{"id":59923,"date":"2023-11-25T12:13:05","date_gmt":"2023-11-25T10:13:05","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=59923"},"modified":"2023-11-25T12:19:45","modified_gmt":"2023-11-25T10:19:45","slug":"botschaft-des-heiligen-vaters-zum-38-weltjugendtag-26-november-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-des-heiligen-vaters-zum-38-weltjugendtag-26-november-2023\/","title":{"rendered":"Botschaft des Heiligen Vaters zum 38. Weltjugendtag &#8211; 26. November 2023."},"content":{"rendered":"<p>Die christliche Hoffnung ist kein oberfl\u00e4chlicher Optimismus und kein Placebo f\u00fcr Leichtgl\u00e4ubige: Sie ist die in der Liebe und im Glauben verwurzelte Gewissheit, dass Gott uns niemals allein l\u00e4sst und sein Versprechen h\u00e4lt. Das schreibt der Papst in seiner Botschaft zum 38. Weltjugendtag, der am 26. November begangen wird. Das Motto lautet diesmal \u201eFreut euch in der Hoffnung\u201c und stammt aus dem R\u00f6merbrief (R\u00f6m 12,12). Wir dokumentieren hier die offizielle \u00dcbersetzung auf Deutsch:<\/p>\n<p>Liebe Jugendliche!<br \/>\nIm vergangenen August habe ich Hunderttausende eurer Altersgenossen aus der ganzen Welt getroffen, die in Lissabon zum Weltjugendtag versammelt waren. Zur Zeit der Pandemie, inmitten vieler Ungewissheiten, hatten wir die Hoffnung gehegt, dass dieses gro\u00dfe Fest der Begegnung mit Christus und mit anderen jungen Menschen w\u00fcrde stattfinden k\u00f6nnen. Diese Hoffnung hat sich erf\u00fcllt, und f\u00fcr viele von uns, die dort waren \u2013 mich eingeschlossen \u2013 hat es alle Erwartungen \u00fcbertroffen! Wie sch\u00f6n unser Treffen in Lissabon gewesen ist! Ein wahres Verkl\u00e4rungs-Erlebnis, eine Explosion an Licht und Freude!<br \/>\nAm Ende der Abschlussmesse auf dem \u201eFeld der Gnade\u201c habe ich die n\u00e4chste Etappe unserer interkontinentalen Pilgerreise angek\u00fcndigt: Seoul, in Korea, im Jahr 2027. Aber bereits f\u00fcr 2025 habe ich mich mit euch zum Heiligen Jahr der Jugendlichen in Rom verabredet, wo auch ihr \u201ePilger der Hoffnung\u201c sein werdet.<br \/>\nIhr jungen Menschen seid n\u00e4mlich die frohe Hoffnung einer Kirche und einer Menschheit, die immer unterwegs ist. Ich w\u00fcrde euch gern an die Hand nehmen und mit euch den Weg der Hoffnung gehen. Ich m\u00f6chte mit euch \u00fcber unsere Freuden und Hoffnungen sprechen, aber auch \u00fcber die Trauer und die \u00c4ngste unserer Herzen und der leidenden Menschheit (vgl. Pastoralkonstitution <i>Gaudium et spes<\/i>, 1). In diesen zwei Jahren der Vorbereitung auf das Heilige Jahr werden wir zun\u00e4chst den Satz des heiligen Paulus \u00bbFreut euch in der Hoffnung\u00ab (<i>R\u00f6m<\/i>\u00a012,12) betrachten und dann jenen des Propheten Jesaja vertiefen: \u201eDie auf den Herrn hoffen, laufen und werden nicht m\u00fcde\u201c (vgl.\u00a0<i>Jes<\/i>\u00a040,31).<\/p>\n<p><b>Woher kommt diese Freude?