{"id":74535,"date":"2025-05-06T18:04:28","date_gmt":"2025-05-06T15:04:28","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=74535"},"modified":"2025-05-06T18:04:28","modified_gmt":"2025-05-06T15:04:28","slug":"botschaft-von-papst-franziskus-zum-62-weltgebetstag-um-geistliche-berufungen-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-von-papst-franziskus-zum-62-weltgebetstag-um-geistliche-berufungen-2025\/","title":{"rendered":"Botschaft von Papst Franziskus zum 62. Weltgebetstag um geistliche Berufungen 2025"},"content":{"rendered":"<p><b><i>Pilger der Hoffnung: das Geschenk des Lebens<\/i><\/b><br \/>\n<i><br \/>\nLiebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/i><br \/>\nAn diesem 62. Weltgebetstag um geistliche Berufungen m\u00f6chte ich an euch die freudige und ermutigende Einladung richten, Pilger der Hoffnung zu sein, indem ihr euer Leben selbstlos hingebt.<br \/>\nDie Berufung ist ein kostbares Geschenk, das Gott in die Herzen s\u00e4t, ein Ruf, aus sich selbst herauszugehen, um einen Weg der Liebe und des Dienens einzuschlagen. Und jede Berufung in der Kirche \u2013 sei es als Laie oder zum geweihten Amt oder zum gottgeweihten Leben \u2013 ist ein Zeichen der Hoffnung, die Gott f\u00fcr die Welt und f\u00fcr jedes seiner Kinder hegt.<br \/>\nIn dieser unserer Zeit f\u00fchlen sich viele junge Menschen im Blick auf die Zukunft verloren. Oft sind sie unsicher, was ihre beruflichen Perspektiven angeht, und noch grundlegender erleben sie eine Identit\u00e4tskrise, die eine Sinn- und Wertekrise ist und durch die digitale Verwirrung noch schwerer zu \u00fcberwinden ist. Die Ungerechtigkeiten gegen\u00fcber den Schwachen und Armen, die Gleichg\u00fcltigkeit eines egoistischen Wohlstands und die Gewalt des Krieges bedrohen ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr ein gutes Leben, die sie in ihrem Herzen hegen. Doch der Herr, der das Herz des Menschen kennt, l\u00e4sst uns in der Unsicherheit nicht allein, vielmehr m\u00f6chte er in jedem das Bewusstsein wecken, geliebt, gerufen und als Pilger der Hoffnung gesandt zu sein.<br \/>\nDaher sind wir erwachsenen Glieder der Kirche, insbesondere die Hirten, gefordert, den Berufungsweg der neuen Generationen anzunehmen, zu pr\u00fcfen und zu begleiten. Und ihr jungen Menschen seid gerufen, dabei die Hauptrolle zu spielen, oder besser gesagt, sie zusammen mit dem Heiligen Geist zu spielen, der in euch den Wunsch weckt, das Leben zu einem Geschenk der Liebe zu machen.<\/p>\n<p><i>Den eigenen Berufungsweg annehmen<\/i><br \/>\nLiebe Jugendliche, \u00bbeuer Leben ist nicht ein \u201ein der Zwischenzeit\u201d. Ihr seid das Jetzt Gottes\u00ab (Nachsynodales Apostolisches Schreiben <i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20190325_christus-vivit.html\">Christus vivit<\/a><\/i>, 178). Es ist notwendig, sich bewusst zu werden, dass das Geschenk des Lebens eine gro\u00dfherzige und treue Antwort verlangt. Seht euch die jungen Heiligen und Seligen an, die mit Freude auf den Ruf des Herrn geantwortet haben: die heilige Rosa von Lima, der heilige Dominikus Savio, die heilige Theresia vom Kinde Jesu, der heilige Gabriel von der Schmerzhaften Muttergottes, die seligen \u2013 bald heiligen \u2013 Carlo Acutis und Pier Giorgio Frassati und viele andere. Jeder von ihnen hat seine Berufung als Weg zum vollkommenen Gl\u00fcck in der Beziehung zu Jesus, dem Lebendigen, empfunden. Wenn wir sein Wort h\u00f6ren, brennt uns das Herz in der Brust (vgl.