{"id":63314,"date":"2024-04-21T06:51:10","date_gmt":"2024-04-21T03:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=63314"},"modified":"2024-04-22T19:52:12","modified_gmt":"2024-04-22T16:52:12","slug":"erinnerungen-an-unsere-hirten-zum-sonntag-des-guten-hirten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/erinnerungen-an-unsere-hirten-zum-sonntag-des-guten-hirten\/","title":{"rendered":"Erinnerungen an unsere Hirten zum Sonntag des Guten Hirten"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch bin der gute Hirte. Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.\u201c (Johannes 10,14), sagt Jesus zu seinen J\u00fcngern und seinen Freunden. Im r\u00f6misch-katholischen Kalender ist der vierte Sonntag nach Ostern der Sonntag des Guten Hirten. An diesem Tag beten die Gl\u00e4ubigen in aller Welt um Berufungen zum Priestertum und zum Gott-geweihten Leben.<br \/>\nAm Sonntag des Guten Hirten erinnern sich viele Priester wahrscheinlich auch an jenen Pfarrer oder geistlichen Begleiter, den sie als Vorbild betrachten, der sie damals in ihrer Entscheidung f\u00fcr den Priesterberuf best\u00e4rkt und unterst\u00fctzt hat und der ihnen in ihrem priesterlichen Dienst zur Seite stand und sie unterst\u00fctzte. Einige Priester tun dies heute, f\u00fcr unsere Leser, schriftlich.<\/p>\n<p><strong>Domherr Zsolt Szilv\u00e1gyi<\/strong>, Pastoralvikar, Pfarrer von Temeswar IV. Josefstadt: &#8211; \u201eBis zur vierten Klasse war der Pfarrer unseres Dorfes Pater Antal M\u00e9sz\u00e1ros, ein \u00e4lterer Lazaristenpriester. Er war schon alt, als ich ihn kennenlernte, aber er hatte trotzdem einen gro\u00dfen Einfluss auf mich als Kind. Er tat nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches, aber ich sp\u00fcrte schon als Kind, dass er seine Berufung mit ganzem Herzen lebte. Sp\u00e4ter fand ich heraus, dass er urspr\u00fcnglich aus Ungarn stammte. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb er hier, weil er sah, dass er hier mehr gebraucht wurde. Ich erinnere mich deutlich daran, dass ich ihn oft beten sah, wenn ich in die Pfarrei kam. Unter anderem betete er eindringlich f\u00fcr Priesterberufungen. Ich sollte erw\u00e4hnen, dass aus meinem Heimatdorf, Neusimand \/ Zimandul Nou, noch niemand die Priesterberufung ergriffen hatte.<br \/>\nAls ich ein kleines Kind war und \u00abPriester\u00bb spielte, wollte ich wie er sein. Die Zeiten haben sich sehr ge\u00e4ndert. Ich selbst bin seit dreiundzwanzig Jahren Priester. Aber ich sehe diesen Priester heute noch genauso an wie damals, als ich ein Kind war. Jetzt, unter ver\u00e4nderten Umst\u00e4nden, m\u00f6chte ich immer noch so sein wie er: f\u00fcr Gott und f\u00fcr die Menschen leben. Ich besuchte ihn von Zeit zu Zeit, auch nachdem er in den Ruhestand gegangen war. Ich war in der neunten Klasse, als er verstarb. Heute betrachte ich ihn als meinen himmlischen F\u00fcrsprecher.<\/p>\n<p><strong>Domherr J\u00e1nos Kapor<\/strong>, Pfarrer von Kischineu am Kreisch und Schimonyidorf: &#8211; \u201eK\u00fcrzlich, am Gr\u00fcndonnerstag, nach der Chrisammesse, erhielt ich eine Einladung zur Diamantenen Messe von Msgr. Gy\u00f6rgy K\u00f3bor, dem emeritierten Pfarrer von Tschakowa, in der er uns aufforderte, gemeinsam Gott f\u00fcr die Gnaden, die Treue und den Dienst zu danken, den er 60 Jahre lang f\u00fcr die Rettung der Seelen geleistet hat. Der Sonntag des Guten Hirten ist eine gute Gelegenheit, zur\u00fcckzublicken und \u00fcber die wichtigsten Merkmale seines priesterlichen Dienstes nachzudenken. Ich habe irgendwo gelesen, dass der Gute Hirte mutig ist. Es erfordert Mut, es zu wagen, die Wahrheit zu verteidigen, ohne unseren Glauben den Anforderungen dieser Welt zu opfern. Anfang der siebziger Jahre brauchte Pfarrer K\u00f3bor Mut, um es zu wagen, f\u00fcr seine Gl\u00e4ubigen einzutreten, um es zu wagen, f\u00fcr seine Kirche einzutreten und dem Volk Gottes beizustehen, trotz der Zeiten, in denen wir lebten.