<\/b><br \/>\n\u00bbFreut euch in der Hoffnung\u00ab (<i>R\u00f6m<\/i>\u00a012,12). Das ist eine Aufforderung des heiligen Paulus an die Gemeinde von Rom, die sich in einer Zeit schwerer Verfolgung befindet. Und in Wirklichkeit entspringt die vom Apostel gepredigte \u201eFreude in der Hoffnung\u201c aus dem Ostergeheimnis Christi, aus der Kraft seiner Auferstehung. Sie ist nicht die Frucht menschlicher Anstrengung, Erfindungsgabe oder Kunst. Es ist die Freude, die aus der Begegnung mit Christus kommt. Die christliche Freude kommt von Gott selbst, aus dem Wissen, von ihm geliebt zu sein.<br \/>\nAls Benedikt XVI. 2011 \u00fcber seine Erfahrungen beim Weltjugendtag 2011 in Madrid nachdachte, fragte er sich: Die Freude, \u00bbwoher kommt sie? Wie erkl\u00e4rt sie sich? Sicher wirken viele Faktoren zusammen. Aber der entscheidende ist [\u2026] die aus dem Glauben kommende Gewissheit: Ich bin gewollt. Ich habe eine Aufgabe in der Geschichte. Ich bin angenommen, ich bin geliebt.\u00ab Und er pr\u00e4zisierte: \u00bbLetztlich brauchen wir ein unbedingtes Angenommensein. Nur wenn Gott mich annimmt und ich dessen gewiss werde, wei\u00df ich endg\u00fcltig: Es ist gut, dass ich bin. [&#8230;] Es ist gut, ein Mensch zu sein, auch in schwieriger Zeit. Der Glaube macht von innen her froh\u00ab (<i>Ansprache an die R\u00f6mische Kurie<\/i>, 22. Dezember 2011).<\/p>\n<p><b>Wo ist meine Hoffnung?<\/b><br \/>\nDie Jugend ist eine Zeit voller Hoffnungen und Tr\u00e4ume, gen\u00e4hrt von den sch\u00f6nen Dingen, die unser Leben bereichern: die Sch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung, die Beziehungen zu geliebten Menschen und Freunden, k\u00fcnstlerische und kulturelle Erfahrungen, wissenschaftliche und technische Erkenntnis, Initiativen zur F\u00f6rderung des Friedens, der Gerechtigkeit und der Geschwisterlichkeit und so weiter. Wir leben jedoch in einer Zeit, in der f\u00fcr viele, auch f\u00fcr junge Menschen, die Hoffnung die gro\u00dfe Abwesende zu sein scheint. Leider werden viele eurer Gleichaltrigen, die Krieg, Gewalt, Mobbing und verschiedene Formen von Entbehrung erleben, von Verzweiflung, Angst und Depression geplagt. Sie f\u00fchlen sich wie in ein dunkles Gef\u00e4ngnis eingesperrt, unf\u00e4hig, die Strahlen der Sonne zu sehen. Die hohe Selbstmordrate unter jungen Menschen in verschiedenen L\u00e4ndern zeigt dies in dramatischer Weise. Wie kann man in einem solchen Umfeld die Freude und Hoffnung erfahren, von der der heilige Paulus spricht? Vielmehr besteht die Gefahr, dass die Verzweiflung die Oberhand gewinnt, der Gedanke, dass es sinnlos ist, Gutes zu tun, weil es von niemandem gesch\u00e4tzt und anerkannt wird, wie wir im Buch Ijob lesen: \u00bbWo aber ist meine Hoffnung? Ja, meine Hoffnung, wer kann sie erblicken?\u00ab (<i>Ijob<\/i>\u00a017,15).<br \/>\nAngesichts der menschlichen Trag\u00f6dien, insbesondere des Leidens von Unschuldigen, fragen auch wir den Herrn, wie wir in einigen Psalmen beten: \u201eWarum?