{"id":66149,"date":"2024-07-21T12:49:13","date_gmt":"2024-07-21T09:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=66149"},"modified":"2024-07-26T12:50:41","modified_gmt":"2024-07-26T09:50:41","slug":"donauschwaben-verbreiteten-und-wahrten-den-glauben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/donauschwaben-verbreiteten-und-wahrten-den-glauben\/","title":{"rendered":"Donauschwaben verbreiteten und wahrten den Glauben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unter dem Motto \u201eMit dem Mut Mariens \u2026\u201c fand am 13.\/14. Juli 2024 die 63. Gel\u00f6bniswallfahrt der Donauschwaben nach Alt\u00f6tting statt.<\/strong><\/p>\n<p><em>Entstehung der donauschw\u00e4bischen Gel\u00f6bniswallfahrten<\/em><br \/>\nDer 24. M\u00e4rz 1946 am Vorabend des Festes Mari\u00e4 Verk\u00fcndigung war der Tag, an dem <em>Pater<\/em> <em>Wendelin Gruber<\/em> zusammen mit seinen hoffnungslos im Vernichtungslager Gakowa (Jugoslawien) dahinsiechenden donauschw\u00e4bischen Landsleuten in einer Messfeier bei \u00fcberquellendem Gotteshaus gelobte, j\u00e4hrlich aus Dankbarkeit zu wallfahren, \u201ewenn wir am Leben bleiben\u201c. Zu Pfingsten 1946 wiederholte er dieses Gel\u00f6bnis bei einem geheimen Gottesdienst im Vernichtungslager Rudolfsgnad. An dieses Versprechen erinnerte der Jesuitenpater seine Landsleute, nachdem er durch Vermittlung von Bundeskanzler Konrad Adenauer aus sechsj\u00e4hriger Kerkerhaft in Jugoslawien nach Deutschland entlassen worden war. Bis heute wird dieses Gel\u00f6bnis von \u00dcberlebenden und Bekennern bei Wallfahrten in Europa, Nord- und S\u00fcdamerika jedes Jahr aufs Neue eingel\u00f6st. L\u00e4ngst ist es zum Klassiker donauschw\u00e4bischer Nachkriegsfr\u00f6mmigkeit geworden. 1959 gr\u00fcndete Gruber die Gel\u00f6bniswallfahrt nach Alt\u00f6tting, die seither allj\u00e4hrlich am zweiten Wochenende im Juli als gr\u00f6\u00dfte der donauschw\u00e4bischen Gel\u00f6bniswallfahrten stattfindet, unterbrochen lediglich durch die Corona-Pandemie, dieses Jahr zum 63. Mal.<\/p>\n<p><em>Er\u00f6ffnungsgottesdienst mit Vortrag<\/em><br \/>\nIn der Stiftskirche zelebrierte am Samstag um 15 Uhr <em>Stiftskanoniker Johann Palfi<\/em> \u2013 wie in den Vorjahren \u2013 zusammen mit <em>Pfr. Zoltan-Josef Kocsik<\/em>, <em>Pfr. Paul Kollar<\/em>, <em>Msgr. Andreas Straub<\/em> und <em>Pfr. Karl Zirmer<\/em> den Er\u00f6ffnungsgottesdienst. In vier Sprachen begr\u00fc\u00dfte er seine Konzelebranten und Wallfahrer\/innen aus Deutschland und \u00d6sterreich, dem ehemaligen Jugoslawien, Rum\u00e4nien und Ungarn im Namen des St. Gerhardswerks und des Gerhardsforums und betonte, dass die Donauschwaben bis heute ihre Kultur und Religion heiliggehalten h\u00e4tten und es darauf ankomme, dass sie Pater Wendelin Grubers Gel\u00f6bnis gemeinsam einl\u00f6sen. <em>Pfr. Zoltan-Josef Kocsik<\/em> stellte sich als Leiter des \u201eGerhardinums\u201c in Temeswar vor, einer katholischen Schule der Di\u00f6zese Temeswar. Sie besteht seit fast 30 Jahren, f\u00fchrt die Jugendlichen in die christliche Lehre ein, bereitet die Gymnasialsch\u00fcler mit