{"id":69053,"date":"2024-10-27T19:26:43","date_gmt":"2024-10-27T17:26:43","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=69053"},"modified":"2024-10-27T19:26:43","modified_gmt":"2024-10-27T17:26:43","slug":"wortlaut-schlusswort-des-papstes-an-die-synode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wortlaut-schlusswort-des-papstes-an-die-synode\/","title":{"rendered":"Wortlaut: Schlusswort des Papstes an die Synode"},"content":{"rendered":"<p class=\"article__subTitle\">Wir dokumentieren an dieser Stelle das abschlie\u00dfende Gru\u00dfwort, das Papst Franziskus an diesem Samstagabend in der Synodenaula gehalten hat, gem\u00e4\u00df der offiziellen \u00dcbersetzung auf Deutsch im Wortlaut.<\/p>\n<div>\n<p><b><i>Einige spontane Hinzuf\u00fcgungen des Papstes wurden in den Text eingearbeitet.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/it\/speeches\/2024\/october.index.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">S\u00e4mtliche Wortmeldungen des Papstes in ihrer amtlichen \u00dcbersetzung werden auf der vatikanischen Internetseite www.vatican.va<\/a>\u00a0publiziert.<\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Abschlie\u00dfendes Gru\u00dfwort des Heiligen Vaters<\/b><\/p>\n<p>26. Oktober 2024<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern<\/p>\n<p>mit dem <i>Schlussdokument<\/i> haben wir die Fr\u00fcchte von Jahren, mindestens drei Jahren, gesammelt, in denen wir dem Volk Gottes zugeh\u00f6rt haben, um besser zu verstehen, wie wir in dieser Zeit eine \u201esynodale Kirche\u201c sein k\u00f6nnen. Die biblischen Bez\u00fcge, mit denen jedes Kapitel eingeleitet wird, gliedern die Botschaft, indem sie sie mit den Gesten und Worten des auferstandenen Herrn in Verbindung bringen, der uns ruft, Zeugen seines Evangeliums zu sein, und zwar mehr mit dem Leben als mit Worten.<\/p>\n<div>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--photo\">\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\">\n<blockquote><p>\u201eAuch der Bischof von Rom muss sich im Zuh\u00f6ren \u00fcben\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Das <i>Dokument<\/i>, \u00fcber das wir abgestimmt haben, ist ein dreifaches Geschenk:<\/p>\n<p><b>1.<\/b>\u00a0F\u00fcr mich, den Bischof von Rom (bei der Einberufung der Kirche Gottes zur Synode war ich mir bewusst, dass ich euch Bisch\u00f6fe und Zeugen des synodalen Weges brauche: Danke!).<br \/>\nAuch der Bischof von Rom, das rufe ich mir und euch ins Ged\u00e4chtnis, muss sich im Zuh\u00f6ren \u00fcben, oder besser gesagt, will sich im Zuh\u00f6ren \u00fcben, um auf das Wort antworten zu k\u00f6nnen, das ihm jeden Tag aufs Neue sagt: \u201eSt\u00e4rke deine Br\u00fcder und deine Schwestern &#8230; Weide meine Schafe\u201c.<br \/>\nMeine Aufgabe ist es, wie ihr wisst, die Eintracht zu bewahren und zu f\u00f6rdern \u2013 wie uns der heilige Basilius lehrt \u2013 die Harmonie, die der Heilige Geist weiterhin in der Kirche Gottes und in den Beziehungen zwischen den Kirchen verbreitet, trotz aller M\u00fchen, Spannungen und Spaltungen, die ihren Weg bis zum vollen Offenbarwerden des Reiches Gottes kennzeichnen, das wir uns gem\u00e4\u00df der Vision des Propheten Jesaja als ein von Gott f\u00fcr alle V\u00f6lker bereitetes Festmahl vorstellen d\u00fcrfen. Alle, in der Hoffnung, dass niemand fehlen wird. Alle, alle, alle &#8211; ohne Ausnahme! Alle&#8230; Und genau das lehrt das Zweite Vatikanische Konzil, wenn es sagt, dass die Kirche \u201egleichsam Sakrament\u201c ist: Sie ist ein Zeichen und Werkzeug der Erwartung Gottes, der den Tisch bereits gedeckt hat und wartet. Seine Gnade