{"id":75901,"date":"2025-06-24T17:31:51","date_gmt":"2025-06-24T14:31:51","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=75901"},"modified":"2025-06-24T17:32:49","modified_gmt":"2025-06-24T14:32:49","slug":"papst-leo-xiv-an-seminaristen-die-freundschaft-mit-jesus-pflegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-an-seminaristen-die-freundschaft-mit-jesus-pflegen\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV. an Seminaristen: Die Freundschaft mit Jesus pflegen"},"content":{"rendered":"<p>Bei einer geistlichen Berufung geht es vor allem um die \u201eFreundschaft\u201c mit Jesus. Das sagte Papst Leo XIV. an diesem Dienstag zu Priesteramtskandidaten und ihren Ausbildern.<\/p>\n<p><b><i>Stefan von Kempis \u2013 Vatikanstadt<\/i><\/b><br \/>\nIm Petersdom empfing der neue Papst Seminaristen und Lehrende an Priesterseminaren, die sich derzeit zu ihrer Heilig-Jahr-Feier in der Ewigen Stadt aufhalten. Leo trug ihnen eine Meditation vor, in der er das Thema Berufung umkreiste. Wie sehr ihm dieses Thema am Herzen liegt, hatte er schon bei seinem ersten \u00f6ffentlichen Angelusgebet nach seiner Wahl zum Papst im Mai deutlichgemacht; damals sagte er: \u201eHabt keine Angst! Nehmt die Einladung der Kirche und Christi an\u201c.<br \/>\nEs mache ihm Hoffnung, dass junge M\u00e4nner sich auch in \u201enicht einfachen Zeiten\u201c auf das \u201efaszinierende Abenteuer der Priesterberufung\u201c einlie\u00dfen, so Leo in seiner Meditation von diesem Dienstag.<br \/>\n\u201eJesus ruft euch, wie ihr wisst, vor allem dazu auf, eine Erfahrung der Freundschaft mit ihm und mit euren Mitbr\u00fcdern zu machen (vgl. Mk 3,13); eine Erfahrung, die auch nach der Weihe weiterwachsen soll und alle Aspekte des Lebens umfasst. Nichts an euch muss n\u00e4mlich unterdr\u00fcckt werden, sondern alles kann angenommen und in der Logik des Weizenkorns verwandelt werden, damit ihr gl\u00fcckliche Menschen und Priester werdet, \u201aBr\u00fccken\u2018 und keine Hindernisse f\u00fcr die Begegnung mit Christus f\u00fcr alle, die sich euch n\u00e4hern. Ja, Er muss wachsen und wir m\u00fcssen abnehmen, damit wir Hirten nach seinem Herzen sein k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\nStichwort Herz: Hier r\u00fchrt man nach Ansicht von Papst Leo an das Entscheidende, an den \u201eMotor\u201c des Wegs eines Priesteramtskandidaten. Er empfahl die Lekt\u00fcre der letzten Enzyklika seines verstorbenen Vorg\u00e4ngers Franziskus, <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/20241024-enciclica-dilexit-nos.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Dilexit nos<\/a>, in der es um die Herz-Jesu-Verehrung geht, und f\u00fchrte aus, dass ein Seminar, \u201eegal in welcher Form es konzipiert ist\u201c, in erster Linie eine \u201eSchule des F\u00fchlens\u201c (scuola degli affetti) sein sollte.<\/p>\n<p><strong>Lieben wie Jesus<\/strong><br \/>\n\u201eGerade heute, in einem sozialen und kulturellen Kontext, der von Konflikten und Narzissmus gepr\u00e4gt ist, m\u00fcssen wir lernen, zu lieben und dies so zu tun, wie Jesus es getan hat. So wie Christus mit dem Herzen eines Menschen geliebt hat, seid ihr aufgerufen, mit dem Herzen Christi zu lieben! Aber um diese Kunst zu erlernen, muss man an seinem Inneren arbeiten, wo Gott seine Stimme h\u00f6ren l\u00e4sst und wo die tiefsten Entscheidungen getroffen werden; es ist auch ein Ort der Spannungen und K\u00e4mpfe (vgl. Mk 7,14-23), an dem es umzukehren gilt, damit eure ganze Menschlichkeit nach dem Evangelium riecht.\u201c<br \/>\nDie erste, grundlegende Arbeit m\u00fcsse also \u201eim Inneren\u201c geleistet werden, im Herzen, weil sich dort \u201edie Spuren Gottes\u201c finden lie\u00dfen. \u201eSich ins Herz zu begeben, kann uns manchmal Angst machen, weil dort auch Wunden sind. Habt keine Angst, euch um sie zu k\u00fcmmern, lasst euch helfen, denn gerade aus diesen Wunden wird die F\u00e4higkeit entstehen, denen nahe zu sein, die leiden. Ohne das innere Leben ist auch das geistliche Leben nicht m\u00f6glich, denn Gott spricht gerade dort zu uns, im Herzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Authentisch werden<\/strong><br \/>\nWer sein eigenes Herz kenne, werde \u201eauthentisch\u201c, brauche keine Maske. Dazu geh\u00f6re die Begegnung mit Gott in der Stille; ohne diese Begegnung mit Ihm k\u00f6nnten wir uns auch selbst nicht bis ins Tiefste kennen.