theologisch-humanistischem Profil auf das Abitur vor, wobei die erste Fremdsprache Deutsch und die zweite Englisch ist, hat ein eigenes Internat f\u00fcr 80 Sch\u00fcler, in der eigenen K\u00fcche wird jeden Tag f\u00fcr 260 Kinder und Sch\u00fcler gekocht. Kocsik brachte zum Ausdruck, mit dem St. Gerhardswerk in Deutschland k\u00fcnftig zusammenarbeiten zu wollen, um der Jugend die Geschichte sowie das religi\u00f6se und kulturelle Erbe der Donauschwaben n\u00e4herzubringen. <em>Ursula St\u00f6ckl<\/em> begleitete an der Orgel die heute in Bayern heimischen, aber aus dem Banater Bergland stammenden <em>Weidenthaler Chorm\u00e4dels<\/em>. Die Pilger lauschten ergriffen dem harmonischen Ensemble. <em>Domkapitular Andreas Reinholz<\/em>, Pfarrer an der Wallfahrtsbasilika minor Maria Radna im rum\u00e4nischen Banat, referierte anschlie\u00dfend zum Thema \u201eM\u00e4rtyrer in der Zeit des Totalitarismus in Rum\u00e4nien\u201c. Nach dem schonungslosen Angriff des kommunistischen Regimes zun\u00e4chst auf die deutsche Bev\u00f6lkerung insgesamt des Landes mit Vertreibungspl\u00e4nen, Internierung, Enteignung, Diffamierungskampagnen und Deportation zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion wuchs auch der Druck auf Religionen und Kirchen, vor allem auf die Katholische Kirche in Rum\u00e4nien, dessen Auswirkungen \u00fcber Jahrzehnte hinweg und teilweise bis heute sp\u00fcrbar seien. S\u00e4mtliche Orden und Kongregationen, die sich mit Unterricht, Erziehung, Krankenpflege und sozialer Assistenz besch\u00e4ftigten, wurden verboten, Bisch\u00f6fe und Priester unter der Anklage der Spionage f\u00fcr den Vatikan verhaftet und ihre Kathedralen vom Staat \u00fcbernommen. Aus dem rum\u00e4nischen Banat seien insgesamt 55 Priester verhaftet und teils \u00fcber Jahre in Einzelhaft gehalten worden. Reinholz selbst kannte davon noch 20 Pers\u00f6nlichkeiten, von denen er besonders das Schicksal von Bischof Adalbert Boros genauer schilderte. Trotz dessen langer Gefangenschaft und todesbereiten Bekenner-Schicksals habe er kirchentreu und ohne Hass auf seine Peiniger bis ins hohe Alter Mut, Freude und Optimismus ausgestrahlt und dadurch andere Menschen zum Glauben inspiriert.<\/p>\n<p><em>Pontifikalamt und Lichterprozession<\/em><br \/>\nDer Vorabendgottesdienst in der Basilika St. Anna um 20 Uhr entfiel diesmal zugunsten eines Pontifikalamtes im Rahmen eines Symposiums \u00fcber Papst Benedikt XVI. Dessen ehemaliger Privatsekret\u00e4r <em>Erzbischof Dr. Georg G\u00e4nswein<\/em> war dabei der Hauptzelebrant zusammen mit <em>Kurt Kardinal Koch<\/em>. Auch die donauschw\u00e4bische Priesterschaft feierte den Gottesdienst mit. \u2013 Nach der Messe prozessierten die Pilger, angef\u00fchrt und mit Gebeten \u00fcber Lautsprecher begleitet von dem Wallfahrtsrektor und Alt\u00f6ttinger Stadtpfarrer <em>Pr\u00e4lat <\/em><em>G\u00fcnther Mandl<\/em>, der donauschw\u00e4bischen Geistlichkeit und der Blaskapelle Alt\u00f6tting, in der Abendd\u00e4mmerung mit ihren Kerzenlichtern von der Basilika zum Kapellplatz und umrundeten drei Mal die Gnadenkapelle, stimmten vor allem der Gottesmutter gewidmete Kirchenlieder an, manche in and\u00e4chtiger Sangesfreude bis weit nach 22 Uhr.