{"id":60782,"date":"2024-01-01T13:33:43","date_gmt":"2024-01-01T11:33:43","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=60782"},"modified":"2024-01-05T13:36:07","modified_gmt":"2024-01-05T11:36:07","slug":"botschaft-seiner-heiligkeit-franziskus-zum-57-weltfriedenstag-1-januar-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-seiner-heiligkeit-franziskus-zum-57-weltfriedenstag-1-januar-2024\/","title":{"rendered":"BOTSCHAFT SEINER HEILIGKEIT FRANZISKUS ZUM 57. WELTFRIEDENSTAG  &#8211; 1. JANUAR 2024"},"content":{"rendered":"<p><b><i>K\u00fcnstliche Intelligenz und Frieden<\/i><\/b><\/p>\n<p>Zu Beginn des neuen Jahres, einer Zeit der Gnade, die der Herr jedem von uns gew\u00e4hrt, m\u00f6chte ich mich an das Volk Gottes, an die Nationen, an die Staats- und Regierungschefs, an die Vertreter der verschiedenen Religionen und der Zivilgesellschaft sowie an alle M\u00e4nner und Frauen unserer Zeit wenden, um ihnen meine besten W\u00fcnsche f\u00fcr den Frieden zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>1.\u00a0<i>Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik als Weg zum Frieden<\/i><\/p>\n<p>Die Heilige Schrift bezeugt, dass Gott den Menschen seinen Geist gegeben hat, damit sie \u00bbmit Weisheit, Klugheit und Kenntnis f\u00fcr jegliche Arbeit\u00ab ausgestattet seien (<i>Ex<\/i>\u00a035,31). Die Intelligenz ist Ausdruck der W\u00fcrde, die uns der Sch\u00f6pfer verliehen hat, der uns nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat (vgl.\u00a0<i>Gen<\/i>\u00a01,26) und uns bef\u00e4higt hat, auf seine Liebe frei und bewusst zu antworten. Wissenschaft und Technik verdeutlichen in besonderer Weise eine solche grundlegend relationale Beschaffenheit der menschlichen Intelligenz: Sie sind au\u00dfergew\u00f6hnliche Ergebnisse ihres sch\u00f6pferischen Potentials.<\/p>\n<p>In der Pastoralkonstitution\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html\">Gaudium et Spes<\/a><\/i>\u00a0hat das Zweite Vatikanische Konzil diese Wahrheit bekr\u00e4ftigt, indem es erkl\u00e4rte: \u00bbDurch Arbeit und Geisteskraft hat der Mensch immer versucht, sein Leben reicher zu entfalten\u00ab\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Wenn die Menschen sich \u00bbmit Hilfe der Technik\u00ab darum bem\u00fchen, dass die Erde \u00bbeine w\u00fcrdige Wohnst\u00e4tte f\u00fcr die gesamte menschliche Familie werde\u00ab\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, dann handeln sie nach dem Plan Gottes und arbeiten mit seinem Willen zusammen, um die Sch\u00f6pfung zu vollenden und den Frieden unter den V\u00f6lkern zu verbreiten. Auch der Fortschritt von Wissenschaft und Technik, soweit er zu einer besseren Ordnung der menschlichen Gesellschaft, zu wachsender Freiheit und geschwisterlicher Gemeinschaft beitr\u00e4gt, f\u00fchrt also zur Besserung des Menschen und zur Umgestaltung der Welt.<\/p>\n<p>Wir freuen uns zu Recht \u00fcber die au\u00dferordentlichen Errungenschaften von Wissenschaft und Technik und sind dankbar daf\u00fcr, dass dadurch zahllose \u00dcbel, die das menschliche Leben heimsuchten und gro\u00dfes Leid verursachten, beseitigt werden konnten. Gleichzeitig legen die wissenschaftlichen und technischen Fortschritte, die eine noch nie dagewesene Kontrolle \u00fcber die Wirklichkeit erm\u00f6glichen, eine Vielzahl von M\u00f6glichkeiten in die H\u00e4nde der Menschen, von denen einige ein Risiko f\u00fcr das \u00dcberleben der Menschen und eine Gefahr f\u00fcr das gemeinsame Haus darstellen k\u00f6nnen\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>.<\/p>\n<p>Die bemerkenswerten Fortschritte in den neuen Informationstechnologien, insbesondere im digitalen Bereich, bergen daher erstaunliche M\u00f6glichkeiten und ernsthafte Risiken, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf das Streben nach Gerechtigkeit und Harmonie zwischen den V\u00f6lkern. Es m\u00fcssen daher einige dringende Fragen gestellt werden. Was sind die mittel- und langfristigen Folgen der neuen digitalen Technologien? Und welche Auswirkungen werden sie auf das Leben der Einzelnen und der Gesellschaft, auf die internationale Stabilit\u00e4t und den Frieden haben?<\/p>\n<p>2.