{"id":64919,"date":"2024-06-10T17:10:00","date_gmt":"2024-06-10T14:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=64919"},"modified":"2024-06-10T17:10:00","modified_gmt":"2024-06-10T14:10:00","slug":"papst-franziskus-zu-besuch-auf-dem-roemischen-kapitol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-franziskus-zu-besuch-auf-dem-roemischen-kapitol\/","title":{"rendered":"Papst Franziskus zu Besuch auf dem r\u00f6mischen Kapitol"},"content":{"rendered":"<p class=\"article__subTitle\">Der Papst hofft auf Verbesserungen in Roms Randbezirken durch das Heilige Jahr, das dieses Jahr an Weihnachten startet. Das sagte er am Montagmorgen bei einem Besuch auf dem r\u00f6mischen Kapitol.<\/p>\n<div>\n<p><i><b>Anne Preckel \u2013 Vatikanstadt<\/b><\/i><\/p>\n<p>Anlass der Begegnung mit B\u00fcrgermeister Roberto Gualtieri auf dem Kapitolsh\u00fcgel war das im Dezember beginnende Heilige Jahr, zu dem mehr als 30 Millionen Pilger in der italienischen Hauptstadt und im Vatikan erwartet werden.<br \/>\nFranziskus sprach zum Auftakt des Besuches zun\u00e4chst unter vier Augen mit dem B\u00fcrgermeister. Danach hielt er eine Rede vor dem r\u00f6mischen Stadtrat. Darin zeigte er sich \u00fcberzeugt davon, dass sich das\u00a0<i>Jubil\u00e4um<\/i>\u00a0insgesamt positiv auf die Stadt Rom auswirken werde \u2013 \u201eindem es ihr Ansehen verbessert und die \u00f6ffentlichen Dienstleistungen effizienter macht\u201c. Dies sollte aber nicht nur im Stadtzentrum der Fall sein, sondern auch in den Vororten, unterstrich der Papst, der sich mehr \u201eAnn\u00e4herung\u201c, Anbindung und Austausch zwischen Stadtkern und Peripherie erhofft.<br \/>\n\u201eDas ist sehr wichtig, denn die Stadt w\u00e4chst, und diese Aufmerksamkeit, diese Beziehung wird immer wichtiger. Deshalb besuche ich gerne die Gemeinden in den Vororten, damit sie das Gef\u00fchl haben, dass der Bischof ihnen nahe ist, denn es ist sehr einfach, dem Zentrum nahe zu sein &#8211; ich bin im Zentrum -, aber die Vororte zu besuchen, bedeutet die Anwesenheit des Bischofs dort!\u201c<br \/>\nErst am Donnerstag hatte <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2024-06\/papst-besucht-weitere-rom-pfarrei-jugend-respekt-erziehen.html\">Franziskus noch eine Gemeinde in der r\u00f6mischen Westperipherie<\/a>\u00a0besucht ; der \u201eBischof von Rom\u201c stattet regelm\u00e4\u00dfig r\u00f6mischen Stadtrandgemeinden pers\u00f6nliche Besuche ab. In manchen r\u00f6mischen Vorst\u00e4dten k\u00e4mpfen Pfarrer und Gemeinden seit Jahren gegen Verwahrlosung, Drogenhandel und Gesetzlosigkeit. B\u00fcrgermeister Gualtieri, der zum linken \u201ePartito Democratico\u201c geh\u00f6rt, ist ebenfalls oft in den Vorst\u00e4dten unterwegs und versucht, durch bauliche Sanierungen und neue Verkehrsanbindungen die soziale Lage dort zu verbessern.<\/p>\n<p><strong>Freundschaftliche Beziehungen<\/strong><br \/>\nFranziskus dankte der Stadtverwaltung Rom und auch der italienischen Regierung f\u00fcr deren Unterst\u00fctzung der Vorbereitungen f\u00fcr das Heilige Jahr 2025. Die Kooperation zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl seien freundschaftlich und best\u00fcnden aus \u201emenschlichen Beziehungen\u201c, hob der Papst hervor, Geldfragen seien \u201ezweitrangig\u201c.