{"id":67879,"date":"2024-09-23T17:01:23","date_gmt":"2024-09-23T14:01:23","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=67879"},"modified":"2024-09-23T17:01:23","modified_gmt":"2024-09-23T14:01:23","slug":"medjugorje-papst-franziskus-gibt-sein-nihil-obstat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/medjugorje-papst-franziskus-gibt-sein-nihil-obstat\/","title":{"rendered":"Medjugorje: Papst Franziskus gibt sein \u201eNihil obstat&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ein jetzt von Franziskus genehmigtes Dokument des Dikasteriums f\u00fcr die Glaubenslehre anerkennt die vielen geistlichen Fr\u00fcchte, die mit Medjugorje verbunden sind. Das Dokument \u00e4u\u00dfert sich nicht zur \u00dcbernat\u00fcrlichkeit, also Echtheit der Erscheinungen, formuliert aber ein insgesamt positives Urteil \u00fcber die Botschaften, wenn auch mit einigen Klarstellungen.<\/p>\n<p><b><i>VATICAN NEWS<\/i><\/b><\/p>\n<p>\u201eEs ist an der Zeit, eine lange und komplexe Geschichte rund um die geistlichen Ph\u00e4nomene von Medjugorje abzuschlie\u00dfen. In dieser Geschichte hat es unterschiedliche Meinungen von Bisch\u00f6fen, Theologen, Kommissionen und Analysten gegeben.\u201c Dies sind die einleitenden Worte des Dokuments \u201eDie K\u00f6nigin des Friedens\u201c, einer Note \u00fcber die geistliche Erfahrung im Zusammenhang mit Medjugorje, die von Kardinal V\u00edctor Manuel Fern\u00e1ndez und Monsignore Armando Matteo, dem Pr\u00e4fekten bzw. dem Sekret\u00e4r der Lehrabteilung des Dikasteriums f\u00fcr die Glaubenslehre, unterzeichnet wurde.<br \/>\nEs ist ein von Papst Franziskus am 28. August genehmigter Text, der die G\u00fcte der geistlichen Fr\u00fcchte im Zusammenhang mit der Erfahrung in Medjugorje anerkennt und die Gl\u00e4ubigen erm\u00e4chtigt, daran festzuhalten &#8211; in \u00dcbereinstimmung mit den neuen Normen f\u00fcr die Unterscheidung dieser Ph\u00e4nomene -, da \u201eviele positive Fr\u00fcchte aufgetreten sind und sich keine negativen oder riskanten Auswirkungen im Volk Gottes verbreitet haben\u201c. Insgesamt f\u00e4llt das Urteil \u00fcber die Botschaften ebenfalls positiv aus, wenn auch mit einigen Klarstellungen zu bestimmten Ausdr\u00fccken. Es wird auch betont, dass \u201eSchlussfolgerungen dieser Note kein Urteil \u00fcber das sittliche Leben der angeblichen Seher implizieren\u201c und dass die geistlichen Gaben \u201enicht notwendigerweise die sittliche Vollkommenheit der beteiligten Personen ,voraussetzen\u00b4, um handeln zu k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Positive Fr\u00fcchte<\/strong><br \/>\nDie mit dem Ph\u00e4nomen Medjugorje verbundenen Orte werden von Pilgern aus der ganzen Welt besucht. \u201ePositive Fr\u00fcchte zeigen sich vor allem in der F\u00f6rderung einer gesunden Praxis des Glaubenslebens\u201c gem\u00e4\u00df der Tradition der Kirche, h\u00e4lt das Dokument aus dem Vatikan fest. Es gebe \u201ezahlreiche Bekehrungen\u201c von Menschen, die den Glauben entdeckt oder wiederentdeckt h\u00e4tten; die R\u00fcckkehr zur Beichte und zur sakramentalen Kommunion, zahlreiche Berufungen, \u201eviele Vers\u00f6hnungen zwischen Eheleuten und die Erneuerung des Ehe- und Familienlebens\u201c.