\u00a0<i>Die Zukunft der k\u00fcnstlichen Intelligenz zwischen Verhei\u00dfung und Risiko<\/i><\/p>\n<p>Die Fortschritte in der Informationstechnologie und die Entwicklung digitaler Technologien in den letzten Jahrzehnten haben bereits zu tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen in der globalen Gesellschaft und ihrer Dynamik gef\u00fchrt. Neue digitale Instrumente ver\u00e4ndern das Gesicht der Kommunikation, der \u00f6ffentlichen Verwaltung, der Bildung, des Konsums, des pers\u00f6nlichen Austauschs und unz\u00e4hliger anderer Aspekte des t\u00e4glichen Lebens.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Technologien, die eine Vielzahl von Algorithmen einsetzen, aus den digitalen Spuren, die im Internet hinterlassen werden, Daten extrahieren, die es erm\u00f6glichen, die Denk- und Beziehungsgewohnheiten der Menschen, oft ohne ihr Wissen, zu kommerziellen oder politischen Zwecken zu kontrollieren, wodurch die bewusste Aus\u00fcbung der Entscheidungsfreiheit eingeschr\u00e4nkt wird. In einem Raum wie dem Internet, der durch eine Informationsflut gekennzeichnet ist, k\u00f6nnen sie n\u00e4mlich den Datenfluss nach Auswahlkriterien strukturieren, die der Nutzer nicht immer wahrnimmt.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen daran erinnern, dass wissenschaftliche Forschung und technologische Innovationen nicht losgel\u00f6st von der Realit\u00e4t und \u201eneutral\u201c\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>, sondern kulturellen Einfl\u00fcssen unterworfen sind. Insofern es sich um ganz und gar menschliche T\u00e4tigkeiten handelt, spiegeln die Richtungen, die sie einschlagen, Entscheidungen wider, die durch die pers\u00f6nlichen, sozialen und kulturellen Werte jeder Epoche bedingt sind. Dasselbe gilt f\u00fcr die Ergebnisse, die sie erzielen: Gerade weil sie die Frucht spezifisch menschlicher Zug\u00e4nge zur sie umgebenden Welt sind, haben sie immer eine ethische Dimension, die eng mit den Entscheidungen derer verbunden sind, die Versuche durchf\u00fchren und die Produktion auf bestimmte Ziele ausrichten.<\/p>\n<p>Dies gilt auch f\u00fcr die Formen k\u00fcnstlicher Intelligenz. Bis heute gibt es in der Welt der Wissenschaft und Technik keine einheitliche Definition daf\u00fcr. Der Begriff selbst, der inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist, umfasst eine Vielzahl von Wissenschaften, Theorien und Techniken, die darauf abzielen, dass Maschinen in ihrer Funktionsweise die kognitiven F\u00e4higkeiten des Menschen reproduzieren oder imitieren. Die Verwendung des Plurals \u201eFormen der Intelligenz\u201c kann vor allem dazu beitragen, die un\u00fcberbr\u00fcckbare Kluft zu betonen, die zwischen diesen Systemen, so erstaunlich und leistungsf\u00e4hig sie auch sein m\u00f6gen, und dem Menschen besteht: Sie sind letztlich \u201ebruchst\u00fcckhaft\u201c in dem Sinne, dass sie nur bestimmte Funktionen der menschlichen Intelligenz imitieren oder reproduzieren k\u00f6nnen. Die Verwendung des Plurals unterstreicht auch, dass diese untereinander sehr verschiedenen Ger\u00e4te immer als \u201esoziotechnische Systeme\u201c betrachtet werden sollten. In der Tat h\u00e4ngt ihre Wirkung \u2013 unabh\u00e4ngig von der zugrundeliegenden Technologie \u2013 nicht nur davon ab, wie sie konzipiert sind, sondern auch von den Zielen und Interessen derjenigen, die sie besitzen und entwickeln, sowie von den Situationen, in denen sie eingesetzt werden.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz muss daher als eine Galaxie verschiedener Wirklichkeiten verstanden werden, und wir k\u00f6nnen nicht\u00a0<i>a priori<\/i>\u00a0davon ausgehen, dass ihre Entwicklung einen positiven Beitrag zur Zukunft der Menschheit und zum Frieden zwischen den V\u00f6lkern leisten wird. Ein solches positives Ergebnis wird nur m\u00f6glich sein, wenn wir uns als dazu f\u00e4hig erweisen, verantwortungsbewusst zu handeln und grundlegende menschliche Werte wie \u00bbInklusion, Transparenz, Sicherheit, Gerechtigkeit, Vertraulichkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit\u00ab\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>\u00a0zu respektieren.