{"id":75261,"date":"2025-06-02T10:42:42","date_gmt":"2025-06-02T07:42:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=75261"},"modified":"2025-06-02T10:42:42","modified_gmt":"2025-06-02T07:42:42","slug":"heilig-jahr-feier-der-familien-die-papstpredigt-im-wortlaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/heilig-jahr-feier-der-familien-die-papstpredigt-im-wortlaut\/","title":{"rendered":"Heilig-Jahr-Feier der Familien: Die Papstpredigt im Wortlaut"},"content":{"rendered":"<p>Radio Vatikan\/Vaticannews dokumentiert an dieser Stelle in amtlicher deutscher \u00dcbersetzung die Predigt, die Papst Leo XIV. bei der Freiluftmesse zur Heilig-Jahr-Feier der Familien und Gro\u00dfeltern auf dem Petersplatz gehalten hat.<\/p>\n<p>Das soeben verk\u00fcndete Evangelium stellt uns Jesus vor Augen, der beim letzten Abendmahl f\u00fcr uns betet (vgl. Joh 17,20): Das menschgewordene Wort Gottes, dem Ende seines irdischen Lebens nahe, denkt an uns, seine Br\u00fcder und Schwestern, und wird in der Kraft des Heiligen Geistes selbst zum Segen, zur F\u00fcrbitte und zum Lobpreis f\u00fcr den Vater. Und auch wir werden beim staunenden und vertrauensvollen Einstimmen in das Gebet Jesu von seiner Liebe in einen gro\u00dfen Plan miteinbezogen, der die ganze Menschheit betrifft.<\/p>\n<p>Christus bittet n\u00e4mlich darum, dass wir alle \u201eeins sind\u201c (vgl. V. 21). Es handelt sich um das h\u00f6chste Gut, das man sich nur w\u00fcnschen kann, da diese allumfassende Einheit unter den Gesch\u00f6pfen die ewige Gemeinschaft der Liebe verwirklicht, in der man Gott selbst erkennt, als Vater, der das Leben schenkt, als Sohn, der es empf\u00e4ngt, und als Heiliger Geist, der das Leben mitteilt.<\/p>\n<p>Der Herr will nicht, dass wir uns, um uns zu vereinen, zu einer verschwommenen Masse, zu einem anonymen Gebilde zusammentun, sondern er m\u00f6chte, dass wir eins sind: \u00bbWie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein\u00ab (V. 21). Die Einheit, um die Jesus betet, ist also eine Gemeinschaft, die auf eben jener Liebe gegr\u00fcndet ist, mit der Gott liebt und aus der das Leben und das Heil in die Welt kommen. Und als solche ist sie in erster Linie ein Geschenk, das Jesus uns bringt. Aus seinem menschlichen Herzen heraus wendet sich der Sohn Gottes an den Vater, indem er sagt: \u00bbIch in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast\u00ab (V. 23).<\/p>\n<p>Voller Bewunderung nehmen wir diese Worte auf: Jesus offenbart uns, dass Gott uns so liebt, wie er sich selbst liebt. Der Vater liebt uns nicht weniger als seinen eingeborenen Sohn, also unendlich. Gott liebt nicht weniger, weil er zuerst liebt, weil er als Erster liebt! Christus selbst bezeugt dies, wenn er zum Vater sagt: \u00bbWeil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt\u00ab (V. 24). Und genau so ist es: In seiner Barmherzigkeit m\u00f6chte Gott seit jeher alle Menschen an sich ziehen, und es ist sein Leben, das er in Christus f\u00fcr uns hingegeben hat, das uns eins werden l\u00e4sst, das uns miteinander verbindet.<\/p>\n<p>Dieses Evangelium heute, bei der Heilig-Jahr-Feier der Familien und Kinder, der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen, zu h\u00f6ren, erf\u00fcllt uns mit Freude.<\/p>\n<p>Meine Lieben, wir haben das Leben geschenkt bekommen, bevor wir danach verlangten. Papst Franziskus sagte: \u00bbAlle Menschen sind S\u00f6hne du T\u00f6chter, doch niemand von uns hat die Entscheidung getroffen, auf die Welt zu kommen\u00ab (Angelus, 1. Januar 2025). Und nicht nur das. Sobald wir geboren wurden, waren wir, um leben zu k\u00f6nnen, auf andere angewiesen, allein h\u00e4tten wir es nicht geschafft: Es war jemand anderes, der uns gerettet hat, indem er sich unser angenommen hat, um unseren K\u00f6rper wie um unseren Geist. Wir alle leben also dank einer Beziehung, d. h. einer freien und befreienden Bindung der Menschlichkeit und der gegenseitigen F\u00fcrsorge.<\/p>\n<p>Es ist wahr, dass diese Menschlichkeit manchmal verraten wird. Jedes Mal, zum Beispiel, wenn man sich auf die Freiheit beruft, nicht um Leben zu schenken, sondern um es zu nehmen, nicht um zu helfen, sondern um zu verletzen. Doch auch angesichts des B\u00f6sen, das zu Gegnern macht und t\u00f6tet, betet Jesus weiterhin f\u00fcr uns zum Vater und sein Gebet wirkt wie Balsam auf unseren Wunden, indem es f\u00fcr alle zu einer Botschaft von Vergebung und Vers\u00f6hnung wird. Dieses Gebet des Herrn verleiht den gl\u00fccklichen Momenten, in denen wir uns als Eltern, Gro\u00dfeltern, S\u00f6hne und T\u00f6chter lieben, ihren vollen Sinn. Und eben das m\u00f6chten wir der Welt verk\u00fcnden: Wir sind hier, um\u00a0<i>eins<\/i>\u00a0zu sein, wie der Herr es m\u00f6chte, in unseren Familien und dort, wo wir leben, arbeiten und studieren: verschieden und doch eins, viele und doch eins, immer, in jeder Lebenslage und in jedem Lebensalter.