\u201c Nun, wir k\u00f6nnen Teil von Gottes Antwort sein. Wir, die wir von ihm nach seinem Bild geschaffen sind, k\u00f6nnen ein Ausdruck seiner Liebe sein, die selbst dort Freude und Hoffnung hervorbringt, wo dies unm\u00f6glich erscheint. Mir kommt die Hauptfigur des Films \u00bbDas Leben ist sch\u00f6n\u00ab in den Sinn, ein junger Vater, dem es mit Feingef\u00fchl und Fantasie gelingt, die harte Wirklichkeit in eine Art Abenteuer und Spiel zu verwandeln und so seinem Sohn \u201eAugen der Hoffnung\u201c zu schenken, indem er ihn vor den Schrecken des Konzentrationslagers sch\u00fctzt, seine Arglosigkeit bewahrt und verhindert, dass die menschliche Bosheit ihm die Zukunft raubt. Aber das sind nicht blo\u00df erfundene Geschichten! Es ist das, was wir im Leben vieler Heiliger sehen, die selbst inmitten grausamster menschlicher Boshaftigkeit Zeugen der Hoffnung waren. Wir denken an den heiligen Maximilian Maria Kolbe, die heilige Josefine Bakhita oder das selige Ehepaar J\u00f3zef und Wiktoria Ulma mit ihren sieben Kindern.<br \/>\nDie M\u00f6glichkeit, ausgehend vom christlichen Zeugnis in den Herzen der Menschen Hoffnung zu entfachen, ist meisterhaft vom heiligen Paul VI. herausgestellt worden, als er uns daran erinnerte: \u00bbEin einzelner Christ oder eine Gruppe von Christen inmitten der menschlichen Gemeinschaft, in der sie leben\u00ab, bekunden \u00bbauf ganz einfache und spontane Weise ihren Glauben in Werte [\u2026], die \u00fcber den allgemeing\u00e4ngigen Werten stehen, und ihre Hoffnung in etwas, das man nicht sieht und von dem man nicht einmal zu tr\u00e4umen wagt\u00ab (Apostolisches Schreiben <i>Evangelii Nuntiandi<\/i>, 21).<\/p>\n<p><b>Die \u201ekleine\u201c Hoffnung<\/b><br \/>\nDer franz\u00f6sische Dichter Charles P\u00e9guy spricht zu Beginn seines Gedichts \u00fcber die Hoffnung von den drei theologischen Tugenden \u2013 Glaube, Hoffnung und Liebe \u2013 als drei Schwestern, die gemeinsam unterwegs sind:<br \/>\n\u00bbDie kleine Hoffnung schreitet einher zwischen ihren zwei gro\u00dfen Schwestern voran, und man beachtet nicht einmal, dass sie da ist.<br \/>\n[\u2026]<br \/>\nSie ist es, die Kleine, die alles mit sich rei\u00dft.<br \/>\nDenn Glaube sieht nur, was ist.<br \/>\nSie aber sieht, was sein wird.<br \/>\nUnd Liebe liebt nur, was ist.<br \/>\nSie aber liebt, was sein wird.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nUnd in Wirklichkeit ist sie\u2019s, die die beiden andern voranzieht.<br \/>\nUnd sie voranschleppt.<br \/>\nUnd die ganze Welt in Bewegung bringt\u00ab<br \/>\n(<i>Das Tor zum Geheimnis der Hoffnung, Einsiedeln\u00a042007<\/i>, 14-16).<\/p>\n<p>Auch ich bin von diesem bescheidenen, \u201egeringeren\u201c und doch wesentlichen Charakter der Hoffnung \u00fcberzeugt. Versucht einmal zu \u00fcberlegen: Wie k\u00f6nnten wir ohne Hoffnung leben? Wie s\u00e4hen unsere Tage aus? Die Hoffnung ist das Salz des Alltags.<br \/>\n<b><br \/>\nDie Hoffnung, ein Licht, das in der Nacht leuchtet<\/b><br \/>\nIn der christlichen Tradition des \u00f6sterlichen Triduums ist der Karsamstag der Tag der Hoffnung. Er liegt zwischen Karfreitag und Ostersonntag und ist wie ein Mittelbereich zwischen der Verzweiflung der J\u00fcnger und ihrer Osterfreude. Er ist der Ort, an dem die Hoffnung geboren wird. An jenem Tag gedenkt die Kirche in aller Stille des Abstiegs Christi in die Unterwelt. Wir k\u00f6nnen das auf vielen Ikonen in bildlicher Form dargestellt sehen. Sie zeigen uns den strahlenden Christus, der in die tiefste Finsternis hinabsteigt und sie durchquert. Genau so ist es: Gott beschr\u00e4nkt sich nicht darauf, mitleidsvoll unsere Bereiche