<\/p>\n<p>Es reicht auch nicht aus, bei denjenigen, die Algorithmen und digitale Technologien entwickeln, eine Verpflichtung zu ethischem und verantwortungsvollem Handeln vorauszusetzen. Es m\u00fcssen Organismen gest\u00e4rkt oder gegebenenfalls geschaffen werden, die sich mit den neu auftretenden ethischen Fragen befassen und die Rechte derjenigen sch\u00fctzen, die Formen der k\u00fcnstlichen Intelligenz nutzen oder von ihnen beeinflusst werden\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>.<\/p>\n<p>Die unermessliche Ausbreitung der Technologie muss daher mit einer angemessenen Heranbildung zur Verantwortung f\u00fcr ihre Entwicklung einhergehen. Freiheit und friedliche Koexistenz sind bedroht, wenn der Mensch der Versuchung von Egoismus, Eigennutz, Profitgier und Machtstreben erliegt. Wir haben daher die Pflicht, unseren Blick zu weiten und die technische und wissenschaftliche Forschung auf das Streben nach Frieden und Gemeinwohl auszurichten, im Dienste der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen und der Gemeinschaft\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>.<\/p>\n<p>Die einem jeden Menschen innewohnende W\u00fcrde und die Geschwisterlichkeit, die uns als Glieder der einen Menschheitsfamilie verbindet, m\u00fcssen die Grundlage f\u00fcr die Entwicklung neuer Technologien bilden und als unbestreitbare Kriterien f\u00fcr deren Bewertung noch vor ihrem Einsatz dienen, damit der digitale Fortschritt unter Wahrung der Gerechtigkeit stattfinden und zur Sache des Friedens beitragen kann. Technologische Entwicklungen, die nicht zu einer Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t der gesamten Menschheit f\u00fchren, sondern im Gegenteil Ungleichheiten und Konflikte versch\u00e4rfen, k\u00f6nnen niemals als echter Fortschritt angesehen werden\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Herausforderungen, die sie mit sich bringt, sind technischer, aber auch anthropologischer, didaktischer, sozialer und politischer Natur. Sie verspricht zum Beispiel das Ersparen schwerer Arbeit, effizientere Produktion, einfacheren Transport und dynamischere M\u00e4rkte ebenso wie eine Revolution bei der Datenerfassung, -organisation und -\u00fcberpr\u00fcfung. Wir m\u00fcssen uns der rasanten Ver\u00e4nderungen, die jetzt stattfinden, bewusst sein und sie so steuern, dass die grundlegenden Menschenrechte gewahrt bleiben und die Institutionen und Gesetze, die eine ganzheitliche menschliche Entwicklung f\u00f6rdern, respektiert werden. K\u00fcnstliche Intelligenz sollte dem besten menschlichen Potenzial und unseren h\u00f6chsten Zielen dienen, nicht mit ihnen konkurrieren.<\/p>\n<p><i>3. Die Technologie der Zukunft: Maschinen, die von selbst lernen<\/i><\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz, die auf maschinellen Lerntechniken basiert, befindet sich zwar noch in der Pionierphase, f\u00fchrt aber bereits in ihren vielf\u00e4ltigen Formen zu bedeutenden Ver\u00e4nderungen im gesellschaftlichen Gef\u00fcge und \u00fcbt einen tiefgreifenden Einfluss auf Kulturen, soziales Verhalten und Friedensstiftung aus.<\/p>\n<p>Entwicklungen wie maschinelles Lernen oder\u00a0<i>Deep Learning<\/i>\u00a0werfen Fragen auf, die \u00fcber den Bereich der Technologie und des Ingenieurwesens hinausgehen und mit einem Verst\u00e4ndnis zu tun haben, das eng mit dem Sinn des menschlichen Lebens, den grundlegenden Prozessen des Wissens und der F\u00e4higkeit des Geistes, zur Wahrheit zu gelangen, verbunden ist.<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit einiger Ger\u00e4te, syntaktisch und semantisch koh\u00e4rente Texte zu produzieren, ist zum Beispiel keine Garantie f\u00fcr Zuverl\u00e4ssigkeit. Man sagt ihnen nach, dass sie \u201ehalluzinieren\u201c k\u00f6nnen, d. h. Aussagen generieren k\u00f6nnen, die auf den ersten Blick plausibel erscheinen, in Wirklichkeit aber unbegr\u00fcndet sind oder Vorurteile weitertragen. Dies stellt ein ernstes Problem dar, wenn k\u00fcnstliche Intelligenz in Desinformationskampagnen eingesetzt wird, die falsche Nachrichten verbreiten und zu einem wachsenden Misstrauen gegen\u00fcber den Medien f\u00fchren. Vertraulichkeit, Dateneigentum und geistiges Eigentum sind weitere Bereiche, in denen die betreffenden Technologien ernsthafte Risiken bergen, zu denen noch weitere negative Folgen ihres Missbrauchs hinzukommen, wie Diskriminierung, Einmischung in Wahlprozesse, das Aufkommen einer \u00dcberwachungsgesellschaft, digitale Ausgrenzung und die Versch\u00e4rfung eines Individualismus, der sich zunehmend von der Gemeinschaft abkoppelt. All diese Faktoren bergen die Gefahr, Konflikte zu sch\u00fcren und den Frieden zu behindern.