{"id":75513,"date":"2025-06-10T13:41:02","date_gmt":"2025-06-10T10:41:02","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=75513"},"modified":"2025-06-10T13:44:05","modified_gmt":"2025-06-10T10:44:05","slug":"papst-leo-xiv-an-nuntien-ihr-seid-ein-abbild-der-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-an-nuntien-ihr-seid-ein-abbild-der-kirche\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV. an Nuntien: Ihr seid ein Abbild der Kirche"},"content":{"rendered":"<p>Ein diplomatisches Korps, mit dessen Universalit\u00e4t kein Land der Welt mithalten kann \u2013 und das auf eine ganz besondere Weise geeint ist. Mit diesen Worten w\u00fcrdigte Papst Leo XIV. an diesem Dienstag die p\u00e4pstlichen Nuntien, die den Heiligen Stuhl weltweit vertreten. Bei allen Fragen, die ein besonderes Land betr\u00e4fen, k\u00f6nne er sich auf die akribische Vorarbeit seiner Vertreter verlassen, so der Papst, der den Vatikandiplomaten auch einen besonderen Ring als Zeichen der Anerkennung verehrte.<\/p>\n<p><b><i>Christine Seuss &#8211; Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>Bei der Audienz mit Papst Leo XIV. waren 98 Apostolische Nuntien, 5 St\u00e4ndige Beobachter und einige Sondergesandte anwesend. Die P\u00e4pstlichen Vertreter, die \u00fcber die ganze Welt verstreut sind, sind derzeit f\u00fcr das Jubil\u00e4um der Kurie und ihr turnusm\u00e4\u00dfiges Treffen mit dem Papst gesammelt in Rom. Leo XIV. empfing sie am Dienstagvormittag in Audienz und dankte ihnen daf\u00fcr, dass sie die teils weiten Reisewege auf sich genommen hatten.<br \/>\nZuvor hatte Kardinal Parolin, der Chefdiplomat des Heiligen Stuhls, einige Worte an den Papst gerichtet und ihm dabei daf\u00fcr gedankt, dass er nicht nur die regelm\u00e4\u00dfigen Treffen mit den Nuntien weiterf\u00fchren werde, sondern auch daf\u00fcr, dass er bei fr\u00fcherer Gelegenheit von der \u201eunersetzlichen Arbeit&#8220; der Nuntien gesprochen habe.<\/p>\n<p><strong>Unersetzlicher Dienst<\/strong><br \/>\nZu Beginn seiner Ansprache wich Papst Leo\u202fXIV. daraufhin vom vorbereiteten Manuskript ab und versicherte den Zuh\u00f6rern, dass er seine von Kardinal Parolin zitierte W\u00fcrdigung der Arbeit der Nuntien nicht ausgesprochen habe, \u201eweil jemand gesagt hat: \u201aDas musst du sagen\u2018, sondern weil ich zutiefst daran glaube.\u201c In diesem Sinn bekr\u00e4ftigte er erneut, dass er den Dienst der Nuntien f\u00fcr unersetzlich halte und w\u00fcrdigte ihr Opfer und ihre Arbeit, insbesondere im Hinblick auf die Auswahl von Bischofskandidaten: \u201eSo viele Dinge k\u00f6nnten in der Kirche nicht geschehen, wenn es nicht das g\u00e4be, was Sie tun.\u201c Abschlie\u00dfend warnte er die Anwesenden mit einem Augenzwinkern: \u201eJetzt m\u00fcssen Sie ein wenig Geduld haben&#8230;\u201c Das sagte er in Anspielung auf den vorbereiteten Text, den er anschlie\u00dfend in voller L\u00e4nge verlas.<\/p>\n<p><strong>Ein Lob, das ehrlich gemeint ist&#8230;<\/strong><br \/>\nInsbesondere w\u00fcrdigte der Papst dabei die Zusammensetzung und den Zusammenhalt der Diplomaten verschiedenster Herkunft, die an der vatikanischen Diplomatenakademie ausgebildet werden:<br \/>\n\u201eDanke! Sie sind schon allein durch Ihre Person ein Abbild der katholischen Kirche, denn es gibt in keinem Land der Welt ein so universelles diplomatisches Korps wie das unsere!