{"id":68929,"date":"2024-10-18T17:36:46","date_gmt":"2024-10-18T14:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=68929"},"modified":"2024-10-18T17:36:46","modified_gmt":"2024-10-18T14:36:46","slug":"botschaft-des-heiligen-vaters-zum-98-weltmissionsonntag-20-oktober-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-des-heiligen-vaters-zum-98-weltmissionsonntag-20-oktober-2024\/","title":{"rendered":"Botschaft des Heiligen Vaters zum 98. Weltmissionsonntag &#8211; 20. Oktober 2024"},"content":{"rendered":"<p><b><i>Geht und ladet alle zum Hochzeitsmahl ein (vgl. Mt 22,9)<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>F\u00fcr den diesj\u00e4hrigen Weltmissionssonntag habe ich das Thema aus dem Gleichnis des Evangeliums vom Hochzeitsmahl entnommen (vgl.\u00a0<i>Mt<\/i>\u00a022,1-14). Nachdem die G\u00e4ste die Einladung ausgeschlagen haben, sagt der K\u00f6nig, die Hauptfigur der Geschichte, zu seinen Dienern: \u00bbGeht also an die Kreuzungen der Stra\u00dfen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein\u00ab (V. 9). Wenn wir \u00fcber dieses Schl\u00fcsselwort im Gleichnis und im Leben Jesu nachdenken, k\u00f6nnen wir einige wichtige Aspekte der Evangelisierung n\u00e4her beleuchten. Sie erweisen sich f\u00fcr uns alle, die wir missionarische J\u00fcnger Christi sind, als besonders aktuell in dieser letzten Phase des synodalen Prozesses, der gem\u00e4\u00df dem Motto \u201e<i>Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung<\/i>\u201c die Kirche wieder auf ihre vorrangige Aufgabe, n\u00e4mlich die Verk\u00fcndigung des Evangeliums in der Welt von heute ausrichten soll.<\/p>\n<p><i>1. \u201eGeht und ladet ein!\u201c. Mission als unerm\u00fcdliches Hinausgehen und Einladen zum Fest des Herrn<\/i><\/p>\n<p>Am Anfang der Anordnung des K\u00f6nigs an seine Diener stehen die beiden Verben, die den Kern der Mission zum Ausdruck bringen: \u201egehen\u201c und \u201erufen\u201c im Sinne von \u201eeinladen\u201c.<\/p>\n<p>Was das erste Verb betrifft, so ist daran zu erinnern, dass die Diener bereits zuvor ausgesandt worden waren, um den G\u00e4sten die Botschaft des K\u00f6nigs zu \u00fcberbringen (vgl. VV. 3-4). Dies zeigt uns, dass die Mission ein unerm\u00fcdliches Hinausgehen zu allen Menschen ist, um sie zur Begegnung und zur Gemeinschaft mit Gott einzuladen. Unerm\u00fcdlich! Gott, der gro\u00df an Liebe und reich an Erbarmen ist, geht stets hinaus zu jedem Menschen, um ihn trotz Gleichg\u00fcltigkeit oder Ablehnung in die Gl\u00fcckseligkeit seines Reiches zu rufen. So ging Jesus Christus, der gute Hirte und Abgesandte des Vaters, auf die Suche nach den verlorenen Schafen des Volkes Israel und wollte auch noch weiter hinausgehen, um selbst die entferntesten Schafe zu erreichen (vgl.\u00a0<i>Joh<\/i>\u00a010,16). Er sagte zu den J\u00fcngern sowohl vor als auch nach seiner Auferstehung: \u201eGeht!\u201c So band er sie in seine eigene Sendung mit ein (vgl.\u00a0<i>Lk<\/i>\u00a010,3;\u00a0<i>Mk<\/i>\u00a016,15). Deshalb wird die Kirche weiterhin \u00fcber alle Grenzen gehen, immer wieder hinausgehen, ohne m\u00fcde zu werden oder angesichts von Schwierigkeiten und Hindernissen den Mut zu verlieren, um die vom Herrn empfangene Sendung treu zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte diese Gelegenheit nutzen, um den Missionaren und Missionarinnen zu danken, die dem Ruf Christi gefolgt sind und alles verlassen haben, um fern ihrer Heimat die Frohe Botschaft dorthin zu bringen, wo die Menschen sie noch nicht oder erst vor kurzem empfangen haben. Liebe Freunde, eure gro\u00dfherzige Hingabe ist ein konkreter Ausdruck des Einsatzes f\u00fcr die Mission<i>\u00a0ad gentes<\/i>, die Jesus seinen J\u00fcngern anvertraut hat: \u00bbDarum geht und macht alle V\u00f6lker zu meinen J\u00fcngern\u00ab (<i>Mt<\/i>\u00a028,19). Beten wir also weiterhin und danken wir Gott f\u00fcr die neuen und zahlreichen missionarischen Berufungen zum Dienst der Evangelisierung bis an die Enden der Erde.