abstimmungen dieser Bischofssynode teilzunehmen. Gemeinsam, in der wechselseitigen Entsprechung unserer Berufungen, Charismen und \u00c4mter, haben wir intensiv auf das Wort Gottes und die Erfahrungen der anderen geh\u00f6rt. Mit der Methode des Gespr\u00e4chs im Geist teilten wir dem\u00fctig den Reichtum und die Armut unserer Gemeinschaften auf allen Kontinenten und versuchten zu erkennen, was der Heilige Geist der Kirche heute sagen will. So erfuhren wir auch, wie wichtig die F\u00f6rderung des gegenseitigen Austauschs zwischen der lateinischen Tradition und den Traditionen des christlichen Ostens ist. Die Teilnahme von br\u00fcderlichen Delegierten aus anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften hat unsere Diskussionen sehr bereichert.<\/p>\n<p>Unsere Versammlung fand vor dem Hintergrund einer krisengesch\u00fcttelten Welt statt, deren Wunden und skandal\u00f6se Ungleichheiten in unseren Herzen schmerzlich nachklangen und unseren Beratungen eine besondere Schwere verliehen, umso mehr, als einige von uns aus L\u00e4ndern kamen, in denen Krieg w\u00fctet. Wir beteten f\u00fcr die Opfer m\u00f6rderischer Gewalt und verga\u00dfen dabei nicht jene, die durch Elend und Korruption auf die gef\u00e4hrlichen Pfade der Migration getrieben wurden. Wir haben unsere Solidarit\u00e4t und unser Engagement den Frauen und M\u00e4nnern versprochen, die sich \u00fcberall als Baumeister f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.<\/p>\n<p>Auf Einladung des Heiligen Vaters haben wir der Stille einen wichtigen Raum gegeben, um unter uns das respektvolle Zuh\u00f6ren und den Wunsch nach Gemeinschaft im Geist zu f\u00f6rdern. W\u00e4hrend der \u00f6kumenischen Er\u00f6ffnungsvigil haben wir erlebt, wie der Durst nach Einheit in der stillen Betrachtung des gekreuzigten Christus w\u00e4chst. Das Kreuz ist die einzige Cathedra dessen, der sein Leben f\u00fcr das Heil der Welt hingegeben und seine J\u00fcnger dem Vater anvertraut hat, damit \u201ealle eins seien\u201c (Joh 17,21). Fest verbunden in der Hoffnung, die uns seine Auferstehung schenkt, haben wir ihm unser gemeinsames Haus anvertraut, in dem der Schrei der Erde und der Schrei der Armen immer dr\u00e4ngender ert\u00f6nen: \u201eLaudate Deum\u201c \u2013 woran uns Papst Franziskus gleich zu Beginn unserer Arbeit erinnerte. Tag f\u00fcr Tag h\u00f6rten wir den dringenden Aufruf zur pastoralen und missionarischen Umkehr. Denn die Berufung der Kirche besteht darin, das Evangelium zu verk\u00fcnden, indem sie sich nicht auf sich selbst konzentriert, sondern sich in den Dienst der unendlichen Liebe stellt, mit der Gott die Welt liebt (vgl. Joh 3,16).<\/p>\n<p>Auf die Frage, was sie von der Kirche anl\u00e4sslich dieser Synode erwarten, antworteten einige Obdachlose, die in der N\u00e4he des Petersplatzes leben: \u201eLiebe!\u201c Diese Liebe muss immer das brennende Herz der Kirche bleiben, die trinitarische und eucharistische Liebe, wie der Papst am 15. Oktober, in der Mitte unserer Versammlung, in seiner Botschaft der heiligen Therese vom Kinde Jesu erinnerte. Es ist das \u201eVertrauen\u201c, das uns die K\u00fchnheit und die innere Freiheit gibt, die wir erfahren haben, ohne zu z\u00f6gern, unsere Konvergenzen und unsere Unterschiede, unsere W\u00fcnsche und unsere Fragen frei und dem\u00fctig zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<div>\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Und jetzt? Wir hoffen, dass die Monate bis zur zweiten Session im Oktober 2024 es allen erm\u00f6glichen werden, konkret an der Dynamik der missionarischen Gemeinschaft teilzuhaben, auf die das Wort \u201eSynode\u201c hinweist. Dies ist keine Ideologie, sondern eine in der apostolischen Tradition verwurzelte Erfahrung. Wie der Papst zu Beginn dieses Prozesses sagte: \u201eGemeinschaft und Mission laufen Gefahr, etwas abstrakte Begriffe zu bleiben, wenn wir nicht eine kirchliche Praxis pflegen, die die Konkretheit der Synodalit\u00e4t zum Ausdruck bringt (&#8230;) und die wirkliche Beteiligung aller f\u00f6rdert\u201c (9. Oktober 2021). Die Herausforderungen sind vielf\u00e4ltig und die Fragen zahlreich: Der zusammenfassende Bericht