{"id":74626,"date":"2025-05-09T20:06:28","date_gmt":"2025-05-09T17:06:28","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=74626"},"modified":"2025-05-09T20:06:28","modified_gmt":"2025-05-09T17:06:28","slug":"papst-leo-xiv-feiert-erste-messe-in-sixtinischer-kapelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-feiert-erste-messe-in-sixtinischer-kapelle\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV. feiert erste Messe in Sixtinischer Kapelle"},"content":{"rendered":"<p>Der neue Papst Leo XIV. hat an diesem Freitag die erste Messe seines Pontifikats gefeiert \u2013 in der Sixtinischen Kapelle, zusammen mit den Kardin\u00e4len, die ihn zum Papst gew\u00e4hlt haben. Seine Predigt war ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Mission, f\u00fcr ein Bezeugen des Glaubens auch in schwierigen Umfeldern.<\/p>\n<p><b><i>Stefan von Kempis &#8211; Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>\u201eIubilate Deo\u201c (\u201eJauchzt Gott zu\u201c), sang der Chor, als der amerikanische Pontifex einzog. 24 Stunden zuvor hatte er hier noch als einer von 133 wahlberechtigten Kardin\u00e4len gesessen und unter den strengen Blicken aus Michelangelos \u201eJ\u00fcngstem Gericht\u201c an der Papstwahl teilgenommen; jetzt war er selbst der Hausherr, der auf Latein den Friedensgru\u00df sprach \u2013 ein Echo des Friedensappells, mit dem der 267. Papst am Donnerstag Nachmittag auf die Loggia von Sankt Peter getreten war.<br \/>\nDie Lesungen wurden in der Sixtinischen Kapelle auf Englisch und auf Spanisch vorgetragen; vielleicht steckte keine Absicht dahinter, doch beides sind die Sprachen des neuen Papstes. Leo ist in Chicago aufgewachsen, hat aber lange als Missionar und Ortsbischof in Peru gelebt. Die F\u00fcrbitten ert\u00f6nten dann in der neuesten Arbeitssprache dieses Papstes, n\u00e4mlich auf Italienisch. \u201eBewahre Papst Leo, den du f\u00fcr uns erw\u00e4hlt hast, in deiner Liebe!\u201c<br \/>\nIn seiner Predigt sprach Leo XIV. zun\u00e4chst spontan einige Worte auf Englisch; dann verlas er seinen vorbereiteten Text, in dem er vom Messiasbekenntnis des hl. Petrus ausging: \u201eDu bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes\u201c (Mt 16,16). Hier werde \u201ein verdichteter Form\u201c auf den Punkt gebracht, was die Kirche seit den Tagen des Petrus \u00fcberliefere.<br \/>\n\u201eJesus ist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, das hei\u00dft der einzige Erl\u00f6ser. Er offenbart das Antlitz des Vaters. (\u2026) In besonderer Weise vertraut Gott, indem er mich durch eure Wahl zum Nachfolger des Ersten der Apostel berufen hat, diesen Schatz mir an, damit ich mit seiner Hilfe ein treuer Verwalter zum Wohl des gesamten mystischen Leibes der Kirche sei, auf dass sie immer mehr zu einer Stadt auf dem Berg wird, zu einer rettenden Arche, die durch die Wogen der Geschichte steuert, zu einem Leuchtturm, der die N\u00e4chte der Welt erhellt. Und dies weniger wegen der Gro\u00dfartigkeit ihrer Strukturen oder der Pracht ihrer Bauten (\u2026), sondern durch die Heiligkeit ihrer Glieder, dieses \u201aVolkes, das sein besonderes Eigentum wurde\u2018 (1 Petr 2,9).\u201c<br \/>\nPetrus \u2013 in dessen Nachfolge die P\u00e4pste stehen \u2013 habe mit seinem Christusbekenntnis auf die Frage Jesu geantwortet, was denn die Leute \u00fcber den Menschensohn d\u00e4chten (vgl. Mt 16,13). Diese Frage Jesu sei \u201enicht unbedeutend\u201c, sie halle heute noch nach, so Papst Leo. Die \u201eWelt\u201c gebe darauf zur Antwort, dass Jesus so etwas wie \u201eeine kuriose Figur\u201c sei. \u201eUnd so wird diese \u201aWelt\u2018 nicht z\u00f6gern, ihn zur\u00fcckzuweisen und zu beseitigen, sobald er aufgrund der Ehrlichkeit und der moralischen Anspr\u00fcche, die er einfordert, l\u00e4stig wird.