\u201c, so Leo XIV. an die Nuntien. Gleichzeitig k\u00f6nne man jedoch ebenso sagen, dass \u201ekein Land der Welt ein so geeintes diplomatisches Korps\u201c habe wie das vatikanische, fuhr Leo fort: \u201eDenn Ihre, unsere Gemeinschaft ist nicht nur funktional oder ideal, sondern wir sind in Christus und in der Kirche vereint. Es ist interessant, \u00fcber diese Tatsache nachzudenken: dass die Diplomatie des Heiligen Stuhls in ihrem Personal selbst ein Modell darstellt \u2013 sicherlich kein perfektes, aber ein sehr bedeutendes \u2013 f\u00fcr die Botschaft, die sie verk\u00fcndet, n\u00e4mlich die der menschlichen Geschwisterlichkeit und des Friedens unter den V\u00f6lkern.\u201c<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\">\n<blockquote><p>\u201eEs gibt in keinem Land der Welt ein so universelles diplomatisches Korps wie das unsere\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Er mache gerade seine ersten Schritte im Petrusamt, das der Herr ihm anvertraut habe, so Leo weiter: \u201eUnd ich empfinde Ihnen gegen\u00fcber dasselbe, was ich vor einigen Tagen vor dem Staatssekretariat zum Ausdruck gebracht habe, n\u00e4mlich Dankbarkeit f\u00fcr alle, die mir Tag f\u00fcr Tag bei der Aus\u00fcbung meines Dienstes helfen.\u201c Dies betreffe ganz besonders die p\u00e4pstlichen Nuntiaturen, die bereits im Vorfeld Analysen, Zusammenfassungen und \u00dcberlegungen zu den L\u00e4ndern vorlegten, in denen sie ihren Dienst vers\u00e4hen \u2013 und so viele der Fragen beantworteten, mit denen sich der Papst in bestimmten Situationen befassen m\u00fcsse.<\/p>\n<p><strong>Wertsch\u00e4tzung und Dankbarkeit<\/strong><br \/>\n\u201eDas Netzwerk der P\u00e4pstlichen Vertretungen ist immer aktiv und einsatzbereit. Das ist f\u00fcr mich ein Grund zu gro\u00dfer Wertsch\u00e4tzung und Dankbarkeit. Ich sage das nat\u00fcrlich mit Blick auf Ihr Engagement und Ihre Organisation, aber noch mehr auf die Motive, die Sie leiten, auf den pastoralen Stil, der Sie auszeichnet, auf den Geist des Glaubens, der Sie beseelt.\u201c<br \/>\nDank dieser Eigenschaften k\u00f6nne auch er die Erfahrung leben, die der heilige Papst Paul VI. beschrieb, als er betonte, dass er durch seine Vertreter in den verschiedensten Nationen auch am Leben seiner Bewohner teilhaben und deren Bed\u00fcrfnisse kennenlernen k\u00f6nne (vgl. Motu Proprio: <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/la\/motu_proprio\/documents\/hf_p-vi_motu-proprio_19690624_sollicitudo-omnium-ecclesiarum.html\" rel=\"external\">Sollicitudo omnium Ecclesiarum<\/a>,\u00a0<i>Einleitung<\/i>), w\u00fcrdigte Leo XIV. die Arbeit der Nuntien.<\/p>\n<p><strong>Die Heilung des Lahmen<\/strong><br \/>\nDie Mission seiner Vertreter in Verbindung mit seiner eigenen Mission k\u00f6nne besonders gut durch die biblische Erz\u00e4hlung von der Heilung des Lahmen (Apg 3,1-10) abgebildet werden, mit der der Dienst des Petrus beschrieben werde, so der Papst weiter<br \/>\n\u201eEin verkr\u00fcppelter Mann sitzt am Tor des Tempels und bettelt um Almosen. Er scheint das Bild einer Menschheit zu sein, die die Hoffnung verloren hat und resigniert ist. Auch heute noch begegnet die Kirche oft M\u00e4nnern und Frauen, die keine Freude mehr haben, die von der Gesellschaft an den Rand gedr\u00e4ngt wurden oder die das Leben in gewisser Weise dazu gezwungen hat, um ihre Existenz zu betteln.