des Todes anzusehen oder uns aus der Ferne zu rufen, sondern er kommt in unsere Unterwelt-Erfahrungen hinein als das Licht, das in der Finsternis leuchtet und sie \u00fcberwindet (vgl. <i>Joh<\/i>\u00a01,5). Ein Gedicht in der s\u00fcdafrikanischen Xhosa-Sprache dr\u00fcckt dies gut aus: \u00bbAuch wenn es keine Hoffnung mehr gibt, mit diesem Gedicht erwecke ich die Hoffnung neu. Meine Hoffnung erwacht, denn ich hoffe auf den Herrn. Ich hoffe, dass wir uns vereinen! Bleibt stark in der Hoffnung, denn der gute Ausgang ist nah\u00ab.<br \/>\nDies war, wenn wir es recht bedenken, die Hoffnung der Jungfrau Maria, die unter dem Kreuz Jesu stark blieb, in der Gewissheit, dass der \u201egute Ausgang\u201c nahe war. Maria ist die Frau der Hoffnung, die Mutter der Hoffnung. Auf dem Kalvarienberg war sie \u201egegen alle Hoffnung voll Hoffnung\u201c (vgl. <i>R\u00f6m<\/i> 4,18), sie lie\u00df nicht zu, dass in ihrem Herzen die Gewissheit der Auferstehung erlosch, die ihr Sohn angek\u00fcndigt hatte. Sie ist es, die die Stille des Karsamstags mit einer liebevollen Erwartung voller Hoffnung f\u00fcllt, indem sie den J\u00fcngern die Gewissheit gibt, dass Jesus den Tod besiegen und das B\u00f6se nicht das letzte Wort haben wird.<br \/>\nDie christliche Hoffnung ist kein oberfl\u00e4chlicher Optimismus und kein Placebo f\u00fcr Leichtgl\u00e4ubige: Sie ist die in der Liebe und im Glauben verwurzelte Gewissheit, dass Gott uns niemals allein l\u00e4sst und sein Versprechen h\u00e4lt: \u00bbAuch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich f\u00fcrchte kein Unheil; denn du bist bei mir\u00ab (<i>Ps<\/i>\u00a023,4). Die christliche Hoffnung ist keine Verleugnung von Schmerz und Tod, sondern eine Feier der Liebe des auferstandenen Christus, der immer bei uns ist, auch wenn er weit weg zu sein scheint. \u00bbChristus selbst ist f\u00fcr uns das gro\u00dfe Licht der Hoffnung und des Geleits in unserer Finsternis, denn er ist \u201eder strahlende Morgenstern\u201c\u00ab (Apostolisches Schreiben\u00a0<i>Christus vivit<\/i>, 33).<\/p>\n<p><b>Die Hoffnung n\u00e4hren<\/b><br \/>\nWenn der Funke der Hoffnung in uns entfacht ist, besteht manchmal die Gefahr, dass er von den Sorgen, \u00c4ngsten und Lasten des Alltags erstickt wird. Aber ein Funke braucht Luft, um weiter zu leuchten und zu einem gro\u00dfen Feuer der Hoffnung zu werden. Und es ist die sanfte Brise des Heiligen Geistes, die die Hoffnung n\u00e4hrt. Wir k\u00f6nnen auf verschiedene Weise dazu beitragen, sie zu n\u00e4hren.<br \/>\n<i>Die Hoffnung wird durch das Gebet gen\u00e4hrt.<\/i>\u00a0Indem wir beten, bewahren und erneuern wir die Hoffnung. Indem wir beten, halten wir den Funken der Hoffnung am Brennen. \u00bbDas Gebet ist die erste Kraft der Hoffnung. Du betest, und die Hoffnung w\u00e4chst, sie geht voran\u00ab (<i>Katechese<\/i>, 20. Mai 2020). Beten ist wie in gro\u00dfe H\u00f6he aufzusteigen: Wenn wir am Boden sind, k\u00f6nnen wir oft die Sonne nicht sehen, weil der Himmel mit Wolken bedeckt ist. Aber wenn wir \u00fcber die Wolken hinaus aufsteigen, umh\u00fcllen uns das Licht und die W\u00e4rme der Sonne. Und durch diese Erfahrung finden wir zur Gewissheit zur\u00fcck, dass die Sonne immer da ist, auch wenn alles grau erscheint.