<\/p>\n<p>Und vergessen wir nicht, dass jeder Christ gerufen ist, das Evangelium in jedem Umfeld zu bezeugen und mitzuwirken an dieser universalen Sendung, so dass die ganze Kirche best\u00e4ndig mit ihrem Herrn und Meister zu den \u201eKreuzungen der Stra\u00dfen\u201c der heutigen Welt hinausgeht. Ja, \u00bbdas Drama der Kirche besteht heute darin, dass Jesus weiter an die T\u00fcr klopft, aber von innen, damit wir ihn hinauslassen! Oft enden wir als eine [\u2026] Kirche, die den Herrn nicht nach drau\u00dfen l\u00e4sst, die ihn als \u201eihr Eigentum\u201c zur\u00fcckh\u00e4lt, w\u00e4hrend der Herr mit einem Auftrag f\u00fcr uns gekommen ist und will, dass wir missionarisch sind\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2023\/february\/documents\/20230218-convegno.html\">Ansprache an die Teilnehmer der Konferenz der Vorsitzenden und Beauftragten der Kommissionen f\u00fcr die Laien der Bischofskonferenzen<\/a><\/i>, 18. Februar 2023). Seien wir alle, die wir getauft sind, bereit, wieder hinauszugehen, jeder seiner eigenen Lebenssituation entsprechend, um eine neue missionarische Bewegung zu starten, wie zu den Anf\u00e4ngen des Christentums!<\/p>\n<p>Kehren wir zur\u00fcck zur Anordnung des K\u00f6nigs an die Diener im Gleichnis. Dort ist das Hinausgehen mit dem Rufen oder, genauer gesagt,\u00a0<i>dem Einladen<\/i>\u00a0verbunden: \u00bbKommt zur Hochzeit!\u00ab (<i>Mt<\/i>\u00a022,4). Dies deutet auf einen anderen, nicht weniger wichtigen Aspekt der von Gott \u00fcbertragenen Sendung hin. Wie man sich vorstellen kann, \u00fcbermittelten diese Diener als Boten die Einladung des Herrschers mit Dringlichkeit, aber auch mit gro\u00dfem Respekt und H\u00f6flichkeit. Ebenso muss die Mission, das Evangelium allen Gesch\u00f6pfen zu \u00fcberbringen, notwendigerweise der Art und Weise dessen entsprechen, der da verk\u00fcndet wird. Wenn die missionarischen J\u00fcnger der Welt \u00bbdie Sch\u00f6nheit der heilbringenden Liebe Gottes, die sich im gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus offenbart hat\u00ab verk\u00fcnden (Apostolisches Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html\">Evangelii gaudium<\/a><\/i>, 36), so tun sie dies mit der Frucht des Heiligen Geistes: mit Freude, Langmut, Freundlichkeit (vgl.\u00a0<i>Gal<\/i>\u00a05,22); ohne Zwang, N\u00f6tigung, Proselytismus; immer mit N\u00e4he, Mitgef\u00fchl und Z\u00e4rtlichkeit, die die Art und Weise widerspiegeln, wie Gott ist und handelt.<\/p>\n<p><i>2. Beim Hochzeitsmahl. Die eschatologische und eucharistische Perspektive der Sendung Christi und der Kirche<\/i><\/p>\n<p>Im Gleichnis bittet der K\u00f6nig die Diener, die Einladung zum feierlichen Mahl anl\u00e4sslich der Hochzeit seines Sohnes zu \u00fcberbringen. Dieses Festmahl spiegelt das eschatologische wider, es ist ein Bild f\u00fcr das endg\u00fcltige Heil im Reich Gottes, das schon jetzt mit dem Kommen Jesu als Messias und Sohn Gottes verwirklicht ist, der uns das Leben in F\u00fclle geschenkt hat (vgl.\u00a0<i>Joh<\/i>\u00a010,10). Diese F\u00fclle ist symbolisiert durch den mit \u00bbfeinsten, fetten Speisen, mit erlesenen, reinen Weinen\u00ab gedeckten Tisch, wenn Gott \u00bbden Tod f\u00fcr immer verschlungen\u00ab hat (vgl.\u00a0<i>Jes<\/i>\u00a025,6-8).