{"id":74883,"date":"2025-05-18T18:54:44","date_gmt":"2025-05-18T15:54:44","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=74883"},"modified":"2025-05-18T18:55:28","modified_gmt":"2025-05-18T15:55:28","slug":"amtseinfuehrung-fuer-papst-leo-xiv-brueder-und-schwestern-dies-ist-die-stunde-der-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/amtseinfuehrung-fuer-papst-leo-xiv-brueder-und-schwestern-dies-ist-die-stunde-der-liebe\/","title":{"rendered":"Amtseinf\u00fchrung f\u00fcr Papst Leo XIV.: \u201eBr\u00fcder und Schwestern, dies ist die Stunde der Liebe!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Mit einer Messe auf dem Petersplatz hat an diesem Sonntag das Pontifikat von Papst Leo XIV. begonnen. Der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri warb f\u00fcr eine geeinte Kirche als Motor f\u00fcr eine vers\u00f6hnte Welt. Ein Papst sei kein \u201eeinsamer Anf\u00fchrer\u201c und \u201eBeherrscher\u201c der ihm anvertrauten Menschen, sondern ihr Diener im Glauben, der zu besonderer Liebe berufen sei, erkl\u00e4rte der 69-j\u00e4hrige Papst. 200.000 Menschen nahmen an der Messe teil, darunter Staats- und Regierungschefs aus aller Welt<\/p>\n<p><b><i>Gudrun Sailer &#8211; Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>Zu den Kl\u00e4ngen des Hymnus \u201eTu es Petrus&#8220; schritt der Papst zum Auftakt der Liturgie durch den Petersdom, begab sich zum Petrusgrab, das vertieft in der Mitte der Basilika liegt, und sammelte sich zum Gebet. Jeder Papst ist der Nachfolger des Apostels Petrus, den Jesus den Evangelien zufolge ausersah, seine Schafe zu weiden, \u201eMenschenfischer\u201c zu werden und bindende Entscheidungen an seiner statt zu treffen \u2013 daher das Symbol der Schl\u00fcssel f\u00fcr den Papst.<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--dark\">\n<div class=\"article__innerTitle\"><strong>Hier der Beitrag zum Nachh\u00f6ren<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<p>Die Messe selbst fand bei glei\u00dfendem Sonnenschein auf dem Peterplatz statt. Die jahrhundertealten \u201eLobpreisungen des K\u00f6nigs\u201c mit dem einleitenden Ruf \u201eChristus Sieger, Christus K\u00f6nig, Christus Herr in Ewigkeit\u201c waren noch im Ohr, als der neue Papst zu seiner Predigt ansetzte.\u00a0\u00a0Leo XIV. zeigte sich darin zum Amtsantritt als Hirte, der seine Aufgabe als Oberhaupt der Weltkirche mit ihren 1,4 Milliarden Gl\u00e4ubigen in einer dem\u00fctigen Haltung angeht. \u201eIch wurde ohne jegliches Verdienst ausgew\u00e4hlt und komme mit Furcht und Zittern zu euch als ein Bruder\u201c, sagte der Papst. Als Bruder wolle er sich \u201ezum Diener eures Glaubens und eurer Freude machen und mit euch auf dem Weg der Liebe Gottes wandeln\u201c, so Leo. Ein Papst solle niemals der Versuchung erliegen, \u201eein einsamer Anf\u00fchrer oder ein \u00fcber den anderen stehender Chef zu sein, der sich zum Beherrscher der ihm anvertrauten Menschen macht&#8220;. Und er w\u00fcnsche sich, \u201edass wir alle eine einzige Familie sind\u201c, sagte das Kirchenoberhaupt.<\/p>\n<p><strong>Liebe tritt nicht autorit\u00e4r auf<\/strong><br \/>\nZwei Aspekte seines Papstamtes vertiefte Papst Leo: Einheit und Liebe. Beide seien zentral f\u00fcr die Sendung, die Jesus dem Petrus und damit allen seinen Nachfolgern anvertraut habe. Petrus habe den Auftrag erhalten, \u201emehr zu lieben\u201c und \u201esein Leben f\u00fcr die Herde hinzugeben\u201c. Einer autorit\u00e4ren Form von Liebe erteilte Leo eine Absage: \u201eEs geht niemals darum, andere durch Zwang, religi\u00f6se Propaganda oder Machtmittel zu vereinnahmen, sondern immer und ausschlie\u00dflich darum, so zu lieben, wie Jesus es getan hat\u201c, erkl\u00e4rte er. Die Kirche von Rom habe schlie\u00dflich \u201eden Vorsitz in der Liebe\u201c und \u201eihre wahre Autorit\u00e4t ist die Liebe Christi\u201c \u2013 ein indirekter Verweis auf Papst Franziskus, der genau das bei seinem ersten Auftritt als Papst am 13. M\u00e4rz 2013 gesagt hatte.