<br \/>\nDie Note erw\u00e4hnt eigens, \u201edass diese Erfahrungen haupts\u00e4chlich im Rahmen der Pilgerfahrt zu den Orten der urspr\u00fcnglichen Ereignisse stattfinden und nicht w\u00e4hrend der Begegnungen mit den ,Sehern&#8216;, um den angeblichen Erscheinungen beizuwohnen\u201c. Sie berichteten auch von \u201ezahlreichen Heilungen\u201c. Die Pfarrei des kleinen herzegowinischen Dorfes sei ein Ort der Anbetung, des Gebets, der geistlichen Seminare, der Exerzitien, der Jugendtreffen, und \u201ees scheint, dass die Menschen vor allem nach Medjugorje kommen, um ihren Glauben zu erneuern und nicht wegen konkreter Anliegen\u201c. Entstanden seien auch karitative Werke, die sich um Waisenkinder, Drogenabh\u00e4ngige und Behinderte k\u00fcmmern, und es k\u00e4men auch Gruppen von orthodoxen Christen und Muslimen.<\/p>\n<p><strong>Die Botschaft des Friedens<\/strong><br \/>\nDie Note des Dikasteriums geht dann auf die zentralen Aspekte der mutma\u00dflichen Botschaften der Gottesmutter Maria ein, beginnend mit dem des Friedens, der nicht nur als Abwesenheit von Krieg verstanden wird, sondern auch in einem spirituellen, famili\u00e4ren und sozialen Sinn: Der originellste Titel, den die Gottesmutter sich selbst gebe, sei in der Tat \u201eK\u00f6nigin des Friedens\u201c. \u201eIch bin hierher als K\u00f6nigin des Friedens gekommen, um allen zu sagen, dass der Friede notwendig ist f\u00fcr das Heil der Welt. Nur in Gott findet sich die wahre Freude aus der der wahre Friede hervorgeht. Darum erbitte ich die Bekehrung\u201c (16.06.1983). Es ist ein Friede, der die Frucht der gelebten N\u00e4chstenliebe ist, die \u201eauch die Liebe zu den Nichtkatholiken einschlie\u00dft\u201c. Ein Aspekt, der am besten \u201eim \u00f6kumenischen und interreligi\u00f6sen Kontext von Bosnien verstanden wird, das von einem schrecklichen Krieg mit starken religi\u00f6sen Komponenten gepr\u00e4gt war\u201c.<\/p>\n<p><strong>Gott im Mittelpunkt<\/strong><br \/>\nDie Einladung zur vertrauensvollen Hingabe an Gott, der die Liebe ist, taucht in den Marienbotschaften immer wieder auf: \u201eAngesichts dessen ist ein Kern von Botschaften zu erkennen, in der die Gottesmutter sich nicht selbst ins Zentrum r\u00fcckt, sondern sie zeigt sich als ganz auf unsere Vereinigung mit Gott ausgerichtet\u201c. Dar\u00fcber hinaus erwiesen sich die F\u00fcrsprache und das Wirken Marias \u201eals eindeutig Jesus Christus, dem Urheber von Gnade und Heil f\u00fcr jeden Menschen, untergeordnet\u201c. \u201eMaria legt F\u00fcrsprache ein, aber es ist Christus, der uns die Kraft gibt. Daher besteht ihr ganzes m\u00fctterliche Wirken darin, uns zum Gehen auf Christus hin zu motivieren\u201c: \u201eEr wird euch die Kraft und die Freude in dieser Zeit geben. Ich bin euch nahe mit meiner F\u00fcrsprache\u201c (25.11.1993). Auch laden viele Botschaften die Menschen ein, die Bedeutung der Bitte um die Hilfe des Heiligen Geistes zu erkennen: \u201eDie Leute irren, wenn sie sich mit der Bitte um etwas lediglich an die Heiligen wenden. Das Wichtige ist, den Heiligen Geist zu bitten, dass er auf euch herabkomme. Wer ihn hat, der hat alles \u201c (21.10.1983).<\/p>\n<p><strong>Aufruf zur Umkehr<\/strong><br \/>\nIn den Botschaften f\u00e4nde sich dar\u00fcber hinaus \u201eeine st\u00e4ndige Aufforderung, den weltlichen Lebensstil und die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Anh\u00e4nglichkeit an weltliche G\u00fcter aufzugeben, mit h\u00e4ufigen Aufrufen zur Umkehr, die den wahren Frieden in der Welt erm\u00f6glicht\u201c. Die Bekehrung scheine der Kern der Botschaft von Medjugorje zu sein. Es gebe auch eine \u201eeindringliche Ermahnung, die Schwere des B\u00f6sen und der S\u00fcnde nicht zu untersch\u00e4tzen und den Aufruf Gottes zum Kampf gegen das B\u00f6se und den Einfluss des Satans sehr ernst zu nehmen\u201c, der als Ursprung von Hass, Gewalt und Spaltung bezeichnet wird. Die Rolle des Gebets und des Fastens ist ebenfalls von grundlegender Bedeutung, ebenso wie die Zentralit\u00e4t der Messe, die Bedeutung der geschwisterlichen Gemeinschaft und die Suche nach dem letzten Sinn der Existenz im Ewigen Leben.