<\/p>\n<p>Die Sendung Christi ist es, die F\u00fclle der Zeit heraufzuf\u00fchren, wie er zu Beginn seiner Verk\u00fcndigung erkl\u00e4rte: \u00bbDie Zeit ist erf\u00fcllt, das Reich Gottes ist nahe\u00ab (<i>Mk<\/i>\u00a01,15). Die J\u00fcnger Christi sind also berufen, eben diese Sendung ihres Herrn und Meisters fortzusetzen. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils \u00fcber den eschatologischen Charakter des missionarischen Engagements der Kirche: \u00bbDie Zeit der missionarischen T\u00e4tigkeit liegt also zwischen der ersten Ankunft des Herrn und seiner Wiederkunft [\u2026]. Bevor n\u00e4mlich der Herr kommt, muss allen V\u00f6lkern die frohe Botschaft verk\u00fcndigt werden\u00ab (Dekret\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_decree_19651207_ad-gentes_ge.html\">Ad gentes<\/a><\/i>, 9).<\/p>\n<p>Wir wissen, dass der missionarische Eifer der fr\u00fchen Christen eine starke eschatologische Dimension hatte. Sie sp\u00fcrten die Dringlichkeit, das Evangelium zu verk\u00fcnden. Auch heute ist es wichtig, diese Perspektive im Auge zu behalten, denn sie hilft uns, das Evangelium mit der Freude derer zu verk\u00fcnden, die wissen \u00bbder Herr ist nahe\u00ab und mit der Hoffnung derer, die auf das Ziel hin ausgerichtet sind, alle mit Christus bei seinem Hochzeitsmahl im Reich Gottes zu sein. W\u00e4hrend die Welt also die verschiedenen \u201eFestm\u00e4hler\u201c des Konsums, des egoistischen Wohlstands, des Anh\u00e4ufens und des Individualismus bietet, ruft das Evangelium alle zum g\u00f6ttlichen Festmahl, bei dem Freude, Teilen, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit herrschen, in der Gemeinschaft mit Gott und mit den anderen.<\/p>\n<p>Diese F\u00fclle des Lebens, die ein Geschenk Christi ist, wird schon jetzt im Festmahl der Eucharistie vorweggenommen, das die Kirche auf Gehei\u00df des Herrn zu seinem Ged\u00e4chtnis feiert. Und so ist die Einladung zum eschatologischen Festmahl, die wir in der Verk\u00fcndigung des Evangeliums allen \u00fcberbringen, innerlich mit der Einladung zum eucharistischen Tisch verbunden, an dem der Herr uns mit seinem Wort und mit seinem Leib und Blut n\u00e4hrt. Wie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/benedict-xvi\/de.html\">Benedikt XVI<\/a>. gelehrt hat, \u00bbverwirklicht sich auf sakramentale Weise in jeder Eucharistiefeier die eschatologische Zusammenkunft des Gottesvolkes. Das eucharistische Mahl ist f\u00fcr uns eine reale Vorwegnahme des endg\u00fcltigen Festmahles, das von den Propheten angek\u00fcndigt (vgl.\u00a0<i>Jes<\/i>\u00a025,6-9) und im Neuen Testament als \u201eHochzeitsmahl des Lammes\u201c (vgl.\u00a0<i>Offb<\/i>\u00a019,7-9) beschrieben wird; es soll in der Freude der Gemeinschaft der Heiligen gefeiert werden\u00ab (Nachsynodales Apostolisches Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/benedict-xvi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_ben-xvi_exh_20070222_sacramentum-caritatis.html#Eucaristia_ed_Escatologia\">Sacramentum Caritatis<\/a><\/i>, 31).<\/p>\n<p>Deshalb sind wir alle dazu aufgerufen, jede Eucharistiefeier in all ihren Dimensionen, insbesondere in der eschatologischen und missionarischen, intensiver mitzuerleben. Ich bekr\u00e4ftige in diesem Zusammenhang: \u00bbWir k\u00f6nnen nicht zum eucharistischen Mahl hinzutreten, ohne uns in die Bewegung der Sendung hineinziehen zu lassen, die vom Innersten Gottes selbst ausgehend darauf abzielt, alle Menschen zu erreichen\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/benedict-xvi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_ben-xvi_exh_20070222_sacramentum-caritatis.html#Eucaristia_ed_Escatologia\">ebd<\/a><\/i>., 84). Die eucharistische Erneuerung, die viele Ortskirchen in der Post-Covid-Zeit in lobenswerter Weise f\u00f6rdern, wird auch grundlegend sein, um den missionarischen Geist in einem jeden Gl\u00e4ubigen wiederzuerwecken. Wie viel gl\u00e4ubiger und beherzter sollten wir bei jeder Messe den Ausruf sprechen: \u00bbDeinen Tod, o Herr, verk\u00fcnden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit\u00ab!