<br \/>\nEin weiteres Merkmal des Guten Hirten ist, dass sich jeder an ihn wenden kann. Auf diese Weise kann das Vertrauen der Menschen wiedergewonnen werden. Darum bem\u00fchte sich Pfr. K\u00f3bor in den fr\u00fchen 1970er Jahren, um die Menschen n\u00e4her zu Gott und zur Heiligen Mutter Kirche zu bringen. Und Gott schenkte ihm dieses Charisma, dass er in der Lage war, die Jungen und die Alten, die Kleinen und die Gro\u00dfen zu erreichen und jedem einen Platz in der Pfarrei anzubieten. Wir sagen oft, dass der Gute Hirte f\u00fcrsorglich ist. Ich habe irgendwo gelesen, dass der Hirte seine Herde nicht f\u00fcttert, sondern sie f\u00fchrt.<br \/>\nDass Pfr. K\u00f3bor uns drei (Pfr. J\u00e1nos Kapor, Pfr. Johann P\u00e1lfi und Pfr. Gyula Dorin Filip &#8211; Anm. d. Redaktion) zum priesterlichen Dienst begleiten konnte, lag neben der g\u00f6ttlichen Gnade auch daran, dass uns sein Lebens- und Dienstbeispiel jeden Tag vor Augen stand. Was mich pers\u00f6nlich beeindruckt und bewegt hat, war die Tatsache, dass der Gute Hirte Verantwortung f\u00fcr andere \u00fcbernimmt. Das ist es, was ich in der N\u00e4he von Pfr. K\u00f3bor erlebte, das ist es, was mich ber\u00fchrte, als ich langsam begriff, dass auch ich den Weg gehen muss, den er mir zeigte. Als ich in der sechsten oder siebten Klasse war, bat mich Pfr. K\u00f3bor, die Maiandacht zu Ehren der Muttergottes zu leiten, weil er einen Motorradunfall gehabt hatte. Obwohl ich schon seit einiger Zeit ein vertrauter Ministrant war, war ich ger\u00fchrt, dass er so viel Vertrauen in mich hatte. Ich leitete die Andachten im Oktober und im Mai, was meine Berufung und meine tiefe Verehrung f\u00fcr die Heilige Jungfrau Maria weiter st\u00e4rkte.<\/p>\n<p><strong>Domherr Nikola Lau\u0161<\/strong>, Direktor der bisch\u00f6flichen Kanzlei: &#8211; \u201eIch denke, dass wir heute kaum noch Menschen finden, die uns wirklich inspirieren. Vielmehr lassen wir uns von den popul\u00e4rsten Menschen oder den so genannten \u00abBer\u00fchmtheiten\u00bb der Welt formen und ver\u00e4ndern, ohne auf ihr Wertesystem, die von ihnen vertretenen moralischen Standards oder christliches Verhalten zu achten. Aber wir sehen, dass die Auswirkungen nicht das sind, was wir in unserem Leben wollen, und dass es immer schwieriger wird, Erf\u00fcllung, Frieden und Gl\u00fcck in unserer Seele zu finden und zu bewahren. Wahre Freude ist immer seltener anzutreffen. Und dann w\u00e4re es gerechtfertigt, sich zu fragen, welchen Vorbildern ich auf meinem Weg folge? Wem folge ich im Leben und wie werde ich von meinen Mitmenschen beeinflusst?<br \/>\nWenn ich zur\u00fcckblicke, waren meine Kindheit und Jugend stark vom Beispiel des Pfarrers meines Heimatdorfes gepr\u00e4gt: Pfr. Marian Tincul, den der liebe Gott vor vier Jahren zu sich rief, nachdem er der Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen in Lupak und ihren Filialen fast 50 Jahre lang gedient hatte! Er entsprach vielleicht nicht dem, was die jungen Leute von heute suchen, aber sein fester und doch einf\u00fchlsamer Charakter, sein charismatisches Auftreten und seine fromme und treue Art, seinen Glauben zu leben, haben sicherlich viele Leben beeinflusst und \u00abber\u00fchrt\u00bb.<br \/>\nIch erinnere mich noch an die Zeiten, in denen er uns als Kinder zu Freizeitabenden im Pfarrhaus versammelte, zu gemeinsamen Treffen voller sch\u00f6ner Aktivit\u00e4ten. Besonders beeindruckt hat mich, dass der Pfarrer uns durch die kleinen Dienste, die er uns anvertraute, und die Rollen, die er uns in der Messe und dar\u00fcber hinaus zuwies, Vertrauen schenkte. Die Aufmerksamkeit und F\u00fcrsorge, die er uns schenkte, gab uns das Gef\u00fchl, wertgesch\u00e4tzt zu werden. Seine guten Taten spiegelten sich nicht nur in uns, den Jugendlichen, wider, sondern aus seinem gro\u00dfen und