<br \/>\nF\u00fcr das Heilige Jahr 2025 ist B\u00fcrgermeister Roberto Gualtieri zus\u00e4tzlich \u201eSonderkommissar\u201c der italienischen Regierung f\u00fcr die zahlreichen Baustellen in Rom, mit denen vor allem die Mobilit\u00e4t f\u00fcr Pilger und Touristen verbessert werden soll. Von den mehr als 60 derzeit offenen Baustellen werden jedoch vermutlich nicht alle bis zur Er\u00f6ffnung des Heiligen Jahrs am bevorstehenden Heiligen Abend abgeschlossen sein.<\/p>\n<p><strong>Universeller Geist von Rom<\/strong><br \/>\nRom sei eine \u201eStadt mit universellem Geist\u201c, f\u00fchrte Franziskus in seiner Ansprache vor Vertretern der italienischen Politik aus. Ausf\u00fchrlich ging er auf die Geschichte der Stadt von der Antike bis heute ein und hob die globale Bedeutung Roms hervor &#8211; vor Hintergrund seiner Geschichte und als Zentrum der weltweiten katholischen Kirche.<br \/>\nDieser Geist von Rom solle \u201eim Dienst der N\u00e4chstenliebe, der Aufnahme und Gastfreundschaft\u201c stehen, bekr\u00e4ftigte er, vor allem im Dienst an den Schw\u00e4chsten, so Franziskus.<br \/>\n\u201ePilger, Touristen, Migranten, Menschen in Not, die \u00c4rmsten, die Einsamen, die Kranken, die Gefangenen, die Ausgeschlossenen seien die wahrhaftigsten Zeugen dieses Geistes. Und deshalb habe ich beschlossen, eine Heilige Pforte in einem Gef\u00e4ngnis zu \u00f6ffnen. Und diese m\u00f6gen bezeugen, dass die Autorit\u00e4t voll und ganz eine solche ist, wenn sie im Dienst aller steht, wenn sie ihre legitime Macht dazu nutzt, den Bed\u00fcrfnissen der B\u00fcrger und insbesondere der Schw\u00e4chsten und Letzten zu entsprechen.\u201c<br \/>\nFranziskus bezog sich hier auf seinen Plan, innerhalb des Heiligen Jahres 2025 eine <i>Heilige Pforte<\/i>\u00a0in einem r\u00f6mischen Gef\u00e4ngnis zu \u00f6ffnen. Die Geste hatte er in der Bulle zum Jubil\u00e4um bereits angek\u00fcndigt. Regelm\u00e4\u00dfig kehrt der Papst in Gef\u00e4ngnissen ein, wo er H\u00e4ftlingen an Gr\u00fcndonnerstag etwa die F\u00fc\u00dfe wusch.<\/p>\n<p><strong>Rom als Symbol<\/strong><br \/>\nDas Heilige Jahr sei eine \u201eChance\u201c f\u00fcr die Stadt Rom, betonte der Papst, der dazu aufrief, der Stadt mit vereinten Kr\u00e4ften zu einer \u201eWiedergeburt\u201c zu verhelfen.<br \/>\nAlle Probleme der Stadt k\u00f6nnten \u201ezu einer Chance f\u00fcr Entwicklung werden: zivil, sozial, wirtschaftlich, kulturell\u201c, so der Papst, der sich f\u00fcr das Heilige Jahr 2025 eine Wiederentdeckung der besonderen Bedeutung Roms als Stadt der N\u00e4chstenliebe und der Gastfreundschaft w\u00fcnscht: \u201eM\u00f6ge das Bewusstsein f\u00fcr den Wert Roms, f\u00fcr das Symbol, das es auf allen Kontinenten darstellt, in allen wiedergeboren werden.\u201c<br \/>\nZum Schluss seiner Ansprache ging der Papst auf seine besondere Beziehung zur Marienikone \u201eSalus Populi Romani\u201c (lat. f\u00fcr \u201eHeil des r\u00f6mischen Volkes\u201c) ein, die er schon als junger Mann verehrt habe. Sie m\u00f6ge \u00fcber die Stadt und ihre Menschen wachen, Hoffnung schenken und N\u00e4chstenliebe wecken, damit Rom auch heute \u201eein Leuchtturm der Zivilisation und F\u00f6rderer des Friedens\u201c sein k\u00f6nne.<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrgermeister k\u00fcndigt Projekte an<\/strong><br \/>\n\u201eDas Jubil\u00e4um wird Rom besser machen\u201c, zeigte sich der r\u00f6mische B\u00fcrgermeister in seinem Gru\u00dfwort laut Redetext \u00fcberzeugt. Roberto Gualtieri k\u00fcndigte mehrere Projekte im \u00f6kologischen und sozialen Bereich ein, die im Kontext des Heiligen Jahres als \u201egreifbare Zeichen der Hoffnung\u201c umgesetzt w\u00fcrden, darunter ein \u201eneues Altenheim in einem von der Kriminalit\u00e4t beschlagnahmten Geb\u00e4ude im Aventin-Viertel\u201c sowie ein Ausbildungsprojekt f\u00fcr H\u00e4ftlinge im r\u00f6mischen Gef\u00e4ngnis Rebibbia.