<\/p>\n<p>In dieser Perspektive m\u00f6chte ich in diesem Jahr, das dem Gebet zur Vorbereitung auf das Heilige Jahr 2025 gewidmet ist, alle einladen, auch und vor allem die Teilnahme an der Messe wie auch das Gebet f\u00fcr den Evangelisierungsauftrag der Kirche zu intensivieren. Gehorsam gegen\u00fcber dem Wort des Erl\u00f6sers h\u00f6rt sie nie auf, in jeder eucharistischen und liturgischen Feier das Gebet des Vaterunsers mit der Anrufung \u00bbDein Reich komme\u00ab an Gott zu richten. Und so machen uns das t\u00e4gliche Gebet und besonders die Eucharistie zu Pilgern und Missionaren der Hoffnung, die auf dem Weg zum ewigen Leben in Gott sind, zu dem Hochzeitsmahl, das Gott f\u00fcr alle seine Kinder bereitet hat.<\/p>\n<p><i>3. \u201eAlle\u201c. Die weltweite Sendung der J\u00fcnger Christi und die g\u00e4nzlich synodal-missionarische Kirche<\/i><\/p>\n<p>Die dritte und letzte \u00dcberlegung betrifft die Empf\u00e4nger der Einladung des K\u00f6nigs: \u00bballe\u00ab. Wie ich bereits sagte, ist das \u00bbdas Herz der Mission: dieses \u201ealle\u201c. Ohne jemanden auszuschlie\u00dfen. Alle. Jede unserer Missionen entspringt also dem Herzen Christi, damit er alle an sich ziehen kann\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2023\/june\/documents\/20230603-pom.html\">Ansprache an die Teilnehmer an der Vollversammlung der P\u00e4pstlichen Missionswerke<\/a><\/i>, 3. Juni 2023). Auch heute, in einer von Spaltungen und Konflikten zerrissenen Welt, ist das Evangelium Christi die sanfte und kraftvolle Stimme, die die Menschen dazu aufruft, einander zu begegnen, sich gegenseitig als Geschwister anzuerkennen und sich an der Harmonie zwischen den Unterschieden zu erfreuen. Gott will, \u00bbdass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen\u00ab (<i>1 Tim<\/i>\u00a02,4). Vergessen wir deshalb bei unseren missionarischen Aktivit\u00e4ten nie, dass wir gesandt sind, allen das Evangelium zu verk\u00fcnden, und zwar \u00bbnicht wie jemand, der eine neue Verpflichtung auferlegt, sondern wie jemand, der eine Freude teilt, einen sch\u00f6nen Horizont aufzeigt, ein erstrebenswertes Festmahl anbietet\u00ab (Apostolisches Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html#III.%E2%80%82La_nuova_evangelizzazione_per_la_trasmissione_della_fede\">Evangelii gaudium<\/a><\/i>, 14).<\/p>\n<p>Die missionarischen J\u00fcnger Christi tragen in ihrem Herzen stets die Sorge um alle Menschen, unabh\u00e4ngig von ihrer sozialen oder auch moralischen Situation. Das Gleichnis vom Gastmahl sagt uns, dass die Diener gem\u00e4\u00df der Aufforderung des K\u00f6nigs \u00bballe zusammen[holten], die sie trafen, B\u00f6se und Gute\u00ab (<i>Mt<\/i>\u00a022,10). Au\u00dferdem sind gerade \u00bbdie Armen und die Verkr\u00fcppelten, die Blinden und die Lahmen\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a014,21), d.h. die Letzten und Ausgegrenzten der Gesellschaft, die besonderen G\u00e4ste des K\u00f6nigs. So steht das Hochzeitsmahl des Sohnes, das Gott vorbereitet hat, immer allen offen, denn seine Liebe zu jedem Einzelnen von uns ist gro\u00df und bedingungslos. \u00bbDenn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat\u00ab (<i>Joh<\/i>\u00a03,16). Alle, jeder Mann und jede Frau, sind Adressaten von Gottes Einladung, an seiner verwandelnden und rettenden Gnade teilzuhaben. Man muss nur \u201eJa\u201c zu diesem unentgeltlichen g\u00f6ttlichen Geschenk sagen, es annehmen und sich von ihm verwandeln lassen, und sich damit bekleiden wie mit einem \u00bbHochzeitsgewand\u00ab (vgl.