gro\u00dfz\u00fcgigen Herzen heraus gab er allen, ohne zu z\u00f6gern, und war bereit, jedem in Not zu helfen. Seine T\u00fcr stand offen und jeder war willkommen, so wie der himmlische Vater uns alle mit offenen Armen empf\u00e4ngt und niemanden zur\u00fcckweist, der ihn sucht. Gleichzeitig hatte ich durch den Pfarrer die Gelegenheit, die Spiritualit\u00e4t der Wallfahrtsorte zu entdecken, auch in anderen L\u00e4ndern, und kam Jahr f\u00fcr Jahr im Sommer, mehrere Monate in den Ferien, um den Reichtum des Wallfahrtsortes in Marija Bistrica zu entdecken, in Kroatien (wo der dortige Pfarrer durch sein Beispiel der Seelsorge ein echter F\u00fchrer f\u00fcr mich auf meiner Reise als damaliger Student war), aber auch die Bedeutung und tiefe Spiritualit\u00e4t der Gl\u00e4ubigen, die an diesen Ort kamen, um ihren Glauben zu st\u00e4rken. Und dank des Pfarrers lernte ich verschiedene Seelsorger, Ordenspriester und Personen des geweihten Lebens kennen, deren Beispiele der Hingabe mich inspirierten und motivierten, Gott tiefer zu suchen und meine Verbindung zu meinem Erl\u00f6ser zu intensivieren.<br \/>\nNeben dem gro\u00dfen Einfluss, den Pfr. Tincul auf mich hatte, und all der Unterst\u00fctzung, die ich auf meinem Weg der Vorbereitung auf den Dienst am Herrn und an den Menschen erhielt, ist ein weiterer geistlicher Vater, der mir in meiner priesterlichen Ausbildung sehr geholfen und mich in meiner Berufung gest\u00e4rkt hat, Pater Nikola Lau\u0161 SDS, derzeit Oberer des Salvatorianerklosters von Temeswar III. Elisabethstadt. Die Klarheit seines Denkens, die Tiefe des praktizierten Glaubens und die Integrit\u00e4t seines Charakters haben mich in meinem Wunsch best\u00e4rkt, den Weg des Dienstes und des Gott-geweihten Lebens zu gehen. Seine Begleitung auf dem Weg meiner priesterlichen Ausbildung und meines Glaubenswachstums, seine treue Freundschaft und seine weise F\u00fchrung waren f\u00fcr mich ein echter Gewinn und eine unsch\u00e4tzbare Unterst\u00fctzung in meinem Leben. Seine br\u00fcderliche Liebe hat mich zu vielen Zeiten aufgerichtet, und sein freundlicher und mitf\u00fchlender Dienst ist ein Geschenk des Herrn an mich. Sein geistlicher Reichtum, die St\u00e4rke seines Glaubens und seine Seelensch\u00f6nheit waren f\u00fcr mich zweifellos ein Ansporn, mich Gott zu n\u00e4hern, ihn eifriger zu suchen und in mir die Sehnsucht nach Heiligkeit, die Sehnsucht nach Gemeinschaft mit dem Auserw\u00e4hlten, dem geliebten Heiland, der mich auf diesen Weg gerufen hat, neu zu entfachen.<br \/>\nDa ich diese Vorbilder des Glaubens in der Person dieser Priester habe, kann ich dem allm\u00e4chtigen Vater nur dankbar sein und ihnen dem\u00fctig f\u00fcr alles danken, was sie mir beigebracht haben, f\u00fcr den Glauben, den sie in meinem Herzen gepflanzt und entwickelt haben, f\u00fcr den Reichtum der Werte, die sie in meiner Seele gepflegt haben, f\u00fcr ihr konkretes und leuchtendes Beispiel der <em>Imitatio Christi<\/em>. Ich w\u00e4re heute sicherlich nicht hier, als ein dem\u00fctiger Diener des Herrn, wenn ich nicht ihre Begleitung auf meinem Lebensweg gehabt h\u00e4tte.<br \/>\nDoch unabh\u00e4ngig von unserer Berufung glaube ich, dass der Ruf f\u00fcr jeden von uns derselbe ist: unsere Existenz auf das Reich Gottes auszurichten; zu versuchen, sch\u00f6n und w\u00fcrdig als Kinder des Herrn zu leben; die echte Freude zu bewahren, die aus einem aufrichtigen Glauben und einem lebendigen Wunsch nach Erl\u00f6sung erw\u00e4chst, indem wir den Sch\u00f6pfer anbeten und unseren Mitmenschen in Einfachheit dienen. Unsere Berufung sei es, Menschen \u201enach dem Herzen des Herrn\u201c zu werden, die um des Guten Hirten willen leben, denn schlie\u00dflich \u201esind alle Dinge von ihm, durch ihn und f\u00fcr ihn\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch bin der gute Hirte. 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