\u201c<br \/>\nPetrus wende sich dem Mann zu und fordere in auf, ihn und seinen Begleiter Johannes anzuschauen, so der Papst weiter. Der Mann tue dies in der Erwartung auf ein Almosen, doch Petrus, mit Verweis auf Jesus, vollbringe das Wunder der Heilung, so dass er wieder laufen k\u00f6nne: \u201eDie Bitte, die Petrus an diesen Mann richtet, gibt zu denken: ,Schau uns an!\u2018 Sich in die Augen zu schauen bedeutet, eine Beziehung aufzubauen. Der Dienst des Petrus besteht darin, Beziehungen und Br\u00fccken zu schaffen; und ein Vertreter des Papstes steht in erster Linie im Dienst dieser Aufforderung, dieses Blickens in die Augen. Seid immer der Blick des Petrus! Seid Menschen, die in der Lage sind, Beziehungen dort aufzubauen, wo es am schwierigsten ist.\u201c<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\">\n<blockquote><p>\u201eSeid Menschen, die in der Lage sind, Beziehungen dort aufzubauen, wo es am schwierigsten ist\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Dabei m\u00fcssten sie sich jedoch die \u201egleiche Demut\u201c und den \u201egleichen Realismus\u201c wie Petrus bewahren, der \u201esehr wohl\u201c wisse, dass er nicht f\u00fcr alles eine L\u00f6sung habe. Schlie\u00dflich habe er dem bettelnden Kr\u00fcppel in der Erz\u00e4hlung kein Geld geben k\u00f6nnen:<br \/>\n\u201eAber er wei\u00df auch, dass er das hat, was z\u00e4hlt, n\u00e4mlich Christus, den tiefsten Sinn jeder Existenz. (\u2026) Christus zu geben bedeutet, Liebe zu geben, Zeugnis abzulegen f\u00fcr jene N\u00e4chstenliebe, die zu allem bereit ist. Ich z\u00e4hle auf euch, damit in den L\u00e4ndern, in denen ihr lebt, alle wissen, dass die Kirche aus Liebe immer zu allem bereit ist, dass sie immer auf der Seite der Letzten, der Armen steht und dass sie immer das heilige Recht verteidigen wird, an Gott zu glauben, zu glauben, dass dieses Leben nicht den M\u00e4chten dieser Welt ausgeliefert ist, sondern von einem geheimnisvollen Sinn durchdrungen ist. Nur die Liebe ist glaubw\u00fcrdig angesichts des Leids der Unschuldigen, der Gekreuzigten von heute, die viele von euch pers\u00f6nlich kennen, weil ihr V\u00f6lkern dient, die Opfer von Kriegen, Gewalt, Ungerechtigkeiten oder auch jenem falschen Wohlstand sind, der t\u00e4uscht und entt\u00e4uscht.\u201c<br \/>\nDie p\u00e4pstlichen Diplomaten hingegen sollten stets durch die Tatsache getr\u00f6stet werden, dass ihr Dienst \u201esub umbra Petri\u201c, also unter dem Schirm des Petrus, stehe, so Leo, der den Nuntien bei dieser Gelegenheit auch einen Ring verehrte, in dem diese Worte eingraviert stehen. Auch andere P\u00e4pste hatten bei ihrem ersten Treffen nach der Wahl ihren diplomatischen Vertretern als Zeichen der Anerkennung und Verbundenheit Brustkreuze oder Ringe verehrt: \u201eF\u00fchlt euch immer mit Petrus verbunden, von Petrus beh\u00fctet, von Petrus gesandt\u201c, fuhr Leo fort.