<\/p>\n<p><em>Prozession zur Basilika<\/em><br \/>\nAm Sonntagmorgen bewegte sich zu den festlichen Kl\u00e4ngen der Blaskapelle der HOG Sanktanna unter Leitung von <em>Josef Wunderlich<\/em> eine Prozession von der Stiftskirche zur Basilika, vorn die Tr\u00e4ger(innen) des Kreuzes, dahinter einer Kerze mit Inschrift \u201e63. Gel\u00f6bniswallfahrt\u201c, dann in der Mitte die Fahne des St. Gerhardswerks, links und rechts flankiert von einer Tafel mit dem Bildnis Pater Grubers und einer mit der Kirche des Wallfahrtsortes Maria Radna, es folgten Fahnenabordnungen, vier Frauen mit Marienstatue auf einer Trage, Musikkapelle, Geistlichkeit, Trachtentr\u00e4ger und Pilger.<\/p>\n<p><em>Begr\u00fc\u00dfung in der Basilika<\/em><br \/>\nNach dem Einzug aller Beteiligten in die Basilika begr\u00fc\u00dfte <em>Dipl. Ing. Josef Lutz<\/em> aus Sanktanna\/N\u00fcrnberg, der Organisator der Wallfahrt und Stellvertretende Vorsitzende des St. Gerhardswerks Stuttgart, im Namen seiner Organisation und des Gerhardsforums M\u00fcnchen die Pilger und Gl\u00e4ubigen sowie namentlich eine Reihe von Ehreng\u00e4sten, zuerst den Hauptzelebranten <em>Erzbischof em Dr. Ludwig Schick<\/em> von der Di\u00f6zese Bamberg, die Stellvertretende B\u00fcrgermeisterin <em>Christine Burghart<\/em> in Begleitung, <em>Dr. Angela Ili\u0107<\/em> vom Institut f\u00fcr deutsche Kultur und Geschichte S\u00fcdosteuropas an der LMU M\u00fcnchen, den Vorsitzenden des St. Gerhardswerks <em>Pfr. Klaus Rapp<\/em>, Domkapitular i. R. <em>Msgr.<\/em> <em>Dr. Josef Zerndl<\/em> aus Scheslitz, den ehemaligen Visitator der Donauschwaben <em>EGR Msgr. Andreas Straub<\/em>, den Geistlichen Beirat im St. Gerhardswerk Stuttgart und im Gerhardsforum M\u00fcnchen <em>Pfr. Paul Kollar<\/em>, den Vorsitzenden des S\u00fcdostdeutschen Priesterwerks <em>Pfr. Karl Zirmer<\/em>, <em>Pfr. Adam Possmayer<\/em> im Vorstand des S\u00fcdostdeutschen Priesterwerks, Domkapitular<em> Andreas Reinholz<\/em> vom Wallfahrtsort Maria Radna im Banat, Domkapitular und Schuldirektor im Temeswarer \u201eGerhardinum\u201c <em>Pfr. Zoltan-Josef Kocsik<\/em>, Stiftskanoniker in Alt\u00f6tting <em>Johann Palfi<\/em>, die Donauschw\u00e4bische Singgruppe aus Landshut unter Leitung von <em>Reinhard Scherer<\/em>, den Bundesvorsitzenden der LM der Banater Schwaben <em>Peter-Dietmar Leber<\/em> mit seiner Frau <em>Hiltrud<\/em>, den Stellv. Bundesvorsitzenden der LM Banater Schwaben <em>Georg Ledig<\/em>, den Vorsitzenden des Kulturwerks der Banater Schwaben <em>Bernhard Fackelmann<\/em> mit Gattin, den Landesvorsitzenden der Banater Schwaben in Bayern <em>Harald Schlapansky<\/em>, die Delegation des St. Gerhardswerks in Ungarn mit <em>Maria Herein-K\u00f6r\u00f6s<\/em>, <em>Csaba Sch\u00f6nberger<\/em> und <em>Maria Mirk<\/em>, die Delegation der Donauschwaben aus Ober\u00f6sterreich mit Landesobmann <em>Paul Mahr<\/em> und der DAG-Vorsitzenden <em>Mag. Maria Zugmann-Weber<\/em>, den Vorsitzenden des Weltdachverbandes der Donauschwaben und Vorsitzenden der Landsmannschaft der