<br \/>\n\u201eIch lade euch ein, h\u00e4ufig den Heiligen Geist anzurufen, damit er in euch ein f\u00fcgsames Herz formt, das f\u00e4hig ist, die Gegenwart Gottes zu erfassen, auch indem es auf die Stimmen der Natur und der Kunst, der Poesie, der Literatur und der Musik sowie der Geisteswissenschaften h\u00f6rt. In eurem theologischen Studium sollt ihr auch mit offenem Geist und offenem Herzen auf die Stimmen der Kultur h\u00f6ren, wie zum Beispiel auf die aktuellen Herausforderungen der k\u00fcnstlichen Intelligenz und der sozialen Medien. Vor allem sollt ihr, wie Jesus es tat, auf den oft stummen Schrei der Kleinen, der Armen und Unterdr\u00fcckten und der vielen, vor allem jungen Menschen h\u00f6ren, die nach einem Sinn f\u00fcr ihr Leben suchen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wichtig: Menschliche Reifung<\/strong><br \/>\nDer Papst lud die Seminaristen dazu ein, sich im Verfahren der sogenannten \u201egeistlichen Unterscheidung\u201c zu \u00fcben und sich dabei vor Oberfl\u00e4chlichkeit zu h\u00fcten. In einer von Undankbarkeit und Machtgier gepr\u00e4gten Welt sollten sie au\u00dferdem f\u00fcr Gastfreundschaft, N\u00e4he und Selbstlosigkeit stehen.<br \/>\n\u201eEs ist wichtig, ja sogar notwendig, schon seit der Zeit des Seminars stark auf die menschliche Reifung zu setzen und jede Verstellung und Heuchelei abzulehnen. Mit dem Blick auf Jesus gerichtet, muss man lernen, auch der Traurigkeit, der Angst, der Beklemmung und der Emp\u00f6rung einen Namen und eine Stimme zu geben und alles in die Beziehung zu Gott einzubringen. Krisen, Grenzen und Schw\u00e4chen d\u00fcrfen nicht verheimlicht werden, sondern sind vielmehr Gelegenheiten der Gnade und der \u00f6sterlichen Erfahrung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ma\u00df nehmen am Herzen Christi<\/strong><br \/>\nMa\u00df nehmen am Herzen Christi: Das war der rote Faden in der Meditation von Papst Franziskus. Das Herz Christi sei, wie das Neue Testament an vielen Stellen bezeuge, \u201evon unermesslichem Mitgef\u00fchl beseelt\u201c; wenn Er zu seinen J\u00fcngern sage \u201eGebt ihr ihnen zu essen\u201c (Mk 6,37), dann bedeute das \u2013 so \u00fcbersetzte Papst Leo \u2013: \u201eMacht euer Leben zu einem Geschenk der Liebe\u201c.<br \/>\n\u201eLiebe Seminaristen, die Weisheit der Mutter Kirche, unterst\u00fctzt vom Heiligen Geist, sucht im Laufe der Zeit immer nach den geeignetsten Methoden f\u00fcr die Ausbildung der geweihten Amtstr\u00e4ger, entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Orte. Was ist eure Aufgabe dabei? Es ist eure Aufgabe, niemals unter dem Anspruch zu bleiben. Euch nicht zufrieden zu geben. Nicht nur passive Empf\u00e4nger zu sein, sondern euch f\u00fcr das priesterliche Leben zu begeistern. Die Gegenwart zu leben und mit prophetischem Herzen in die Zukunft zu blicken. Ich hoffe, dass dieses Treffen jedem von euch hilft, den pers\u00f6nlichen Dialog mit dem Herrn zu vertiefen\u2026\u201c<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-06\/seminaristen-priester-papst-leo-xiv-heiliges-jahr-jesus-herz.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer geistlichen Berufung geht es vor allem um die \u201eFreundschaft\u201c mit Jesus. Das sagte Papst Leo XIV. an diesem Dienstag zu Priesteramtskandidaten und ihren Ausbildern. Stefan von Kempis \u2013 Vatikanstadt Im Petersdom empfing der neue Papst Seminaristen und Lehrende an Priesterseminaren, die sich derzeit zu ihrer Heilig-Jahr-Feier in der Ewigen Stadt aufhalten. 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