fl\u00fcstert durch seinen Geist in das Herz eines jeden Worte der Liebe ein. Uns ist es aufgegeben, dieses Fl\u00fcstern zu verst\u00e4rken, ohne es zu behindern; T\u00fcren zu \u00f6ffnen, ohne Mauern zu errichten&#8230; Wir d\u00fcrfen uns nicht wie \u201eGnadenspender\u201c verhalten, die sich den Schatz aneignen, indem sie dem barmherzigen Gott die H\u00e4nde binden. Erinnert euch daran, dass wir diese Synodenversammlung damit begonnen haben, um Vergebung zu bitten, uns zu sch\u00e4men und anzuerkennen, dass uns allen Barmherzigkeit zuteilgeworden ist.<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\">\n<blockquote><p>\u201eVor allem, seid nicht starr\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Es gibt ein Gedicht von Madeleine Delbr\u00eal, der Mystikerin der Peripherien, die mahnte: \u201eVor allem, seid nicht starr\u201c&#8230;: Ich lese euch einige Verse von Madeleine Delbr\u00eal vor, die ein Gebet sind:<\/p>\n<p><i>Denn ich glaube, du hast von den Leuten genug,<\/i><br \/>\n<i>die st\u00e4ndig davon reden, dir zu dienen \u2013 mit der Miene von Feldwebeln,<\/i><br \/>\n<i>dich zu kennen \u2013 mit dem Gehabe von Professoren,<br \/>\nzu dir zu gelangen nach den Regeln des Sports,<br \/>\nund dich zu lieben, wie man sich nach langen Ehejahren liebt.<\/i><br \/>\n<i>\u2026<\/i><br \/>\n<i>Lass uns unser Leben leben,<br \/>\nweder wie ein Schachspiel, wo alles gerechnet wird,<br \/>\nnoch wie ein Match, wo alles schwierig ist,<br \/>\nnoch wie ein Theorem, das unseren Kopf zerbricht,<br \/>\nsondern wie ein unendliches Fest<\/i><\/p>\n<p><i>wo sich dein Begegnen erneuert,<br \/>\nwie ein Ball,<br \/>\nwie ein Tanz,<br \/>\nin den Armen deiner Gnade,<br \/>\nin der universalen Musik der Liebe.<\/i><\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\">\n<blockquote><p>\u201eDas, was wir beschlossen haben, reicht&#8230;\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Diese Verse k\u00f6nnen die Hintergrundmusik sein, mit der wir das <i>Schlussdokument<\/i>\u00a0aufnehmen. Und jetzt, im Lichte dessen, was auf dem synodalen Weg herausgekommen ist, gibt es und wird es Entscheidungen geben, die getroffen werden m\u00fcssen.<br \/>\nIn dieser Zeit der Kriege m\u00fcssen wir Zeugen des Friedens sein, auch indem wir lernen, dem Miteinander der Unterschiede eine reale Form zu geben.<br \/>\nAus diesem Grund beabsichtige ich nicht, ein \u201eNachsynodales Apostolisches Schreiben\u201c zu ver\u00f6ffentlichen. Das, was wir beschlossen haben, reicht. Das <i>Dokument<\/i>\u00a0enth\u00e4lt bereits sehr konkrete Hinweise, die eine Orientierungshilfe f\u00fcr die Mission der Kirchen auf den verschiedenen Kontinenten und in den unterschiedlichen Kontexten sein k\u00f6nnen: Deshalb stelle ich es allen sofort zur Verf\u00fcgung&#8230; Ich m\u00f6chte auf diese Weise den Wert des abgeschlossenen synodalen Weges anerkennen, den ich mit diesem\u00a0<i>Dokument<\/i>\u00a0dem Heiligen Volk Gottes \u00fcbergebe.<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\">\n<blockquote><p>\u201eDas ist keine Methode, um Entscheidungen auf unbestimmte Zeit zu verschieben\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Bez\u00fcglich einiger Aspekte des kirchlichen Lebens, die in dem <i>Dokument<\/i>\u00a0genannt werden, sowie bez\u00fcglich der Themen, die den zehn \u201eStudiengruppen\u201c anvertraut wurden, &#8230; damit sie mir Vorschl\u00e4ge unterbreiten, braucht es Zeit, um zu Entscheidungen zu gelangen, die die ganze Kirche miteinbeziehen. Ich werde also weiterhin auf die Bisch\u00f6fe und die ihnen anvertrauten Kirchen h\u00f6ren.