Donauschwaben in Deutschland Gymnasiallehrer <em>J\u00fcrgen Harich<\/em> aus Tuttlingen, <em>Paul Beiwinkler<\/em> mit einer Delegation der Donauschwaben des Landesverbandes Bayern, die Fahnentr\u00e4ger des St. Gerhardswerks <em>Gaby, Hans <\/em>und<em> Ulrike Kiefer<\/em>, die Journalistin <em>Roswitha Dorfner<\/em> vom Passauer Bistumsblatt, <em>Stefan Teppert MA<\/em> von der donauschw\u00e4bischen Presse, die G\u00e4ste aus Amerika, Kanada, Argentinien und Brasilien, die Trachtentr\u00e4ger, Fahnenabordnungen, die Tr\u00e4ger des Kreuzes, der Kerzen und der Marienstatue, die Blaskapelle der HOG St. Anna, das gesamte Organisationsteam und die Aktiven mit <em>Nikolaus Laub<\/em>, <em>Johann Noll<\/em> und <em>Johannes Sch\u00fcssler<\/em>, schlie\u00dflich alle Pilger und Gl\u00e4ubigen aus Nah und Fern.<\/p>\n<p><em>Wort des Laien<\/em><br \/>\nDie Wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Institut f\u00fcr deutsche Kultur und Geschichte S\u00fcdosteuropas an der LMU M\u00fcnchen <em>PD Dr. Angela Ili\u0107<\/em> sprach das Wort des Laien zum Thema \u201eM\u00e4rtyrer und Glaubenszeugen als mutige Vorbilder\u201c. Schon gleich zu Beginn des Christentums seien seine Anh\u00e4nger verfolgt, gefoltert und get\u00f6tet worden, mehr oder weniger intensiv w\u00e4hrend seiner ganzen Geschichte. Im 20. Jahrhundert verankerten besonders kommunistische Ideologien und Gesellschaftsordnungen ihre feindliche Haltung gegen\u00fcber Religion und Gl\u00e4ubigen staatlich. So habe die Verfolgung der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie ihrer Mitglieder und Sympathisanten in Russland unmittelbar nach der sowjetischen Macht\u00fcbernahme begonnen. In S\u00fcdosteuropa sei dies mit gro\u00dfer Intensit\u00e4t in den 1940er Jahren erfolgt. Bereits w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs seien Gewalttaten von Partisanen und Kommunisten begangen worden. Eine intensive Kirchenverfolgung wurde nach Kriegsende offiziell gemacht und systematisiert. In den Staaten des Ostblocks und S\u00fcdosteuropas habe man religi\u00f6se Amts- und Machttr\u00e4ger \u2013 Bisch\u00f6fe, Priester, Pfarrer, Ordensleute \u2013 gezielt zu Opfern von Gewalt gemacht, aber auch unz\u00e4hlige Laien wegen ihres Glaubens verfolgt, verhaftet, gequ\u00e4lt, bei der Studien- und Berufswahl benachteiligt, in Schauprozessen verurteilt, in Umerziehungs- und Arbeitslager geschickt, sogar get\u00f6tet. Unz\u00e4hlige Gottesh\u00e4user wurden zerst\u00f6rt oder umfunktioniert, religi\u00f6se Orden aufgel\u00f6st, kirchliche Schulen verstaatlicht, kirchliches Eigentum enteignet oder nationalisiert. Durch die Wellen der Verfolgung \u00fcber die Jahrzehnte bis zur politischen Wende wurden Tausende zu M\u00e4rtyrern \u2013 und diejenigen, die Schikanen und Gr\u00e4ueltaten \u00fcberlebten, zu Glaubenszeugen. Viele von ihnen kennen wir namentlich, wahrscheinlich seien aber viele Tausende namenlos geblieben. Die kommunistischen Regierungen in Rum\u00e4nien und Ungarn, besonders aber in Jugoslawien h\u00e4tten hart daran gearbeitet, die Geschichte nicht nur dieser M\u00e4rtyrer, sondern auch