{"id":59230,"date":"2023-11-09T12:00:34","date_gmt":"2023-11-09T10:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=59230"},"modified":"2023-11-09T12:00:34","modified_gmt":"2023-11-09T10:00:34","slug":"helfen-wir-uns-gegenseitig-synodal-zu-leben-eindruecke-s-e-josef-csaba-pal-von-der-bischofssynode-in-rom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/helfen-wir-uns-gegenseitig-synodal-zu-leben-eindruecke-s-e-josef-csaba-pal-von-der-bischofssynode-in-rom\/","title":{"rendered":"\u00abHelfen wir uns gegenseitig, synodal zu leben\u00bb. &#8211; Eindr\u00fccke S.E. Josef Csaba P\u00e1l von der Bischofssynode in Rom"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vom 4. bis am 29. Oktober 2023 nahm Seine Exzellenz Josef Csaba P\u00e1l, Bischof von Temeswar, in Rom an der ersten Sitzung der XVI. Generalversammlung der Bischofssynode teil, da er einer der \u201eMembri di Nomina Pontificia\u201c ist, d.h. eines der direkt vom Heiligen Vater Papst Franziskus ernannten Mitglieder. Am 8. November, am Vormittag, berichtete unser Bischof einer Gruppe von Priestern und Mitarbeitern des Bisch\u00f6flichen Ordinariats von seinen Erfahrungen auf der Synode. Es folgt der redigierte Bericht unsers Bischofs:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs ist mir eine gro\u00dfe Freude, Sie zu begr\u00fc\u00dfen, und ich danke Ihnen f\u00fcr Ihr Kommen. Ich danke dem lieben Gott, dass ich an dieser Synode teilnehmen konnte, denn es war eine intenssive, eine tiefe Erfahrung. Es haben schon auch bisher einige Synoden stattgefunden, es gab Bisch\u00f6fe, die bisher an acht Synoden teilgenommen haben, und sie erz\u00e4hlten, dass diese Synode nicht mit den vorherigen zu vergleichen ist. Warum war es anders? Vor allem, weil es viel spiritueller war &#8211; sagten die Teilnehmer. Noch nie zuvor hat eine Synode mit drei Tagen geistlicher Exerzitien begonnen. Diese wurden von einem Priester und einer Schwester geleitet. Der Priester war ein \u00e4lterer Dominikanerpater und die Schwester war eine Benediktinerin. Und w\u00e4hrend der Synode haben wir viele Male angehalten, um zu beten. Es war also eine geistliche Atmosph\u00e4re: Wir erwarten von Gott, dass er seine Kirche durch uns f\u00fchrt. Zweitens: Bisher wurden Synoden folgenderma\u00dfen abgehalten: In der ersten Reihe sa\u00dfen die Kardin\u00e4le, dahinter die Erzbisch\u00f6fe und Bisch\u00f6fe, danach die Priester, und alles hatte den Anschein einer Konferenz. Jeder ging nach vorne, hielt seine Rede und ging dann zur\u00fcck auf seinen Platz; jemand schrieb den Text, und dann wurde \u00fcber diesen Text abgestimmt. Nun waren wir in <em>circuli minores<\/em>, das hei\u00dft in kleinen Gruppen, zw\u00f6lf an der Zahl, ich glaube, insgesamt 38 kleine Kreise, bestehend aus Kardin\u00e4len, Bisch\u00f6fen, Ordensfrauen und Laien. Wir sa\u00dfen in einem Kreis an einem Tisch und wir hatten alle die Gelegenheit, uns zu unterhalten und Br\u00fcderlichkeit untereinander aufzubauen, basierend auf der Tatsache, dass wir alle getauft waren.