\u00a0<i>Mt<\/i>\u00a022,12).<\/p>\n<p>Die Sendung zu allen erfordert das Engagement aller. Es ist daher n\u00f6tig, den eingeschlagenen Weg hin zu einer ganz synodal-missionarischen Kirche im Dienste des Evangeliums weiterzugehen. Die Synodalit\u00e4t an sich ist missionarisch, und umgekehrt ist die Mission immer synodal. Daher erscheint eine enge missionarische Zusammenarbeit heute sowohl in der Weltkirche als auch in den Teilkirchen noch dringender und notwendiger. Im Sinne des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/index_ge.htm\">Zweiten Vatikanischen Konzils<\/a>\u00a0und meiner Vorg\u00e4nger empfehle ich allen Di\u00f6zesen der Welt den Dienst der P\u00e4pstlichen Missionswerke, die das wichtigste Mittel darstellen, um \u00bbdie Katholiken von Kindheit an mit einer wahrhaft universalen und missionarischen Gesinnung zu erf\u00fcllen und zur tatkr\u00e4ftigen Sammlung von Hilfsmitteln zum Wohl aller Missionen gem\u00e4\u00df den jeweiligen Bed\u00fcrfnissen anzueifern\u00ab (Dekret\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_decree_19651207_ad-gentes_ge.html\">Ad Gentes<\/a><\/i>, 38). Aus diesem Grund sind die Kollekten des Weltmissionstages in allen Ortskirchen zur G\u00e4nze f\u00fcr den Universalen Solidarit\u00e4tsfonds bestimmt, den das P\u00e4pstliche Werk f\u00fcr die Glaubensverbreitung dann im Namen des Papstes f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse aller Missionen der Kirche verteilt. Bitten wir den Herrn, dass er uns f\u00fchre und uns helfe, eine synodalere und missionarischere Kirche zu sein (vgl.\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/homilies\/2023\/documents\/20231029-omelia-conclusione-sinodo.html\">Predigt bei der Abschlussmesse der Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode<\/a><\/i>, 29. Oktober 2023).<\/p>\n<p>Blicken wir schlie\u00dflich auf Maria, die von Jesus das erste Wunder eben bei einem Hochzeitsfest erwirkte, n\u00e4mlich zu Kana in Galil\u00e4a (vgl.\u00a0<i>Joh<\/i>\u00a02,1-12). Der Herr schenkte dem Brautpaar und allen G\u00e4sten neuen Wein im \u00dcberma\u00df, ein vorweggenommenes Zeichen des Hochzeitsfestes, das Gott f\u00fcr alle am Ende der Zeit vorbereitet. Bitten wir auch heute um ihre m\u00fctterliche F\u00fcrsprache f\u00fcr die Sendung der J\u00fcnger Christi, das Evangelium zu verk\u00fcnden. Gehen wir also mit der Freude und der F\u00fcrsorge unserer Mutter, mit der Kraft der Z\u00e4rtlichkeit und der Zuneigung (vgl.\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html#La_Stella_della_nuova_evangelizzazione\">Evangelii gaudium<\/a><\/i>, 288), hinaus und \u00fcberbringen wir allen die Einladung des K\u00f6nigs, des Erl\u00f6sers. Heilige Maria, Stern der Evangelisierung, bitte f\u00fcr uns!<\/p>\n<p>Rom, Sankt Johannes im Lateran, 25. Januar 2024, Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus.<\/p>\n<p>FRANZISKUS<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/missions\/documents\/20240125-giornata-missionaria.html\">www.vatican.va<\/a><\/p>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/en\/pope\/news\/2024-10\/pope-encourages-theologians-to-go-forward-in-faith-and-dialogue.html\">www.vaticannews.va<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geht und ladet alle zum Hochzeitsmahl ein (vgl. Mt 22,9) Liebe Br\u00fcder und Schwestern! F\u00fcr den diesj\u00e4hrigen Weltmissionssonntag habe ich das Thema aus dem Gleichnis des Evangeliums vom Hochzeitsmahl entnommen (vgl.\u00a0Mt\u00a022,1-14). 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