die Erinnerung an die Donauschwaben \u00fcberhaupt zu tabuisieren und in die Vergessenheit zu treiben. Nach dem Vorbild der M\u00e4rtyrer und Glaubenszeugen sei es deshalb unsere Aufgabe, mutig die Prinzipien unseres Glaubens in bedr\u00e4ngter Lage zu verteidigen und die Erinnerung an die Missst\u00e4nde wachzuhalten und weiterzugeben, die zum Leiden dieser Menschen gef\u00fchrt haben. Wenn wir merken, dass die Erinnerung an bestimmte Gr\u00e4ueltaten unterdr\u00fcckt oder banalisiert wird, oder wenn historische Tatsachen umgedeutet oder geleugnet werden, m\u00fcssen wir dem mit unerschrockener Bestimmtheit, aber ohne Hass unser eigenes Narrativ entgegensetzen. Durch Erinnerung machen wir, so Ili\u0107, die Versuche der kommunistischen Regierungen zunichte, welche die Donauschwaben und ihre Geschichte ausl\u00f6schen wollten. Dies sei vor allem mit Dokumentationen gelungen: durch das von Papst Johannes Paul II. initiierte mehrb\u00e4ndige Werk \u201eZeugen f\u00fcr Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts\u201c sowie durch das vom St. Gerhardswerk herausgegebene, fast 800 Seiten umfassende \u201eDonauschw\u00e4bische Martyrologium\u201c.<\/p>\n<p><em>Pontifikalamt<\/em><br \/>\nIn der Basilika feierte dann <em>Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick<\/em> aus Bamberg zusammen mit dem Vorsitzenden des St. Gerhardswerks Stuttgart <em>Pfr. GR Klaus Rapp<\/em>, <em>Msgr. Andreas Straub<\/em>, <em>Msgr. Dr. Josef Zerndl<\/em>, <em>Pfr. Paul Kollar<\/em>, <em>Pfr. Andreas Reinholz<\/em>, <em>Pfr. Zoltan-Josef Kocsik<\/em>,<em> Pfr. Karl Zirmer<\/em>, <em>Pfr. Adam Possmayer<\/em> und <em>Stiftskanoniker <\/em><em>Johann Palfi<\/em> das Hochamt. Die Donauschw\u00e4bische Singgruppe Landshut unter Leitung von <em>Reinhard Scherer<\/em> durchdrang die Basilika mit den Wohlkl\u00e4ngen der Messe von Franz Schubert (1797 \u2013 1828) sowie der Lieder \u201eWenn ich ein Gl\u00f6cklein w\u00e4r\u02bc \u2026\u201c und \u201eIch bete an die Macht der Liebe\u201c. \u2013 In seiner Predigt sagte Erzbischof Schick, Alt\u00f6tting sei nicht nur die Herzkammer der Wittelsbacher \u2013 wo sie ihre Herzen beisetzen lie\u00dfen, sondern auch die Herzkammer des christkatholischen Lebens in S\u00fcddeutschland. \u201eHerz Bayerns\u201c werde Alt\u00f6tting genannt. Im \u00fcbertragenen Sinn bedeute Herzkammer den Ort, wo die Lebensenergien aufgefrischt werden, im christlichen Sinn die Erneuerung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, Auffrischung mit dem Geist Jesu Christi, der uns Christen authentisch leben und Zeugnis von unserem Glauben geben l\u00e4sst. Weil wir Christen reich beschenkt seien mit der Vergebung der S\u00fcnden, mit Weisheit und Einsicht, mit der Hoffnung, dass die F\u00fclle der Zeiten in Christus heraufgef\u00fchrt und das Himmelreich dann f\u00fcr ewige Zeiten bestehen wird, m\u00fcssten wir demgem\u00e4\u00df heitere und frohe Menschen sein. Die Donauschwaben, so Schick, haben sich in ihrer ganzen Geschichte durch Gottvertrauen und Mut ausgezeichnet, das Christentum an den Grenzen Europas gesichert und nach Osten hin ausgebreitet. Sie