<br \/>\nEs gab auch Kleingruppenarbeit und es gab Tage, an denen die Vollversammlung tagte. Jeder Teilnehmer erhielt ein \u00abBadge\u00bb, eine Art Anstecker mit einem QR-Code auf der R\u00fcckseite, auf dem stand, an welchem Tisch wir in den verschiedenen Modulen sitzen w\u00fcrden und wo wir uns im Allgemeinen an den Tisch setzen w\u00fcrden. Der QR-Code diente zum \u00d6ffnen des Tablets. Jedes Tablet war personalisiert. Auf dem Tablet bekamen wir alle Unterlagen, wir konnten signalisieren, wenn wir etwas mitteilen wollten, und wir konnten abstimmen. In jeder Gruppe gab es &#8211; vom Generalsekretariat ernannt &#8211; zwei Personen: den <em>Vermittler<\/em>, eine Art Animateur, Moderator, und den <em>Sekret\u00e4r<\/em>. Die <em>Vermittler<\/em> sind Fachleute, die daf\u00fcr sorgen, dass jeder in der Gruppe zu Wort kommt, das Diskussionsthema vorstellt, sagt wann wir eine Gebetspause einlegen usw. Sie helfen uns, in einer angenehmen Atmosph\u00e4re zu diskutieren. Der Sekret\u00e4r schrieb alles auf was in der Gruppe besprochen wurde. Manchmal hatten wir auch einen br\u00fcderlichen Delegierten in der Gruppe, d.h. von einer anderen Kirche. Wir hatten in unserer Gruppe einen Bischof von der koptisch-orthodoxen Kirche, der f\u00fcr Italien zust\u00e4ndig ist. Bei den br\u00fcderlichen Delegierten handelte es sich um Vertreter der Pfingstlergemeinden, der Baptisten, der Anglikaner und der Methodisten, die auch \u00f6ffentlich sprechen konnten. Jeder Tag wurde von einem Delegiertensekret\u00e4r geleitet, der die Arbeit der Gruppen anregte. In den Gruppen wurde Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Franz\u00f6sisch gesprochen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-59215 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-1024x682.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"562\" height=\"374\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27562%27%20height%3D%27374%27%20viewBox%3D%270%200%20562%20374%27%3E%3Crect%20width%3D%27562%27%20height%3D%27374%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-400x267.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-600x400.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-800x533.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/5-1.jpg 1868w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><\/a>Zu Beginn hatte jeder von uns vier Minuten Zeit, um zu einem Thema zu sprechen. Dann machten wir eine Pause f\u00fcrs Gebet. Das war sehr n\u00fctzlich, denn es brachte uns zur\u00fcck in die Atmosph\u00e4re des Zuh\u00f6rens, des gegenseitigen Respekts und des Seins in Gott. Nachdem wir unsere 4 Minuten Redezeit beendet hatten, mussten wir alle in 4 Minuten sagen, was uns in den Berichten der anderen ber\u00fchrt hat. Wir sind es gewohnt, dass wir oft, wenn andere sprechen, unsere Gedanken sammeln, sie formulieren und dem Redner keine Aufmerksamkeit schenken. Jetzt mussten wir den anderen genau zuh\u00f6ren, um das Wesentliche ihrer Reden zu verstehen. Wir wurden gebeten zu sagen, was uns positiv ber\u00fchrt hat und was bei mir Widerstand hervorgerufen hat. Nachdem wir die zweite Runde beendet hatten, entwarf der Sekret\u00e4r zusammen mit dem aus der Gruppe ausgew\u00e4hlten Berichterstatter einen Text mit 2000 Zeichen, der zun\u00e4chst der Kleingruppe vorgestellt wurde, und nachdem alle zugestimmt hatten, stellte der Berichterstatter ihn auch dem Publikum in drei Minuten vor. Nach diesen Pr\u00e4sentationen gab es freie Wortmeldungen. Danach lasen wir unseren Text noch einmal und bereicherten ihn mit den Meinungen und Berichten der anderen.<br \/>\nDer Heilige Vater war etwa die H\u00e4lfte der Zeit, die wir auf der Synode verbrachten, bei uns, er war vor allem bei den allgemeinen Versammlungen anwesend. Am letzten Samstagnachmittag begann die Sitzung um 15.30 Uhr und endete um 21.15 Uhr.