<\/p>\n<p>4.\u00a0<i>Das Gesp\u00fcr f\u00fcr Grenzen im technokratischen Paradigma<\/i><\/p>\n<p>Unsere Welt ist zu gro\u00df, zu vielf\u00e4ltig und zu komplex, um sie vollst\u00e4ndig kennen und klassifizieren zu k\u00f6nnen. Der menschliche Verstand vermag ihren Reichtum niemals auszusch\u00f6pfen, auch nicht mit Hilfe der fortschrittlichsten Algorithmen. Diese bieten n\u00e4mlich keine gesicherten Vorhersagen f\u00fcr die Zukunft, sondern nur statistische Ann\u00e4herungen. Nicht alles l\u00e4sst sich vorhersagen, nicht alles l\u00e4sst sich berechnen; letztlich steht \u00bbdie Wirklichkeit [\u2026] \u00fcber der Idee\u00ab\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>, und wie gro\u00dfartig unsere Rechenkapazit\u00e4t auch sein mag, es wird immer einen unzug\u00e4nglichen Rest geben, der sich jedem Versuch der Quantifizierung entzieht.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist die gro\u00dfe Menge an Daten, die von k\u00fcnstlichen Intelligenzen analysiert werden, an sich noch keine Garantie f\u00fcr Unparteilichkeit. Wenn Algorithmen Informationen extrapolieren, laufen sie immer Gefahr, diese zu verzerren und die Ungerechtigkeiten und Vorurteile des Umfelds, aus dem sie stammen, zu reproduzieren. Je schneller und komplexer sie werden, desto schwieriger ist es zu verstehen, warum sie ein bestimmtes Ergebnis hervorgebracht haben.<\/p>\n<p>\u201eIntelligente\u201c Maschinen m\u00f6gen die ihnen zugewiesenen Aufgaben mit zunehmender Effizienz erf\u00fcllen, aber der Zweck und der Sinn ihrer Operationen werden weiterhin von Menschen, die ihr je pers\u00f6nliches Werteuniversum besitzen, bestimmt oder erm\u00f6glicht. Es besteht die Gefahr, dass die Kriterien, die bestimmten Entscheidungen zugrunde liegen, unklarer werden, dass die Verantwortung f\u00fcr Entscheidungen verschleiert wird und dass die Produzenten sich ihrer Verpflichtung entziehen, zum Wohle der Gemeinschaft zu handeln. In gewisser Weise wird dies durch das technokratische System beg\u00fcnstigt, das die Wirtschaft mit der Technologie verbindet und das Kriterium der Effizienz beg\u00fcnstigt, indem es dazu neigt, alles zu ignorieren, was nicht mit seinen unmittelbaren Interessen zu tun hat\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>.<\/p>\n<p>Dies muss uns dazu veranlassen, \u00fcber einen Aspekt nachzudenken, der in der heutigen technokratischen und effizienzorientierten Mentalit\u00e4t so oft vernachl\u00e4ssigt wird und dennoch f\u00fcr die pers\u00f6nliche und soziale Entwicklung entscheidend ist: das \u201eGesp\u00fcr f\u00fcr Grenzen\u201c. Wenn der Mensch, der definitionsgem\u00e4\u00df sterblich ist, n\u00e4mlich meint, mit Hilfe der Technik jede Grenze zu \u00fcberschreiten, l\u00e4uft er durch die Besessenheit alles kontrollieren zu wollen Gefahr, die Kontrolle \u00fcber sich selbst zu verlieren; auf der Suche nach absoluter Freiheit in die Spirale einer technologischen Diktatur zu geraten. Das Anerkennen und Akzeptieren der eigenen gesch\u00f6pflichen Grenzen ist f\u00fcr den Menschen die unverzichtbare Bedingung, um die F\u00fclle als Gabe zu erlangen, oder besser, anzunehmen. Stattdessen k\u00f6nnten im ideologischen Kontext eines technokratischen Paradigmas, das von der prometheischen Anma\u00dfung der Autarkie beseelt ist, die Ungleichheiten ins Unermessliche wachsen und sich Wissen und Reichtum in den H\u00e4nden einiger weniger anh\u00e4ufen, was ernsthafte Risiken f\u00fcr die demokratischen Gesellschaften und das friedliche Zusammenleben mit sich bringt\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>.<\/p>\n<p>5.\u00a0<i>Brisante Themen f\u00fcr die Ethik<\/i><\/p>\n<p>In Zukunft k\u00f6nnte die Zuverl\u00e4ssigkeit eines Hypothekenbewerbers, die Eignung einer Person f\u00fcr eine Arbeit, die Wahrscheinlichkeit der R\u00fcckf\u00e4lligkeit eines Verurteilten oder das Recht, politisches Asyl oder Sozialhilfe zu erhalten, von Systemen k\u00fcnstlicher Intelligenz bestimmt werden. Das Fehlen unterschiedlicher Vermittlungsebenen, das diese Systeme mit sich bringen, ist f\u00fcr bestimmte Formen von Vorurteilen und Diskriminierung besonders anf\u00e4llig: Systemfehler k\u00f6nnen sich leicht vervielfachen und so nicht nur in Einzelf\u00e4llen zu Ungerechtigkeiten, sondern durch einen Dominoeffekt auch zu echten Formen sozialer Ungleichheit f\u00fchren.