<br \/>\nAu\u00dferdem bem\u00fche sich die Stadtverwaltung darum, \u201eRom zu einem gro\u00dfen Laboratorium f\u00fcr integrale \u00d6kologie zu machen, die Stadt zu ver\u00e4ndern und besser zu machen, n\u00e4her an den Menschen\u201c, wie Gualtieri ank\u00fcndigte. Dazu geh\u00f6re unter anderem der Kampf gegen Smog, die Schaffung neuer \u00f6ffentlicher R\u00e4ume, die vor allem in den st\u00e4dtischen und sozialen Randgebieten zu Integration beitragen sollten.<\/p>\n<p><strong>Wertvoller Beitrag des Papstes und der Kirche<\/strong><br \/>\nGualtieri w\u00fcrdigte ausdr\u00fccklich den Beitrag der Kirche zu einem sozialen und menschlichen Miteinander in der Stadt. \u201eHeute, da in unseren Vorst\u00e4dten Migranten ankommen, die vor Krieg und Elend fliehen, und da es immer offensichtlicher wird, dass nur eine Politik, die sich an den Grunds\u00e4tzen der Br\u00fcderlichkeit und der Zentralit\u00e4t der Person orientiert, diese ,abgrundtiefen Entfernungen\u2018 zwischen den Menschen und den Stadtvierteln \u00fcberbr\u00fccken kann, ist der Anreiz und der Beitrag der Kirche noch wertvoller und fruchtbarer.\u201c<br \/>\nDie Pr\u00e4senz des Heiligen Stuhles und das Lehramt des Papstes bereicherten Rom als eine \u201eStadt der Solidarit\u00e4t\u201c und einen \u201eOrt des Dialogs zwischen Menschen verschiedener Religionen und Kulturen\u201c, formulierte Gualtieri: \u201eWir wollen, dass das Jubil\u00e4um der Hoffnung Rom nicht nur ein materielles Erbe hinterl\u00e4sst, sondern auch ein Erbe ethischer und sozialer Werte, das wir der Menschheit anbieten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Gru\u00df an r\u00f6mische B\u00fcrger<\/strong><br \/>\nBei seinem Besuch trug sich Franziskus ins Goldene Buch der Stadt ein. Als Geschenk \u00fcberreichte der r\u00f6mische B\u00fcrgermeister Franziskus eine Silbermedaille zur Erinnerung und eine Urkunde \u00fcber die Einleitung einiger sozialer Initiativen. Der Papst hinterlie\u00df unter anderem ein Mosaik mit der Darstellung des Titusbogens sowie Ausgaben der Bulle zur Verk\u00fcndigung des Heiligen Jahres 2025.<br \/>\nVon der Loggia des \u201ePalazzo Senatorio\u201c aus gr\u00fc\u00dfte Papst Franziskus die auf dem Vorplatz \u201ePiazza del Campidoglio\u201c versammelten r\u00f6mischen B\u00fcrger und Mitarbeiter der Stadt, darunter Vertreter des Zivilschutzes, der M\u00fcllentsorgung Ama und der Gendarmerie, dankte ihnen und sprach ein \u201eAve Maria\u201c.<br \/>\nDer letzte Besuch des Papstes auf dem Kapitol liegt f\u00fcnf Jahre zur\u00fcck. Damals, am 26. M\u00e4rz 2019, forderte Franziskus in einer Ansprache, Rom m\u00fcsse &#8211; auch mit Blick auf die Migranten \u2013 \u201eeine Stadt der Br\u00fccken und nicht der Mauern\u201c sein.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2024-06\/papst-kapitol-gualtieri-peripherie-rom-gefaengnis.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/en\/pope\/news\/2024-06\/pope-francis-visit-capitoline-rome-mayor-jubilee-year.html\">www.vaticannews.va\/en<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Papst hofft auf Verbesserungen in Roms Randbezirken durch das Heilige Jahr, das dieses Jahr an Weihnachten startet. Das sagte er am Montagmorgen bei einem Besuch auf dem r\u00f6mischen Kapitol. 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