{"id":71164,"date":"2025-01-15T16:55:08","date_gmt":"2025-01-15T14:55:08","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=71164"},"modified":"2025-01-15T16:55:08","modified_gmt":"2025-01-15T14:55:08","slug":"papst-autobiografie-hoffe-erscheint-in-80-laendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-autobiografie-hoffe-erscheint-in-80-laendern\/","title":{"rendered":"Papst-Autobiografie \u201eHoffe\u201c erscheint in 80 L\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p class=\"article__subTitle\">Als \u201eReise der Hoffnung\u201c bezeichnet Franziskus im R\u00fcckblick sein eigenes Leben. Am Dienstag erscheint zeitgleich in 80 L\u00e4ndern die Autobiografie des Papstes mit dem Titel \u201eSpera\u201c, \u00fcbersetzt \u201eHoffe\u201c. In Deutschland wird der Text beim K\u00f6sel-Verlag publiziert.<\/p>\n<div>\n<p>\u201eDas Buch meines Lebens ist die Geschichte einer Reise der Hoffnung, einer Reise, die ich nicht von der Reise meiner Familie, meines Volkes, des gesamten Volkes Gottes trennen kann.\u201c So zitiert der Verlag Franziskus, der seit M\u00e4rz 2019 an dem Text gearbeitet habe. Franziskus sei von seinem urspr\u00fcnglichen Plan abgewichen und habe entschieden, seine Memoiren schon zu Lebzeiten zu ver\u00f6ffentlichen, teilte der Verlag weiter mit. Damit sei er der erste Papst, der seine Autobiografie bereits zu Lebzeiten vorlegt. Gr\u00fcnde daf\u00fcr seien \u201eErfordernisse unserer Zeit\u201c und das Heilige Jahr 2025 gewesen, die ihn dazu bewegten, \u201edieses wertvolle Erbe schon jetzt verf\u00fcgbar zu machen\u201c.<\/p>\n<p>In seiner Autobiografie zeichnet Jorge Mario Bergoglio chronologisch und in pers\u00f6nlichem Stil seine Familiengeschichte und das eigene Leben nach. Er erl\u00e4utert Beweggr\u00fcnde seiner Berufswahl und den eigenen Werdegang bis zur Gegenwart als Papst der katholischen Weltkirche. Episoden aus dem Leben von Jorge Mario Bergoglio sind in den letzten Jahren mehrfach in Interviewb\u00fcchern bekannt geworden. Im neuen Buch tritt Franziskus nicht als Interviewter, sondern als Erz\u00e4hler in Erscheinung, der mit Direktheit, Tiefgang, oft einem Augenzwinkern und auch Prophetie sein Leben Revue passieren l\u00e4sst. Roter Faden ist dabei Hoffnung. Zeitungen in Italien und anderen L\u00e4ndern haben in den vergangenen Tagen verschiedene Ausschnitte aus dem Buch ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Auswandererfamilie\u00a0<\/strong><br \/>\nFranziskus berichtet etwa \u00fcber die italienischen Wurzeln der Familie und die schicksalhafte Begebenheit der verpassten Schiffsfahrt im Jahr 1927, die seinen Gro\u00dfeltern und seinem Vater das Leben rettete: So sollten seine Gro\u00dfeltern und sein Vater Mario am 11. Oktober eigentlich ein Schiff von Genua aus in Richtung Buenos Aires besteigen. Sie schafften es jedoch nicht, ihr Hab und Gut rechtzeitig zu verkaufen, und sahen sich gezwungen, die Abfahrt nach Argentinien zu verschieben. Die verpasste Abfahrt auf dem Schiff Mafalda, das auf Grund ging, rettete den Gro\u00dfeltern und deren Sohn letztlich das Leben, schreibt der Enkel Mario Jorge Bergoglio: \u201eDas ist der Grund, warum ich jetzt hier bin. Sie k\u00f6nnen sich nicht vorstellen, wie oft ich mich dabei ertappt habe, der g\u00f6ttlichen Vorsehung zu danken\u201c.<\/p>\n<p><strong>Licht und Schatten<\/strong><br \/>\nDer Papst l\u00e4sst an Licht und Schattenseiten seines Lebens teilhaben, Leichtigkeit und Tiefgang gehen dabei Hand in Hand. Aus seiner Kindheit schildert er etwa seine Leidenschaft f\u00fcr Fu\u00dfball. Er habe zwei linke F\u00fc\u00dfe gehabt und sei nicht gerade begabt in dieser Sportart gewesen, gesteht er ein. Allerdings habe er im Tor gelernt, \u201eder Wirklichkeit ins Auge zu blicken\u201c. Jorge Mario Bergoglio teilt aber auch Erlebnisse, die ihn ersch\u00fctterten und pr\u00e4gten. So berichtet er etwa \u00fcber einen Jugendfreund aus der Schulzeit, den begabten und gebildeten Sohn eines Polizisten, der eines Tages mit der Pistole des Vaters v\u00f6llig unerwartet einen Gleichaltrigen erschoss und in einer Nervenheilanstalt eingesperrt wurde. \u201eDie Nachricht traf uns wie ein Schlag, sie schockierte uns\u201c, schreibt der Papst in seiner Autobiografie, der den Freund in der Einrichtung besuchte: \u201eEs war meine erste konkrete Erfahrung mit dem Gef\u00e4ngnis, einem doppelten Gef\u00e4ngnis\u201c, so Franziskus, der sich als Papst besonders H\u00e4ftlingen zuwendet, \u201ees war schrecklich, ich war zutiefst verst\u00f6rt\u201c. Der Junge habe sich sp\u00e4ter dann selbst das Leben genommen, berichtet er betroffen.