der ersten Session wird die erzielten \u00dcbereinstimmungen verdeutlichen, die offenen Fragen hervorheben und aufzeigen, wie die Arbeit fortgesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Um in ihrer Unterscheidung voranzukommen, muss die Kirche unbedingt allen zuh\u00f6ren, angefangen bei den \u00c4rmsten. Dies erfordert von ihr einen Weg der Umkehr, der auch ein Weg des Lobes ist: \u201eIch preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Gelehrten und Weisen verborgen und den Unm\u00fcndigen offenbart hast\u201c (Lk 10,21)! Es geht darum, denen zuzuh\u00f6ren, die in der Gesellschaft kein Recht haben, sich zu \u00e4u\u00dfern, oder die sich ausgeschlossen f\u00fchlen, sogar von der Kirche. Es geht darum, den Menschen zuzuh\u00f6ren, die Opfer von Rassismus in all seinen Formen sind, insbesondere in einigen Regionen der indigenen V\u00f6lker, deren Kulturen verh\u00f6hnt werden. Vor allem hat die Kirche unserer Zeit die Pflicht, im Geiste der Umkehr denjenigen zuzuh\u00f6ren, die von Mitgliedern der Kirche missbraucht wurden, und sich konkret und strukturell daf\u00fcr einzusetzen, dass sich so etwas nicht wiederholt.<\/p>\n<p>Die Kirche muss auch auf die Laien, Frauen und M\u00e4nner, h\u00f6ren, die alle aufgrund ihrer Berufung durch die Taufe zur Heiligkeit berufen sind: das Zeugnis der Katecheten, die in vielen Situationen die ersten sind, die das Evangelium verk\u00fcnden; die Einfachheit und Lebendigkeit der Kinder, die Begeisterung der Jugendlichen, ihre Fragen und ihre Rufe; die Tr\u00e4ume der \u00e4lteren Menschen, ihre Weisheit und ihr Ged\u00e4chtnis. Die Kirche muss auf die Familien h\u00f6ren, auf ihre erzieherischen Anliegen, auf das christliche Zeugnis, das sie in der Welt von heute geben. Sie muss die Stimmen derer willkommen hei\u00dfen, die sich in Laiendiensten oder in gemeinschaftlichen Gremien der Unterscheidung und Entscheidungsfindung engagieren wollen.<\/p>\n<p>Um bei den synodalen Beratungen voranzukommen, muss die Kirche vor allem die Worte und Erfahrungen der geweihten Amtstr\u00e4ger noch st\u00e4rker einbeziehen: die Priester, die ersten Mitarbeiter der Bisch\u00f6fe, deren sakramentaler Dienst f\u00fcr das Leben des ganzen Leibes unverzichtbar ist; die Diakone, die durch ihren Dienst die F\u00fcrsorge der ganzen Kirche f\u00fcr die Schw\u00e4chsten zum Ausdruck bringen. Sie muss sich auch von der prophetischen Stimme des gottgeweihten Lebens herausfordern lassen, das ein wachsamer W\u00e4chter des Rufes des Geistes ist. Und sie muss auch auf diejenigen achten, die ihren Glauben nicht teilen, aber die Wahrheit suchen und in denen der Geist gegenw\u00e4rtig und wirksam ist, der \u201eallen die M\u00f6glichkeit gibt, auf die von Gott gewollte Weise mit dem Ostergeheimnis verbunden zu sein\u201c (Gaudium et spes 22, 5).<\/p>\n<p>\u201eDie Welt, in der wir leben und die zu lieben und ihr zu dienen wir aufgerufen sind, auch in ihren Widerspr\u00fcchen, verlangt von der Kirche die St\u00e4rkung der Synergien in allen Bereichen ihrer Sendung. Es ist genau der Weg der Synodalit\u00e4t, den Gott von der Kirche des dritten Jahrtausends erwartet\u201c (Papst Franziskus, 17. Oktober 2015).<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen keine Angst haben, auf diesen Ruf zu antworten. Die Jungfrau Maria, die Erste auf dem Weg, begleitet uns auf unserer Pilgerreise. In Freud und Leid zeigt sie uns ihren Sohn und l\u00e4dt uns ein, ihm zu vertrauen. Er, Jesus, ist unsere einzige Hoffnung!<\/p>\n<p>Vatikanstadt, 25. Oktober 2023<\/p>\n<p>Quelle Text und Foto: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2023-10\/synode-gemeinsamen-schreiben-an-das-volk-gottes.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Teilnehmenden der Welt-Bischofssynode im Vatikan haben am Mittwochnachmittag \u00fcber ein gemeinsames Schreiben an das Volk Gottes abgestimmt. Vatican News dokumentiert das Schreiben hier in einer offiziellen \u00dcbersetzung. Brief der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode an das Volk Gottes Liebe Schwestern, liebe Br\u00fcder, am Ende der ersten Sitzung der 16. 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