<\/p>\n<p><strong>Erforderliche Klarstellungen<\/strong><br \/>\nDer zweite Teil des Dokuments unterstreicht, dass \u201eeinige\u201c Botschaften von den bisher aufgef\u00fchrten Inhalten abweichen. \u201eUm zu verhindern, dass dieser Schatz von Medjugorje in Verruf ger\u00e4t, ist es notwendig, einige m\u00f6gliche Verwirrungen zu kl\u00e4ren, die dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass kleinere Gruppen das wertvolle Angebot dieser geistlichen Erfahrung verf\u00e4lschen, besonders wenn die Botschaften nur teilweise gelesen werden\u201c. Denn wenn man einige der Botschaften nur teilweise liest, k\u00f6nnen sie \u201emit verwirrten menschlichen Erfahrungen, unpr\u00e4zisen Ausdr\u00fccken aus theologischer Sicht oder nicht ganz legitimen Interessen verbunden sein\u201c, auch wenn einige Fehler \u201enicht auf eine schlechte Absicht, sondern auf die subjektive Wahrnehmung des Ph\u00e4nomens zur\u00fcckzuf\u00fchren sind\u201c, so das Dokument.<br \/>\nIn einigen F\u00e4llen \u201escheint die Muttergottes eine gewisse Ver\u00e4rgerung zu zeigen, weil einige ihrer Hinweise nicht befolgt wurden; sie warnt daher vor bedrohlichen Zeichen und der M\u00f6glichkeit, nicht mehr zu erscheinen\u201c. Aber in Wirklichkeit bieten andere Botschaften eine richtige Interpretation: \u201eDiejenigen, die schreckenerregende Vorhersagen machen, sind falsche Propheten. Sie sagen: \u201aIn einem solchen Jahr, an einem solchen Tag wird eine Katastrophe geschehen\u2018. Ich habe immer gesagt, dass die Strafe kommen wird, wenn sich die Welt nicht bekehrt. Deshalb lade ich alle zur Umkehr ein. Alles h\u00e4ngt von eurer Bekehrung ab\u201c (15.12.1983).<\/p>\n<p><strong>Beharren auf Botschaften<\/strong><br \/>\nDann gibt es Botschaften f\u00fcr die Pfarrei, in denen die Muttergottes die Kontrolle \u00fcber die Einzelheiten des spirituellen und pastoralen Weges zu verlangen scheine, \u201eund so den Eindruck erweckt, als ob sie sich an die Stelle der regul\u00e4ren Organe und partizipativen Gremien setzen m\u00f6chte\u201c. Ein anderes Mal bestehe sie darauf, dass die Botschaften geh\u00f6rt und angenommen werden m\u00fcssen, ein Beharren, das wahrscheinlich \u201eder Liebe und dem gro\u00dfz\u00fcgigen Eifer der angeblichen Seher entspringt, die mit gutem Willen bef\u00fcrchteten, dass die Aufrufe der Mutter zur Umkehr und zum Frieden ignoriert werden k\u00f6nnten\u201c.<br \/>\nDas Beharren werde &#8211; so das Dokument &#8211; noch problematischer, wenn sich die Botschaften \u201eauf Bitten unwahrscheinlichen \u00fcbernat\u00fcrlichen Ursprungs beziehen, wie wenn die Muttergottes Anordnungen \u00fcber Daten, Orte, praktische Dinge gibt und Entscheidungen \u00fcber gew\u00f6hnliche Angelegenheiten trifft\u201c. In Wirklichkeit ist es die Muttergottes selbst, die ihre Botschaften relativiert, indem sie sie dem Wert des in der Heiligen Schrift geoffenbarten Wortes unterordnet: \u201eGeht nicht auf die Suche nach au\u00dfergew\u00f6hnlichen Dingen, sondern nehmt das Evangelium, lest es und alles wird euch klar werden\u201c (12.11.1982); \u201eWarum stellt ihr so viele Fragen? Jede Antwort steht im Evangelium\u201c (19.09.1981). \u201eGlaubt nicht den tr\u00fcgerischen Stimmen, die zu euch von falschen Dingen, von einem falschen Licht sprechen. Ihr, meine Kinder, kehrt zur Heiligen Schrift zur\u00fcck\u201c (02.02.2018).