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus scheinen Formen k\u00fcnstlicher Intelligenz manchmal in der Lage zu sein, die Entscheidungen der Einzelnen durch vorgegebene Optionen, die mit Anreizen und Abschreckungen verbunden sind, oder durch Systeme zur Lenkung pers\u00f6nlicher Entscheidungen, die auf der Aufbereitung von Informationen beruhen, zu beeinflussen. Diese Formen der Manipulation oder sozialer Kontrolle bed\u00fcrfen sorgf\u00e4ltiger Aufmerksamkeit und \u00dcberwachung und implizieren eine klare rechtliche Verantwortung seitens der Hersteller, der Nutzer und der Regierungsbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Sich automatisierten Prozessen anzuvertrauen, die Individuen kategorisieren, zum Beispiel durch den allgegenw\u00e4rtigen Einsatz von \u00dcberwachungssystemen oder die Einf\u00fchrung von Systemen zur Ermittlung sozialer Bonit\u00e4t, k\u00f6nnte auch tiefgreifende Auswirkungen auf das zivilgesellschaftliche Gef\u00fcge haben, indem unangemessene Rangordnungen unter den B\u00fcrgern aufgestellt werden. Und diese k\u00fcnstlichen Ranking-Prozesse k\u00f6nnten auch zu Machtkonflikten f\u00fchren, da sie nicht nur virtuelle Adressaten betreffen, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Die grundlegende Achtung der Menschenw\u00fcrde verlangt, die Gleichsetzung der Einzigartigkeit der Person mit einem Datensatz abzulehnen. Algorithmen darf nicht erlaubt werden, die Art und Weise zu bestimmen, wie wir die Menschenrechte verstehen, die Grundwerte des Mitgef\u00fchls, der Barmherzigkeit und der Vergebung beiseite zu schieben oder die M\u00f6glichkeit auszuschlie\u00dfen, dass ein Individuum sich \u00e4ndert und die Vergangenheit hinter sich l\u00e4sst.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang kommen wir nicht umhin, \u00fcber die Auswirkungen der neuen Technologien auf das Arbeitsleben nachzudenken: T\u00e4tigkeiten, die fr\u00fcher ausschlie\u00dflich der menschlichen Arbeitskraft vorbehalten waren, werden rasch von industriellen Anwendungen der k\u00fcnstlichen Intelligenz \u00fcbernommen. Auch in diesem Fall besteht das erhebliche Risiko eines unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Vorteils f\u00fcr einige wenige zum Preis der Verarmung vieler. Die Achtung der W\u00fcrde der Arbeitnehmer und die Bedeutung der Besch\u00e4ftigung f\u00fcr den wirtschaftlichen Wohlstand der Personen, der Familien und der Gesellschaften, die Sicherheit der Arbeitspl\u00e4tze und faire Geh\u00e4lter sollten f\u00fcr die internationale Gemeinschaft eine hohe Priorit\u00e4t darstellen, w\u00e4hrend diese Formen der Technologie immer tiefer in die Arbeitswelt eindringen.<\/p>\n<p>6.<b><i>\u00a0<\/i><\/b><i>Werden wir Schwerter zu Pflugscharen machen?<\/i><\/p>\n<p>Wenn man heutzutage die Welt um uns herum betrachtet, kann man sich den ernsten ethischen Fragen im Zusammenhang mit der R\u00fcstungsindustrie nicht entziehen. Die M\u00f6glichkeit, milit\u00e4rische Operationen mittels ferngesteuerter Systeme durchzuf\u00fchren, hat zu einer verringerten Wahrnehmung der von ihnen verursachten Zerst\u00f6rungen und der Verantwortung f\u00fcr ihren Einsatz gef\u00fchrt, was zu einer noch k\u00e4lteren und distanzierteren Haltung gegen\u00fcber der gewaltigen Tragik des Krieges beitr\u00e4gt. Die Forschung im Bereich neuer Technologien f\u00fcr die so genannten \u201et\u00f6dlichen autonomen Waffensysteme\u201c, einschlie\u00dflich des Einsatzes von k\u00fcnstlicher Intelligenz im Krieg, ist ein ernster Grund f\u00fcr ethische Bedenken. Autonome Waffensysteme werden niemals moralisch verantwortliche Subjekte sein k\u00f6nnen: Die ausschlie\u00dflich menschliche F\u00e4higkeit zum moralischen Urteil und zur ethischen Entscheidungsfindung ist mehr als ein komplexer Satz von Algorithmen, und diese F\u00e4higkeit kann nicht auf die Programmierung einer Maschine reduziert werden, die, wie \u201eintelligent\u201c sie auch sein mag, doch immer eine Maschine bleibt. Aus diesem Grund ist es unerl\u00e4sslich, eine sachgem\u00e4\u00dfe, ma\u00dfgebliche und koh\u00e4rente menschliche Kontrolle der Waffensysteme zu garantieren.