<\/p>\n<div class=\"article__embed article__embed--border embed_style\">\n<blockquote><p>\u201eF\u00fchlt euch immer mit Petrus verbunden, von Petrus beh\u00fctet, von Petrus gesandt\u201c<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Nur \u201eim Gehorsam und in der effektiven Gemeinschaft mit dem Papst\u201c k\u00f6nne ihr Dienst \u201ef\u00fcr den Aufbau der Kirche in Gemeinschaft mit den Ortsbisch\u00f6fen\u201c wirksam sein, mahnte der vor einem Monat gew\u00e4hlte neue Papst weiter, bevor er nochmals auf die pastorale Dimension der Arbeit der Nuntien einging und ihnen heilige Vorbilder aus den eigenen Reihen ans Herz legte:<br \/>\n\u201eHabt immer einen segnenden Blick, denn der Dienst des Petrus besteht darin, zu segnen, also immer das Gute zu sehen, auch das Verborgene, das, was in der Minderheit ist. F\u00fchlt euch als Missionare, vom Papst gesandt, um Werkzeuge der Gemeinschaft und der Einheit zu sein, im Dienst der W\u00fcrde des Menschen, indem ihr \u00fcberall aufrichtige und konstruktive Beziehungen zu den Beh\u00f6rden f\u00f6rdert, mit denen ihr zusammenarbeiten werdet. Eure Kompetenz sei immer von der festen Entscheidung f\u00fcr die Heiligkeit erleuchtet. Als Vorbild dienen euch die Heiligen, die im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls standen, wie Johannes XXIII. und Paul VI.\u201c, so Leo in seiner ersten Ansprache vor den Nuntien, die turnusm\u00e4\u00dfig etwa alle drei Jahre aus allen Teilen der Welt in Rom zusammenkommen.<br \/>\nIhre Anwesenheit st\u00e4rke das Bewusstsein daf\u00fcr, \u201edass die Aufgabe des Petrus darin besteht, im Glauben zu best\u00e4tigen\u201c, unterstrich der Papst, der selbst geb\u00fcrtiger US-Amerikaner ist, gro\u00dfe Teile seines Lebens aber im pastoralen Dienst in Peru und als Generaloberer seines Ordens in Rom verbracht hat. Sie selbst brauchten diese Best\u00e4tigung, um zu \u201eBoten\u201c und \u201esichtbaren Zeichen in allen Teilen der Welt\u201c zu werden, so Leo in die Adresse der Nuntien weiter. Die Heilige Pforte, die alle gemeinsam gestern Morgen durchschritten h\u00e4tte, solle dazu anspornen, \u201emutige Zeugen Christi, unserer Hoffnung\u201c, zu sein, kam der Papst zum Schluss seiner Ansprache.<\/p>\n<p><strong>Audienzen am Dienstag<\/strong><br \/>\nTraditionell waren offizielle Papstaudienzen am Dienstag ausgesetzt, um dem Papst einen freien Tag zur Vorbereitung der Generalaudienz am Mittwoch zu erm\u00f6glichen &#8211; doch Papst Leo XIV. hatte allein an diesem Dienstag vier Audienzen f\u00fcr einzelne Mitarbeiter und Ortsbisch\u00f6fe sowie die Begegnung mit den rund 200 Mitarbeitern des Diplomatischen Dienstes in der Sala Clementina auf dem Programm stehen. Am Montag hatten die Nuntien bereits am Jubil\u00e4um des Heiligen Stuhls teilgenommen, bei dem Papst Leo XIV. und etwa 5000 Mitarbeiter des Heiligen Stuhls zun\u00e4chst in der Audienzhalle einer Meditation der Ordensfrau Maria Gloria Riva gelauscht hatten und anschlie\u00dfend in einer vom Papst selbst angef\u00fchrten Prozession zu einer Messe in den Petersdom gezogen sind.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-06\/papst-leo-audienzen-nuntien-treffen-jubilaeum-dank-diplomatie.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein diplomatisches Korps, mit dessen Universalit\u00e4t kein Land der Welt mithalten kann \u2013 und das auf eine ganz besondere Weise geeint ist. Mit diesen Worten w\u00fcrdigte Papst Leo XIV. an diesem Dienstag die p\u00e4pstlichen Nuntien, die den Heiligen Stuhl weltweit vertreten. 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