<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung des Evangeliums<\/strong><br \/>\nDie Note bezeichnet jene Botschaften als problematisch, die der Gottesmutter die Ausdr\u00fccke \u201emein Plan\u201c, \u201emein Projekt\u201c zuschreiben, Ausdr\u00fccke, die \u201everwirrend sein k\u00f6nnten\u201c. \u201eIn Wirklichkeit steht alles, was Maria tut, immer im Dienst des Planes des Herrn und seines g\u00f6ttlichen Heilsplanes\u201c. Genauso wenig d\u00fcrfe man f\u00e4lschlicherweise \u201eMaria einen Platz zuschreiben, der nur dem menschgewordenen Gottessohn zukommt\u201c. Auf der anderen Seite unterstreicht das Dikasterium f\u00fcr die Glaubenslehre eine Botschaft, die als eine Synthese des evangelischen Angebots durch Medjugorje betrachtet werden kann: \u201eIch m\u00f6chte euch Jesus und Seinem verwundeten Herzen immer n\u00e4her bringen\u201c (25.11.1991).<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentliche Verehrung erlaubt<\/strong><br \/>\n\u201eObwohl dies keine Erkl\u00e4rung des \u00fcbernat\u00fcrlichen Charakters des fraglichen Ph\u00e4nomens bedeutet (vgl. Normen, Art. 22, \u00a72) und daran erinnert, dass die Gl\u00e4ubigen nicht verpflichtet sind, daran zu glauben, zeigt das Nihil obstat an, dass sie durch dieses geistliche Angebot einen positiven Anreiz f\u00fcr ihr christliches Leben erhalten k\u00f6nnen, und erlaubt die \u00f6ffentliche Verehrung\u201c. Die Note legt auch fest, dass \u201edie positive Bewertung der meisten Botschaften von Medjugorje als erbauliche Texte nicht bedeutet, dass sie einen direkten \u00fcbernat\u00fcrlichen Ursprung haben\u201c. Und obwohl es &#8211; wie bekannt &#8211; unterschiedliche Meinungen \u201e\u00fcber die Echtheit einiger Tatsachen oder \u00fcber einige Aspekte dieser geistlichen Erfahrung gibt, sind die kirchlichen Autorit\u00e4ten der Orte, wo diese vorkommt, ermutigt, den pastoralen Wert dieses geistlichen Angebots zu w\u00fcrdigen und auch dessen Verbreitung zu f\u00f6rdern\u201c. Dies gilt unbeschadet der Befugnis jedes Di\u00f6zesanbischofs, umsichtige Entscheidungen zu treffen, wenn es Personen oder Gruppen gibt, die \u201edieses geistliche Ph\u00e4nomen in unangemessener Weise nutzen und in falscher Weise handeln\u201c.<br \/>\nSchlie\u00dflich l\u00e4dt das Dikasterium jene, die sich nach Medjugorje begeben, dazu ein, sich \u00fcber ihre Motive zu befragen. Das Ziel einer solchen Pilgerfahrt solle nicht die \u201eBegegnung mit den angeblichen Sehern&#8220; sein,, sondern die Begegnung mit Maria, der K\u00f6nigin des Friedens. Ein Nihil obstat bedeutet in kirchlichen Verfahren der katholischen Kirche eine Art Unbedenklichkeitserkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2024-09\/medjugorje-papst-nihil-obstat-maria-erscheinungen-bosnien.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/ro\/papa\/news\/2024-09\/papa-francisc-aprobare-medjugorje-nota-vatican.html\">www.vaticannews.va\/ro<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein jetzt von Franziskus genehmigtes Dokument des Dikasteriums f\u00fcr die Glaubenslehre anerkennt die vielen geistlichen Fr\u00fcchte, die mit Medjugorje verbunden sind. 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