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen auch nicht die M\u00f6glichkeit vernachl\u00e4ssigen, dass hochentwickelte Waffen in die falschen H\u00e4nde geraten und zum Beispiel Terroranschl\u00e4ge oder Eins\u00e4tze zur Destabilisierung rechtm\u00e4\u00dfiger Regierungsinstitutionen erleichtern. Kurz gesagt, die Welt hat es wirklich nicht n\u00f6tig, dass die neuen Technologien zu einer unfairen Entwicklung des Waffenmarktes und -handels beitragen und so den Wahnsinn des Krieges f\u00f6rdern. Auf diese Weise l\u00e4uft nicht nur die Intelligenz des Menschen, sondern auch das Herz selbst Gefahr, immer \u201ek\u00fcnstlicher\u201c zu werden. Die fortschrittlichsten technischen Anwendungen sind nicht einzusetzen, um gewaltsame Konfliktl\u00f6sungen zu erleichtern, sondern um die Wege des Friedens zu ebnen.<\/p>\n<p>In einer positiveren Betrachtungsweise k\u00f6nnte k\u00fcnstliche Intelligenz, wenn sie zur F\u00f6rderung einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung eingesetzt w\u00fcrde, wichtige Innovationen in der Landwirtschaft, der Bildung und der Kultur, eine Verbesserung des Lebensstandards ganzer Nationen und V\u00f6lker sowie das Wachstum der menschlichen Geschwisterlichkeit und der sozialen Freundschaft bewirken. Letztlich ist die Art und Weise, wie wir sie nutzen, um die Geringsten einzubeziehen, d.h. unsere schw\u00e4chsten und bed\u00fcrftigsten Br\u00fcder und Schwestern, der Ma\u00dfstab, der unsere Menschlichkeit aufzeigt.<\/p>\n<p>Eine menschliche Sichtweise und der Wunsch nach einer besseren Zukunft f\u00fcr unsere Welt f\u00fchren zur Notwendigkeit eines interdisziplin\u00e4ren Dialogs, der auf ein ethisches Vorgehen f\u00fcr die Entwicklung von Algorithmen zielt \u2013 die\u00a0<i>Algor-Ethik<\/i>\u00a0\u2013, bei der die Werte die Richtung f\u00fcr die neuen Technologien weisen\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a>\u00a0. Ethische Fragen sollten vom Beginn der Forschung an ber\u00fccksichtigt werden, ebenso in den Phasen des Erprobens, des Entwickelns, der Produktion, der Logistik und der Vermarktung. Dies ist der Ansatz der\u00a0<i>Ethics by Design<\/i>, bei der den Bildungseinrichtungen und den Verantwortlichen des Entscheidungsprozesses eine wesentliche Rolle zukommt.<\/p>\n<p>7.\u00a0<i>Herausforderungen f\u00fcr die Bildung<\/i><\/p>\n<p>Die Entwicklung einer Technologie, die die Menschenw\u00fcrde respektiert und ihr dient, hat deutliche Auswirkungen auf die Bildungseinrichtungen und die Welt der Kultur. Durch die Vervielfachung der Kommunikationsm\u00f6glichkeiten haben die digitalen Technologien neue Formen der Begegnung erm\u00f6glicht. Es besteht jedoch die Notwendigkeit, fortlaufend \u00fcber die Art der Beziehungen nachzudenken, zu denen sie uns f\u00fchren. Die jungen Menschen wachsen in einem kulturellen Umfeld auf, das von der Technologie durchdrungen ist, was unweigerlich einige Fragen bez\u00fcglich der Lehr- und Ausbildungsmethoden aufwirft.<\/p>\n<p>Zu lehren, Formen k\u00fcnstlicher Intelligenz zu nutzen, sollte vor allem darauf abzielen, das kritische Denken zu f\u00f6rdern. Es ist notwendig, dass die Nutzer aller Altersgruppen, vor allem aber junge Menschen, eine F\u00e4higkeit entwickeln, Daten und Inhalte, die im Internet abgerufen wurden oder von Systemen der k\u00fcnstlichen Intelligenz erzeugt worden sind, kritisch zu verwenden. Die Schulen, die Universit\u00e4ten und die wissenschaftlichen Gemeinschaften sind aufgerufen, den Studenten und Berufst\u00e4tigen dabei zu helfen, sich die sozialen und ethischen Aspekte der Entwicklung und der Nutzung der Technologie anzueignen.<\/p>\n<p>Dazu auszubilden, die neuen Kommunikationsmittel zu verwenden, sollte nicht nur die Fehlinformation, die\u00a0<i>Fake News<\/i>\u00a0ber\u00fccksichtigen, sondern auch das beunruhigende Zunehmen \u00bbangestammte[r] \u00c4ngste, [\u2026]. Sie haben sich [\u2026] zu verbergen gewusst und vermochten sich hinter neuen Technologien zu potenzieren\u00ab\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>\u00a0. Leider m\u00fcssen wir wieder einmal gegen die Versuchung ank\u00e4mpfen, \u00bbeine Kultur der Mauern zu errichten, Mauern hochzuziehen, um [die] Begegnung mit anderen Kulturen, mit anderen Menschen\u00ab\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>\u00a0und die Entwicklung eines friedlichen und geschwisterlichen Zusammenlebens zu verhindern.