\u00a0<i>Lk\u00a0<\/i>24,32) und wir versp\u00fcren den Wunsch, unser Leben Gott zu weihen! Und dann wollen wir herausfinden, auf welche Weise, in welcher Lebensform wir die Liebe erwidern k\u00f6nnen, die er uns zuvor geschenkt hat.<br \/>\nJede Berufung, die in der Tiefe des Herzens wahrgenommen wird, l\u00e4sst die Antwort als inneren Drang zur Liebe und zum Dienen, als Quelle der Hoffnung und der Liebe aufkeimen und nicht als Suche nach pers\u00f6nlicher Best\u00e4tigung. In Gottes Plan zur Freude eines jeden Mannes und einer jeder Frau, die alle pers\u00f6nlich dazu berufen sind, ihr Leben f\u00fcr die anderen einzusetzen (vgl. Apostolisches Schreiben <i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html\">Evangelii gaudium<\/a><\/i>, 268), sind Berufung und Hoffnung also miteinander verflochten. Viele junge Menschen versuchen, den Weg zu erkennen, zu dem Gott sie beruft: Einige erkennen \u2013 oft mit Erstaunen \u2013 die Berufung zum Priestertum oder zum gottgeweihten Leben; andere entdecken die Sch\u00f6nheit der Berufung zur Ehe und zum Familienleben wie auch zum Einsatz f\u00fcr das Gemeinwohl und zum Glaubenszeugnis unter Kollegen und Freunden.<br \/>\nJede Berufung lebt von der Hoffnung, die sich in Vertrauen in die Vorsehung verwandelt. F\u00fcr den Christen ist Hoffnung n\u00e4mlich viel mehr als blo\u00dfer menschlicher Optimismus: Sie ist vielmehr eine Gewissheit, die im Glauben an Gott wurzelt, der in der Geschichte eines jeden Menschen wirkt. Und so reift die Berufung im t\u00e4glichen Bem\u00fchen um Treue zum Evangelium, im Gebet, in der geistlichen Unterscheidung und im Dienen.<br \/>\nLiebe Jugendliche, die Hoffnung auf Gott entt\u00e4uscht nicht, denn er leitet jeden Schritt derer, die sich ihm anvertrauen. Die Welt braucht junge Menschen, die Pilger der Hoffnung sind, die mutig ihr Leben Christus weihen und voller Freude dar\u00fcber sind, seine missionarischen J\u00fcnger zu sein.<\/p>\n<p><i>Den eigenen Berufungsweg pr\u00fcfen<\/i><br \/>\nDie Entdeckung der eigenen Berufung geschieht auf einem Weg der geistlichen Unterscheidung. Dieser Weg ist nie ein einsamer Weg, sondern er entsteht innerhalb der christlichen Gemeinschaft und gemeinsam mit ihr.<br \/>\nLiebe junge Menschen, die Welt dr\u00e4ngt euch zu voreiligen Entscheidungen, dazu, eure Tage mit L\u00e4rm zu f\u00fcllen, und hindert euch daran, eine Stille zu erfahren, die offen ist f\u00fcr Gott, der zum Herzen spricht. Habt den Mut, innezuhalten, in euch hineinzuh\u00f6ren und Gott zu fragen, was er sich f\u00fcr euch ertr\u00e4umt. Die Stille des Gebets ist unerl\u00e4sslich, um den Ruf Gottes in der eigenen Geschichte \u201elesen\u201c und eine freie und bewusste Antwort geben zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie innere Sammlung erm\u00f6glicht es uns zu verstehen, dass wir alle Pilger der Hoffnung sein k\u00f6nnen, wenn wir unser Leben zu einem Geschenk machen, insbesondere im Dienst an denen, die an den materiellen und existenziellen R\u00e4ndern der Welt leben. Wer auf den Ruf Gottes h\u00f6rt, kann den Schrei der vielen Br\u00fcder und Schwestern nicht ignorieren, die sich ausgeschlossen, verwundet und verlassen f\u00fchlen. Jede Berufung \u00f6ffnet f\u00fcr den Auftrag, Christus dort gegenw\u00e4rtig zu machen, wo Licht und Trost am meisten gebraucht werden. Insbesondere die gl\u00e4ubigen Laien sind aufgerufen, durch ihr soziales und berufliches Engagement \u201eSalz, Licht und Sauerteig\u201c des Reiches Gottes zu sein.