<\/p>\n<p><strong>Geeinte Kirche, die zum Ferment einer vers\u00f6hnten Welt wird<\/strong><br \/>\nDeutlich mahnte Papst Leo dazu, Spannungen und Spaltungen innerhalb der katholischen Kirche zu \u00fcberwinden und Vielfalt zuzulassen. Durch die Taufe seien alle dazu berufen, \u201edas Haus Gottes in geschwisterlicher Gemeinschaft, im Einklang des Heiligen Geistes und in einem Zusammenleben in Verschiedenheit aufzubauen\u201c, so der Papst. Die Welt verlange nach dieser Einheit der Kirche. \u201eLiebe Br\u00fcder und Schwestern, ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass dies unser erstes gro\u00dfes Verlangen ist: eine geeinte Kirche, als Zeichen der Einheit und der Gemeinschaft, die zum Ferment einer vers\u00f6hnten Welt wird.\u201c<br \/>\nZwietracht, Hass und Gewalt, Vorurteile, Angst vor dem Anderen zersetzen die Welt heute mehr denn je, sagte der Papst, ohne einzelne Beispiele herauszugreifen. Als Ursache verwies er \u2013 auch das in Fortf\u00fchrung des Lehramts seines Vorg\u00e4ngers Franziskus \u2013 auf \u201eein Wirtschaftsmodell, das die Ressourcen der Erde ausbeutet und die \u00c4rmsten an den Rand dr\u00e4ngt\u201c. Katholischen Gl\u00e4ubigen sollten dagegenhalten und untereinander \u201eEinheit, Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit\u201c f\u00f6rdern: innerhalb der katholischen Kirche, mit den \u201echristlichen Schwesterkirchen\u201c, mit den Angeh\u00f6rigen anderer Religionen, mit Suchenden und letztlich \u201emit allen Frauen und M\u00e4nnern guten Willens, um eine neue Welt aufzubauen, in der der Friede herrscht.\u201c<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--photo\">\n<div class=\"photo_embed--Title\">Der Papst entwarf das Bild einer missionarischen und inklusiven Kirche, die sich nicht in sich selbst verschlie\u00dft und \u201eder Welt \u00fcberlegen\u201c f\u00fchlt. \u201eWir sind gerufen, allen Menschen die Liebe Gottes zu bringen\u201c, erkl\u00e4rte Leo. Ziel sei jene Einheit, die nicht die Unterschiede aufhebt, \u201esondern die pers\u00f6nliche Geschichte jedes Einzelnen und die soziale und religi\u00f6se Kultur jedes Volkes zur Geltung bringt\u201c, so der US-amerikanische Papst, der acht Jahre lang als Bischof in einer entlegenen Di\u00f6zese in Peru mit vielen Indigenen gewirkt hatte.<\/div>\n<\/div>\n<p>\u201eBr\u00fcder und Schwestern, dies ist die Stunde der Liebe!\u201c, so der Papst mit einem Verweis auf Leo XIII. mit seiner ber\u00fchmten Sozialenzyklika \u201e<i>Rerum novarum\u201c von 1891.\u00a0<\/i>\u201eGehen wir gemeinsam, als\u00a0<i>ein<\/i>\u00a0Volk, alle Br\u00fcder und Schwestern, auf Gott zu und lieben wir einander.\u201c<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--photo\">\n<div class=\"photo_embed--Title\"><strong>Pallium, Fischerring und Kreuzstab<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<p>Vor der Verk\u00fcndigung des Evangeliums erhielt der neue Papst seine zwei Amtsinsignien, das <b>Pallium und den Fischerring<\/b>. Kardinal Mario Zenari legte dem Papst\u00a0<b>das Pallium auf,\u00a0<\/b>wobei der Papst leicht in die Knie ging. Die wei\u00dfe Wollstola steht f\u00fcr die Hirtensorge der Erzbisch\u00f6fe in der Weltkirche. Der kongolesische Kardinal Fridolin Ambongo Besungu sprach das in der Liturgie zur Amtseinf\u00fchrung eines Papstes vorgesehene Gebet, das die Gegenwart und den Beistand Gottes f\u00fcr den Nachfolger Petri erfleht.