<\/p>\n<p><strong>Begegnungen<\/strong><br \/>\n\u00dcber seine Faszination f\u00fcr den argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges berichtet der Papst anhand einer kuriosen Begebenheit. In seiner Zeit als junger Literaturprofessor am \u201eColegio de la Inmaculada Concepci\u00f3n\u201c in Santa Fe habe er Borges 1965 einmal rasiert \u2013 der Literat brauchte aufgrund seines schwachen Augenlichtes dabei Hilfe. Bergoglios Bewunderung f\u00fcr den Schriftsteller tat dies keinen Abbruch: \u201eEr war ein Agnostiker, der jeden Abend das Vaterunser betete, weil er seiner Mutter versprochen hatte, mit religi\u00f6sen Annehmlichkeiten zu sterben\u201c. Ob Agnostiker oder nicht, Borges sei jedenfalls \u201eein Mann der Spiritualit\u00e4t\u201c gewesen, urteilt Bergoglio, das habe sich etwa daran gezeigt, wie er \u00fcber Kain und Abel geschrieben habe, die er unter dem Sternenhimmel in der W\u00fcste Geschwisterlichkeit erfahren lie\u00df.<\/p>\n<p><strong>Lebenskunst<\/strong><br \/>\nIn der Autobiografie hebt Franziskus auch die Bedeutung des Humors und der Ironie hervor \u2013 Haltungen der Resilienz und Lebenskunst. Humor zu haben und zu l\u00e4cheln beschreibt er als \u201eSauerteig der Existenz\u201c und \u201eMittel, Schwierigkeiten und Kreuzen mit Widerstandsf\u00e4higkeit zu begegnen\u201c. Auch Ironie sei \u201eein Bekenntnis zur W\u00fcrde\u201c. Er selbst sei mit einer \u201eP\u00e4dagogik der Freude\u201c gro\u00dfgezogen worden, schreibt Franziskus mit viel Lob f\u00fcr seinen Vater Mario. Dies habe die Familie auch durch schwierige Zeiten getragen, so der Papst, der sein erstes apostolisches Schreiben \u201eEvangelii gaudium\u201c (2013) der Freude des Glaubens widmete. Es gehe nicht um Verdr\u00e4ngung oder ein Sch\u00f6nreden der Realit\u00e4t, sondern darum, \u201ein sich einen entscheidenden Raum der Freude zu bewahren\u201c. Deshalb habe er auch vor der Er\u00f6ffnung des Heiligen Jahres Komiker und Komikerinnen in den Vatikan eingeladen, verr\u00e4t der Papst, der auch zur Selbstironie r\u00e4t, um der Versuchung des Narzissmus zu widerstehen. Im \u00dcbrigen seien auch andere P\u00e4pste fr\u00f6hliche Gesellen gewesen, so etwa Johannes Paul II und Johannes XXIII..<\/p>\n<p><strong>Mitten aus dem Leben<\/strong><br \/>\nEinen intimen Einblick in seine Familie gibt der Papst auch, als er von der Geburt seines kleinen Bruders erz\u00e4hlt. Die Eltern h\u00e4tten ihm und den Geschwistern noch \u00fcber den Storch erz\u00e4hlt, der die Kinder bringt, dabei habe er damals schon alles verstanden, schreibt er \u00fcber den 16. Juli 1942, als der kleine Alberto Horacio bei einer Hausgeburt zur Welt kam. Die Kinder h\u00e4tten lauschend an der T\u00fcr gestanden, \u201eum den Moment zu erwischen, in dem der neue kleine Bruder ankommen w\u00fcrde, den ersten Schrei nach Leben\u201c. Er und seine Geschwister h\u00e4tten gewusst, wie Babys geboren werden, und mit Alberto Horacios Geburt sei \u201edas Team fast fertig\u201c gewesen. \u201eEine gew\u00f6hnliche Familie, mit W\u00fcrde. Die W\u00fcrde war eine Lehre, die in den Worten und Gesten unserer Eltern immer pr\u00e4sent war\u201c, schreibt der Papst.<br \/>\nNeben diesen pers\u00f6nlichen Aspekten geht Franziskus in seiner Autobiografie zudem auf die zentralen Anliegen seines Pontifikates ein und \u00e4u\u00dfert sich zu Zeitthemen wie Krieg und Frieden (die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten), Migration, Umweltschutz, Sozialpolitik, die Stellung der Frau, Sexualit\u00e4t, den technischen Fortschritt sowie die Zukunft der Kirche und der Religionen.<\/p>\n<p><i><b>Papst Franziskus: Hoffe. Die Autobiografie, erscheint am 14. Januar 2025 auf Deutsch beim K\u00f6sel Verlag mit Sitz in M\u00fcnchen.<\/b><\/i><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-01\/papst-franziskus-autobiografie-spera-hoffe-familie-argentinien.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/ro\/papa\/news\/2025-01\/papa-autobiografie-viata-istorie-prezent-viitor-mondadori-2025.html\">www.vaticannews.va\/ro<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als \u201eReise der Hoffnung\u201c bezeichnet Franziskus im R\u00fcckblick sein eigenes Leben. Am Dienstag erscheint zeitgleich in 80 L\u00e4ndern die Autobiografie des Papstes mit dem Titel \u201eSpera\u201c, \u00fcbersetzt \u201eHoffe\u201c. In Deutschland wird der Text beim K\u00f6sel-Verlag publiziert. \u201eDas Buch meines Lebens ist die Geschichte einer Reise der Hoffnung, einer Reise, die ich nicht von der Reise meiner [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":71159,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71164"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71164"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71164\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71165,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71164\/revisions\/71165"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71159"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}