<br \/>\nLiebe Jugendliche, wenn euch der dichte Nebel der Angst, des Zweifels und der Beklemmung umgibt und ihr die Sonne nicht mehr sehen k\u00f6nnt, dann nehmt den Weg des Gebets. Denn \u00bbwenn niemand mehr mir zuh\u00f6rt, h\u00f6rt Gott mir immer noch zu\u00ab (Benedikt XVI., Enzyklika <i>Spe Salvi<\/i>, 32). Nehmen wir uns jeden Tag Zeit, um angesichts der \u00c4ngste, die uns bedr\u00e4ngen, in Gott zu ruhen: \u00bbBei Gott allein werde ruhig meine Seele, denn von ihm kommt meine Hoffnung\u00ab (<i>Ps<\/i>\u00a062,6).<br \/>\n<i>Die Hoffnung wird durch unsere t\u00e4glichen Entscheidungen gen\u00e4hrt.<\/i>\u00a0Die Einladung, sich in der Hoffnung zu freuen, die der heilige Paulus an die Christen in Rom richtet (vgl.\u00a0<i>R\u00f6m<\/i>\u00a012,12), erfordert ganz konkrete Entscheidungen im t\u00e4glichen Leben. Deshalb ermutige ich euch, einen Lebensstil zu w\u00e4hlen, der auf der Hoffnung gr\u00fcndet. Ich nenne ein Beispiel: In den sozialen Medien scheint es einfacher zu sein, schlechte Nachrichten zu verbreiten als hoffnungsvolle Nachrichten. Deshalb mache ich euch einen konkreten Vorschlag: Versucht, jeden Tag ein Wort der Hoffnung zu teilen. Werdet zu S\u00e4leuten der Hoffnung im Leben eurer Freunde und all jener, die euch umgeben. Denn \u00bbdie Hoffnung ist dem\u00fctig und sie ist eine Tugend, an der man \u2013 sagen wir es so\u2013 jeden Tag arbeiten muss [&#8230;]. Es ist notwendig, sich jeden Tag daran zu erinnern, dass wir ein Unterpfand besitzen, den Heiligen Geist, der in uns durch kleine Dinge wirkt\u00ab (<i>Morgenmeditation<\/i>, 29. Oktober 2019).<\/p>\n<p><b>Die Leuchte der Hoffnung entz\u00fcnden<\/b><br \/>\nManchmal geht ihr abends mit euren Freunden aus und wenn es dunkel ist, nehmt ihr euer Smartphone und schaltet die Taschenlampe ein, um Licht zu machen. Bei gro\u00dfen Konzerten bewegen Tausende von euch diese modernen L\u00e4mpchen im Rhythmus der Musik und schaffen so eine stimmungsvolle Kulisse. Nachts l\u00e4sst uns das Licht die Dinge auf eine neue Weise sehen, und selbst in der Dunkelheit kommt eine Dimension der Sch\u00f6nheit zum Vorschein. So ist es auch mit dem Licht der Hoffnung, das Christus ist. Durch ihn, durch seine Auferstehung, wird unser Leben erleuchtet. Mit ihm sehen wir alles in einem neuen Licht.<br \/>\nMan sagt, dass wenn sich Menschen an den heiligen Johannes Paul II. wandten, um mit ihm \u00fcber ein Problem zu sprechen, seine erste Frage gewesen sei: \u00bbWie sieht das im Licht des Glaubens aus?\u00ab. Auch ein von der Hoffnung erleuchteter Blick l\u00e4sst die Dinge in einem anderen Licht erscheinen. Ich lade euch daher ein, diese Sichtweise in eurem t\u00e4glichen Leben einzunehmen. Von der g\u00f6ttlichen Hoffnung beseelt, ist der Christ von einer anderen Freude erf\u00fcllt, die von innen kommt. Herausforderungen und Schwierigkeiten gibt es und es wird sie immer geben, aber wenn wir eine \u201eglaubenserf\u00fcllte\u201c Hoffnung haben, gehen wir sie in dem Wissen an, dass sie nicht das letzte Wort haben, und wir selbst werden zu einer kleinen Leuchte der Hoffnung f\u00fcr die anderen.