<\/p>\n<p>8.\u00a0<i>Herausforderungen f\u00fcr die Entwicklung des V\u00f6lkerrechts<\/i><\/p>\n<p>Die globale Reichweite der k\u00fcnstlichen Intelligenz macht deutlich, dass neben der Verantwortung der souver\u00e4nen Staaten, deren Einsatz innerhalb ihres eigenen Hoheitsgebiets zu regeln, internationale Organisationen eine entscheidende Rolle beim Abschluss multilateraler Vereinbarungen spielen k\u00f6nnen und dabei, deren Anwendung und Umsetzung zu koordinieren\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>\u00a0. In dieser Hinsicht fordere ich die V\u00f6lkergemeinschaft auf, gemeinsam daran zu arbeiten, einen verbindlichen internationalen Vertrag zu schlie\u00dfen, der die Entwicklung und den Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz in ihren vielf\u00e4ltigen Formen regelt. Das Ziel der Regulierung sollte nat\u00fcrlich nicht nur die Verhinderung sch\u00e4dlicher Praktiken sein, sondern auch die Ermutigung zu einer guten Praxis, indem neue und kreative Ans\u00e4tze angeregt sowie pers\u00f6nliche und gemeinschaftliche Initiativen erleichtert werden\u00a0<a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>\u00a0.<\/p>\n<p>Letztlich ist es bei der Suche nach normativen Regelungen, die den Entwicklern digitaler Technologien eine ethische Orientierung bieten k\u00f6nnen, unerl\u00e4sslich, die menschlichen Werte zu identifizieren, die den Bem\u00fchungen der Gesellschaften zugrunde liegen sollten, um die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu formulieren, zu beschlie\u00dfen und anzuwenden. Das Erarbeiten ethischer Richtlinien f\u00fcr die Entwicklung k\u00fcnstlicher Intelligenz kann nicht davon absehen, die tieferen Fragen nach dem Sinn der menschlichen Existenz, dem Schutz der grundlegenden Menschenrechte und dem Streben nach Gerechtigkeit und Frieden zu ber\u00fccksichtigen. Dieser Prozess ethischer und rechtlicher Unterscheidung kann eine wertvolle Gelegenheit bieten, um gemeinsam dar\u00fcber nachzudenken, welche Rolle die Technologie in unserem individuellen und gemeinschaftlichen Leben spielen sollte und wie ihr Einsatz zur Schaffung einer gerechteren und menschlicheren Welt beitragen kann. Aus diesem Grund sollten die Stimmen aller betroffenen Gruppen in den Debatten \u00fcber die Regulierung der k\u00fcnstlichen Intelligenz ber\u00fccksichtigt werden, auch die Armen, die Ausgegrenzten und andere, die in globalen Entscheidungsprozessen oft ungeh\u00f6rt bleiben.<\/p>\n<p>* * * * *<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass diese \u00dcberlegungen dazu ermutigen, daf\u00fcr zu sorgen, dass der Fortschritt bei der Entwicklung von Formen k\u00fcnstlicher Intelligenz letztlich der Sache der menschlichen Geschwisterlichkeit und des Friedens dient. Dies ist nicht die Verantwortung einiger weniger, sondern der gesamten Menschheitsfamilie. Der Friede ist n\u00e4mlich die Frucht von Beziehungen, die den anderen in seiner unver\u00e4u\u00dferlichen W\u00fcrde anerkennen und annehmen, sowie von Zusammenarbeit und Engagement bei der Suche nach der ganzheitlichen Entwicklung aller Menschen und aller V\u00f6lker.<\/p>\n<p>Mein Gebet zu Beginn des neuen Jahres ist, dass die rapide Entwicklung von Formen k\u00fcnstlicher Intelligenz die vielen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, die es in der Welt bereits gibt, nicht noch vergr\u00f6\u00dfert, sondern dazu beitr\u00e4gt, Kriege und Konflikte zu beenden und viele Formen des Leidens zu lindern, die die Menschheitsfamilie heimsuchen. M\u00f6gen die Christen, die Gl\u00e4ubigen der verschiedenen Religionen und die M\u00e4nner und Frauen guten Willens in Harmonie zusammenarbeiten, um die Chancen zu nutzen und sich den durch die digitale Revolution verursachten Herausforderungen zu stellen und um den k\u00fcnftigen Generationen eine solidarischere, gerechtere und friedlichere Welt zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Aus dem Vatikan, am 8. Dezember 2023<\/p>\n<p>FRANZISKUS<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0Nr. 33.