\u00a0<b>Den Fischerring<\/b>\u00a0steckte dem Papst der philippinische Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle an den Finger der rechten Hand. Leo XIV. betrachtete den Ring, der seinen Dienst symbolisiert, mit sichtlicher Ergriffenheit. Der goldfarbene Ring zeigt Petrus mit Schl\u00fcsseln und Fischernetz und tr\u00e4gt auf der Innenseite den Namen des Papstes eingraviert.<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--photo\">\n<div class=\"photo_embed--Title\">Leo trug bei seiner Amtseinf\u00fchrung den ber\u00fchmten <b>silberfarbenen Kreuzstab aus den 1960er Jahren von Papst Paul VI.<\/b>, der den leidenden Christus am Kreuz zeigt. Papst Johannes Paul II. hatte diese Ferula durch sein ganzes Pontifikat hindurch getragen, Benedikt und Franziskus nutzen diesen wie auch andere Kreuzst\u00e4be. Die Ferula von Paul VI. steht f\u00fcr das II. Vatikanische Konzil, da der Papst sie zum Abschluss der gro\u00dfen Kirchenversammlung am 8. Dezember 1965 zum ersten Mal trug. Der Kreuzstab ruhte w\u00e4hrend der Liturgie zur Linken des Papstes, zu seiner Rechten stand das Gnadenbild der Mutter vom Guten Rat von Genazzano, das Leo wenige Tage nach seiner Wahl besucht hatte.<\/div>\n<\/div>\n<p>Ebenfalls ein traditionelles Element der Liturgie zum Beginn eines Pontifikats ist <b>das Gehorsamsversprechen<\/b>, das zw\u00f6lf repr\u00e4sentativ nach Stand und Herkunft ausgew\u00e4hlte Angeh\u00f6rige des Volkes Gottes leisteten: zun\u00e4chst drei Kardin\u00e4le, je ein Bischof, ein Priester und ein Diakon, eine Ordensfrau und ein Ordensmann, ein Ehepaar und zwei Jugendliche. Sie alle traten nacheinander vor und gelobten dem auf seinem Platz vor dem Altar stehenden Papst Gehorsam.<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--photo\">\n<div class=\"photo_embed--Title\"><strong>Vertreter der \u00d6kumene und der Religionen<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<p>Das \u00d6kumenische Patriarchat Konstantinopel war mit Patriarch Bartholomaios vertreten, das Moskauer Patriarchat mit Metropolit Nestor von Korsun und Westeuropa. Unter den Repr\u00e4sentanten des Judentums, die zur Amtseinf\u00fchrungsmesse von Papst Leo kamen, waren der argentinische Rabbiner Abraham Skorka, ein pers\u00f6nlicher Freund von Papst Franziskus, der geb\u00fcrtige Deutsche Yehoschua Ahrens, Rabbiner von Bern, der Ungar Viktor Eichner, Leiter des r\u00f6mischen Verbindungsb\u00fcros des World Jewish Congress, sowie aus Jerusalem Oded Wiener, der fr\u00fchere Generalsekret\u00e4r des Oberrabbinats.<br \/>\nZu den Vertretern anderer Religionen z\u00e4hlten Muslime, Hindus, Buddhisten, Sikhs, Zoroastrier und Jains.<br \/>\nSchon eine Stunde vor Beginn der Messe war Papst Leo XIV. im wei\u00dfen Papamobil auf dem Petersplatz unterwegs, um die zu Zehntausenden anwesenden Gl\u00e4ubigen zu begr\u00fc\u00dfen. Hubschrauber knatterten im r\u00f6mischen Fr\u00fchlingshimmel, als der Papst in raschem Schritttempo und unter dem Jubel der Menge durch die Via della Conciliazione bis fast zur Engelsburg fuhr. Leo, der mit seinen 69 Jahren durchaus sportlich wirkt, winkte mit gro\u00dfer Ausdauer abwechselnd links und rechts, ehe er nach einer halben Stunde im Jeep den Petersplatz verlie\u00df, um sich in der Kapelle der Piet\u00e0 die Messgew\u00e4nder anzulegen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-05\/leo-xiv-amtseinfuhrung-bruder-schwestern-stunde-der-liebe.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einer Messe auf dem Petersplatz hat an diesem Sonntag das Pontifikat von Papst Leo XIV. begonnen. Der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri warb f\u00fcr eine geeinte Kirche als Motor f\u00fcr eine vers\u00f6hnte Welt. 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