<br \/>\nDas ist keine Methode, um Entscheidungen auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Es ist das, was dem synodalen Stil entspricht, mit dem auch das Petrusamt ausge\u00fcbt werden muss: zuh\u00f6ren, versammeln, unterscheiden, entscheiden und bewerten. Bei diesen Schritten sind Pausen, Stille und Gebet notwendig. Es ist ein Stil, den wir gerade gemeinsam lernen, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck. Der Heilige Geist ruft uns und unterst\u00fctzt uns bei diesem Lernprozess, den wir als einen Prozess der Umkehr verstehen m\u00fcssen.<br \/>\nDas Generalsekretariat der Synode und alle Dikasterien der Kurie werden mir bei dieser Aufgabe helfen.<br \/>\n<b>2.<\/b>\u00a0Das\u00a0<i>Dokument<\/i>\u00a0ist ein Geschenk an das ganze Volk Gottes in seiner Vielfalt. Es ist klar, dass nicht alle es lesen werden: Vor allem ihr werdet es sein, die zusammen mit vielen anderen seinen Inhalt in den Ortskirchen erschlie\u00dfen werden. Der Text w\u00fcrde ohne das Zeugnis der eigenen Erfahrung viel von seinem Wert verlieren.<br \/>\n<b>3.<\/b>\u00a0Liebe Br\u00fcder und Schwestern, das, was wir erlebt haben, ist ein Geschenk, das wir nicht f\u00fcr uns behalten k\u00f6nnen. Der Impuls, der von dieser Erfahrung ausgeht, die sich in dem\u00a0<i>Dokument<\/i>\u00a0widerspiegelt, gibt uns den Mut zu bezeugen, dass es m\u00f6glich ist, gemeinsam in Vielfalt unterwegs zu sein, ohne dass einer den anderen verurteilt.<br \/>\nWir kommen aus allen Teilen der Welt, die von Gewalt, Armut und Gleichg\u00fcltigkeit gepr\u00e4gt sind. Gemeinsam, mit der Hoffnung, die nicht entt\u00e4uscht, vereint in der Liebe Gottes, die in unsere Herzen eingegossen ist, k\u00f6nnen wir nicht nur vom Frieden tr\u00e4umen, sondern uns mit all unserer Kraft daf\u00fcr einsetzen, dass, vielleicht ohne so viel \u00fcber Synodalit\u00e4t zu reden, sich durch Prozesse des Zuh\u00f6rens, des Dialogs und der Vers\u00f6hnung Frieden einstellt. F\u00fcr die synodale Kirche f\u00fcr die Mission ist es notwendig, dass das gemeinsam Besprochene mit Taten einhergeht. Und das ist der Weg.<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\">\n<blockquote><p>\u201eEs ist notwendig, dass das gemeinsam Besprochene mit Taten einhergeht\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>All das ist ein Geschenk des Heiligen Geistes: <i>Er ist es, der Harmonie schafft, er ist es, der Harmonie ist<\/i>&#8230;\u00a0 Br\u00fcder und Schwestern, m\u00f6ge diese Harmonie bestehen bleiben, auch wenn wir diese Aula verlassen, und m\u00f6ge der Odem des Auferstandenen uns helfen, die empfangenen Gaben zu teilen.<br \/>\nDenkt daran \u2013 das sind noch einmal Worte von Madeleine Delbr\u00eal \u2013 dass \u201ees Orte gibt, an denen der Geist weht, aber es gibt einen Geist, der an allen Orten weht\u201c.<br \/>\nIch danke euch allen, wir bedanken uns gegenseitig. Ich danke Kardinal Grech, Kardinal Hollerich f\u00fcr die geleistete Arbeit, den beiden Sekret\u00e4ren der Synode&#8230; Ich gr\u00fc\u00dfe alle, die hinter den Kulissen gearbeitet haben &#8211; ohne sie h\u00e4tten wir all das nicht leisten k\u00f6nnen. Danke sehr. Der Herr segne euch! &#8230;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2024-10\/wortlaut-synode-katholisch-kirche-papst-franziskus-schluss-wort.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir dokumentieren an dieser Stelle das abschlie\u00dfende Gru\u00dfwort, das Papst Franziskus an diesem Samstagabend in der Synodenaula gehalten hat, gem\u00e4\u00df der offiziellen \u00dcbersetzung auf Deutsch im Wortlaut. 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