<br \/>\nDie Vielfalt war interessant. Teilnehmer aus allen Kontinenten, aus vielen L\u00e4ndern, aus allen katholischen Riten waren anwesend und wir konnten sehen, wie unterschiedlich wir sind, aber wir sind alle Gottes Volk. Zum Beispiel sprachen die Teilnehmer aus Afrika das Thema Polygamie an. Wir sprachen \u00fcber die leeren Kirchen, und ein Bischof aus Afrika erz\u00e4hlte uns, dass dort so viele Menschen zur Messe kommen, dass sie nicht mehr in die Kirche passen und dass sie Zelte neben dem Gotteshaus aufbauen mussten. Sowohl in Asien als auch in Afrika gibt es auch viele Berufungen. Die Brasilianer und S\u00fcdamerikaner im Allgemeinen arbeiten viel mit Laien. Da der Staat sie nicht finanziell unterst\u00fctzt, sind sie auf die Laien angewiesen, mit deren Hilfe sie Kirchen renovieren oder sogar bauen k\u00f6nnen, Katechese organisieren, wo der Priester nicht hinkommt, und die Zahl der Gl\u00e4ubigen geht in die Zehntausende. Es gibt L\u00e4nder, in denen man nicht von Mission sprechen kann, weil dort die Mission eng mit der Idee der Kolonisierung verbunden ist, einer alten historischen Phase, die f\u00fcr die dortigen Gemeinschaften Leid und Ausbeutung bedeutet hat.<br \/>\nEs ist wichtig, dass manche Dinge nur intellektuell gelernt werden k\u00f6nnen. Aber wir m\u00fcssen aus der Erfahrung lernen. Das hei\u00dft, dass wir durch die Teilnahme an der Synode gelernt haben, was Synodalit\u00e4t ist, was Gemeinschaft bedeutet. In allen Gruppen war es wichtig, Respekt und Vertrauen zu haben. Synodalit\u00e4t erfordert Umkehr. Wir haben viel f\u00fcr diese Synode gebetet. Aber haben wir auf die Kraft des Gebets vertraut? Wir m\u00fcssen einen Akt des Glaubens vollziehen.<br \/>\nEin technischer, spezieller Begriff war das Gespr\u00e4ch im Heiligen Geist. Es geht nicht nur um ein geistliches Gespr\u00e4ch, sondern darum, im Heiligen Geist zu sein. Es bedeutet, in seinem Geist zu sein, der Allerheiligsten Dreifaltigkeit unter uns Raum zu geben. Das ist eine sch\u00f6ne Herausforderung. Ein Gespr\u00e4ch bedeutet auch Engagement, Hingabe.<br \/>\nWir haben auch einige sch\u00f6ne Erfahrungen geh\u00f6rt, die uns geistlich bereichert haben. Eine Schwester aus dem Irak erz\u00e4hlte uns, dass Muslime vor ein paar Jahren ihren Priester get\u00f6tet haben. Sie und eine weitere Person arbeiteten in einer Apotheke. Und nach der Trag\u00f6die dienten sie den Muslimen dort mit der gleichen Liebe. Die Muslime bemerkten das und sagten zu ihr: \u201eWir haben euren Priester get\u00f6tet, und ihr bedient uns immer noch.\u201c Sie waren ger\u00fchrt. Einige von ihnen wollten sich taufen lassen. Sie lie\u00dfen sich heimlich taufen und gingen unter der Woche heimlich in die Kirche, wobei sie als Christen jeden Tag ihr Leben riskierten.<br \/>\nAlles, was wir auf der Synode besprochen haben ist f\u00fcr die Mission, f\u00fcr die Menschen, die Jesus noch nicht begegnet sind oder noch keine Beziehung zur Kirche haben. Denn wenn wir einander nicht verstehen, wenn wir keinen Respekt haben, wenn wir keine Liebe haben, was wollen wir ihnen dann anbieten? Was hat unser Gott unter uns getan, wie hat er uns ver\u00e4ndert?<br \/>\nDanke, dass ihr mir zugeh\u00f6rt habt, und &#8211; lasst uns einander helfen, synodal zu leben, einander zuzuh\u00f6ren, von Respekt und Vertrauen f\u00fcreinander durchdrungen zu sein und&#8230; eine lebendige Beziehung zu Jesus zu haben!\u201c<\/p>\n<p>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-59230 gallery-columns-3 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a 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