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0<i>Ebd.,\u00a0<\/i>Nr. 57.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0Vgl. Enzyklika\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a>\u00a0<\/i>(24. Mai 2015), 104.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0Vgl.\u00a0<i>ebd.<\/i>, 114.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2023\/march\/documents\/20230327-minerva-dialogues.html\">Ansprache an die Teilnehmer der Begegnung der \u201eMinerva Dialogues\u201c<\/a><\/i>\u00a0(27. M\u00e4rz 2023).<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0Vgl.\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2023\/march\/documents\/20230327-minerva-dialogues.html\">ebd<\/a><\/i>.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0<i>Botschaft an den Vorstandsvorsitzenden des \u201eWorld Economic Forum\u201c in Davos-Klosters<\/i>\u00a0(12. Januar 2018).<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>\u00a0Vgl. Enzyklika\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/i>, 194;\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2019\/september\/documents\/papa-francesco_20190927_eradigitale.html\">Ansprache an die Teilnehmer des Seminars \u201eDas Gemeinwohl im digitalen Zeitalter\u201c<\/a><\/i>\u00a0(27. September 2019).<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>\u00a0Apostolisches Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html#Die_Wirklichkeit_ist_wichtiger_als_die_Idee\">Evangelii gaudium<\/a><\/i>\u00a0(24 Novembre 2013), 233.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>\u00a0Vgl. Enzyklika\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/i>, 54.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a>\u00a0Vgl.\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2020\/february\/documents\/papa-francesco_20200228_accademia-perlavita.html\">Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung der P\u00e4pstlichen Akademie f\u00fcr das Leben<\/a><\/i>\u00a0(28. Februar 2020).<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0Vgl.\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2020\/february\/documents\/papa-francesco_20200228_accademia-perlavita.html\">ebd<\/a><\/i>.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>\u00a0Enzyklika\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html#27\">Fratelli tutti<\/a>\u00a0<\/i>(3. Oktober 2020), 27.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>\u00a0Vgl.\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html#27\">ebd<\/a>.<\/i><\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>\u00a0Vgl.\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html#170\">ebd<\/a>.<\/i>, 170-175.<\/p>\n<p><a class=\" cleaner\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>\u00a0Vgl. Enzyklika\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html\">Laudato si\u2019<\/a><\/i>, 177.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/peace\/documents\/20231208-messaggio-57giornatamondiale-pace2024.html\">www.vatican.va<\/a><\/p>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/en\/pope\/news\/2024-01\/pope-remembers-victims-of-conflicts-saying-war-is-madness.html\">www.vaticannews.va<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstliche Intelligenz und Frieden Zu Beginn des neuen Jahres, einer Zeit der Gnade, die der Herr jedem von uns gew\u00e4hrt, m\u00f6chte ich mich an das Volk Gottes, an die Nationen, an die Staats- und Regierungschefs, an die Vertreter der verschiedenen Religionen und der Zivilgesellschaft sowie an alle M\u00e4nner und Frauen unserer Zeit wenden, um ihnen meine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":60776,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60782"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60782"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60782\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60783,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60782\/revisions\/60783"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60782"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60782"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60782"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}