<br \/>\nAuch jeder von euch kann das sein, in dem Ma\u00df, in dem sein Glaube konkret wird und an die Lebenswirklichkeit und -geschichte der Br\u00fcder und Schwestern anschlie\u00dft. Denken wir an die J\u00fcnger Jesu, die ihn eines Tages auf einem hohen Berg in einem herrlichen Licht erstrahlen sahen. Wenn sie dort oben geblieben w\u00e4ren, w\u00e4re es f\u00fcr sie ein wunderbarer Augenblick gewesen, aber die anderen Menschen w\u00e4ren ausgeschlossen geblieben. Es war notwendig, dass sie hinabstiegen. Wir d\u00fcrfen nicht vor der Welt fliehen, sondern m\u00fcssen unsere Zeit lieben, in die Gott uns nicht ohne Grund gestellt hat. Wir werden nur gl\u00fccklich sein, wenn wir die empfangene Gnade mit den Br\u00fcdern und Schwestern teilen, die der Herr uns Tag f\u00fcr Tag schenkt.<br \/>\nLiebe Jugendliche, habt keine Angst, mit allen die Hoffnung und die Freude des auferstandenen Christus zu teilen! Bewahrt den Funken, der in euch entz\u00fcndet wurde, gebt ihn aber zugleich weiter: Ihr werdet sehen, dass er wachsen wird! Wir k\u00f6nnen die christliche Hoffnung nicht f\u00fcr uns behalten, wie ein wohliges Gef\u00fchl, weil sie f\u00fcr alle bestimmt ist. Seid vor allem jenen Freunden von euch nah, die vielleicht nach au\u00dfen hin l\u00e4cheln, aber im Inneren weinen, weil sie arm an Hoffnung sind. Lasst euch nicht von der Gleichg\u00fcltigkeit und vom Individualismus anstecken: Bleibt offen, wie Kan\u00e4le, durch die die Hoffnung Jesu in die Umgebung, in der ihr lebt, hineinflie\u00dfen und sich ausbreiten kann.<br \/>\n\u00bbChristus lebt. Er ist unsere Hoffnung, und er ist die sch\u00f6nste Jugend dieser Welt!\u00ab (Apostolisches Schreiben <i>Christus vivit<\/i>, 1). So schrieb ich euch vor beinahe f\u00fcnf Jahren, im Anschluss an die Jugendsynode. Ich lade euch alle ein, insbesondere diejenigen, die in der Jugendseelsorge t\u00e4tig sind, das Abschlussdokument von 2018 und das Apostolische Schreiben\u00a0<i>Christus vivit<\/i>\u00a0wieder zur Hand zu nehmen. Die Zeit ist reif, um gemeinsam Bilanz zu ziehen und uns hoffnungsvoll f\u00fcr die umf\u00e4ngliche Verwirklichung jener unvergesslichen Synode einzusetzen.<br \/>\nLasst uns Maria, der Mutter der Hoffnung, unser ganzes Leben anvertrauen. Sie lehrt uns, Jesus, unsere Freude und Hoffnung, in uns zu tragen und ihn an andere weiterzugeben. Ich w\u00fcnsche euch ein gutes Unterwegssein, liebe Jugendliche! Ich segne euch und begleite euch im Gebet. Und betet auch ihr f\u00fcr mich!<\/p>\n<p><i>Rom, Sankt Johannes im Lateran, 9. November 2023, Fest des Weihetags der Lateranbasilika.<\/i><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2023-11\/papst-franziskus-botschaft-weltjugendtag-freut-euch-hoffnung.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die christliche Hoffnung ist kein oberfl\u00e4chlicher Optimismus und kein Placebo f\u00fcr Leichtgl\u00e4ubige: Sie ist die in der Liebe und im Glauben verwurzelte Gewissheit, dass Gott uns niemals allein l\u00e4sst und sein Versprechen h\u00e4lt. Das schreibt der Papst in seiner Botschaft zum 38. Weltjugendtag, der am 26. November begangen wird. 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