<\/p>\n<p>Meine Lieben, wenn wir uns so lieben, gegr\u00fcndet auf Christus, der \u00bbdas Alpha und das Omega\u00ab, \u00bbder Anfang und das Ende\u00ab (vgl. Offb 22,13) ist, werden wir f\u00fcr alle in der Gesellschaft und in der Welt zu einem Zeichen des Friedens. Und vergessen wir nicht: Aus den Familien heraus entsteht die Zukunft der V\u00f6lker.<\/p>\n<p>Deshalb sage ich mit einem Herzen voller Dankbarkeit und Hoffnung zu euch Eheleuten: Die Ehe ist kein Ideal, sondern der Ma\u00dfstab f\u00fcr die wahre Liebe zwischen Mann und Frau: einer Liebe, die ungeteilt, treu und fruchtbar ist (vgl. PAUL VI., Enzyklika Humanae vitae, 9). Diese Liebe l\u00e4sst euch ein Fleisch werden und bef\u00e4higt euch, nach dem Bild Gottes Leben zu schenken. Deshalb ermutige ich euch, f\u00fcr eure Kinder koh\u00e4rente Vorbilder zu sein, indem ihr euch so verhaltet, wie ihr wollt, dass sie sich verhalten, indem ihr sie zur Freiheit durch Gehorsam erzieht und indem ihr stets das Gute in ihnen sucht wie auch nach M\u00f6glichkeiten, es zu f\u00f6rdern. Und ihr, Kinder, seid euren Eltern dankbar: \u201eDanke\u201c zu sagen f\u00fcr das Geschenk des Lebens und f\u00fcr alles, was uns damit jeden Tag geschenkt wird, ist die erste Weise, um Vater und Mutter zu ehren (vgl. Ex 20,12). Schlie\u00dflich bitte ich euch, liebe Gro\u00dfeltern und \u00e4ltere Menschen, mit Weisheit und Mitgef\u00fchl, mit der Demut und der Geduld, die die Jahre lehren, \u00fcber diejenigen zu wachen, die ihr liebt.<\/p>\n<p>In der Familie wird der Glaube zusammen mit dem Leben von Generation zu Generation weitergegeben: Er wird wie das Essen am Tisch und die Zuneigung des Herzens geteilt. Das macht die Familie zu einem besonderen Ort der Begegnung mit Jesus, der uns liebt und immer unser Wohl im Sinn hat.<\/p>\n<p>Und ich m\u00f6chte noch eines hinzuf\u00fcgen. Das Gebet des Sohnes Gottes, das uns auf unserem Weg Hoffnung schenkt, erinnert uns auch daran, dass wir eines Tages alle\u00a0<i>uno unum<\/i>\u00a0sein werden (vgl. HL. AUGUSTINUS, Sermo super Ps. 127): eins in dem einzigen Erl\u00f6ser, umfangen von der ewigen Liebe Gottes. Nicht nur wir, sondern auch die Papas und Mamas, die Gro\u00dfm\u00fctter und Gro\u00dfv\u00e4ter, die Br\u00fcder, die Schwestern und die Kinder, die uns bereits in sein ewiges \u00f6sterliches Licht vorausgegangen sind und deren Gegenwart wir hier zusammen mit uns bei dieser Feier sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-06\/papst-leo-xiv-predigt-messe-familien-heiliges-jahr.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<div>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--photo\">\n<figure><picture><source srcset=\"\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.1500.844.jpeg 2x, \/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg 1x\" media=\"(min-width: 1024px)\" data-original-set=\"\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.1500.844.jpeg 2x, \/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.750.422.jpeg 1x\" \/><source srcset=\"\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.1000.563.jpeg 2x, \/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg 1x\" media=\"(min-width: 768px)\" data-original-set=\"\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.1000.563.jpeg 2x, \/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg 1x\" \/><source srcset=\"\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" data-original-set=\"\/content\/dam\/vaticannews\/agenzie\/images\/reuters\/2025\/06\/01\/10\/1748767038579.JPG\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" \/><\/picture><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radio Vatikan\/Vaticannews dokumentiert an dieser Stelle in amtlicher deutscher \u00dcbersetzung die Predigt, die Papst Leo XIV. bei der Freiluftmesse zur Heilig-Jahr-Feier der Familien und Gro\u00dfeltern auf dem Petersplatz gehalten hat. 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