\u201c Die einfachen Leute hingegen s\u00e4hen in ihm einen Aufrechten, Mutigen. \u201eDeshalb folgen sie ihm, zumindest solange sie dies ohne allzu gro\u00dfe Risiken und Unannehmlichkeiten tun k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\n\u201eBemerkenswert an diesen beiden Haltungen ist ihre Aktualit\u00e4t. Sie verk\u00f6rpern n\u00e4mlich Vorstellungen, die wir leicht \u2013 vielleicht in einer anderen Sprache, aber im Wesentlichen gleich \u2013 in den M\u00fcndern vieler M\u00e4nner und Frauen unserer Zeit wiederfinden k\u00f6nnen. Auch heute wird der christliche Glaube in nicht wenigen F\u00e4llen als etwas Absurdes angesehen, als etwas f\u00fcr schwache und wenig intelligente Menschen; vielfach werden andere Sicherheiten wie Technologie, Geld, Erfolg, Macht und Vergn\u00fcgen bevorzugt. Es handelt sich um Umfelder, in denen es nicht leicht ist, das Evangelium zu bezeugen und zu verk\u00fcnden, und in denen Gl\u00e4ubige verspottet, bek\u00e4mpft, verachtet oder bestenfalls geduldet und bemitleidet werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Mangel an Glauben hat oft dramatische Begleiterscheinungen<\/strong><br \/>\nDoch gerade deshalb seien dies \u201eOrte, die dringend der Mission bed\u00fcrfen\u201c, so der Papst, der selbst lange als Missionar gewirkt hat. Denn der Mangel an Glauben habe oft dramatische Begleiterscheinungen: \u201edass etwa der Sinn des Lebens verlorengeht, die Barmherzigkeit in Vergessenheit ger\u00e4t, die W\u00fcrde des Menschen in den dramatischsten Formen verletzt wird, die Krise der Familie und viele andere Wunden, unter denen unsere Gesellschaft nicht unerheblich leidet\u201c.<br \/>\nVielfach werde Jesus \u201eauch heute blo\u00df als eine Art charismatischer Anf\u00fchrer oder \u00dcbermensch gesehen (\u2026), auch von vielen Getauften\u201c. \u201eDies ist die Welt, die uns anvertraut ist und in der wir, wie Papst Franziskus uns so oft gelehrt hat, berufen sind, den freudigen Glauben an Jesus, den Erl\u00f6ser, zu bezeugen. Deshalb ist es auch f\u00fcr uns unerl\u00e4sslich, immer neu zu bekennen: \u201aDu bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes\u2018. Das ist vor allem in unserer pers\u00f6nlichen Beziehung zu ihm von wesentlicher Bedeutung, im Bem\u00fchen um einen t\u00e4glichen Weg der Umkehr. Aber dann auch f\u00fcr uns als Kirche, indem wir gemeinsam unsere Zugeh\u00f6rigkeit zum Herrn leben und allen die Frohe Botschaft bringen.\u201c<br \/>\nEr sage das auch mit Blick auf sich selbst, so der neugew\u00e4hlte Bischof von Rom. Alle, die in der Kirche ein Leitungsamt aus\u00fcben, seien dazu gehalten, \u201ezu verschwinden, damit Christus bleibt, sich klein zu machen, damit er erkannt und verherrlicht wird (vgl. Joh 3,30), sich ganz und gar daf\u00fcr einzusetzen, dass niemandem die M\u00f6glichkeit fehlt, ihn zu erkennen und zu lieben\u201c.<br \/>\nDer Vorg\u00e4nger Franziskus hatte 2013 noch eine Stegreifpredigt gehalten; Leo hingegen hielt sich \u2013 bis auf seinen englischsprachigen Spontan-Prolog \u2013 an einen sorgf\u00e4ltig ausgearbeiteten Text. Darin zitierte er h\u00e4ufig aus dem Neuen Testament, zweimal aus Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils \u2013 und er machte sich eine ber\u00fchmte Formulierung des hl. Ignatius von Antiochien zu eigen, n\u00e4mlich dass die r\u00f6mische Kirche den \u201eVorsitz in der Liebe\u201c f\u00fchre. Eine Deutung des Petrusdienstes, die heute \u00f6kumenisch weithin akzeptabel erscheint und die auch Franziskus 2013 gleich in seiner ersten Rede nach der Wahl aufgerufen hatte.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-05\/messe-papst-leo-sixtinische-kapelle-xiv-kardinaele-petrus-wahl.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neue Papst Leo XIV. hat an diesem Freitag die erste Messe seines Pontifikats gefeiert \u2013 in der Sixtinischen Kapelle, zusammen mit den Kardin\u00e4len, die ihn zum Papst gew\u00e4hlt haben. Seine Predigt war ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Mission, f\u00fcr ein Bezeugen des Glaubens auch in schwierigen Umfeldern. 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