<\/p>\n<p><i>Den Berufungsweg begleiten<\/i><br \/>\nIn diesem Zusammenhang sollten diejenigen, die in der Seelsorge und in der Berufungspastoral t\u00e4tig sind, insbesondere die geistlichen Begleiter, keine Angst haben, die jungen Menschen mit der hoffnungsvollen und geduldigen Zuversicht der g\u00f6ttlichen P\u00e4dagogik zu begleiten. Es geht darum, f\u00fcr sie ein offenes Ohr zu haben und sich ihrer achtsam anzunehmen; es geht darum, dass sie sich auf uns verlassen k\u00f6nnen, dass wir ihnen weise Begleiter sind, die bereit sind, ihnen zu helfen und die aufmerksam die Zeichen Gottes auf ihrem Weg erkennen.<br \/>\nIch ermutige daher dazu, f\u00fcr die Pflege der christlichen Berufung in den verschiedenen Bereichen des menschlichen Lebens und Handelns Sorge zu tragen und jedem Einzelnen zu helfen, sich f\u00fcr die Stimme Gottes zu \u00f6ffnen. Hierf\u00fcr ist es wichtig, dass die Bildungs- und Pastoralprogramme der Berufungsbegleitung angemessenen Raum geben.<br \/>\nDie Kirche braucht Hirten, Ordensleute, Missionare, Ehepaare, die es verstehen, mit Vertrauen und Hoffnung \u201eJa\u201c zum Herrn zu sagen. Die Berufung ist niemals ein Schatz, der im Herzen eingeschlossen bleibt, sondern sie w\u00e4chst und festigt sich in der Gemeinschaft derer, die glauben, lieben und hoffen. Und weil niemand allein auf den Ruf Gottes antworten kann, brauchen wir alle das Gebet und die Unterst\u00fctzung unserer Br\u00fcder und Schwestern.<br \/>\nLiebe Br\u00fcder und Schwestern, die Kirche ist lebendig und fruchtbar, wenn sie neue Berufungen hervorbringt. Und die Welt sucht, oft unbewusst, Zeugen der Hoffnung, die mit ihrem Leben verk\u00fcnden, dass die Nachfolge Christi eine Quelle der Freude ist. Lasst uns also nicht m\u00fcde werden, den Herrn um neue Arbeiter f\u00fcr seine Ernte zu bitten, in der Gewissheit, dass er immerfort mit Liebe ruft. Liebe junge Menschen, ich vertraue eure Christusnachfolge der F\u00fcrsprache Mariens an, der Mutter der Kirche und der Berufungen. Wandelt stets als Pilger der Hoffnung auf dem Weg des Evangeliums! Ich begleite euch mit meinem Segen und bitte euch, f\u00fcr mich zu beten.<\/p>\n<p><i>Rom, Gemelli-Klinik, 19. M\u00e4rz 2025.<\/i><\/p>\n<p>FRANZISKUS<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/vocations\/documents\/20250319-messaggio-62-gm-vocazioni.html\">www.vatican.va<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/ro\/papa\/news\/2025-03\/mesaj-papa-francisc-ziua-vocatiilor-2025-jubileu.html\">www.vaticannews.va\/ro<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pilger der Hoffnung: das Geschenk des Lebens Liebe Br\u00fcder und Schwestern! An diesem 62. Weltgebetstag um geistliche Berufungen m\u00f6chte ich an euch die freudige und ermutigende Einladung richten, Pilger der Hoffnung zu sein, indem ihr euer Leben selbstlos hingebt. 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