haben in der Habsburgermonarchie und in allen politischen Systemen danach bis heute den katholischen Glauben hoch und heilig gehalten. Daf\u00fcr verdienen sie Dank und Anerkennung. In Deutschland und Europa befinde sich das Christentum heute in einer tiefen Krise, einer Entkirchlichung. Sogar das \u201eFriedensprojekt Europa\u201c stehe auf dem Spiel. Auch die christliche Ethik werde in Frage gestellt (Stichworte Legalisierung der Abtreibung, Euthanasie im Alter, Missachtung der Familie als Keimzelle der Gesellschaft). Es brauche daher mehr Spiritualit\u00e4t, mehr Fr\u00f6mmigkeit, mehr Geist Christi, mehr Mut, mehr gelebten Glauben im Alltag, mehr christliche Werte in Ehe und Familie, Gesellschaft und Politik. Jede und jeder von uns und ebenso die ganze christliche Gemeinschaft, die Kirche in Deutschland und in ganz Europa brauchen das, was Herzkammer bedeutet und bewirken will: Anreicherung mit dem Sauerstoff Jesu Christi, Erneuerung der Energien aus dem Hl. Geist f\u00fcr ein christliches Leben und Zeugnis. Christlichkeit und Kirchlichkeit m\u00fcssten sich gegenseitig erhalten, st\u00e4rken und erneuern. \u2013 Traditionsgem\u00e4\u00df spielte nach dem Gottesdienst und vor dem Auszug zum Gedenken an die Toten bei geneigten Fahnen die Blaskapelle der HOG Sanktanna die zwei getragenen St\u00fccke: \u201eIch hatt\u2019 einen Kameraden\u201c und Totenmarsch \u201eEwige Nacht\u201c.<\/p>\n<p><em>Marienandacht<\/em><br \/>\nAm Nachmittag wurde in der Basilika die Marienandacht von <em>Pfr. Andreas Reinholz<\/em> und <em>Pfr. Zoltan-Josef Kocsik<\/em> gefeiert, es konzelebrierten <em>Pfr. Klaus Rapp<\/em>, <em>Pfr. Paul Kollar<\/em>, <em>Pfr. Karl Zirmer<\/em>, <em>Msgr. Andreas Straub<\/em> und <em>Stiftskanonikus Johann Palfi<\/em>. In seiner Andachtspredigt vertiefte Pfr. Kollar abermals das Thema des vertrauensvollen Mutes. Am Ende segnete Msgr. Straub die von den Pilgern erworbenen Andachtsgegenst\u00e4nde. Mit seinen 88 Lebens- und 63 Priesterjahren hat er diese Segnung heuer zum einunddrei\u00dfigsten Mal vorgenommen. \u2013 In diesem Jahr wurden Teile der Wallfahrt erstmals vom Fernsehsender K-TV live \u00fcbertragen. So konnten zahlreiche Menschen im In- und Ausland, in Europa und \u00dcbersee ein Ereignis dankbar mitverfolgen, an dem sie nicht selten in fr\u00fcheren Jahren selbst noch als Pilger teilgenommen hatten. Die Einschaltquote sei laut Sender dadurch signifikant gestiegen.<\/p>\n<p><em>Stefan P. Teppert, MA<\/em><\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-66149 gallery-columns-2 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"1\" data-caption=\"\" href='https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1.jpeg'><img width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1-1024x682.jpeg\" class=\"attachment-large size-large lazyload\" alt=\"\" decoding=\"async\" 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Juli 2024 die 63. Gel\u00f6bniswallfahrt der Donauschwaben nach Alt\u00f6tting statt. Entstehung der donauschw\u00e4bischen Gel\u00f6bniswallfahrten Der 24. 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